Grundsätzlich ist ja "bekannt", dass man Kinderdepots anlegen kann.
Vorteil: Kinder haben ihre eigenen Freibeträge > Steuerersparnis.
Nachteil: Geld gehört dir nicht mehr richtig > Inflexibillität.
Standard-Approach ist jetzt ja ein ETF-Sparplan.
Was ich daran nicht optimal finde ist, dass man die Steuerersparnis gerade am Anfang nicht ausnutzt.
Dabei ist das ja der eigentliche Vorteil.
Ohne signifikante Steuerersparnis finde ich es nicht so attraktiv, Kontrolle über das Kapital zu verlieren.
Freibeträge
- Sparer-Pauschbetrag €801
- Sonderausgaben-Pauschbetrag €36
- Grundfreibetrag €9.744
Einschränkungen der Freibeträge
- Wenn das Einkommen des Kindes ~€3.700 übersteigt, könnte das KInd nicht mehr kostenlos bei den Eltern mitversichert werden > eher attraktiv für PKV-Kunden statt GKV-Kunden
- Frage 1: Welche Auswirkungen hat das auf Kindergeld bzw den Kinderfreibetrag bei der elterlichen Steuererklärung? Dazu habe ich irgendwie nichts gefunden, die Beiträge drehen sich entweder über den Grundfreibetrag für Kinder bei Kinder-Geldanlage oder um den Kinderfreibetrag für Eltern -- aber irgendwie nie um beides.
Unterscheiden wir mal grob zwei Fälle:
1. Effektiver Freibetrag sind eher die €837 im Jahr (bspw GKV-Versichert). Um das bei 2% Ausschüttungsquote effektiv zu nutzen, bräuchte man ca. €40k in einem ausschüttenden World-ETF. Easy enough, ist von der Größenordnung auch eine interessante Zahl, die bis zum 18. Lebensjahr zu einer guten Summe für ein teures Studium o.ä. werden könnte.
2. Wenn wir aber von €10k Freibetrag pro Jahr reden (eher PKV & siehe die offene Frage oben), dann ist es schon spannender. Um das mit einem 2%-Ausschütter zu realisieren müsste man ~€500k Kapital an die Kinder übertragen. Das spielt wohl für die wenigsten eine Rolle.
Aber: Gibt es einen weiteren Weg, diesen Freibetrag zu nutzen? Weil 10k for free im Jahr sind €2,5k pro Jahr gesparte Steuern. Macht auf 18 Jahre und 2 Kinder immerhin €90k!
Die Lösung kann ein Depotteilübertrag sein. Ich habe bspw Amazon-Aktien mit unterdessen >1.000% Gains. Diese zu verkaufen ist steuerlich unattraktiv, weil 90%+ aus Kapitalerträgen bestehen. Aber: Was, wenn ich genau diese Aktien an das Kinderdepot übertrage, und dann dort €10k im Jahr verkaufe und damit den Steuerfreibetrag ausnutze? Dann würde ein Übertrag von "nur" €100k an das Kinderdepot reichen, um 10 Jahre lang die €100k zu verkaufen (und danach in einen schönen World-ETF umzuschichten).
Natürlich muss man dann "wollen", dass die Kinder €100k+ von dir bekommen. Aber dafür spart man eben die kompletten Kapitalertragsteuern auf diese hohen Kapitalerträge.
Frage 2: Hat jemand von euch Erfahrungen mit Depotteilüberträgen gemacht? Wie nervig ist das?
Frage 3: Welche Kinder-Depots findet ihr gut / nutzt ihr? Comdirect hat eines, Scalable auch.
Frage 4: Habe ich da irgendwas mit den Freibeträgen falsch verstanden? Siehe auch Frage 1.