Die Idee dahinter ist halt, dass du viele marginale Postflopshoves machen kannst.
Z.b. haben sie 10% 3-Bet und du callst mit 56s. Der Flop ist Q23r und sie cbetten ihre Standard 1/2 Pot.
Der Pot ist jetzt 17.5BB + 8BB = 25.5BB groß und ein C/Shove commited dich (32BB sind am Flop noch effektiv in den Stacks). Dein Gegner hat jetzt 2 Möglichkeiten:
1. Er geht mit ner Range aus 88+, Qx und besser broke.
2. Er geht nur mit Toppairs oder besser broke
Wenn wir jetzt einfach mal annehmen, dass wir da einen 10% Top 3-Better haben, dann hat er ungefähr 88+,ATs+,KTs+,QJs,ATo+,KQo geht Kandidat 1 mit 56% seiner Range broke. D.h. 44% seiner Range folded.
Gegen diese 56% haben wir mit unserem Gutshot 20% Equity.
Wenn wir das jetzt hochrechnen, dann würde uns ein Shove 32BB kosten und wir können 25.5BB + 24BB gewinnen.
Konkret in Zahlen ausgedrückt bedeutet das:
0.44*25.5BB + 0.56*[0.2*(25.5 + 24) + 0.8*-32]
11.22 + 0.56*[9.9 - 25.6]
11.22 - 8.792 = +2.428BB
Gegen einen Shortstack der die grundlagen hinter Bets versteht ist das natürlich +-0 (wegen dem Rake langfristig).
Gegen einen Shortstack, der jetzt aber z.b. schlecht genug ist um mit 88, 99, TT, JJ B/F auf dem Board zu spielen wird das ganze deutlich +EV. (das sind 24 Handkombinationen, die uns komplett dominiert haben, die dann rausfolden)
Die Information wie weit die Callingrange eines spezifischen Spielers ist, bekommt man ja ziemlich schnell raus.
Die Preflopadaptionen, die beschrieben wurden basieren im Prinzip auf dem gleichen Effekt, aber wie man schon bei SSS gesehen hat, sind die optimalen Spielzüge dort sehr einfach zu berechnen zu erlernen. Wenn du jetzt auf NL10 da jemanden hast, der 10% 3.bettet aber nur 0.9% shoved (KK+), dann kannst du natürlich auch problemlos Preflop eine riesige Edge aufbauen. Ich denke aber spätestens ab NL50 werden die MSS Spieler eine halbwegs sinnvolle Prefloprange haben und dann kannste da machen was du willst, dein EV wird sich im Bereich +- 0 aufhalten und der Einzige der gewinnt ist die Pokerseite.
Ich muss dir übrigens zustimmen, dass ich auch nicht den Ansporn dahinter kenne, da ich persönlich Poker auch nicht wegen der Kohle spiele, sondern wegen der Herausforderung. Aber für viele Menschen ist Geld halt eine treibende Kraft in ihrem Leben und wenn sie Geld ohne geistige Anstrengung mit ein bisschen Knöpfchen klicken gewinnen können, dann ist das schon ein valides Argument, um zu spielen. Die Zukunft von Onlinepoker wird meiner Meinung (auch Tom Dwan und andere hochkarätige Spieler sind dieser Meinung) nach im NLH Bereich daher langfristig in die Deepstacked Antegames gehen und weg von diesen Shallow - 100BB Stack spielen, da eben bei diesen Stacksizes unterschiedliche Stacks künstliche Preflopedges generieren. Solange es aber Nachfrage nach diesen Stakes gibt, werden diese natürlich auch angeboten.