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Offener Brief an die Politiker bzgl. Neuregulierung des GlüStV

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Waaaghboss
Beigetreten: 09.07.2008
BlackMember

Hi Leute,
wie einige von euch bestimmt schon mitbekommen haben, planen die Länder mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 das Glücksspiel ab dem 01.07.2021 in Deutschland neu zu regulieren. Die geplante Legalisierung von Onlinepoker hört sich für uns Pokerspieler erstmal gut an, gleicht aber bei näherem Hinschauen mehr einem Verbot als einer Legalisierung. Onlinepoker wird so wie wir es jetzt kennen in Deutschland nicht mehr möglich sein. Verbot von Multitabling, Tableselection, Plattform-übergreifendem Spielen, monatliches Einzahlungslimit von 1000€ und einigem mehr werden jede Form von ambitioniertem Spielen unmöglich machen.

Wenn man sich den Gesetzesentwurf anschaut wird deutlich, dass professionelle Pokerspieler überhaupt nicht beachtet wurden. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass wir als Interessengemeinschaft nicht organisiert sind. Deshalb haben wir uns in einer kleinen Gruppe überlegt, dass wir dies nun ändern möchten und gemeinsam gegen das geplante Gesetz vorgehen wollen.

Die Roadmap sieht dabei bisher wie folgt aus:
-> Eine Interessengemeinschaft bilden, voraussichtlich als eingetragener Verein
-> Einen offenen Brief von diesem Verein an die zuständigen Politiker schicken um unseren Standpunkt klarzumachen
-> Diesen Brief möglichst weit verbreiten (Pokermedien, Foren, Twitch etc.)
-> Mit den Politikern ins Gespräch kommen und hoffentlich bewirken, dass der Gesetzesentwurf an einigen Stellen angepasst wird

Es ist sehr wichtig, dass die Politiker uns als relevante Größe wahrnehmen. Deshalb ist jeder einzelne, der sich unserer Sache anschließt, hilfreich.
Wir haben bereits eine Webseite erstellt, wo ihr euch den vorläufigen offenen Brief durchlesen könnt:
https://www.pokerprofiszugsv.de/

Den aktuellen Gesetzesentwurf könnt ihr hier einsehen:
https://www.vdai.de/glstv.htm

Ich empfehle euch den offenen Brief auf der Seite durchzulesen und wenn ihr unsere Ansichten teilt, in den Discord Channel zu kommen (Link ist auf unserer Seite https://www.pokerprofiszugsv.de/). Das Programm könnt ihr euch auf https://discord.com/ herunterladen.

Mitmachen sollte +EV sein. :f_thumbsup:


Antwort
Zitat
24 Antworten
Koral87
Beigetreten: 09.04.2015
PokerStrategist

Gute Sache.

Grundsätzlich würde ich aber empfehlen mit Anbietern zusammen zu arbeiten. Die paar professionellen Pokerspieler haben viel zu wenig Gewicht für die Politiker. Das juckt die einfach nicht, bzw werden die auch gar nicht die Ressourcen haben Gespräche oder Anregungen mit professionellen Spielern zu suchen. Alleine das ganze rechtliche Wirrwarr so zu definieren, dass letztensendes keiner der Anbieter klagen wird (gilt auch für die Wettanbieter), ist ein fast unmögliches Unterfangen. Hinzu kommt dann noch, dass der EuGH dann auch immer wieder einschreitet weil Anbieter über die Dienstleistungsfreiheiten usw klagen.
Kurz, das ganze ist ein solch riesenlanger Rattenschwanz mit dem sich die Ministerien schon auseinander setzten müssen, dass die dort vermutlich nicht anfangen werden euch Gehör zu schenken.
Sowas muss imho mit Stars, Partypoker und allen anderen größeren Anbieter zusammen gemacht werden. Die haben auch das notwendige Kapital und Knowhow um dort etwas mehr Druck zu erzeugen.

Aber alleine schon für den Versuch gebührt euch mein Respekt. Hoffentlich bringt es was!


Antwort
Zitat
Waaaghboss Themenstarter
Waaaghboss
Beigetreten: 09.07.2008
BlackMember

@Koral87:
Wir sehen das folgendermaßen: Je mehr Druck die Politiker bekommen, desto besser.
Am besten von der EU, von Datenschützern, von den Pokeranbitern und von uns als Spieler dann auch noch.

Es schließt sich auch nicht aus mit Pokerräumen oder anderen zusammenzuarbeiten. Aber auch dies geht viel effektiver, wenn dies organisiert und im Verbund tut. Als Einzelner wird man da nichts bewegen können. Deshalb ist es in jeder Hinsicht wichtig, dass sich möglichst viele dem Unterfangen anschließen.


Antwort
Zitat
sila1990
Beigetreten: 17.01.2012
Oldschool Grinder

Krass, die Punkte im Gesetz sind ja völlig fernab jeglicher Realität. Wünsche euch gl, in der Schweiz haben wir den Kampf leider schon verloren:(


Antwort
Zitat
Synovate
Beigetreten: 10.12.2008
Poker Player

Ernst gemeinte Frage:
Werden im ersten Absatz statistische Daten zu Spielsucht/ pathologischem Spielen bewusst in vollkommen absurder Weise fehlinterpretiert, oder hat der Autor tatsächlich überhaupt keine Ahnung von Statistik und zulässigen Interpretationen statistischer Daten?


Antwort
Zitat
MrRaise007
Beigetreten: 05.09.2013
Legacy Member

Finde ich grundsätzlich top das ihr versucht was zu richten bzw zu ändern. Leider wird das wohl zu spät sein bzw auch nichts mehr bewirken.

Euch gl trotzdem.


Antwort
Zitat
MrRaise007
Beigetreten: 05.09.2013
Legacy Member

Zum Thema Verbund:

In der Sportwettenbranche gibt es den Sportwettenverband wo alle nahmhaften Bookies drin sind. Die vertreten halt deren Interesse.

Evt hilft es ja auch die mal zu kontaktieren, da hier auch zahlreiche Juristen vertreten sind


Antwort
Zitat
efkay
Beigetreten: 25.03.2005
Elite Grinder
Antwort
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Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006
Elite Grinder

Ein ehrenwerter Ansatz, trotzdem ein paar Punkte:

Glücksspiele und Geschicklichkeitsspiele

Das Hauptproblem ist, dass man zwischen dem Geschicklichkeitsspiel Poker und den übrigen Glücksspielen nicht trennt. Das ist leider Absicht, weil

§ 3 Begriffsbestimmungen (1)

Ein Glücksspiel liegt vor, wenn im Rahmen eines Spiels für den Erwerb einer Gewinnchance ein Entgelt verlangt wird und die Entscheidung über den Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt. Die Entscheidung über den Gewinn hängt in jedem Fall vom Zufall ab, wenn dafür der ungewisse Eintritt oder Ausgang zukünftiger Ereignisse maßgeblich ist. ...

Stand des Entwurfs [des Glücksspielstaatsvertrags] nach MPK am 12. März 2020
https://www.vdai.de/regelwerke/GlueStV/GlueStV_2021_Entwurf.pdf

D. h., alle Kartenspiele, in denen während des Spielverlaufs neue Karten ins Spiel kommen, sind dabei. Skat übrigens auch, weil im Skat zwei Karten liegen, die erst im Spielverlauf ins Spiel kommen. Bridge aber z. B. nicht, weil dort alle Karten verteilt werden, bevor das Spiel anfängt.

Schlauer Trick, um Poker einzufangen. 5 Card Poker ohne Draw wäre dann aber wohl kein Glücksspiel und Chinese Poker auch nicht. Das haben sie übersehen. (Wobei es vielleicht drauf ankommt, was der Spielanfang ist. Zählt dazu das Posten von Blindeinsätzen (oder ist das nur die Spielvorbereitung) oder erst die erste Entscheidung, die ein Spieler macht?)

Es geht tatsächlich nicht darum, zwischen Glücksspiel und Nicht-Glücksspiel zu unterscheiden. Das war schon beim Vorläufer, dem schleswig-holsteinschen Glücksspielgesetz so, aber es wurde deutlicher formuliert:

§3 Begriffsbestimmungen

...Auch Casinospiele, bei denen die Chance auf einen Gewinn neben dem Zufall auch von der Geschicklichkeit des Spielers abhängt, sind Glücksspiele...
(Glücksspielgesetz Schleswig-Holstein 2011)

Insofern hilft der Hinweis, dass Poker ein Geschicklichkeitsspiel ist, wahrscheinlich nicht. Man hat die neue Definition des Glücksspiels mit Absicht so formuliert, dass jetzt auch viele Geschicklichkeitsspiele dabei sind.

Allerdings: streng genommen ist Black Jack auch ein Geschicklichkeitsspiel, weil weitere Karte ziehen oder nicht definitiv unterschiedliche Gewinnerwartungswerte hat. Es würde ziemlich schwierig werden, Black Jack ein Glücksspiel sein zu lassen und Poker nicht. Black Jack ist aber wahrscheinlich eins von den richtig bösen Spielen, wenn es um Spielsucht geht. Damit haben sich schon wirklich viele Spieler ruiniert.

-> Es wäre von Anfang an besser gewesen, wenn man nicht den Glücksspielbegriff so erweitert hätte, dass jede Menge Geschicklichkeitsspiele darunter fallen, um Spiele, die bisher als Glücksspiele eingestuft waren, als Glücksspiel nicht zu verlieren, sondern im dem man ganz allgemein Geldspiele reguliert hätte, ganz unabhängig davon, ob es Glücksspiele sind oder nicht. Dabei hätte man nach der gesundheitlichen Gefährdung der Spieler unterscheiden können. Wäre aber ein grosses Fass gewesen, bei dem die Beteiligten viel schwieriger schwieriger unter einen Hut zu bringen gewesen wären.

-> Die Sportwetten gehen dem Staat als Glücksspiel vielleicht trotzdem verloren, denn da gibt's ja gar keine zukünftigen zufälligen Ereignisse, die das Ergebnis beeinflussen. Die Sportarten selbst sind ja keine Glücksspiele im Sinn des Glücksspielbegriffs und daher auch keine zufälligen Ereignisse. Und professionelle Sportwetter gibt's wahrscheinlich schon länger als professionelle Pokerspieler. Wenn als das Urteil des BFHs im Fall Eddy Scharf im Hinblick auf die Einstufung als Glücksspiel irgendwie richtungsweisend ist, dann sollten nach dem gleichen Massstab Sportwetten keine Glücksspiele mehr sein. Nicht unser Thema, trotzdem mal angemerkt.

Spielsüchtige

Bezogen auf Online-Poker sehen wir auf Nutzerseite drei Gruppen. Zum einen Spieler, welche Glücksspiel pathologisch oder auf eine problematische Art und Weise betreiben. Der Anteil dieser Spieler beträgt laut einer Befragung vom SOGS in Deutschland im Jahr 2017 0,87%. (1)
...
(1) Glücksspiel: Spielsucht und problematisches Verhalten 2017“, Statista, zugegriffen 21. Mai 2020, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/163991/umfrage/spielsucht-und-problematisches-gluecksspiel-verhalten-nach-geschlecht/

Die Quellenangabe ist leider hinter einer Bezahlsperre. Ich schätze jedoch, dass sich die Zahl pathologioschen Spieler nicht auf Poker bezieht, auch nicht auf online Poker, sondern für Glücksspiele ganz allgemein gilt. Von denen werden die wenigsten online gespielt. Nach dem Forschungsbericht Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind nur 1,7% aller Glücksspiele online Casino-Spiele (wozu auch Poker gehört) und da sind die online Spiele ohne Geldeinsatz (also um Spielgeld) mitgezählt.

https://www.bzga.de/fileadmin/user_upload/PDF/studien/ergebnisbericht_gluecksspielsucht_2017--3b979848c42a0a54b3991d67d46f5e0f.pdf
Tabelle 42, S. 240f.

Das heisst, es wird mit einer Zahl gearbeitet, die mit Recht abgelehnt werden kann mit dem Hinweis, dass sie das pathologische Spielverhalten in dem fraglichen Spiel überhaupt nicht misst. Tatsächlich ist die nach Glücksspielvariante gemessene Zahl viel dramatischer: in der Sparte online Casinospiel gelten nach SOGS 2017 26,9% aller Spieler als problematisch/pathologisch. Als unproblematisch gelten nur 44,7% aller Spieler (die Differenz zu 100% sind die "auffälligen Spieler").

Tabelle 44 S. 247f, online Casinospiele auf S. 248

Dabei ist eine enorme Zunahme problematischen Spielverhaltens innerhalb kurzer Zeit zu beobachten. 2015 waren nur 18,4% aller Spieler von online Casinospielen problematisch/pathologisch.

Tabelle 45 S. 249f.

Nach Poker und anderen Glücksspielen wird nicht aufgeschlüsselt. Was möglicherweise dumm für Poker ist, weil die Spielsüchtigen vielleicht eher beim online Black Jack entstehen als beim online Poker.

Schach

Im Schach existieren Zufallselemente, die das Ergebnis beeinflussen. Anzugsvorteil: unter sonst gleichen Bedingungen gewinnt der Weissspieler messbar häufiger als der Schwarzspieler. Die Auslosung der Farbe in einer Partie hat also wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis.

In offenen Turnieren wird der Gegner und die Farbe von Runde zu Runde ausgelost. Offene Schachturniere sind also eine Mischform aus einer Lotterie und Schach. Diese werden oft um Geldpreise gespielt und es ist in solchen Turnieren notwendig, ein Entgelt zu entrichten, um eine Gewinnchance zu bekommen.

-> Schach als bisheriges Referenzspiel für Geschicklichkeitsspiele muss jetzt also als ein Glücksspiel gelten nach der neuen Glücksspieldefinition. Vielen Dank, das ist ja gut gelungen!

Nur, um mal die Absurdität aufzuzeigen.


Antwort
Zitat

Digga, ich hab den Vertrag analysiert und nen Thread zu aufgemacht. Das Anliegen adressierst du falsch.
Du musst dich an die Staatskanzleien der Länder wenden - und die machen dann was daraus oder nicht.
Die Politiker unterschreibens nur.
Hatte mal alle relevanten E-Mail-Adressen irgendwo gefunden - und denen vermittelt, dass ich Online-Poker/-Glücksspiel in 3 Monaten regulieren könnte.
Inkl. der rechtlichen Stellung des professionellen Pokerspielers. Das war Q3/Q4 2019.:truestory:

Btw. kennen die noch nicht mal den Unterschied zwischen Staking und Kredit. Bzw. jetzt ggf. doch, da ich denen das mal vermittelt habe (siehe 4-Zeiler)

Die werden irgendwelche "Wissenschaftler und Verwaltungsfachangestellte in nen Raum gesetzt haben, dazu noch n paar aus den Lobbykreisen, und deshalb
dürfen Spieler, die online gesperrt sind, offline weiterhin Lotto spielen und Pferderennenwetten abschließen; sofern diese stationär und im Inland getätigt werden.
Deshalb hebelt dieser Fakt auch §1 aus. :f_drink:

Die Tendenz im GlüNeuRStV ist relativ eindeutig, wenn da nichts mehr kommt: Sie regulieren konservativ, erstmal so zum Ausprobieren (is halt auch der erste Markt, der reguliert wird. Muss man wissen :appl: ) und Online-Poker wollen se nicht hypen. Sie wollen nicht, dass du mit Glücksspiel/Online-Poker deinen Lebensunterhalt verdienen kannst. Ansich ist die Line ok, bzgl. Poker beißt sie sich allerdings etwas. Da Poker kein reines Glücksspiel ist. Aber hierfür müssten se erstmal ne eindeutige und sinnvolle Definition von Glücksspiel auf die Beine stellen.^^

PS. Hab dem Innenministerium in NRW schon n netten 4-Zeiler geschrieben.:truestory:

Wir schätzen die Anzahl der deutscher professionellen Pokerspieler auf mehrere Tausend.

Halte ich für ein Gerücht.

Extras

Spoiler

Und PS.@Relevante Größe... Ich erinnere mich an die Profi-Spieler, die Stars auf die Isle einlud und die sich als relevante Größe betrachteten. Danach ging alles bergab, weil sie alles, was sie so gut fanden, bereitwillig erzählten.^^ Und Stars an den Schrauben drehte, um denen den Stecker zu ziehen, um eben den Profit zu maximieren.

PS.@Schreiben... Dein Input wird sich am Ende nur irgend n Spinner an die Fahne heften und seine Karriere damit pushen. Das sind dann Ideen ggf. für nach 2025. Ich bezweifle, dass ihr weder den Kontakt noch den Einfluss realisiert bekommt. Zweifle nicht an deiner Kompetenz, aber an der Einsichtigkeit und der Kritikfähigkeit der Mehrheit der Verantwortlichen. Sind ja meistens Akademiker. Außerdem bezweifle ich deine "relevante Position".

Das soll ruhig n Rohrkrepierer werden.
Wird ja sowieso, sofern ich mich nicht irre, n 5-Jahres-"Test" oder so. Also die erste Laufzeit gilt intern als Test.

Das sind mindestens bzgl. Neutralität den Glücksspielformen gegenüber unfähige Leute.
Von Poker haben die dort keinen Plan. (siehe Staking mit Kredit gleichgesetzt)

Und mit Quellen wie Firma, HighstakesDB und ChineseApp brauchste denen nicht kommen. Statista is ganz ok. Es gibt darüber hinaus andere wissenschaftliche Quellen. Oder eben Statistiken in diversen Sprachen.


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Zitat
tranceactor
Beigetreten: 09.11.2006
Elite Grinder

Gute Sache!
Danke fürs Versuchen! Man könnte evtl. noch erwähnen, dass die zufällige Tisch- und Sitzvergabe für das Pokerspiel unnatürlich ist (vergleiche Livepoker) und von den meisten Spielern nicht erwünscht wird. Für das Zustandekommen eines Spiels unabdingbar ist es, dass sich alle Spieler aussuchen können, ob sie den jeweiligen Tisch spielen wollen. Man geht ja auch nicht zur Lottoannahmestelle, setzt einen Zehner und bekommt dann zufällig zugelost an welcher Lotterie man genau teilnimmt. Und jedes Pokerspiel ist eben einzigartig - abhängig von den teilnehmenden Spielern und ihren Positionen zueinander. Ich würde deshalb auch nicht schreiben "es gibt einige", sondern "die überwiegende Mehrheit"
Das ist übrigens auch etwas, wo sich die Interessen der Pokerspieler und Pokerräume unterscheiden. Den Pokerräumen sind ja Zoomformate i.d.R. am Liebsten.

Was mir noch aufgefallen ist: Sollte man die vermutlich größte Gefahr für den Spielerschutz sämtlicher Spieler ansprechen (Stichwort Rakehöchstgrenzen)? An Automaten bspw. sind ja auch viele Dinge m zumaximal möglichem Verlust an den Anbieter geregelt.

Ggf. noch Verbot von Gebühren oder anderer Auszahlungsrestriktionen (x Mal umsetzen bevor man auszahlen kann) seitens der Anbieter einzuführen, um einem "Spielzwang" vorzubeugen, weil man nicht oder nur unter Zahlung von Gebühren auszahlen kann?

Das mit den 1000€ ist natürlich furchtbar, sowohl für Profis als auch für spielsüchtige Geringverdiener. Es sollte natürlich jedem selbst überlassen sein, aber selbst wenn nicht wäre ein Stufenmodell sinnvoller. Im aktuellen Gesetzesentwurf steht "grundsätzlich", d.h. Ausnahmen sind möglich. Diese sollten definiert werden bspw. für pros und Gutverdiener.

Btw in eurem Briefentwurf würde ich SOGS ausschreiben und "bots" kurz erklären. Auf S.1 im letzten Absatz, 1. Satz fehlt ein Wort. S.2 unten pathologisches nicht pathologischen

Weiter so und gl us


Antwort
Zitat
topspit
Beigetreten: 07.02.2008
Oldschool Grinder

Es ist sehr wichtig, dass die Politiker uns als relevante Größe wahrnehmen. Deshalb ist jeder einzelne, der sich unserer Sache anschließt, hilfreich.

Wie viel Steuern zahlt ihr denn? Am Ende des Tages geht es doch nur darum. Tragen wir etwas zum Allgemeinwesen bei oder nicht? Ich behaupte hier jetzt einfach mal, dass die deutschen Pokerspieler nicht mal 10 Mio€ in Summe an die Finanzämter abdrücken.

Das macht vom Volumen bei den Steuereinnahmen halt irgendwas um die 0.00001% aus. Also Good Luck.

...als demokratischer gewählter Volksvertreter...

bei dem ersten Satz könnte man schon meinen kommt von der AfD. Ich glaube die Empfänger wissen, dass sie demokratisch gewählt sind. Wenn du die darin erinnern musst sprichst du ihnen jegliche Kompetenz ab. Imho ist das schon mal ein "Vertrauensbruch"...

...Wir wollen an dieser Stelle betonen, dass mit Ihnen eine produktive Zusammenarbeit anstreben...

Da fehlt ein Wort. Ich vermute "..., dass wir mit Ihnen eine ...."

Nur so ne Idee:

jamilavonberger hat mal ne Online-Sendung gemacht:

Die sieht ja auch besser aus als ihr, vielleicht könnt ihr mal mit ihr Kontakt aufnehmen und fragen ob sie euch unterstützen will. Soll nicht böse klingen, aber zu Publicity sagt sie vll nicht sein. Aber sie sollte vorher ihren Aluhut abnehmen :-)


Antwort
Zitat
MrRaise007
Beigetreten: 05.09.2013
Legacy Member

Zum Einzahlungslimit eine kurze Annerkung:

Dieses kann angehoben werden wenn man entsprechend seine wirtschaftliche Situation darlegt.

Wie das am Ende aber aussieht, weiss man nicht.


Antwort
Zitat
Kuschelbaer
Beigetreten: 08.04.2006
BlackMember

Seid ihr mit dem Timing nicht 1-2 Jahre zu spät? Ich dachte die Thematik wurde ewig beraten bis sich die 16 Länder jetzt endlich auf einen Entwurf geeinigt haben. Die Chance, dass das nochmal wesentlich geändert werden könnte, ist doch gleich Null oder liege ich da falsch?


Antwort
Zitat
camaro3377
Beigetreten: 11.03.2007
Elite Grinder

Wie ist denn die Chance, dass das wieder mit EU Recht nicht vereinbar ist?


Antwort
Zitat
AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010
BlackMember

Ich finde interessant wie man von knapp 1 % Spielsüchtigen spricht und die restlichen 99% in Freizeit und Pokerpros aufteilt. Von den 99% sind doch quasi 99% Freizeitspieler und nur ganz wenig professionelle Spieler, die auch wirklich Steuern bezahlen. Mich würde daher auch wundern, wenn man am Ende im Verein auch nur 100 Spieler zusammenbekommt. Aus meinem Pokerkreis haben alle mittlerweile aufgehört online in Deutschland zu spielen. Diese haben haben aber entweder unter dem Radar gespielt bei kleineren Summen im Jahr oder sind recht schnell ins Ausland abgewandert, bei größeren Summen. Die offline Spieler in den Casinos sind ja auch nicht betroffen und fallen damit auch weg.

Ich finde gut wenn man sich einsetzt, sehe aber leider auch überhaupt keine Online-Poker-Lobby und für 3-4 Leute wird man das Gesetz nicht umschreiben. Auch ist es schwierig sich als Online-Poker-Pro zu outen, da es, selbst wenn man mit dem Finanzamt alles geregelt hat, es immer noch eine Grauzone ist. Ganz am Ende kommt dann noch dazu, dass wohl kein Politiker sich mit dem Einsatz für professionelle Pokerspieler schmücken möchte.

Vorher überlegen ob man auf der Vereinsliste auftauchen möchte...


Antwort
Zitat

Es gibt auch keine. Man redet sich die Welt schön:

tranceactor schrieb "Danke fürs Versuchen! Man könnte evtl. noch erwähnen, dass die zufällige Tisch- und Sitzvergabe für das Pokerspiel unnatürlich ist (vergleiche Livepoker) und von den meisten Spielern nicht erwünscht wird"

Die zufällige Tisch- und Sitzvergabe ist genau das was dem Offline-Poker am nächsten kommt. Siehe Casino. Siehe z.B. Dorsons Blog im Mendeley Bay. Da kauft er sich ein und danach wird ihm ein Tisch zugewiesen.

tranceactor schrieb auch "Den Pokerräumen sind ja Zoomformate i.d.R. am Liebsten."

Ja, wird nach dem GlüNeuRStV nicht mehr erlaubt sein.

Oder "Sollte man die vermutlich größte Gefahr für den Spielerschutz sämtlicher Spieler ansprechen (Stichwort Rakehöchstgrenzen)? An Automaten bspw. sind ja auch viele Dinge m zumaximal möglichem Verlust an den Anbieter geregelt."

Was der Rake mit dem Spielerschutz zu tun hat, ist mir schleierhaft.
Der Rake beim Poker = Spielabgabe für das Nutzen der Software, des Service, der Dienstleistungen.

Außerdem:
"Ggf. noch Verbot von Gebühren oder anderer Auszahlungsrestriktionen (x Mal umsetzen bevor man auszahlen kann) seitens der Anbieter einzuführen, um einem "Spielzwang" vorzubeugen, weil man nicht oder nur unter Zahlung von Gebühren auszahlen kann?"

Das ist wiederum ein guter Punkt. Wobei dadurch definitiv Mehrkosten für den Anbieter entstehen und der sich diese über die Aufwandspauschalen, das Wort Gebühr dürfen nur staatliche Institutionen verwenden, wiederholt.. Oder eben den Rake für alle erhöht. Und den Rake für alle erhöhen, nur, weil ein paar wenige ständig ein- und auscashen, halte ich für nicht sinnvoll.
Es macht darüber hinaus auch für den Spieler ab Juli2021 keinen Sinn ständig ein- und auszucashen, da ab da ein Spielereinlagenschutz greift.

-------
Schaut mal.. Nicht mal mehr Multipage-Play soll möglich sein. :mdr: Weil sie eben Poker mit Casino-Bingo-Spielen gleichsetzen und das Spielregulierungs-/DB-System so gestaltet haben, dass man nur bei einem Anbieter gleichzeitig spielen darf. Und zwischen einem Anbieterwechsel mindestens ne 1h? liegen muss.
Und die lesen 100pro auch mit.

Ich wäre wie gesagt für Rohrkrepierer. Es sind noch so viele Fragen offen, die auch übers Online-Poker hinausgehen, und die holen niemanden aus der Szene ins Boot. Weil sie denken es selbst regulieren zu können und die Wissenschaftler und Lobbyisten sind ja da.
Wissenschaftler denken zu theoretisch und Lobbyisten sind nur auf den eigenen Nutzen aus.

Hätten se mich mal bezahlt, wär das Ding für alle durch; im positiven Sinne.


Antwort
Zitat

UND PS. @ Waggh. Wieso gehst du nicht auf so ne Seite wie change.org und machst da ne Petition auf, die du dann doch an Politiker addressierst?
Wobei ich eher für die Staatskanzeleien bin. Politiker sind in diesem Prozess keine wirkliche treibende Kraft.

Oder soll ich? Ich könnte am Wochenende eine aufmachen. Die müssen dann nur genügend zeichnen.


Antwort
Zitat
tranceactor
Beigetreten: 09.11.2006
Elite Grinder

Original von dbhatschlechteswifi
Es gibt auch keine. Man redet sich die Welt schön:

tranceactor schrieb "Danke fürs Versuchen! Man könnte evtl. noch erwähnen, dass die zufällige Tisch- und Sitzvergabe für das Pokerspiel unnatürlich ist (vergleiche Livepoker) und von den meisten Spielern nicht erwünscht wird"

Die zufällige Tisch- und Sitzvergabe ist genau das was dem Offline-Poker am nächsten kommt. Siehe Casino. Siehe z.B. Dorsons Blog im Mendeley Bay. Da kauft er sich ein und danach wird ihm ein Tisch zugewiesen.

tranceactor schrieb auch "Den Pokerräumen sind ja Zoomformate i.d.R. am Liebsten."

Ja, wird nach dem GlüNeuRStV nicht mehr erlaubt sein.

Oder "Sollte man die vermutlich größte Gefahr für den Spielerschutz sämtlicher Spieler ansprechen (Stichwort Rakehöchstgrenzen)? An Automaten bspw. sind ja auch viele Dinge m zumaximal möglichem Verlust an den Anbieter geregelt."

Was der Rake mit dem Spielerschutz zu tun hat, ist mir schleierhaft.
Der Rake beim Poker = Spielabgabe für das Nutzen der Software, des Service, der Dienstleistungen.

Außerdem:
"Ggf. noch Verbot von Gebühren oder anderer Auszahlungsrestriktionen (x Mal umsetzen bevor man auszahlen kann) seitens der Anbieter einzuführen, um einem "Spielzwang" vorzubeugen, weil man nicht oder nur unter Zahlung von Gebühren auszahlen kann?"

Das ist wiederum ein guter Punkt. Wobei dadurch definitiv Mehrkosten für den Anbieter entstehen und der sich diese über die Aufwandspauschalen, das Wort Gebühr dürfen nur staatliche Institutionen verwenden, wiederholt.. Oder eben den Rake für alle erhöht. Und den Rake für alle erhöhen, nur, weil ein paar wenige ständig ein- und auscashen, halte ich für nicht sinnvoll.
Es macht darüber hinaus auch für den Spieler ab Juli2021 keinen Sinn ständig ein- und auszucashen, da ab da ein Spielereinlagenschutz greift.

-------
Schaut mal.. Nicht mal mehr Multipage-Play soll möglich sein. :mdr: Weil sie eben Poker mit Casino-Bingo-Spielen gleichsetzen und das Spielregulierungs-/DB-System so gestaltet haben, dass man nur bei einem Anbieter gleichzeitig spielen darf. Und zwischen einem Anbieterwechsel mindestens ne 1h? liegen muss.
Und die lesen 100pro auch mit.

Ich wäre wie gesagt für Rohrkrepierer. Es sind noch so viele Fragen offen, die auch übers Online-Poker hinausgehen, und die holen niemanden aus der Szene ins Boot. Weil sie denken es selbst regulieren zu können und die Wissenschaftler und Lobbyisten sind ja da.
Wissenschaftler denken zu theoretisch und Lobbyisten sind nur auf den eigenen Nutzen aus.

Hätten se mich mal bezahlt, wär das Ding für alle durch; im positiven Sinne.

Guter Beitrag!
Kurz zur Erklärung:
rake ist der finanzielle Verlust des Spielers an den Anbieter. Je geringer der rake, desto weniger verliert ein Spieler, i.e. desto mehr ist er finanziell geschützt. Wenn man Spielerschutz nur als Schutz vor Spielsucht versteht, macht der rake natürlich nix aus.
Wobei man natürlich auch erwähnen sollte, dass bei zu hohem rake in Deutschland den Spielern sehr große Anreize gesetzt werden zu dann illegalen Anbietern mit geringerem rake zu flüchten, wo dem Staat dann die Steuereinnahmen fehl.. ähm.. die Spieler schlechter geschützt sind meine ich natürlich😉

Ich folge dorson nicht so und habe vermutlich auch erst um die 800-1000h live-Erfahrung (nur Europa, meist UK), aber eine komplett zufällige Vergabe von Cashgametischen und vor allem seats habe ich noch nicht mitbekommen und gerade bei festivals wie bspw. Irish open konnte man auch immer noch nach einem Tischwechsel auf dem gleichen limit fragen, was dann auch erfüllt wurde, sobald Platz frei wurde


Antwort
Zitat
dark3373
Beigetreten: 05.01.2020
Legacy Member

Ich denke,die renommierte Seiten werden die Korrektheit der Begrifflichkeit nochmal klären bzgl. Glücksspiel(slots u.À.) gegenüber Poker.Die Anbieter wären doch oder sind doch die Ertragsmaschinen für den Staat.Vielleicht hätte diese Diskussion eher kommen müssen aber besser spät als nie


Antwort
Zitat
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