Aufgrund von mehrfacher Nachfrage hab ich mich entschlossen mal eine Art Artikel über Autogenes Training zu schreiben. Interessant sollte das vor allem für Profispieler sein, aber da das AT nicht auf Poker abzielt ist der Anwendungsbereich dafür weitaus größer.
Angefangen habe ich mit dem AT vor ca. einem halben Jahr. Eigentlich stand ich Sachen wie Hypnose oder Mediation eher unaufgeschlossen gegenüber bzw. dachte nicht dass es mir irgend etwas bringen würde. Ich habe es auch nicht wegen Pokern gemacht sondern wegen besserer Konzentration in Klausurphasen, hab dann nur sozusagen entdeckt dass es auch für Poker sehr hilfreich sein kann.
Der Vorgang ist relativ schnell beschrieben: Man nimmt eine bestimmte, festgelegt Sitzposition ein, schließt die Augen und durchläuft ein bestimmtes Programm, welches das Gehirn in einen Ruhezustand verstetzt und für Vorsatzformel empfänglich macht. Es gibt hierbei mehrere Stufen und je öfter man diese durchläuft desto einfacher und schneller funktioniert es (daher auch Training). Die Vorsatzformeln sind simpel und positivistisch formuliert, da das Unterbewusstsein die Begriffe am einfachsten umsetzten kann wenn sie unkompliziert formuliert sind. Beispiele wären hier "Ich bin ruhig" statt "Ich bin nicht aufgeregt oder nervös", um mal was ganz einfaches zu nennen.
Diese Vorsatzformel werden im entstpannten Zustand innerlich wiederholt umd man konditioniert sich sozusagen selbst auf bestimmte Bewusstseinszustände ("Ruhe", "Konzentriert" etc.). Diese kann man nach längerem Training ziemlich effektiv abrufen.
Der Zustand nach dem Durchlaufen der Phasen gleicht dem kurz vor dem Einschlafen, es kann auch am Anfang passieren dass man dabei einschläft (was es wiederum für Personen mit Schlafstörungen interessant sein könnte, aber das führt jetzt zu weit).
Bei mir war es oft so dass mein Kopf sozusagen auf Hochtouren lief, nach 6 Stunden Uni noch grinden und danach kurz ein Essay schreiben - da durchlaufen einfach extrem viele Informationen das Gehirn und es stellt sich auch darauf ein, was dazu führt dass man kaum mal 5min ruhig sitzen kann wenn man gerade keinen Informationsfluss hat.
Das AT hilft hier sozusagen dabei, den Kopf "runter zu fahren" oder zu defragmentieren würde der Informatiker vll sagen, ich denke ihr wisst wie es gemeint ist. Man lernt, wichtiges von unwichtigem zu trennen (letzteres schießt einem weit öfter durch den Kopf als ersteres) und die Konzentration auf das Wesentliche zu lenken.
Nun zu Poker: Ich hatte nie wirklich Probleme mit Tilt, aber habe von anderen gehört dass das AT ihnen hierbei sehr geholfen hat. Für mich hatte es sicher auch ne Tiltreduktion zur Wirkung, aber hauptsächlich habe ich es dadruch gemerkt dass ich 5+ Stunden durchspielen kann ohne dass ich mich ablenke oder kein A-Game mehr spiele (was zugegen mein subjektiver Eindruck ist).
Auch für die Uni ist es hilfreich, gerade wenn man Sachen auswendig lernen muss zum Beispiel. Mein eigentliches Ziel war es, einen Ritalin-artigen Zustand ohne Chemie zu erreichen und auch wenn ich es nicht vergleichen kann stelle ich es mir zumindest so vor und bin soweit damit voll zufrieden.
Mehr fällt mir gerade dazu nicht ein, aber werde hier öfter reinschauen und kann gerne auf Fragen eingehen.