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[Geschlossen] [FL] Was mach ich aus meinen 25$ ? (BR aktuell ca 470$)

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Ausgangslage: Startkapital: 25$ Investment und meine Freizeit als Hobby-Onlinespieler
Hauptziel: Nachhaltiger Spass am Online Pokern

An den Leser und an mich selbst

Ziel dieses Blogs ist es für mich meine Gedanken und Erfahrungen nieder-zuschreiben, um:

  • Meine Frage zu beantworten "Was mach ich aus meinen 25$ sowie Freizeitinvestment ?"
  • Eine langfristige Strategie passend für mich zu entwickeln und zu pflegen, um lange Freude am Pokern zu haben und natürlich Erfolgreich zu sein (gemessen an den gesetzten Zielen)
  • In Abhängigkeit von meiner jeweils aktuellen Bankroll, verfügbaren Zeit und meinen Pokerfähigkeiten entsprechend kurzfristige Strategien zu entwickeln
  • Selbstkontrolle zu üben (also überprüfen ob „on Track”, Risikomanagement und um zu korrigieren, Cooldown bei Tiltgefahr)
  • Auf meine Erfahrungen zurückzugreifen
  • Spieler mit ähnlichen Ambitionen evtl. eine interessante Lektüre zu geben und diese zu diskutieren
  • Natürlich auch um Anregungen, Empfehlungen und Ratschläge von anderen entgegenzunehmen

Dieser erste Beitrag ist mein Cockpit
ich halte hier laufend meine Ziele, Ergebnisse und Zwischenstände fest und habe - wie in einem richtigen Cockpit von einem Flugzeug - alle wichtigen Kenngrössen und Informationen auf einen Blick, um meinen fliegenden Fisch :f_wink: auf seinem Weg zum Hobby Shark _evil: zu steuern.

„Zum Nachahmen aufgrund geringer Samplezise und Fischsicht nicht empfohlen“

Vision:
mit Pokern einmal im Jahr ein Urlaub verbunden mit einem grossen Live MTT finanzieren

Ziele:
- Langfristig:
-------[ ] 10'000$ BR
-------[ ] Aufstieg FL 1/2
- Mitttelfristig:
-------[ ] 1'000$ BR
-------[ ] Einstieg bei den Mikro SnGs (MTSnGs)
-------[ ] Aufstieg FL 0.25/0.50
-------[ ] 20k Hände FL 0.10/0.20 und min 2bb/100 erreichen
- Kurzfristig:
-------[ ] 500$ BR
-------[ ] HUD perfektionieren für CG (VPIP in Abhängigkeit von der Position, Anzahl Ereignisse berücksichtigen, Tilt und BOT Faktor entwicklen)
-------[ ] HUD für MTT optimieren (Freerolls nutzen)
-------[ ] Tableselection mit Tablescan Turbo einführen
-------[ ] Mehr Hände -> Mehr Statistische Werte mit Aussagekraft auch über Villains gewinnen
-------[ ] Regular Analyse und Strategieentwicklung zum raschen Adapten

Strategische und taktische Massnahmen
- Langfristig:
------->> Striktes BR Management
- Mittelfristig:
------->> Level Aufstieg und Multitable anstreben um schneller Punkte zu generieren
------->> Mit Gewinnrate aus den Freerolls den Rake in den Cashgames kompensieren wenn Break Even
------->> Pokerraum mit grösster Edge für mich auf dem jeweiligen Limit suchen
- Kurzfristig:
------->> Konzentriertes Spielen auf den Cashgames, Qualität vor Quantität
------->> Freerolls nutzen um die Bankroll abzusichern und weiter auszubauen
------->> Vorselektion und Vorbereitung für den Einstig bei den MTT's

Ergebnisse ( Stand 30.04.2012 08:22 )

[*]Total Br $ 468.72

Erfolge:
[x] Gold Status mit Hilfe von Zoom 30.4.2012
[ :] ] Silberstatus nachhaltig absichern (stellt kein Problem mehr dar
[ :f_pleased: ] 49$ Startguthaben freigespielt Stand 6.12. 42/100 Punkte am 25.2.2012
[ :f_thumbsup: ] 50$ Startguthaben wieder hergestellt (Alltime Tief 6.11. -35$, Rest 15$ von 50$) am 24.01.2012 erreicht
[ :f_biggrin: ] Bilanzausgleich FL 0.10/0.20 ( -4.45$ Ausgangspunkt am 31.12.2011) am 11.01.2012 erreicht
[ :f_cool: ] Break Even FL0.05/0.10 am 19.01.2012 erreicht
[ :f_pleased: ] Bilanzausgleich FL 0.02/0.04 (-3.35$) und FL 0.05/0.10 ( 12.81$) Total ( -16.16$) am 7.01.2012 erreicht
[ :f_love: ] Bankroll 200$ am 6.01.2012 erreicht
[ :f_pleased: ] Break Even FL0.02/0.05 am 18.12.2011 erreicht
Misserfolge:
[ :f_frown: ] 25$ Einzahlerbonus freigespielt 4*38 Punkte für je 6.25$ (bis 25.2.2012)
[ :f_rolleyes: ] 10'000 Hände FL 0.10/0.20 bis Ende Februar 2012

Links zu wichtigen Beiträgen in meinem Blog:
Kriminalistische Rasterfahndung bei den Händen im Session Review
Diskutierte Hände von mir im Handbewertungsforum
FL FR Video Sammlung (The best of)
wo stehe ich auf den unterschiedlichen Limits im Vergleich mit anderen Spielern?
Meine Pokerumgebung: Tools, Geldtransfer, SW, Pokerräume usw
Entwickeln der Vision für meine Pokerkarriere
Turnierplanung und BR Management
Wie ich meine Ergebnisse im ersten Post und täglich für den Blog automatisiere
November Analyse
Beschäftigen mit dem Thema Bot
Ein Ratschlag über Tilt an einen anderen Blogger
Blog Abkürzungsverzeichnis
Den richtige Zeitpunkt für den Einstieg bei den MTSnGs finden?
wie gewonnen so zerronnen, Konsultation Equilab und Impuls für 2012


286 Antworten
_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Persönliche Ausgangslage:
Um nun die geeigneten Strategien für mich zu entwickeln stell ich mir als erstes die Frage zu meinem Hauptziel, was kann mich also langfristig motivieren online Poker zu spielen. Als Hintergrundinformation, Computerspiele haben mich in meiner Freizeit seit fast 30 Jahren schon begleitet und davon ca. in den letzten 5 Jahren auch Online Spiele. Es gibt Spiele darunter, die ich über Jahre gespielt habe, die auch heute noch eine Faszination auf mich ausüben. Diesen Spielen war in den Grundzügen eins gemeinsam, es waren immer Spiele, die ein Stückweit ein Aufbaucharakter hatten und mich vom Thema her interessierten.

Poker als Spiel für mich?
Das Thema Poker hatte bislang absolut keine Faszination auf mich ausgeübt. Per Zufall bin ich über ein Flashgame gestossen, in dem man mit Pokern Städte erspielen musste. Ich dachte mir als kurzes Intermezzo, als Zeitvertreib, um mich von einem anderen Online Spiel zu lösen, kannst du das mal ausprobieren. Jedoch nach dem ersten Level sollte man die Vollversion kaufen, um die nächsten Level spielen zu können. Obwohl da der Aufbaucharakter enthalten war und das ganze recht witzig aufgebaut war, dachte ich mir „Nein“, dafür gibst Du kein Geld aus sondern suchst mal weiter nach anderen Pokerspielen

Der erste Versuch mit dem Spiel ums Echtgeld
So bin ich auf dann auf ein Start-Angebot bei 888 gestossen. Die Option anstelle für Spiele Geld auszugeben Geld bekommen zu können war für mich der Versuch wert, obwohl ich mit Pokern immer noch nicht viel am Hut hatte. Wie kann es anders sein, ich habe die 8$ Startkapital in den Poker Cashgames nach ca. einen Monat verspielt und das Experiment „Poker“ und „Geld fürs Spielen“ zu bekommen war im Prinzip als gescheitert deklariert. Ja, ein stückweit gefrustet war ich auch.

Gescheitert und nun?
Da ich noch nicht durch ein anderes Game „abgelenkt“ wurde und ich mich fragte, gibt es denn überhaupt Spieler, die Poker erfolgreich spielen und nicht wie in meiner Klischeevorstellung Haus und Hof verzocken? Und wenn ja, was habe ich falsch gemacht mit den 8$ und lohnt es sich evtl. doch noch mal es zu versuchen? Das Verzocken der 8$ war ja nicht mit zusätzlichem Zeitaufwand, den ich nicht wahrscheinlich auch so in irgendein anderes Spiel gesteckt hätte verbunden. Auch habe ich gemerkt, dass das Spiel Situationsbedingt gefühlsmässig berührte. Ich ärgerte mich, ich war gespannt auf das Ergebnis meiner Hand und freute mich wenn es dann mal bergauf zu gehen schien. Interessant war, dass der Gewinn eines einzelnen Blattes dabei schneller abgehakt war also nicht mit grosser Euphorie verbunden war aber der Verlust mich wesentlich mehr gewurmt hat. Ich habe mich also unterm Strich mehr geärgert als gefreut. Und trotzdem gebe ich Pokern für mich eine zweite Chance?

Etwas mehr mit dem Thema als "Will-nicht-nur-Zocker-Geld-und-Zeit-Verschwender-sein" beschäftigen
Nur weil es mich wurmte, fing ich an zu recherchieren, wo bekomm ich Information her ob und wie man Pokern erfolgreich spielen kann und bin über PokerStrategy.com gestolpert. Und da wurde mir ein weiteres Angebot offeriert, bestehe den Quiz und starte mit 50$. Dies führte dazu, dass ich mich mit der Theorie dahinter beschäftigte. Insbesondere das Thema Bankroll Management sprach mich an, denn dahinter verbirgt sich (in meinen Augen) nichts anderes als ein Bauteil einer grundsätzlichen Aufbaustrategie (erprobt durch erfahrene Spieler), die Risiken einschliesst um nicht Bankrott zu gehen. Das Thema Pokern begann mich nun doch zu interessieren, die „News“ begann ich zu lesen und erkannte, dass dieses Spiel viel mehr an Potential für mich haben kann, als ich anfänglich von den Klischeevorstellungen beeinflusst erwartet hatte. Am 28.9. bestand ich den Quiz für das 50$ Startkapital.

Grundlegender Aufbau eines soldieren Neustarts
Nun musste ich auswählen in welchem Pokerraum ich starten möchte. 888 war da zunächst für mich ausgeschlossen. Meine Wahl viel auf PartyPoker aufgrund der Beschreibung hier im Forum und der Aussicht eine Auswahl an vielen Cash-Tischen im Mikrobereich zu haben, um meine nächsten etwas seriöseren Pokerversuche zu starten. Zu den im Blogtitel erwähnten 25$ Invest komm ich später (und warum gerade 25$), die 50$ zähle ich nicht zum Startkapital dazu, da noch nicht freigespielt.

Ausblick:
Im nächsten Teil werde ich dann auf meine ersten etwas seriöseren Gehversuche eingehen, da die dort gemachten Erfahrungen Grundlage für meine Startstrategie bilden und ich werde dann auf meine Visionsentwicklung für das Pokerspiel eingehen, die wiederum Grundlage für die längerfristige Strategie ist. In einem weiteren Teil gehe ich auf meine Entscheidungen in Bezug auf Währung, Geldtransfer und Pokerräume ein, also allgemein, wie schaffe ich mir eine geeignete Grundstruktur für mein Spiel, das Bankrollmanagement und wo investiere ich am Anfang am besten meine Zeit.


tattoojunk
Beigetreten: 24.03.2010
PokerStrategist
ViennaFish72
Beigetreten: 30.09.2011
PokerStrategist
_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Vorweg, Danke fürs Abo und Mitlesen an den beiden Vorpostern, Feedback ist jederzeit willkommen.

Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung
Wie bereits erwähnt, bilden meine ersten Gehversuche und Erfahrungen mit eine Grundlage für zumindest meine kurzfristige Strategie. Schlecht begonnen hatte ich ja auch schon mit Cashgames auf 888 und da hat mich der Ehrgeiz gepackt, nachdem ich die grundlegenden Bronzeartikel gelesen hatte, es nun besser zu machen. Ich hatte mich entschieden den Neuanfang mit FL Cashgames zu spielen, da ich das Risiko für die Bankroll klein beurteilt habe, um meine Lernkurve zu bezahlen. Um nicht zu weit auszuholen fasse ich meine Erfahrungen aus der ersten Phase (letzen 2 Monate) im Galoppdurchgang grob zusammen (ist trotzdem recht umfangreich geworden). Allerdings um so mehr ich beim Schreiben darüber nachgedacht habe sind die Erfahrungen viel weniger wie angekündigt weder seriös im Vorsatz wie auch in der Umsetzung gewesen (*räusper).  

Eine Geschichte von tausenden, wie sich ein Anfänger erneut eine blutige Nase holt:

  • Anfänglich positive Tendenz mit dem frisch aufgenommenen Stoff aus der Strategieabteilung
  • Aber dann häufig mich über meine schönen Hände gefreut und nicht verstanden warum ich z.B. oft im River überholt wurde...
  • Tilt, Stoff aus der Strategieabteilung über den Haufen geworfen und nicht weitergedacht
  • Frust, zu merken mit den Spielern auf den untersten Micros nicht mithalten zu können, welche zum Teil mit den für mich - zu diesem Zeitpunkt - merkwürdigsten Starthänden alles callen und mich damit platt machen.
  • Spielen auf höherem Level, um Verluste auszugleichen und um dem Spiel der Spielern auf den Micros zu entkommen - > ging gut bis hin zu einem Waghalsigen Ausflug auf FL 0.25/0.50, der heute mit gespielten 91 Händen und 4.08$ Gewinn mein beste Level ist, aber auch der Erkenntnis das so mein Bankroll ganz schnell weg sein kann -> und deshalb blieb es vorerst bei den wenigen Händen.
  • Wieder zusammengerissen, aber wieder geloost auf den unteren Micros und festegestellt, dass oft andere Spieler einfach ihre Draws treffen, die ich nicht erkannt habe oder gar ignorierte und oft einfach so überbettet habe mit schön blendenden Paaren wie AA. Die Range auf den unteren Micros ist höher als ich erwartete - oder besser als ich in der Lage war diese zu erkennen, zu erfassen und in meinem Spiel zu adaptieren.
  • Wieder Tilt und nun endlich mir bewusst gemacht, was Tilt bei mir auslösen kann. Das hat mich sensibilisiert, wie ich es bei mir feststellen kann, um die Notbremse zu ziehen.
  • Ich wollte ja solider werden, habe dann was über Odds und Outs gelesen, Prinzip begriffen, aber für die online Berechung bin ich überfordert gewesen. Habe mir dafür ein Tool zugelegt (Holdem Indicator, dazu aber später mehr)
  • Ich habe mich dann mehr am Tool orientiert als an allen anderen Ratschlägen und Vorgaben. Folge -> noch schlechter gespielt. Ich habe wohl irgendwie mehr für die Statistik vom Tool gespielt, als mit Sinn und Verstand (wollte nicht als Fish gekennzeichnet sein, sondern als Geldsack, ohne wirklich zu wissen wie ich dahin auf den richtigen Weg komme)
  • Hab es mir nicht eingestehen wollen, dass ich es bin der so schlecht spielt und auch das Tool falsch für das eigene Spiel eingesetzt - dachte dann schon: die Pokerräume scannen meine SW und geben mir wegen dem Tool extra schlecht Karten als Handicap…
  • Alles als rigged empfunden…, jede 2. Spielernotiz enthielt das Wort rigged…
  • Angefangen Freerolls zu spielen, da man dort nichts mehr verlieren kann, ausser evtl. seine Nerven (mit meiner Spielweise zumindest) - > Nerven oft verloren
  • Tool abgestellt um Stück um Stück wieder zu einem eigenen Spiel zurückzufinden
  • Erste keine Erfolge bei den Freerolls gehabt aber auch oft Rückschläge, vor allem wegen meines schlechten Spiels vor der Bubble
  • Bubble wurde zum Schreckgespenst, habe angefangen auf Zeit zu spielen wenn es danach aussah, dass die Chips für die Auszahlung reichen würden… richtig hässliches Zeitspiel zum Teil gemacht…
  • Kleine Erfolge trotzdem gehabt, über jeden Cent im Plus gefreut, wieder Mut gefasst
  • Angefangen Zusammenhänge besser zu verstehen, Spiele begonnen im Detail zu analysieren, verstanden dass ich das gelesene aus der Strategieabteilung zwar lese aber oft nicht umsetze, nicht für mein Spiel hinterfrage und habe dabei aber vor allem begonnen mich selber besser zu verstehen, warum ich so wohl schlecht spiele…
  • Mich gefragt, was mach ich eigentlich hier so Plan- und Ziellos?

Folgende kurzfristige für mich ambitionierte Ziele habe ich mir nun gesetzt:

  1. Negative Bilanz auf FL 0.02/0.04 (aktuell -2.71$) und
  2. FL 0.05/0.10 (aktuell -5.51$) ausgleichen
  3. Sicheres Spiel auf beiden Niveaus (kompletter Bilanzausgleich von -13.80$ bis Ende Dezember ca +0.35$ im Durchschnitt pro Tag).
  4. Bankroll abgesichert und mit steigender Tendenz (verfügbares Cash 200$ bis Ende Dezember)
  5. Sicheres Spiel bei den MTT Freerolls (theoretisch im Plus sein für den Fall dass ich für die Freerolls ein Buy In machen müsste) als Vorbereitung für den Schritt zu bezahlten Micro MTT’s ab Januar 2012 (je nach Zustand der Bankroll und Angebot an passenden MTT's)

Strategisch / taktischen Aspekte und Massnahmen neben dem obligatorischen Weiterbilden, Handdiskussionen, Üben usw. um diese Ziele zu erreichen:

  1. Konzentriertes Spielen auf den Cashgames, zunächst strikt kein Multitabel, bis diese deutlich profitabel gespielt werden können (wichtig ist nicht der absolute Betrag, Qualität geht vor Anzahl von Händen und lieber ein kleines positives Tagesergebnis und -Erlebnis als ein negatives abrutschen nachdem man schon im Plus war)
  2. Session- und Tages- Abbruchbedingungen für die Cashgames, sowohl nach oben als auch nach unten setzen und einhalten.
  3. Freerolls nutzen zum Lernen, um so z.B. meine Range der Startinghands(Situationsabhängig) auf- ausbauen und weiter entwickeln
  4. Income aus den Freerolls und weiteren Aktionen von PokerStrategy.com und den Pokerräumen bestmöglich nutzen, um die Bankroll abzusichern und weiter auszubauen
  5. Zeit geben für den Einstig in kostenpflichtigen MTT’s mit guter Vorselektion und Vorbereitung

Strikte Selbstkontrolle
Das Schwerste dabei für mich ist das bestmöglich richtige Einschätzen des eigenen Skill-Standes. Ziele, die messbar sind, sind einfach zu bewerten, konkrete Massnahmen kann man auf Umsetzung prüfen, aber bei dem Einschätzen der eigenen Skills und Fähigkeiten kann man sehr weit von der Realität trotzdem entfernt sein…
 
Zusammenfassung

  • Freerolls sind genial, ich kann monetär nicht verlieren, dabei lernen, diese als Sandbox nutzen und auch als Anfänger - als loosing Player dabei gewinnen
  • Cashgames nicht Zocken, sondern jeden Spielzug bewusst und überlegt machen
  • Bei passabler positiver Bilanz ruhig aufhören, auch wenn die Anzahl der Hände gering war.

Erste Resultate
... ca. 65$ seit Mitte November mit den Freerolls zusammengespielt.
… seit 6.11.täglich im Plus in den Cashgames (mit einer Ausnahme)
… Gefühl auf einen besseren Weg zu sein mit Potential  

Zusätzlicher Ausblick:
Ich werde später mehr Details mit Spielplänen zu den regelmässigen Freerolls von mir zusammenfassen, inklusive Cash-In Überlegungen, um bestimmte Freerolls frei zu bekommen


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

zu meiner vorher beschriebenen Historie noch der hässliche Graph dazu (Stand 23.11.2011):

Auffällig sind wirklich die wenigen Hände in den letzten 3 Wochen, verglichen mit den zuvor gespielten. Da ich aber viel mehr Zeit in den MTT Freerolls investiert habe relativiert sich das insgesamt mit den Händen. Aber wenn sich das so für die Cashgames vortsetzen lässt, dann würde das bedeuten:

  1. viel weniger Zeitaufwand bei höherem Income
  2. Mehr Zeit für die Strategieecke und für die Vorbereitung für den Einstig bei den MTTs
  3. viel weniger Stress, da weniger Tische
  4. viel intensivere kurze knackige Sessions, kein monotones Runterspielen ohne viel nachzudenken
  5. grösserer Lerneffekt, Zeit für sofortige Analyse der Hände im Replay
  6. intensiveres Spielen / erleben der Sessions / mehr Spass am Spielerischen
  7. viele kleine Erfolgserlebnisse
  8. weniger Frustpotential und damit auch Tiltgefahr

die Liste kann ich bestimmt noch weiterführen aber mal schauen wie es weitergeht und ob der Plan aufgeht...


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Wie angekündigt nun etwas zu der Definition meiner Vision

Erklärung der Bedeutung der Vision für meine Strategieentwicklung
Eine Vision ist etwas zwischen Realität also Erreichbarem und Wahn, also kaum vorstellbar dass es erreicht werden kann. Somit ist in einer Vision so ziemlich alles erlaubt was einen Ausblick in die Zukunft gibt. Die Vision hat im Zusammenhang mit meiner Strategieentwicklung den Zweck übergeordnete Ziele zu formulieren, die es mir erleichtern die realistisch erreichbaren Zwischenschritte besser zu formulieren und zu erreichen. Es gilt für mich einen roten Faden zu spannen an dem ich mich lange, lange (also lang genug für die anvisierte Langzeitmotivation) bewegen und orientieren kann. Im Prinzip ist es als wenn ich auf kurzer Strecke eine Parallele zum Wunschverlauf zeichnen möchte, die mit möglichst geringer Abweichungen zum optimalen Weg parallel verlaufen soll. Dazu behelfe ich mir indem ich zwei möglichst weit auseinander liegende Punkte nehme (aktueller Ist-Zustand und Vision) und bilde zu diesem Verlauf eine Parallele damit auf kurzer Entfernung die Parallele möglichst Perfekt ist (sprich der optimalste Weg). Dies erleichtert mir dann auch die Messlatte einfach höher setzen zu können oder die nächsten Etappenziele zu formulieren, wenn ich meine Ziele auf den Weg dahin erreiche. Abweichungen können leicht erkannt werden und Kurskorrekturen vorgenommen werden falls man abdriftet. Auch längerfristige Strategien können treffsicherer Formuliert werden und Korrekturen bei Kursabweichungen wirken sich nicht zu stark darauf aus.

Meine Vision
Für die Vision brauch ich etwas was ähnliches für mich wie die Mohrrübe für den Esel an der Angel vor seiner Nase. Also ich kann mir nicht vorstellen meinen Lebensunterhalt vom Pokerspielen abhängig zu machen. Pro zu werden schliess ich damit aus, es wirkt nicht langzeitmotivierend auf mich. Was ich mir aber Vorstellen kann - und glaube leider nicht erreichen zu können - ist z.B. mit Pokern einmal im Jahr ein Urlaub verbunden mit einem grossen Live MTT finanzieren zu können. Ich lass es mal so stehen ohne ein Budget dafür zu nennen, aber als Vision scheint es für mich wirklich geeignet zu sein, sehe ich mich doch schon in meinen kühnsten Träumen in Las Vegas an einem Pokertisch sitzen…

Einordnung der Hilfestellungen aus der Strategieecke vom Forum
Um so mehr ich nun über meine Strategieentwicklung nachdenke, um so mehr komm ich zu der Erkenntnis, dass die meisten hier im Forum als deklarierten Strategieartikel sich zumeist auf Methoden, Werkzeuge und Taktiken für meine eigene Strategie reduzieren lassen, was auch gut ist, damit ich mich da nicht ein Wirrwar begebe. Oft sind es auch Texte, die sich unmittelbar mit dem Spiel selber bzw. mit expliziten Spielsituationen auseinandersetzt. Dass heisst natürlich nicht, dass ich diese Methoden, Tools und Taktiken nicht in meiner Strategie berücksichtigen werde - zu viel nützliche Erfahrung von erfolgreichen Spielern stecken darin und man muss das Rad ja nicht 2 mal erfinden - jedoch muss ich sie jeweils für meine eigene Strategie kritisch betrachten und sorgsam optimal adaptieren.

Ergebnisse

  • Vision definiert
  • Kurzfristige Ziele und Strategie definiert
  • Heute 33 Cent plus auf den Mikros gemacht (effizient mit 27 BB / 100)

Ausblick
Wie angekündigt, gehe ich dann in meinem nächsten Teil auf meine Entscheidungen in Bezug auf Währung, Geldtransfer, Pokerräume und Tools ein


tattoojunk
Beigetreten: 24.03.2010
PokerStrategist

les gerne bei dir. aber eines macht mich stutzig. der punkt kurzfristige ziele !

es is ja okay das du pro werden aufgrund fehlender lzmotivation ausschließt, aber, ganz ehrlich, wenn du nur kurzfristige Ziele verfolgst, ohne auch nur ansatzweise ein langfristiges Schema im Hintergrund zu haben, wirst du vielleicht mal n dickes mtt cashen, aber deine roll durch auscashen wieder runterschrauben.

wie wärs mit: langfristig gewinn machen, um davon teile zum aufwerten zu benutzen. wie so oft ist, der ton macht die musik. und auch hier hilft dir langfristiges denken sicher für den urlaub weiter - ist eben nur mit viel mehr disziplin verbunden ;)


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Vielen Dank für das Feedback

Du hast da ja - wie ich in Deinem Blog gelesen habe - auch schon wesentlich mehr Erfahrung im Umgang mit dem Erfolg also der Option zum Auscashen und ich werde das mit berücksichtigen. Und ja, in Deiner Situation mit Deiner Erfahrung würde ich mich auch kurzfristig mit dem Thema beschäftigen müssen und damit ist es sicher ein wichtiger kurzfristiger Aspekt in Deiner eigenen Strategie.

Das mit dem Auscashen erscheint mir jedoch noch so weit weg, vor allem da ich ja gerade versuche ersteinmal als Greenhorn meinen Weg zu finden, also raus aus einer (hoffentlich) Talsole. Und sicher muss ich eine Antwort darauf finden wie ich mit dem Auscashen umgehen will, wenn ich mich dann auf erfolgreichen Weg befinde, der mir dies erlaubt. Also ich habe ja noch Platzhalter, für die langfristige Planung und auch für die mittelfristige.

Die derzeitige kurzfristige Strategie hat zum jetzigen Zeitpunkt ersteinmal einzigst den Zweck, mir den Weg aus der Talsole zu weisen, angepasst an meiner Situation und meinen Fähigkeiten.

Aber wie du schon selber schreibst "...langfristig gewinn machen, um davon teile zum aufwerten zu benutzen..." passt es wohl am besten in den langfristigen Teil meiner Strategie und werde es berücksichten.

Danke nochmals


tattoojunk
Beigetreten: 24.03.2010
PokerStrategist

kein thema, feedback soll ja bekanntlich immer gut sein.
auscashen - leidiges thema - würde ich nie tun, leider zwingt einen das leben abseits der tische, bzw die geldbörse ab und an dazu. ich wünsche dir aufjedenfall vorl erfolg - auch beim bloggen. schaue immer mal wieder rein ;)


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

ui, du bringst mich grad noch auf einen weiteren Punkt, den ich mit berücksichtigen muss. Du Schreibst:

...auscashen - leidiges thema - würde ich nie tun,...

Ascashen hat evtl auch nicht vernachlässigbare positive Seiten, neben dem angenehmen positiven Aspekt vom verfügbaren Geld, auch wenn man nicht dazu gezwungen ist, wie du es warst. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich wirklich auf allen Leveln spielen kann. Ich werde irgendwo immer einen passenden Wohlfühllevel versuchen zu spielen und nur wenn ein höhres Niveau erreichbar scheint dieses auch anstreben. heisst, wenn ich irgendwann merke, dass ich so ziemlich mein eigenes maximales Niveau erreicht habe und tatsächlich nur noch ein professionelles Auseinandersetzen mit meiner Weiterentwicklung das Niveau steigern könnte, die BR dann zu gross werden könnte. Es macht ja mehr Spass zu gewinnen und wenn meine BR dann soweit gewachsen ist, dass ich auf einen Level aufsteigen müsste, den ich nicht mehr anstreben möchte, dann ist es wohl an der Zeit auzucashen, auch um mich nicht unnötig in Versuchung zu führen.

Ich werde diesen Gedankengang auch in der langfristigen Strategie verankern, danke für die Inspiration


tattoojunk
Beigetreten: 24.03.2010
PokerStrategist

Natürlich muss man selbst sein Limit finden auf dem man sich wohl fühlt und auch rentabel spielt. Das auspendeln der Vorlieben für eine Variante ansich ist ja auch ein stetiger Prozess der abseit der Cashphasen stattfinden kann. Allein die Schwankungen und das hin-und herpendeln (bei mir) von Cash über SnG auf MTT, was sich über Monate hingezogen hat und immernoch dann und wann Ausflüge hervorruft sind ja ein leiser, schleichender Prozess der nicht nur vom Fun-Faktor abhängt.

Unterbewusst wird bei einem größeren Cash im Verhältnis zu anderen Cashes bei anderen Varianten direkt Zufriedenheit ausgelöst und das Gefühl sich dort einnisten zu wollen kommt hoch. Jedoch, und das kann ich jetzt für mich sagen, macht MTT für mich den größten Reiz, die schönste Herrausforderung und auch den größten Lerneffekt aus. Ich liebe einfach Turniere. Jedoch möchte ich auch nicht auf gelegentliche Cashphasen verzichten und bin froh wenn mein aktueller Cash Bankroll rebuild abgeschlossen ist.

Diesen Prozess macht sicher jeder Pokerspieler durch der ansatzweise ernsthaftes Spiel und Mühe an Zeit und Wissen sowie Lernbereitschaft investiert. Die Fähigkeit und Bereitschaft sich selbst kritisch zu betrachten und anderen Leuten die Möglichkeit geben diese zu äußern bzw sich selbst soweit zu sensibilisieren das die Kritik anderer nicht abprallt, sondern aufgenommen, gefiltert und konstruktiv zerlegt wird gehört für mich zu den schwierigen Dingen in dieser Community. Aber ich hoffe man kann sich gegenseitig helfen, schaut bei dem anderen mal rein und gibt seinen Senf dazu. Im Arbeitsleben gibt es den schönen Ausdruck "Betriebsblindheit" --- genau das, möchte ich in Hinsicht auf mein Game nicht einschleichen lassen.

Sicherlich einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg nach oben, was für jeden wieder ein anderer Indikator ist.

Jedoch, finde ich, ist Stillstand immer auch ein negativer Prozess, und auch auf einem Level stehen bleiben ist ein Stillstand - wenn man allerdings die feinen Nuancen weiter ausarbeitet und so zu dem, für sich selbst, perfektem A-Game auf einem optimal-individuellen Wohlfühllevel findet, dann hat man schon sehr viel gewonnen.

Ich freu mich auf stetigen Austausch


Finsbury47
Beigetreten: 05.07.2011
Poker Player
_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

@ Finsbury47, Danke fürs abo

Der Betrag davor von tattoojunk ist sehr wertvoll für mich, danke, freu mich auf mehr.

Nun muss ich mich selber schelten. Ich habe gestern gegen meine Vorsätze gleich mehrfach verstossen. Und so hat es sich zugetragen: Die Freerolls liefen allesamt katastrophal, alle aber auch alle Shoves von mir endeten im Desaster und alle Freerolls endeten somit sehr früh mit meinen All-Ins. Oftmals gerade zum Beginn und dann gegen Gegnern die zuvor mit ihren Shoves innerhalb von wenigen Händen ihre Stacks vervielfältigt hatten, ja geradezu unnatürlich explodiert sind. Eine Hand ist mir noch besonders exemplarisch im Gedächtnis geblieben, ich verlor mit AJs gegen Q8o. Das war irgend wie typisch, ich habe das gespielt da ich in dem Moment gedacht hatte, es kann ja nicht sein, dass der schon wieder ein besseres Blatt hat... Ich lag in meiner Vermutung von den Startinghands meist sogar richtig habe aber die Wetten dann ohne den Flop, Turn und River gemacht... Bei den Freerolls ist das ja kein Problem und da es jeweils in früher Phase passierte hab ich dem nicht viel nachgetrauert aber wenn ich mal bezahlte MTTs spielen will, dann muss ich das Abstellen zumal es nicht das erste mal ist, dass meine Freerolls auf diese Art ein jähes Ende finden(für diese Phase und den Stackverhältnissen).

Ich habe mir dann noch ein guten Wein gegönnt und dachte mir, dann spielst du halt noch ein bischen Cashgames, hatte ja nun Zeit dafür. Hab mich dann auch noch an 2 Tische gesetzt (je ein FL 0.02/0.04 und 0.05/0.10), was ich eigentlich ja nicht machen wollte und schon gar nicht mit einem Weinglas daneben. Dann ist meine Frau gekommen und hat mir über die Schulter geschaut. Sie spielt auch ein wenig Poker am Computer, aber nicht um Geld und investiert auch nicht soviel Zeit. Sie sagt, "soviel Geduld wie du hast, kann ich dafür nicht aufbringen und lass es lieber" was auch gut so ist denke ich. Wenn Sie aber kommt und kurz zuschaut, dann erkläre ich ihr gerne, was ich mir gerade bei dem Spiel so denke und warum ich welchen Move mache. Irgendwie hilft mir das ungemein und wenn ich nun von Annakurnikova rede, so schaut Sie mich mittlerweile auch nicht mehr gleich eifersüchtig an. Oft geht es dann aber auch in die Hose, weil ich dann Hände so spiele, wie ich gar nicht so spielen würde oder möchte. ich sag Ihr dann auch noch, das ist jetzt blödsinnig, unverhältnismässig riskant was ich da mache und dann kommt so was bei raus:

Spoiler

0.05/0.1 Fixed-Limit Hold'em (8 handed)
Hand recorder used for this poker hand: PokerStrategy.com Elephant 0.105 by www.pokerstrategy.com.

Preflop: Hero is MP3 with A♦, 9♦
UTG2 calls, 2 folds, Hero raises, CO 3-bets, 4 folds, Hero calls.

Flop: (8.40 SB) J♠, T♠, T♦ (2 players)
Hero bets, CO calls.

Turn: (5.20 BB) K♥ (2 players)
Hero bets, CO calls.

River: (7.20 BB) 7♥ (2 players)
Hero checks, CO bets, Hero calls.

Final Pot: 9.20 BB

Results follow (highlight to see):
Hero shows (Ad 9d)
CO shows a full-house, jacks full of tens (Jh Jc)

CO wins with a full-house, jacks full of tens (Jh Jc)

ich bin nach dem Flop die ganze Zeit davon ausgegangen, das CO forne liegt, aber dass er so weit forne lag... seine 3-Bet Pre-Flop waren alleine schon Alarmzeichen genug, da er schon zuvor nur wirklich gute Hände aggressiv gespielt hatte. Mit meinen Outs einer High Card und dem Draw entschied ich mich das weiter zum Turn und River durchzuziehen solang keine Counterbet kommt. Am meisten ärger ich mich über den Call von mir am River. Irgendwie kommt es mir vor als hätte ich das Messer mir dabei selber in den Bauch gerammt (freu mich auch auf Kommentare zu dieser Hand)

-9.20 BB

dass ich dann den Abend dann trotzdem versöhnlich mit + 47.90 BB (persönlicher positiver Tagesrekord) und 54.43 BB / 100 mit nur 88 gespielten Händen beendete, verdanke ich natürlich anderer Spiele... Statt einem typischen Graph hier mal die Statistik meiner letzten FL Tage, mit einer fetten Aussage darunter "Schön aber mit der Samplezise wohl nicht repräsentativ"

Meinem kurzfristigen Ziel bin ich trotz dem Wechselbad der Gefühle ein ganzes Stück näher gerutscht wie man sieht...


tattoojunk
Beigetreten: 24.03.2010
PokerStrategist

Du schreibst:

Original von Ignitron
alle Shoves von mir endeten im Desaster und alle Freerolls endeten somit sehr früh mit meinen All-Ins. Oftmals gerade zum Beginn und dann gegen Gegnern die zuvor mit ihren Shoves innerhalb von wenigen Händen ihre Stacks vervielfältigt hatten, ja geradezu unnatürlich explodiert sind.

Man könnte jetzt 2 Gedankengänge durchdenken;
der erste wäre - warst du auf Tilt ?
Tilt ist heimtückisch, er schleicht sich nicht nur ein wenn man einen Badbeat kassiert hat oder Pre mit der besseren Hand doch noch verliert - er schleicht sich auch ein wenn man den Fokus auf das wesentliche verliert. Das wesentliche sollte für den Spieler immer sein seine Hand in der gegebenen Situation bestmöglich zu spielen und somit größtmöglichen Zuwachs an $ oder Chips zu machen.

Wenn sich dein Spiel drastisch verändert, auch wenn du es selbst nicht bemerkst, dann kann das eventuell am Tilt liegen. Dein Fokus könnte sich verschoben haben und ins Zentrum ist der Chipstack des Gegners gerückt ( wie er an diesen gekommen ist sollte aber berücksichtigt werden) und hat den Fokus auf dein Spiel in den Hintergrund verdrängt. Denn nahezu explodierende Stacks weisen auch oft genug, vorallem in Freerolls, auf das typische Donkament hin)...

was besonders in folgendem Zusammenhang direkt zum 2ten Gedankengang führt;

Original von Ignitron

Bei den Freerolls ist das ja kein Problem und da es jeweils in früher Phase passierte hab ich dem nicht viel nachgetrauert aber wenn ich mal bezahlte MTTs spielen will, dann muss ich das abstellen...

ist deine Sichtweise / Perspektive korrekt ?

Freerolls bieten dir die Möglichkeit deine BR ohne EInsatz/ Verlust auszubauen. Diese Möglichkeit, das ist und sollte bewusst gemacht werden, haben alle Teilnehmer im Feld. Freerolls sind oft genug reine Donkaments - "Freerollregs" wirst du kaum finden und wenn, dann tragen sie diesen "Titel" aus gutem Grund. Du musst dir klar machen das in FR´s sehr viel Müll gemacht wird, in allerlei Hinsicht. Aber du kannst dem etwas entgegensetzen - a) Versuche doch mal auch ein FR konsequent durchzuspielen ohne dich auf die leichte Versuchung einzulassen zu sagen: "ah, ist ja nur n FR - spiel ich eben auch wie alle anderen ich verlier ja nichts". Wenn du so viel Disziplin aufbringst, bzw dir diese aneignest selbst die unwichtig erscheinenden FR fokussiert zu spielen dann hast du ein Mindset-up gewonnnen. Und einen nicht zu verachtenden Vorteil auf die Donkamentteilnehmer. Natürlich ist der Gewinn im Vergleich zu einem schnellen kurzfristigen FR Cash SCHEINBAR kleiner - jedoch reine Illusion: Was ist ein Gewinn von - und wenn es 2/3stellig wäre ( kurzfristig) im Vergleich zu einem Mindsetgewinn / Einsicht der dir - und jetzt kommt der Bezug zu deinem Post oben:

Original von Ignitron
wenn ich mal bezahlte MTTs spielen will..

dort, in Buy-in MTTs- langfristig immer abrufbar im Mindset verankert erhalten bleibt.

Diese Dinge musste ich so lange ausnavigieren, und muss es immernoch. andauernd. Ich denke ich bin Mindsetmäßig noch ziemlich weit unten ( auf meiner eigenen Skala) und auch Pokertheorie muss ich noch so viel lernen.

Was nützt einem das Wissen, wenn man nicht weiss es zu benutzen ?
Mindset ist das Abwehrschild für Tilt und Broke - es schützt mich und meine Roll.

Weiter schreibst du:

Original von Ignitron
Hab mich dann auch noch an 2 Tische gesetzt (je ein FL 0.02/0.04 und 0.05/0.10), was ich eigentlich ja nicht machen wollte und schon gar nicht mit einem Weinglas daneben. Dann ist meine Frau gekommen und ....Wenn Sie aber kommt und kurz zuschaut, dann erkläre ich ihr gerne, was ich mir gerade bei dem Spiel so denke und warum ich welchen Move mache. Irgendwie hilft mir das ungemein und wenn ich nun von Annakonikova rede, so schaut Sie mich mittlerweile auch nicht mehr gleich eifersüchtig an. Oft geht es dann aber auch in die Hose, weil ich dann Hände so spiele, wie ich gar nicht so spielen würde oder möchte. ich sag Ihr dann auch noch, das ist jetzt blödsinnig, unverhältnismässig riskant was ich da mache und dann kommt so was bei raus:

Wieso tust du es dann - Vorschlag: Erwischst du dich in genau so einem Moment - dann halt inne und relisiere das du damit langfristig
mehr - als + fahren wirst. Ebenso eignest du dir damit schon auf kleinen Limits ein ganz schlechtes Set-up an, was dir, wenn du mal aufsteigst, auf den höheren Limits erstmal im Weg steht und abgebaut werden muss. Wieso also Steine in den Weg legen die man nacher selbst wegräumen muss ?

Feedback zu deiner Hand:

Spoiler

Original von Ignitron 0.05/0.1 Fixed-Limit Hold'em (8 handed) Hand recorder used for this poker hand: PokerStrategy.com Elephant 0.105 by www.pokerstrategy.com. Preflop: Hero is MP3 with A♦, 9♦ UTG2 calls, 2 folds, Hero raises, CO 3-bets, 4 folds, Hero calls. Flop: (8.40 SB) J♠, T♠, T♦ (2 players) Hero bets, CO calls. Turn: (5.20 BB) K♥ (2 players) Hero bets, CO calls. River: (7.20 BB) 7♥ (2 players) Hero checks, CO bets, Hero calls. Final Pot: 9.20 BB Results follow (highlight to see): Hero shows (Ad 9d) CO shows a full-house, jacks full of tens (Jh Jc) CO wins with a full-house, jacks full of tens (Jh Jc)

Spiele selbst kein FL aber wieso aus der Position A9s raise in soviele Gegner rein ? Bei verfehltem Flop gegen den CO kann man die CB vielleicht noch angehen ( Was aber den Fehler Pre nicht ausmerzt) doch spätestens am Turn wäre dann check-fold deine Wahl gewesen [Pre Fehler nicht kompensiert - ich schreibe das deshalb nochmal, weil sich Fehler im eigenen Spiel auch durch missplayte Hands einschleichen die trotzdem zum Gewinn führen ( kurzfristig) und sich so einnisten. Wir wissen ja: Positives Ergebnis - AHA Effekt - tödlich für dich] Der Check am River war natürlich für ihn klar erkenntlich - zumindest wenn er bereits Notes auf dich hat, bzw bereits Muster deines Spiel erkennt oder glaubt zu erkennen. Wieso du allerdings den Call auf seine Bet machst ist mir ein Rätsel, (Tilt - Resignation?) Warum auch immer, damit hast du gleich 2 Fehler begangen - Hast du ihm somit deine komplett verhauhene Line präsentiert, und 2. Geld verloren. Dazu hast, und das ist mit am schlimmsten. du dich selbst , bzw deinen Reststack aufgegeben - er war die egal. Wie gesagt - denke Feedback is immer positiv wenn man es richtig filtert und vorallem auch nutzt. Ich möchte absolut nicht klugscheissen - kann ich auch gar nicht - Dazu fehlt mir selbst zuviel Wissen und habe selbst noch große Leaks, Tausche mich einfach gerne aus und macht mir Spaß. Hoffe doch mal da kann man irgendwas nützliches mit anfangen - is ja mein Senf in deinem Essen ;)


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Vielen dank für das Supergute Feedback

Zu den Freerolls, ja so wie ich das geschrieben hatte, ist das sehr Tiltverdächtig, jedoch war es im innern gespürt etwas anderes. Es passt eher zu deinem 2. Gedanken. Es war mir tatsächlich ein Stück weit egal, und ich habe wirklich auch einfach mitgedonkt. Ich war eigentlich mit meiner Strategie und dem Forum nebenher mehr beschäftigt und weniger mit dem Pokern selber. ich habe mich dann für die Freerolls trotzdem registriert, mit dem Gedanken, verlieren kann ich ja nichts ausser etwas Zeit (stimmt nicht, sondern noch viel schlimmer, aber zu meinem Eingeständnis und Erkenntnis gleich mehr). Wenn es dann das (un)Glück gewollt hätte, dann hätte ich das ein oder andere Freeoll seriös gestern weitergespielt – so hatte ich mir das gedacht. Was aber daran gefährlich ist, dass sich so eine Spielweise eben leicht einschleifen kann. Sprich, wie du schreibst, sich negativ auf das Mindset und Set-Up auswirken kann. Und am schlimmsten ist es, wenn dies unbewusst passiert. Es werden Spielmuster gespeichert, die nicht im Hirn gespeichert werden sollen und ganz gefährlich wird es wenn ich damit noch Erfolg hätte. Mit dem

Wenn du so viel Disziplin aufbringst, bzw dir diese aneignest selbst die unwichtig erscheinenden FR fokussiert zu spielen dann hast du ein Mindset-up gewonnnen

hast du den Nagel auf den Kopf getroffen, wie ich es auch eigentlich machen möchte, eben wie in meiner eigenen kurzfristigen Strategie erklärt, will ich ja gerade die Freerolls benutzen um mich auf die bezahlten MTTs vorzubereiten. Danke für den Augenöffner

Und dann schreibst Du etwas ganz wichtiges für mich:

Wieso tust du es dann

Ich habe mich sogar dabei erwischt, just in dem Moment wo ich die beiden Tische öffnete meldete sich mein Gewissen. Ich hab es ignoriert, nicht verdrängt. Ich habe mich dann zusammengerauft und auf die Gelegenheit gewartet den einen der beiden Tisch wieder schliessen zu können. Der BB war aber nun schon gesetzt. Ich war in dem Moment dann zumindest hellwach und konzentriert. Und glücklicher Weise konnte ich den einen Tisch auf dem unterem Limit schnell wieder schliessen, bevor die Konzentration nachliess, da ich innerhalb von den ersten 4 Händen mit guten Karten (AK und KQ) 2 Hände gleich gewinnen konnte und es mir so sehr leicht fiel den Tisch dann auch zu schliessen. Ich muss mehr Selbstdisziplin aufbringen, der Blog und die Diskussion mit Dir hier hilft mir ungemein dafür, denn nur so bin ich zu der Erkenntnis und Einsicht gekommen, dass laissez faire schlechtes Spiel auch in einem Freeroll schlecht für das einprägen und erlernen eines guten Spiels ist.

Nun zu der Handanlyse. Wie gesagt, ich war beeinflusst durch meine Frau zu diesem Zeitpunkt, habe aber intuitiv im Nachhinein Preflop gar nicht so verkehrt gehandelt. Ich raise, da UTG2 eine Calling Station war die oft nach einem Raise wieder foldet und es kam dann ja auch tatsächlich das Fold von ihm. Hinzukam, dass der Tisch zu diesem Zeitpunkt 8 Handed war und mit den 2 Folds davor im Prinzip Shorthanded Charakter hatte und ich intuitiv mein Range für die Spielsituation erweitert hatte. Wenn ich schon mitspiele erschien mir der Raise dann also notwendig, um den Limper vor mir wenn möglich rauszudrängen und vor nachfolgenden Limpern zu schützen, um so spekulativ evtl den SB und BB einzusacken. SB und BB haben dan ja auch brav gepasst nur der CO erwies sich dann wiederspänstig aggro und mir blieb dann nur der Call Preflop da ein Re-Raise ihn bestimmt nicht rausgedrängt hätte nach seinem 3-Bet. Relevante Passagen aus der Strategieecke für FL (Silber) dazu:

Mittlere & kleine suited Aces (A9s-A2s)
Ein Ass mit einem mittleren oder kleinen Kicker in der gleichen Spielfarbe ist vor allem in loosen Spielen gegen mehrere Gegner (z.B. in den kleineren Limits) eine gute Starthand.
• Durch das Ass hat die Hand eine gewisse High-Card-Stärke.
• Durch die Gleichfarbigkeit besteht die Möglichkeit, dass du mit dem Nutflush am Turn und am River gut ausbezahlt wirst.
Sei dir aber bewusst, dass diese Hände durch den schwachen Kicker spekulative Hände sind. Oft wirst du zwar dein Ass treffen, aber von einem anderen Ass mit höherem Kicker dominiert sein. Daher ist die Höhe des Kickers hier sehr wichtig.
WICHTIG
A9s-A2s sind speculative Hände.
A9s ist eine erheblich stärkere Hand als A2s. Eine Neun kann oft der bessere Kicker sein, während das bei einer Zwei unmöglich ist. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, am Showdown mit einem Paar Neuner zu gewinnen, viel höher als mit einem Paar Zweier.

Und aus der Shortrange FL Strategie:

Spoiler

Im Nachhinein lässt sich das gut argumentieren oder für mich zurechtlegen aber wie gesagt, ich habe das intuitiv gemacht. (Um nun genau an der Stelle mich an das oben geschriebene nochmals selber zu ermahnen und erinnern, das sind ja gerade Spielmuster die sich bei einem festsetzen…)

Mit der weiteren Analyse gehe ich voll und ganz mit Dir. Trotzdem noch meine weiteren Gedanken zum Speilverlauf: Ich hatte - nachdem ich den Flop nicht getroffen hatte - das 3 Bet vom CO nicht wirklich einschätzen können. Ich ging davon aus wenn er sich immer noch in Front sieht, dann wird er auf einen Raise von mir noch eins draufsetzen, so wie er es zuvor mit der 3-bet gemacht hatte. Das kam aber nicht und mit einem Slowplay hatte ich nicht gerechnet … Mit dem Turn wurde ich dann geblendet von den Outs die sich plötzlich für mich zusätzlich auftaten und nach dem Call von ihm am Flop hatte ich seine Range herabgestuft (ich wäre nie noch auf die Idee gekommen, dass er ein FH am Flop schon hatte)… ich spekulierte also weiter und rammte mir das Messer immer tiefer in den Bauch. Der River liess meine Outs platzen. Das Protection funktionieren würde, hatte ich dann nicht mehr für möglich gehalten, da er am Anfang die 3-Bet machte und immer schön mitgegangen war. Ich habe ihn auch nicht so eingeschätzt, dass er nun betten würde, wenn er selber nichts mehr in der Hand hätte. Konsequent an meinen Gedanken dahinter haltend, hätte ich dann folden müssen… hab es aber nicht getan und das wie gesagt ärgert mich weil dies so typisch für mein derzeitiges Spiel ist und fand es deshalb auch wichtig diese Hand hier festzuhalten und zu diskutieren.


ViennaFish72
Beigetreten: 30.09.2011
PokerStrategist

tattoojunk hat alles gesagt, was gesagt werden musste _thumbsup::

stichwort: longterm.

auch bei mir noch oft fraglich, da es bei mir im endeeffekt derzeit an der zielsetzung hapert.

finde übrigens deine erfahrungsberichte und va deine ersten "gehversuche" mit reflektion sehr beeindruckend. bleib dabei, wirklich oft und alle gedankengänge zu posten, es ist sehr einleuchtend und feedback bringt einen weiter!
sehr sehr gut, wie du dich mit deinem spiel beschäftigst.

und btw: die range der gegner im kleinsten limit ist wirklich massiv groß, musste auch wie alle schon daran glauben mit was man dann geschlagen wird.

aber: bleib dabei!

(ich bin derzeit am absteigenden ast bei nlh und werde jetzt eine zeit lang auf plo umstiegen mit brm ;D)

viel glück und motivation! ich bleib dabei und hoffe bald wieder mehr zu lesen!


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

@ VieannaFisch72 klar und Danke :)

ich habe die erste Seite aktualisiert mit dem derzeitigen Stand
Auch habe ich den Ergebnisbereich auf der ersten Siete bearbeitet, so dass alle kurzfristig gesetzten Ziele (andere gibt es ja noch nicht) jetzt messbar sind.

Damit ich die Freerolls aus vorher diskutierten Gründen nicht mehr laissez faire schlecht Spiele, habe ich die Statistik über alle gespielten Freerolls und davon die Anzahl der erreichten Auszahlungen mit aufgenommen, sowie ab heute auch die Overall Earnings. So kann ich die Quote kontrollieren und ein Gefühl dafür entwickeln, ob ich ausreichend oft genug in den Auszahlungsbereich komme, um auch bezahlte MTTs mit ROI spielen zu können.

Gestern 7 Freerolls gespielt und 3 Mal etwas dafür bekommen (insgesamt +0.73) dafür habe ich die Cashgames mal ausgelassen


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Geldtransfer: in US$ über MoneyBookers / (neu Skrill)
Ich habe etwas gesucht, dass bei allen Pokerräumen benutzt wird und wo ich keine Gebühren für den Geldtransfer zwischen den Pokerräumen zahlen muss. Alle von mir benutzten Pokerräume bieten ihre Spiele in $ an und um den Währungsverlust nicht zu haben habe ich grundsätzlich alles auf US$ eingestellt. So bleibt nur das Währungsrisiko wenn auf das Privatkonto mal auszucashen ist und auch in diesem Fall die Geldtransfergebühren.

Führen der Haupt-BR: MoneyBookery / (Skrill)
Ich führe den grössten Teil meiner kleinen BR auf Moneybookers. D.h. Geldbeträge die ich nicht wirklich in einem Pokerraum brauche werden rasch zu MoneyBookers ausgecasht. Dies hat folgende Gründe:

  • Zahlungsverkehr mit den Pokerräumen wird „geübt“. Ich habe festgestellt, dass es zumeist anfänglich immer wieder Probleme mit dem Auscashen gibt, daher wird so der Prozess inklusive Identifikation der Personalien ect. von beginn geklärt, wenn es noch nicht um zu hohe Beträge gibt.
  • Geld steht immer zur Verfügung um z.B. Einzahlerfreerolls freigeschaltet zu bekommen
  • Bessere overall BR Kontrolle und schnellere Verfügbarkeit vom Geld allgemein (es braucht manchmal Tage bis das Geld von dem ein oder anderen Pokerraum bei Moneybookers eintrifft) umgekehrt geht es sekundenschnell von MoneyBookers auf ein Pokerraum zu überweisen
  • Oftmals gibt es zusätzliche Einzahlerbonis, die so bekommen werden können
  • Es gibt immer minimale Aus- und Einzahlungsbeträge, die je Pokerraum verschieden sind. Möchte ich ein restguthaben von z.B. 2.50$ auscashen, so muss ich zuvor eincashen um diesen Betrag auszahlen zu können.

Der letzte Punkt und eine Ersteinzahleraktion bei PartyPoker waren auch der Grund warum ich anfänglich 25$ in das Pokerspiel selber investiert habe. Ich muss also immer mindestens 25$ auf MoneyBookers haben um bei PartyPoker kleine Beträge auch mal auszucashen

Outs/Odds und EV Berechung: Holdem Indicator
Wie an einigen Stellen schon zuvor bemerkt, war ich zum einen überfordert die Outs und Odds schnell genug im Spiel selber zu berechnen und des Weiteren habe ich ein Tool gesucht, dass das Board anschaut und die Wahrscheinlichkeit für andere Hände der Gegner abschätzt. Es ist mir anfänglich schwergefallen zu erkennen wie wahrscheinlich ist das z.B. mein Toppaar noch am Turn und River überholt werden kann. Bei meiner Recherche bin ich dann auch auf Holdem Indicator gestossen. Entscheidend war dann für mich
a) nur einmal Lizenzkosten (nicht Jährlich wiederkehrend
b) für alle Pokerräume funktionsfähig, die ich spiele
c) Anzeige der Mucked Cards
d) Weitere Funktion + anpassbare Hud-Einblendung der Spielerstatistiken

Erfahrungen mit Holdem Indicator
+ Recht einfach zu bedienen und zu konfigurieren
+ erfüllt voll und ganz meine Erwartungen in Bezug auf meinen Kaufentscheid
- hat mich abgelenkt von meinem eigenen Spiel
- frisst Systemressourcen
- nimmt platz auf dem Bildschirm weg
- blockiert manchmal Texteingabe z.B. bei den Spielernotizen (sehr unangenehm wenn man neben bei noch was schreibt)

Pokerräume
Die Angebote an Spielmöglichkeiten waren für mich als Neuling bei einem Pokerraum schon erschlagend. Auch die Suche nach den passenden Turnieren will geübt sein. Das ganze nimmt dann an Komplexität noch zu wenn man bei unterschiedlichen Pokerräumen gleichzeitig spielt. Ich habe mich zum Anfang für PartyPoker entschieden, da es der grösste Raum ist, bei dem man das 50$ Startkapital bekam und das Angebot an Freerolls eines der besten ist. Das Rake habe ich in meiner Entscheidung nicht mit berücksichtigt, ging davon aus, dass ich das mit den Freerolls auf den Mikros auch wieder ausgleichen kann. Ausserdem ist PartyPoker in der Übersicht für meine Augen am angenehmsten, am wenigsten Bunt. Die anderen Pokerräume sind nun vor allem durch die grossen Einzahlerfreerolls (oft um 10'000$ am Weekend) oder anderen Aktionen mit in meinem Portfolio aufgenommen worden. Hier die Liste der Pokerräume bei den ich getrackt bin mit kurzen Anmerkungen:

  • PartyPoker: Viele Freerolls, übersichtlich, ausreichend Verkehr auf meinen Limits, man wird bei Unterbrechungen nicht aus der Freeroll gekicked
  • EverestPoker: gute Mikro MTTs zum Einstieg in die bezahlten MTTs (0.10+0.10, 0.25+0.25) interessante Sofortbonus Rückzahlung, umständlich in der Anmeldung, kleiner minimaler Einzahlungsbetrag 5$, Fenstergrösse stufenlos anpassbar
  • William Hill: Die Leiste mit den anderen Spielen oben in der Lobby nervt wenn man mit der Maus drüber geht, unübersichtlich bunt
  • 888 Poker: guter zusätzlicher Startbonus, kleiner minimaler Auszahlungsbetrag 6$
  • Poker 770: guter zusätzlicher Startbonus, SW läd sehr lang, frist Systemressourcen und Lobby extrem poppig bunt unübersichtlich
  • PokerStars: keine interessanten Freerolls grösster Traffic, nicht sehr Anfängerfreundlich bzw. wenig Content für Anfänger (verglichen mit den anderen Pokerräumen)

Statistiken und Session Review: Elephant, PT3. PTR und Equilab

  • Der Elephant Kostet nichts und dafür top, jedoch sind MTT’s leider nicht integriert. ich hoffte dass dies bald kommt oder ich musste mich nach einer Alternative umsehen.
  • PT3 gegenüber dem HM sind die Kosten geringer, da man eine lebenslange Lizenz erhält. Auch ist mit dem Erwerb der Umstieg auf PT4 ohne Kosten verbunden. PT3 ist in der Definition von eigenen Filtern und der Konfiguration nicht sehr Intuitiv aufgebaut und man braucht recht lange um das Potential auch ausnützen zu können. Alleine die Entwicklung für das eigene HUD hat mich bestimmt 40 Stunden gekostet und kostet mich weiterhin an Zeit (inklusive Lernen, anordnen, konfigurieren, Fehlerbereinigung usw).
  • PTR ist ein Webdienst, der über die wichtigsten Seiten alle User Trakt und analysieren lässt. PTR ist insbesondere wichtig, wenn noch nicht ausreichend Hände verfügbar sind und um auch grundsätzlich festzustellen ob man mit einem Verlierer oder Gewinner am Tisch sitzt, wenn man selber eine noch zu geringe Samplezise hat. Kostenlos für 10 Profile/Tag in den Basics zu analysieren.
  • Das Equilab ist ein wichtiges Instrument für die Handanalyse im Session Review. in PT4 wird so etwas ähnliches wie das Equilab integriert sein. Man kann es auch online verwenden in dem man rasch anhand von VPIP PFR in Abhängigkeit von der Position eine Handrange sich anzeigen lässt. Wäre natürlich toll wenn es so was automatisiert gäbe...

Verschiedenes
- BR Management: Excel
- Turnierplanung: Excel
- Screenshots: SnagIt
- Bildbearbeitung: Paint.Net
- Bilder für das Forum hosten: Imageshack
- Informationen, Community und Blog: PokerStrategy.com


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Nach getaner Arbeit mit der Zusammenfassung von meiner Pokerumgebung, hier noch die Tageszusammenfassung

Ein kleiner Heglaf war an meinen Tischen heute zu Besuch:

Es war absolut unschön am Anfang. Kaum gute Karten bekommen und wenn es dann einigermassen gute Starthände waren, dann trafen Sie am Flop nicht, dafür bei den anderen Spielern am Tisch um so besser. So blieben dann am Anfang einige wenige Starthände übrig, die dann leider oft einfach nur mit einem besseren Kicker vom Gegner geschlagen wurden, so z.B. AJ gegen AQ, hab recht viele von diesen klitzekleinen Unterschieden gehabt. Ähnlich lief es in den Freerolls bescheiden schön. Nichts hat so richtig irgendwann mal durchgeschlagen, ging alles nach hinten los, aber auch so ziemlich wirklich alles. Na ja, ich bin aber trotzdem zufrieden, vor allem dass mich das Tief nicht noch tiefer gerissen hat, sondern mit einem Tagesplus abgeschlossen werden konnte. Insbesondere freu ich mich darüber dass ich die ungeliebten FL 02/04 Hypothek mit +1.04$ drastisch verkleinern konnte. Könnte so langsam doch noch Fan von diesem Limit werden… dafür hat leider FL 0.05/0.1 gleich mit -0.56$ wieder etwas aufgebrummt bekommen. Unterm Strich bleiben aber +0.48$ total. Da ich für den Heglaf aber heute einige Hände mehr gebraucht habe – sprich auch mehr Zeit - blieb leider weniger Zeit, um weiter in den Strategieartikeln zu stöbern…

Positiver Nebeneffekt war, dass ich auch noch gerne den 1 Strategiepunkt bei PartyPoker erspielen wollte (sind genau 1.045 geworden ), damit ich damit den Bonus für das Silberfischchen :f_p: für den Nächsten Monat abgesichert habe (habe derzeit 96 Punkte hier und mir fehlen noch 4).

Ich habe dann noch 25$ bei PartyPoker eingecashed, um am Sonntäglichen 5000$ Einzahler MTT Teilnehmen zu können. Ach ja und am Sonntag gibt es ja dann auch noch bei 770 das schicke 10'000 Freeroll mal sehen ob es da dann nach mislungener Generalprobe besser läuft.

Ausblick
So, morgen werde ich – bzw. heute – dann noch meinen aktuellen Freerollplan hier niederschreiben und dann bin ich mit dem Grundgerüst von meinem Blog fertig und kann mich mehr darauf konzentrieren diesen „leben“ zu lassen. Es fehlen ja noch mittel und langfristige Ziele und die Strategie dazu, aber dass kann ich nachdem ich ja meine Vision niedergelegt habe und die nächsten Schritte geplant habe mit Ruhe und Bedacht vornehmen.


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