Ich bin der Ansicht, dass man dem Gegner gar nicht erst die Chance geben sollte mein Spiel zu exploiten.
Wenn man den maximalen EV aus einer Hand rausholen will, spielt man genau umgekehrt, d.h. man balanced seine Lines nicht, sondern versucht die Schwächen des Gegners zu exploiten und macht sich selber wiederum exploitbar, bis der Gegner merkt, dass er exploitet wird und sich ensprechend anpasst.
Es ist oft nicht einfach zu merken, dass man exploitet wird und auch nicht einfach sich korrekt anzupassen, deshalb ist es immer wichtig derjenige zu sein, welcher versucht zu exploiten, wenn es Anzeichen dafür gibt, dass der Gegner eine Schwäche hat.
Warum sollte man gegen einen Gegner der recht predictable aussieht von Anfang an ohne einen Grunde anfangen zu balancen?
Die Stats geben uns zwar eine Tendenzen, aber ich persönlich halte nicht mehr viel davon aufgrund von Stats Reads festzulegen wie z.b. das der Gegner "wohl eher passiv ist" oder "straight-forward" ist. Die Tendenz ist vielleicht da, aber wenn der Gegner grade seine 5 Minuten hat oder speziell in der Situation anders spielt, dann machst du hier ne Bet und foldest auf den C/R möglicherweise oder foldest auf die 2nd Barrel.
Stats sind die einzigen Informationen die man hier hat, klar wenn einer anfängt zu tilten oder einen nun das 5te mal C/R oder man mal nen (S)-Bluff sieht, dann ändert das die Sache.
-> z.b. nimmst du an, dass er seine Gutshots nicht C/Raist und auf einen C/R folden kannst. Woher nimmst du i) dieses Wissen, dass er wahrscheinlich in dieser Situation Draws nicht C/Raist? ii) die Information, dass sich dein Gegner nicht über seiner tighten und passiven Tendenz bewusst ist und in solchen Situationen blufft in der unsere Cbet Range weit und schwach ist und seine Range das Board stark trifft?
Ich schau mir sein AF an und sein C/R Wert, beides deutet auf eine starke C/R Range hin.
Ich mein klar er kann hier auch alle seine starken Hände slowplayen und nur Crap C/R aber das wäre schon sehr unwahrscheinlich, warum sollte man eine Annahme in die Richtung machen?
Wenn das hier eine 15%+ C/R Frequenz wäre dann ja, das ist eine Range die (S)-Bluffs enthalten muss, aber nicht die 7%, das kann eine reine Value Range sein.
Irgendeine Annahmen muss man ja treffen und hier von eine starken C/R Range auszugehen ist einfach die sinnvollste.
Es ist sehr wahrscheinlich richtig, dass ein NL25 Spieler hier sehr exploitbar am Flop C/Raist und man am Flop auf den C/R folden kann. (das dies spieltheoretisch auch ein Fehler sein kann am Flop B/F zu spielen mit einem Pair sollte man berücksichtigen - man sollte also in der Tat irgendwo den Read herhaben, dass der Gegner schlechtere Hände am Flop nicht C/Raist bzw. schlechtere Hände nicht mit einer ausreichend hohen Frequenz doublebarrelt - denn der Fehler den wir da machen können, könnte ungleich größer sein als der EV den ich durch einen Check am Flop aufgebe)
Ich seh hier nicht das große Fehlerpotential mit einer Hand die keiner Aggression standhalten kann.
So oder so wird der Fehler klein sein, weil man hier keinen großen Pot spielen wird.
Ich mein du kannst das auch von der anderen Seite betrachten, woher weißt du, dass Villain nicht in der Lage ist wenn er Schwäche sieht hier mit seinen Draws zwei mal zu barreln? Ich würd hier keine 2 Barrels callen wollen, das wäre ja ein Ratespiel.
Ich mein, dass ist zwar genau so unwahrscheinlich wie hier ein C/R Bluff imho, aber man weiß weder das eine noch das andere und rein von den Stats finde ich es besser hier erstmal der Aggressor zu sein und versuchen das was nach einem predictable passiven Spieler aussieht zu attackieren.
Wie schon oben erwähnt es im Grunde immer besser, wenn man versucht aktiv nach Exploits zu suchen, wenn man welche vermutet, wie anfangen großartig zu balancen.