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[Geschlossen] Auf ein Neues - "from the scratch" xD

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Tak3r
Joined: 30.07.2007

Geht mir genauso, komme aktuell so gut wie gar nicht zum pokern :/ Das Wetter ist jetzt auch richtig schön hier in Montenegro, bei euch dann wohl auch wenn gegrillt wird- viel Spaß =)


Hab doch etwas gepokert. Bankroll bei über 1500 nun. Stellt sich die Frage: Challenge auf NL25 beenden und etwas Sample bekommen, oder wieder hoch auf NL50 und eventuell auf den Deckel kriegen?

Hatte gestern Abend einen Hexenschuss. Damit fiel Wandern für mich heute aus. :f_mad:


Letztes Wochenende hat es mich ordentlich erwischt: Ein Hexenschuss.
Die Schmerzen waren nicht nur körperlich heftig – sie haben auch eine ganze Kettenreaktion ausgelöst.

Durch die Rückenschmerzen habe ich schlecht geschlafen, was wiederum meine Selbstkontrolle massiv beeinträchtigt hat. Statt mich darauf zu konzentrieren, meinen Schlafrhythmus schnell wieder in den Griff zu bekommen, bin ich in alte Muster gefallen:
Stundenlanges Scrollen am Handy bis tief in die Nacht, auf der Jagd nach dem nächsten Dopaminkick. Dazu Fastfood, Schokolade, kaum Sport, stundenlange PC-Sessions – und weniger Kontakt zu Familie und Freunden.

Auch beim Pokern lief es nicht ideal: Ich habe nicht einmal besonders viel gespielt, aber wenn, dann direkt an höheren Limits (100 und 50). Warum? Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es eh egal ist. Broke kann ich nicht gehen, wenn ich rechtzeitig absteige und nl25 langweilte mich. Gewonnen habe ich aber auch nichts, und bin mit der BR von rund 1650 wieder auf 1500 runter.

Kurz gesagt: Die Woche war eine Mischung aus schlechten Entscheidungen, Selbstsabotage und zu wenig Bewusstsein für das, was eigentlich wichtig ist.

Heute aber der erste Lichtblick: Ich habe endlich wieder vernünftig geschlafen und merke sofort, wie viel besser es mir geht. Jetzt heißt es für mich, den Rhythmus wiederzufinden:
Produktiver mit der Zeit umgehen, bewusster leben, rechtzeitig schlafen, unnötige PC-Zeit reduzieren, Smartphone wieder in die Ecke werfen und Diät und Workouts durchziehen.

Diese Woche hat mir einmal mehr gezeigt, wie fragil gute Routinen sein können – und wie wichtig es ist, frühzeitig gegenzusteuern, bevor aus kleinen Ausrutschern eine Abwärtsspirale wird.

Nächste Woche soll wieder eine Winning Week werden – nicht nur am Pokertisch, sondern auch im echten Leben.


Tak3r
Joined: 30.07.2007

Guter Schlaf ist wirklich so wichtig, für quasi alles im Leben. Ich hasse es zu viele Gedanken im Kopf zu haben beim einschlafen und dann nicht schlafen zu können, das passiert mir leider ab und zu mal. Aber ist wohl auch normal wenn man so viel am Laufen hat.


Bei manchen Gegnern – oder besser gesagt, bei vielen Gegnern im Pool – frage ich mich öfter mal, ob die überhaupt jemals bluffen. Auch Regs.
Sie spielen einfach immer check/fold, wenn sie nichts haben. Nicht, dass es schwer wäre, gegen solche Leute zu spielen. Aber ich frage mich echt, ob Bluffen überhaupt Teil ihrer Strategie ist. So gar nicht.
Solche Gegner findet man sogar noch auf NL100.
Spieler, die im Schnitt nur 30 % der Zeit am River betten – und wenn sie es tun, haben sie immer "fat Value" - also auch keine dünne value bet. Und wenn zum Showdown gecheckt wird, zeigen sie Highcards, die immer verlieren.

Es geht hier auch nicht um eine bestimmte Beispielhand – ich könnte 10.000 solcher Hände posten, wo Regs in einem offensichtlichen Autoprofit-Spot einfach ihre Hand checken und es dann zum Showdown geht – mit 0% Equity. Oder es schaffen eine Straße zu wenig mit ihrer starken Value Hand zu holen weil sie immer zu nittig sind und/oder starke Value Hände als Bluffcatcher nutzen, weil ihre eigentlichen Bluffcatcher immer autofolds für sie sind.

Und so viele Spots sind am River overfolded, dass es doch inzwischen bei jedem Reg angekommen sein müsste, dass niemand diese Spots wirklich gut spielt. Man hat einfach massiven Autoprofit, wenn man in bestimmten Situationen am River blufft.

Noch dazu frage ich mich: Wie sieht eigentlich die Winrate dieser ganzen Postflop-Nits aus?
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass "nie bluffen" eine Winning-Strategie sein kann. Man siehts ja bei der ABC Einsteigerstrategie, ab einem gewissen Punkt ist Schluss mit Winrate wenn man Value-Only-Poker spielt.
Leben sie wirklich davon, dass es genug Unbekannte im Pool gibt, die sie dann auszahlen, wenn sie einmal eine starke Hand haben und Action machen?
Oder haben sie in Wahrheit eine Breakeven- oder Minus-Winrate und grinden ewig auf denselben Stakes herum – im Upswing geht’s vielleicht mal hoch oder man casht aus, im Downswing geht’s halt broke oder runter?


Ohje...

hier geht mein Poker Volumen und mein Reallife hin..

Last Epoch :f_tongue::f_tongue::f_tongue:


Mart74
Joined: 27.04.2009

Original von Superior1712
Ohje...

hier geht mein Poker Volumen und mein Reallife hin..

Last Epoch :f_tongue::f_tongue::f_tongue:

Hehe, naja für einen Dopaminjunkie haste dich aber gut im Griff "nur" 48 stunden in 2 wochen.
Meine Therapeutin hat immer gesagt..immer das positive sehen, hätten ja auch 100 Stunden sein können.
Zu meinen Hochzeiten (vor Therapie) bin ich nur schlafen gegangen wenn der Körper gesagt hat ich kann nicht mehr.
Da will ich nie wieder hin!


Krass.

So weit war ich noch nie.

Ich war immer der Typ "funktionierender Süchtiger": Nach außen schien alles ok – Sport, Studium (oder früher Schule), im Job immer unauffällig und fleißig. Vorgesetzte haben mich oft gefördert. Da lief es. Auch privat: Wochenenden voll mit Partys und Konzerten mit Freunden, immer präsent.
Erst im Nachhinein ist mir klar geworden, dass selbst diese Art zu feiern auf Dauer ebenfalls den eigenen Dopaminhaushalt durcheinander bringt und man immer weiter abstumpft. Ich empfinde so viele "normale" Dinge einfach als stinklangweilig...
Ich habe auch Frau und Kind. Läuft alles auf Kosten von Schlafstunden oder abstrichen woanders.
Je älter man wird, desto schwerer wird es, dieses "Funktionieren" aufrechtzuerhalten. Meine Pflichten habe ich zwar immer erfüllt, aber freie Zeit? Die war immer fürs Zocken reserviert.

Erst letztes Jahr habe ich wirklich begriffen, was da eigentlich mit mir passiert.
Ich bin zum ersten Mal auf das Thema "Dopamin" und "Serotonin" gestoßen und wie der Körper/Gehirn was das angeht funktioniert und plötzlich ergab alles einen Sinn.

Ich habe eine Liste mit "To Do’s" und "Don’t Do’s" rund um Dopamin gefunden.
Und bei den "Don’t Do’s" – da war ich ganz vorne mit dabei:
Direkt morgens vor der Arbeit schon Pokern oder Zocken.
Immer irgendwas auf einem zweiten Monitor nebenbei laufen lassen.
Direkt nach dem Aufwachen ans Handy, direkt vorm Schlafengehen nochmal ans Handy.
Fast Food, Zucker, Pornos – alles am Start.
"Trigger Dopamin all the time, layer Dopamin, spike Dopamin before productivity..." – genau das war mein Alltag.

Ganz schlimm.
Die letzten Wochen lief es besser. Richtig gut sogar.
Und jetzt dieser merkbare Rückschlag. Den Dienstag, erster Arbeitstag, hatte ich durchweg, ein "Dopamin Kick" nach dem anderen gesucht, bis ich Nachts um 2 übermüdet ins Bett fiel.

Langfristig ist mein Ziel klar:
Einfach glücklich und zufrieden leben – in einem ruhigen, einfachen Alltag. Ohne die ständigen, künstlichen Dopamin-Kicks, die die Internet-/PC-/Nerd-Welt mit sich bringt.

In den letzten Monaten habe ich schon einiges positiv verändert:
Besseres Essen, neue Schlafgewohnheiten, das Smartphone weitgehend zum "Dumbphone" umgebaut – kaum noch Apps installiert. Und ich spüre, dass es Schritt für Schritt weitergeht.

Als Nächstes werde ich Koffein und Light-Cola-Getränke streichen.
Danach sollen Handy-Apps und PC tagsüber weitgehend tabu bleiben – bis spät am Abend.

Am Ende darf das PC-Spielen gerne bleiben – aber nur noch im vollen Fokus. Und vielleicht merke ich dann irgendwann auch, dass ich es gar nicht mehr brauche oder gar nicht mehr will.


bigdog63
Joined: 24.10.2011

Sehr tolle Selbstreflektion. Vieles klingt bekannt.
Die "do's and don'ts" Liste würde ich gerne mal sehen.
Der Suchtaspekt ist etwas was wir Pokerspieler gerne mal vernachlässigen, dabei macht er doch einen Riesenunterschied zwischen bei der Fähigkeit A oder C Spiel abrufen zu können.


Die Do’s and Don’ts sind eigentlich in der Grafik im Text enthalten.
Die Grafik stammt von einem PokerDetox-Coach, der sie im Discord geteilt hat.

Challenge Update:

Wie bereits erwähnt, war ich mit 1.650 Dollar hoch auf NL50 und NL100 – ein teurer Ausflug.

Die Woche:

All-Time-Graph bei GG Poker:
Hier sieht man sehr gut die Abstürze und die anschließenden Regrinds.
Die große Frage bleibt: Ist das der normale Pokerwahnsinn – oder doch eher eigenes Verschulden?


Tak3r
Joined: 30.07.2007

Dein graph sieht genauso aus wie meiner, wenn ich meinen 180° umdrehen würde :D :D Interessant wie genau gleich es fast aussieht was up und down phasen angeht.


bigdog63
Joined: 24.10.2011

Die Do’s and Don’ts sind eigentlich in der Grafik im Text enthalten.
Die Grafik stammt von einem PokerDetox-Coach, der sie im Discord geteilt hat.

jetzt am großen Bildschirm sehe ich es auch. Danke


Mart74
Joined: 27.04.2009

Erst im Nachhinein ist mir klar geworden, dass selbst diese Art zu feiern auf Dauer ebenfalls den eigenen Dopaminhaushalt durcheinander bringt und man immer weiter abstumpft. Ich empfinde so viele "normale" Dinge einfach als stinklangweilig...

Ja das ist normal, bei mir hatte sich das leider auch nicht nach 3 Monaten ohne PC, Internet, Fersehen, Handy nich viel gebessert.
Dauert halt lange wenn mein kaum Resilienz hat, Familie, Job , Freunde, andere Hobbys, alles hilft da sehr.

Langfristig ist mein Ziel klar:
Einfach glücklich und zufrieden leben – in einem ruhigen, einfachen Alltag. Ohne die ständigen, künstlichen Dopamin-Kicks, die die Internet-/PC-/Nerd-Welt mit sich bringt.

Bei der Stationären Therapie wurde die Dopaminsucht mit der Alkoholsucht verglichen, ganz aufhören oder gar nicht, sei das beste.

Ich glaube aber mit gesundem Umfeld, Familie, Job und Freunden kann man das Erreichen von "glücklich sein" Spass an anderen Dingen haben auch so erreichen. Bei mir ist das alles erst explodiert mit dem Verlust des Arbeitsplatzes und durch den Geldmangel fallen halt auch viele
Sachen weg, die Spass machen.

Solange Du merkst, dass Du für die Dopaminsucht mal wieder Famile, Freunde , Schlaf vernachlässigst, und dich einschränken kannst und willst bist Du auf gutem Weg.


Das liest sich alles so krass.

Aber auf der anderen Seite will ich nicht wissen wie viele Menschen genau davon betroffen sind. Und wenn es nur dieses "jede freie Minute am Handy, immer Social Media offen, immer am Kurz Videos durchscrollen" ist.


BR-Challenge Update

Diese Woche wenig Volumen – stattdessen viel Last Epoch gespielt. Wenn ich Poker gespielt habe, dann meist direkt auf NL100. Dort lief es allerdings ziemlich schlecht, weshalb ich wieder auf NL50 gewechselt bin – aber auch da läuft es momentan nicht. Trotzdem habe ich wenig Lust, mich bei so geringer Spielzeit wieder auf NL25 „einzuparken“.

Mein erneuter Eindruck von NL50 (jetzt am Wochenende wieder getestet): Der Sprung von NL25 auf NL50 ist größer, als ich erwartet hatte. Die Tische öffnen sich nicht so schnell, und meist sitzt nur ein Freizeitspieler am Tisch – der Rest sind Regs. Generell wirkt der gesamte Spielerpool härter und professioneller. An guten Tischen findet man regelmäßig Leute auf der Warteliste oder Tischbeobachter, die offensichtlich nur auf einen freien Platz warten – was sehr dafür spricht, dass dort professionelle Spieler gezielt auf profitable Spots und Freizeitspieler warten. Tische ohne Fisch brechen auch direkt weg.

Auf NL25 (und darunter) konnte man einfach spielen, ohne groß zu selektieren. Auf NL50 ist es deutlich mühsamer, überhaupt vernünftige Tische zu finden. Auch das Spielverhalten ist anders: Der typische 16-VPIP-Nit, der nur auf Premiums wartet, ist dort viel seltener geworden.

Ich könnte mir vorstellen, dass ich auf NL50 aktuell keine Edge habe. Dennoch werde ich es weiter antesten, bis ich mir sicher bin, ob ich das Limit schlagen kann oder nicht.

Aktuell sehe ich zwei mögliche Wege:

a) Die Challenge beenden, auf NL25 weiterspielen, sich mit kleinen Fortschritten zufrieden geben, eventuell minimal besser werden und gelegentlich ein bisschen auscashen.
b) Immer wieder Limits höher anspielen, ohne dort wirklich Fuß zu fassen – mit dem Risiko, dass die Bankroll langfristig stagniert. Dafür die Chance zu haben mir und anderen etwas zu beweisen.

Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, was ich gerade will oder tun soll. Die ursprüngliche Idee der Challenge war eigentlich: Kein planloses Shotten mehr, kein schneller Aufstieg, sondern eine solide Winrate auf eine große Hand-Sample hinzulegen – und erst dann zu überlegen, wie es weitergeht.

Was ich aber zunehmend merke: Wenn ich nicht hin und wieder shotte, fühlt sich das Ganze schnell zu sehr nach „Arbeit“ an. Und das soll es ja nicht sein. Es geht mir nicht darum, abends ein paar Euro pro Stunde zu verdienen wie bei einem Nebenjob – Poker sollte ein Spiel mit Herausforderung bleiben. Ich wollte (und will) mir irgendwo selbst etwas beweisen.


Tak3r
Joined: 30.07.2007

Sind auf NL50/100 noch viele Chinesen unterwegs? Oder tummeln die sich alle auf NL2-NL25? Gibt ja bestimmt auch ein paar gute Chinesen, aber die meisten scheinen eher Freizeitspieler zu sein. Anyways, good luck :)


Hitmeifyoucan
Joined: 17.03.2014

Gib dir etwas Zeit zum nachdenken Superior1712 und dann mach was du für richtig erachtest.:f_thumbsup::f_thumbsup::f_thumbsup::f_thumbsup:


bigdog63
Joined: 24.10.2011

Ich finde den Ansatz NL50 oder NL100 zu shotten, wenn die BR es zuläßt und dann, wenn es nicht funktioniert, für eine Weile zurück auf NL25 um wieder zu sich zu finden, eine ordentliche Challenge. Solange man nicht alles wegtiltet oder im anderen Extrem, solange man es nicht zu seinem Hauptberuf machen will.
Du hast einen extrem hoihen Anspruch an Dich selbst (und offenbar auch an andere), so als würdest Du es gerne hauptberuflich machen wollen/können, es aber nicht tust. Letzteres ist auch ok, aber dann finde Dich einfach damit ab.

Spass kann man auch bei NL25 haben, und wenn es mehr sein soll, kann man ja seine BR nehmen und Live spielen gehen, gelegentlich.

Was den Anspruch an andere betrifft, schlließe nicht immer von Dir auf andere. VIele von uns in diesem Forum sind hier, weil sie sich austauschen wollen, erfahren, dass es anderen ähnlich geht und vielleicht auch nur in kleinen Schritte weiterkommen wollen. Hab etwas Nachsicht mit uns.

Deine inhatlichen Poker-POsts halte ich für sehr wertvoll.


Weiß zu den oben gesagten aktuell nicht viel zu sagen.

Hier wieder Free Content den ich teilen mag.


11.05.2025 – Zwischenupdate – NL10

Wir spielen wieder NL10 und besinnen uns wieder auf die alten Werte. Spielen TAG-Style und versuchen, unsere Made Hands korrekt und optimal zu spielen. Warum, dazu später mehr.

Nach einer Phase des wenig Spielens, des schlechten Spielens und schlechten Laufens bin ich wieder zurück im Game.
Ich denke, ich habe immer noch Leaks in Spots, die mich daran hindern werden, auf Limits zu bestehen, wo die Regs nicht mehr Geschenke verteilen. Ich kann auf Limits gut bestehen, auf denen der Durchschnitts-Reg ebenfalls Probleme hat, seine relative Handstärke richtig einzuschätzen, selbst viele Polarisation Errors macht und auch oft "merged".

Ich denke, immer noch eines meiner größten Leaks ist der nicht vorhandene Fold-Button, wenn der Pot größer wird. Es ist eher weniger ein theoretisches Leak. Ich verstehe sehr gut, wie die mathematische Theorie hinter dem Spiel ist, wie Equity und EV berechnet werden und funktionieren, wie man schnell auf eine geschätzte Equity vs. eine Betting-Range kommt und wie Pot Odds etc. funktionieren. GTO-Toy-Game habe ich verinnerlicht.

Es ist eher so, dass ich nicht mag oder kann. Daher auch die Idee, sich wieder auf das korrekte Spielen von Made Hands zu konzentrieren. Ich hatte bereits eine Phase hier im Blog, wo ich mich ganz stark auf das River-Play konzentriert hatte, und danach lief es auch viel besser und ich spielte auch besser.
Warum kann oder mag ich nicht mehr folden in großen Pötten?

Ich bin in mich gegangen, und ich denke, es hat mehrere Gründe. Nummer 1 ist: fehlender Schlaf. Vor ein paar Wochen hatte ich einen Hexenschuss, gefolgt von heftigen Rückenschmerzen und wenig Schlaf, viel Stress – das Pokergame und überhaupt das ganze Leben waren in den letzten 3 Wochen wirklich qualitativ schlecht. Man kann fast schon von Selbstsabotage reden, Verlust der Selbstkontrolle. Wenig Schlaf, viel schlechtes Essen, viel Social Media, wenig Bewegung, viel PC-Gaming – alles sehr unproduktiv.

In den 3 Wochen habe ich wieder gemerkt, wie krass schlecht ich selbst funktioniere, wenn ich nicht mindestens 7h hochwertigen Schlaf täglich bekomme. Wie Tag und Nacht. Mit gutem Schlaf funktionieren die Werktage sehr diszipliniert. Wie manche wissen, arbeite ich aktuell viel, auch neben meinem Hauptjob. Ich mache eine Diät und trainiere viel. Ziel ist, im September mit einem Sixpack dazustehen und beruflich in ein paar Jahren in die Selbstständigkeit zu starten. Alles wunderbar, solange das Grundgerüst passt: Schlaf, gutes Essen, Ausgleich (Bewegung, soziale Kontakte), und alle Zeitfresser (PC-Gaming, YouTube, Handy, Social Media etc.) aus dem Alltag verbannt sind.

Aber zusätzlich zu diesem Grundgerüst, das passen muss, denke ich, dass einige Spots in der Praxis beim Pokerspielen zu selten vorkommen und man sich in der Theorie auch zu wenig Gedanken darüber macht. Wie oft wird man denn wirklich am River geraist? Oder am Turn geraist, gefolgt von der River-Bet? Im Vergleich zu anderen Spots? Wirklich selten. Aber wie im Einsteiger-Handbewertungsforum geschrieben und festgestellt, kosten diese immer wiederkehrenden EV-Punts richtig Winrate. Im Upswing kommen diese Spots seltener vor, oder man ist auf der Seite der guten Varianz. Im Downswing passiert es halt öfter, und im Longrun verbrenne ich hier halt Geld und Winrate.
Daher auch wieder der Gedanke: → etwas zurück zu den Basics. Made Hands optimal spielen lernen und total verinnerlichen. Und somit auch zu lernen und zu verinnerlichen, wann eine absolut starke Hand einfach nichts mehr wert ist, wenn überhaupt „dünn Value“, und als Defender eben ein reiner Bluffcatcher – halt ein Bluffcatcher in Spots, wo zu wenig geblufft wird...

Wenn der letzte Lernblock darin bestand Preflop und Flop Play zu optimieren, steht nun als Lernblock einfach an: "Madehands optimal am River spielen" + "Madehands vs Turn Raises" korrekt spielen.
Wo liegen die Grenzen zwischen Fat Value, Dünn Value, reines ShowdownValue/Bluffcatcher, Wertlos, in Relation zu Boardstruktur, Preflop + Flop / Turn Action, Spielerprofil etc..