Die Konterstrategie sollte jeweils konsistent sein. Was du so gut wie immer vermeiden solltest (ausser gegen Spieler, die nicht auf dich reagieren) ist eine Splittung deiner Range, die sich in ihrer Stärke erheblich unterscheidet. D.h. bevor du anfängst eine 3-Bet Callingrange und 4-Bet Range zu haben, mach dir Gedanken darüber wie deine Gegner darauf reagieren. Es ist prinzpiell nicht gut in der 4-Bet Range z.b. AA zu haben, aber nicht in der 3-Bet Callingrange.
Solange deine Gegner keine unexploitbare Strategie spielen, ist es aber häufig sinnvoll genau das zu tun und eine gewinnmaximierende (und Rangesplittende) Strategie zu verfolgen.
a) Polarisierte 3-Bet Range:
Das Ziel hinter deiner Konterstrategie sollte nicht sein direkt die 3-Bet Range anzugreifen, sondern den Gegner zu einem Fehler zu verleiten. D.h. wenn du AA hat und er folded, dann macht er nicht den größten möglichen Fehler -> der größte mögliche Fehler wäre, wenn er dir noch zusätzliches Geld gibt.
Damit wir uns richtig verstehen -> eine polarisierte 3-Bet Range enthält Hände mit denen dein Gegner broke gehen kann und Hände mit denen dein Gegner definitiv nicht broke gehen kann. Mittelstarke Hände wie AJ oder 88 sind in solchen Ranges meistens nicht enthalten.
Eine polarisierte Range könnte z.b. so aussehen:
JJ+, AQs, AK als Stackoffrange
Kxs, Axs oder was auch immer als Bluffrange
Nehmen wir mal an, dass die Range ein gutes Verhältnis hat und er nicht zu oft blufft. Solange nicht callst gegen diese Range wird der Gegner immer "richtig" spielen - wenn er All In geht, dann hat er eine gute Hand und wenn er folded, dann hatte er Schrott.
Die Lösung -> callen. Du musst ihn mit Händen wie Kxs, Axs oder was auch immer er als Bottomrange hat in Postflopspots verwickeln.
Die Idee hinter polarisierten 3-Bet Ranges ist es non-caller anzugreifen -> also machst du genau das Gegenteil davon.
D.h. solange der Gegner Value und kompletten Trash hat, verwickel ihn in Postflopspots mit seinem Trash wo er nichts mehr zu suchen hat.
Es ist z.b. auch richtig, wenn du mit AK z.b. 3-bettest und dein Gegner dich mit einer polarisierten Range 4-bettet mit AK zu callen. Du gewinnst das Geld in der Situation durch seinen Bottompart der Range und nicht dadurch, dass er den Bottompart folded und du gegen den Toppart flippst.
Die Idee hinter depolarisierten 3-Bet Ranges ist es Caller anzugreifen. Wie gehst du also dagegen vor? Du erweiterst deine Value 4-Bet Range. Dein Gegner hat eine Hand wie AJ und 3-bettet sie? Hooray, an dem Punkt spielst du selber eine aggressive Counterstrategie die daraus besteht NICHT zu callen, sondern ihn massiv unter Druck zu setzen. D.h. genau gegen diese Spieler sind lighte 4-Bets und lightere Value 4-Bets extrem sinnvoll. Und warum? Du stellst ihnen superkomplizierte Fragen.
Mach immer genau das Gegenteil von der gegnerischen Spielidee und du setzt sie unter Druck. Gegen jemand der polarisiert 3-bettet wird ein Shove mit 22 solala, weil er keine Frage gestellt bekommt, sondern mit seiner Toprange called. Jemand der depolarisiert 3-bettet und von 22 einen Shove bekommt hat jetzt ein kleines Problem. Er hat zig Broadways und Pairs, aber deine gesamte Valueshovingrange hat sich erweitert und soll er jetzt wirklich mit AJ callen oder folden?
Edit: Eure Ideen knüpfen viel zu weit an und sind imo viel zu komplex. Ich bitte übrigens in Zukunft solche Threads im Gold+ Forum zu erstellen, da dies wirklich sehr fortgeschrittene Theorie ist, die ich normalerweise nicht public zugänglich machen sollte