Als ich mir heute meinen Graphen angeschaut habe ist mir plötzlich klar geworden wie psychologisch gesehen kontraproduktiv das Betrachten des Graphen ist. Man assoziiert ja immer mit jedem Graphen in der realen Welt, seien es Aktienkurse, Marktforschungen, Verkaufszahlen eine Aussage über die zukünftige Entwicklung anhand diverser Trendgrößen. Aber beim Pokern und unverändertem Spiel sind wie wir alle wissen Swings ja Bestandteil und haben überhaupt keinen Trendcharakter oder weisen auf ein Ergebnis in der Zukunft hin. Es KANN u.U ein Hinweis sein wenn man sein Spiel geändert hat, die Gegner andere sind usw. aber es ist eben in den meisten Fällen einfach nur eine Darstellung des Zufalls/der Varianz. Aber unser Hirn interpretiert in einem Downswing sofort hinein dass wir uns verschlechtert haben und im Upswing genau andersherum (zumindest bei kritisch hinterfragendem Betrachter
). Jeder ist unzufrieden wenn man nach 2000gewonnenen BB 800BB down geht und der Graph ist dann Frust pur, wenn man aber nun nicht mehr den Graphen anschaut sondern einfach nur seine 1,6 BB Winrate anschaut und nach dem Down auf 1,2BB Winrate dann ist es psychologisch gesehen bei weitem nicht so frustrierend. Weil man seine Gesamtperformance in einer Zahl OHNE Trend sieht und da der Trend eben im Pokern kein Trend ist, sollte man einfach nie mehr seinen Graphen anschauen, sondern nur eine Winrate als Zahl.
Ist das bei Euch anders? Bei mir sind obige Zusammenhänge absolut vorhanden.
