Eins vorneweg: Es macht im Großen und Ganzen keinen Unterschied, ob man 2bb oder 3bb open-raised. Wenn überhaupt, sind die Unterschiede marginal. Trotzdem finde ich, dass man sich auf einen Plan festlegen und diesen konsequent durchziehen sollte. Meine Ranges sind auf ein 2bb Open Raise aus EP/MP ausgelegt, und dabei bleibe ich auch.
Ich versuche es mal in meinen eigenen Worten zu erklären: Es hängt auch ein bisschen vom Umfeld ab.
n der Einsteigerstrategie wird ein 3bb Open Raise mit einer tighten Range empfohlen. Der Gedanke dahinter? Man will OOP keine Pötte spielen. Falls doch, dann bevorzugt mit starken Händen, um den Pot direkt aufzubauen. Ein weiterer Grund: „Man hat es schon immer so gemacht.“ 😄
Auf niedrigen Limits spielst du hauptsächlich gegen schlechte Spieler. Selbst die Regs auf diesen Limits sind oft schwach.
3bets sind selten, sodass du kaum deine investierten 3bb preflop folden musst. Die Strategie funktioniert gut, da die Gegner wenig aggressiv sind und postflop auch In position schlecht spielen.
Auf höheren Limits ändert sich das Spiel aber auch noch einmal. Du spielst fast nur noch gegen Regs, die auch versuchen, sich zu verbessern. Freizeitspieler sitzen höchstens 1–2 pro Tisch. Die Regs haben typischerweise eine 3bet-Range von 8–11% und spielen oft 3bet oder Fold aus MP/CO/SB. Dein Preflop-Investment wirst du häufiger wegfolden müssen. Ob du 2bb oder 3bb foldest, macht auf unendlich viele Hände einen Unterschied.
Mit 2bb kannst du eine weitere Range spielen als mit größeren sizing. Der Big Blind bekommt durch dein 2bb Open Raise einen hervorragenden Preis zum Callen. Dadurch kommst du häufiger in Position gegen den Big Blind, was postflop ein Vorteil ist.
Umgekehrt raist du aus CO/BU etwas größer, da hinter dir nicht mehr viele Gegner in Position kommen die dich 3betten können. Du bist in Position meist und kannst viel leichter postflop spielen.