Hallöchen, ich wollte mal einige Beobachtungen von mir teilen und hoffe auf Meinungen diesbezüglich. Ich vermute persönlich ich stand eine ganze Weile auf dem Schlauch und hab das vermutlich einfache Prinzip lange Zeit völlig außer Acht gelassen. Aber zum Punkt.
Ich beziehe mich auf die Blindstruktur auf Pokerstars.
Diese sieht ja so aus:
10/20
15/30
25/50
50/100
75/150
100/200
100/200/25
200/400/25
300/600/50
400/800/50
600/1200/75
Höher geht es in der Regel nicht und zudem dürften bei sehr hohen Blinds die Spieler in SNGs (9 und 18 man) short genug sein, damit der Ante nicht mehr groß ins Gewicht fällt.
Meine Annahmen konzentrieren sich auf Mid-Late-Phase in diesen Turnieren, also bei 100/200/25 und 200/400/25, ggf. sogar 300/600/50.
Unsere Pushing Range ist abhängig von verschiedenen Faktoren, u.A. unserer Stacksize verglichen zu den Blinds und die der Gegner nach uns, also der effektiven Stacksize. Diese wird in BB gemessen und nach zahlreichen Übungen im Wizard bekommt man etwa ein Gefühl was man zB für 8BB von verschiedenen Positionen pushen kann.
Unsere Calling-Range wird bestimmt durch die Odds die wir erhalten sowie der etwaigen Pushing Range des Gegners.
Wir nutzen 3 Methoden um unsere Stacksize zu ermitteln, die BB, den M (Stack durch Blinds+Antes) und den trueBB (M*1,5)
Gehen wir verschiedene Situationen durch:
Blinds 100/200, Stack 1000.
BB = 5
M = 3,33
trueBB = 5
Hier pushen wir für 5 BB und haben noch etwas Foldequity.
Blinds 100/200/25 (FR) , Stack 1000
BB = 5
M = 1,9
trueBB = 2,8(!)
Hier pushen wir effektiv nur noch für knapp 3BB. Unsere FE ist so gut wie nichtig, da der BB etwa 2:1 Odds bekommt und viel looser callen kann.
Blinds 100/200/25 (6max), Stack 1000
BB = 5
M = 2,22
trueBB = 3,33
Auch wenn wir nur noch shorthanded sind haben wir weniger als die 3,5 BB für ein Minimum an Foldequity und der BB kann uns hinreichend light callen.
Blinds 200/400/25 (7max), Stack 3500
BB = ~9
M = 4,5
trueBB = 6,7
Hier haben wir zwar noch Foldequity, müssten eigentlich aber sehr viel looser pushen und könnten schnell ausblinden, wenn wir die Antes nicht hinreichend einbeziehen.
De Facto ergeben sich effektive Stacksizes:

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Wie man sieht kann es also schnell passieren, dass man seine FE extrem überschätzen kann wenn man die Antes nicht genügend mit einbezieht in die Überlegungen ob man pushen sollte.
Möglicherweise erklären sich dadurch unterschiedliche Resultate im Vergleich von Micro- zu Low-Limits.
Pusht man auf den Micros mit zu wenig Fold-Equity kann man bei sehr schlechten Gegnern überdurchschnittlich oft noch einen Fold sehen, bei dem mit Sicherheit in den meisten Fällen ein nach Odds korrekter Call zu finden wäre.
Auf den Low-Stakes hingegen scheinen die Gegner immerhin bereits begriffen zu haben, dass man bei guten Odds lighter callen kann und dies bisweilen auch umsetzen. Mit hoher Sicherheit aber in größerer Häufigkeit als auf den Micro-Stakes.
Daraus könnte man schließen, dass sich trotz gutem Abschneiden auf den Micros ein großes Nachlassen auf den Low-Stakes erklären könnte, wenn man sich bisher nicht auf die Antes entsprechend angepasst hat.
Danke für eure Aufmerksamkeit
