hey dominik, danke für dein intensives feedback, finde es großartig, dass du dir die zeit genommen hast!
also ich werde mal auf die meisten punkte eingehen.
vorweg muss ich sagen, dass deine annahmen über die gegner teilweise recht weit an der 2010-realität vorbei sind, wo das genau zu merken ist, zeige ich gleich.
1) zum thema limping stimme ich mit dir überein. habe das nur mal gegen niki jedlicka gemacht, der 60% 3bet hatte gegen limps aber recht vorhersehbar gespielt hat.
2) sicherlich kann man auch any2 contibetten, die frage ist nur, ob das wirklich einen höheren ev bietet gegenüber smartem contibetten. es ist ja recht gut vergleichbar mit der 2nd barrel am turn, auch dort werden nicht 100% gecontibettet eben weil es smart sein kann, behind zu checken.
wir haben ja im artikel einwandfreie gründe dafür gegeben, warum man behind checken sollte: wenn du weniger als 50% equity hast und nicht genügend foldequity um dieses defizit zu überkompensieren, ist check behind ganz offensichtlich das beste play. das kommt auch gar nicht sooo selten vor, wie du vielleicht annimmst. gerade gegen gegner, die mit schlechteren händen auf bestimmten boards bluffen und die besseren auch nicht aufgeben.
3) i) das hast du schon in einem anderen thread erwähnt und ich sehe dort keine kausalität, wenn beide spieler eine 90%-range preflop spielen
ii) was nützt dir die position, wenn du einfach blind bettest?
iii) ich glaube nicht, dass dieses argument viel bringt. es geht doch letztlich darum die eigene hand gegen seine range so gut wie möglich zu spielen. bloß weil du selber alles haben kannst, kann er dennoch recht einfach dagegen spielen
iv) nun, 1. hast du dann vermutlich ein balancingleak und 2. ist das nicht unbedingt schlimm, wenn du dir darüber im klaren bist, was für informationen du ihm preisgibst und demetsprechend daraus schließt, wie er welchen teil seiner range spielt. dann kannst du immernoch perfekt adapten. information preisgeben ist nicht per se schlecht, wenn man bedenkt, dass man das auch zu seinem vorteil nutzen kann. einfachstes beispiel: du spielst c/c c/c im BB und der gegner WEIß(!), dass du hier auf ne absolute blank am river nicht folden wirst, dann kannst du gerade deshalb folden, weil er ja niemals bluffen wird. schwierig wird es dann, wenn er weiß, dass du gerade deshalb folden kannst und darum anfängt wieder bluffs in seine range einzubauen.
v) du ignorierst den fakt, dass du durch sein turnplay auch informationen bekommst und das ganze einfach strategische vorteile bietet. wo ist der unterschied zwischen b/c flop und cb flop call turn? richtig: du kannst deine equity realisieren, was DER kernvorteil vom spiel in position ist. mit blindem contibetten am flop nimmst du dir gegen sehr aggressive c/raiser am flop häufig diesen vorteil.
4) sorry dominik, aber das ist schlichtweg falsch. das mag vielleicht gegen absolute fische stimmen, aber du kannst ja gern mal gegen mich HU spielen und dort any 2 bluffen...
du überschätzt allgemein die bedeutung von bluffs in meinen augen. heutzutage gewinnt selten der, der ein paar pötte mehr blufft, sondern der, der mehr value aus seinem gegner extrahiert, weniger sinnlose bets durch bluffs rausbläst und besser auf seinen spielstil im allgemeinen adapted.
cb flop ist wie gesagt in vielen belangen sehr gut vergleichbar mit dem cb am turn: du repräsentierst schon einen gewissen showdown-value und deshalb wird dein gegner nicht unendlich viel bluffen. ich bin sogar momentan der meinung, dass es gegen die meisten gegner sinnvoll ist gegen ihre check behinds GAR nicht zu bluffen. das zeigt eigtl schon wie way off deine argumentation ist. cb flop ist der 1. schritt zum showdown ähnlich wie ne 3bet preflop oder n c/r am flop.
und noch kurz zu dem abschnitt unter "desweiteren": cb flop muss nicht unbedingt bedeuten, dass du einen kleineren pot spielst als mit einer contibet. gegenüber bet bet bet verlierst du nur 0,5BB, also 1/7 des pots, was fast zu vernachlässigen ist, wenn du dadurch ab und zu hände gewinnst, die du sonst nicht gewonnen hättest und du ab und zu extra value generierst dadurch dass er am turn nen bluff macht, wo er auf ne contibet gefoldet hätte oder oder oder. du beleuchtest nur die nachteile und ignorierst dabei die vorteile.
ich sage nicht, dass man gegen jeden gegner behind checken muss, aber es kann gegen viele gegner in recht vielen situationen die line mit dem höchsten ev sein. in vielen situationen ist eine contibet besser, dann sollte man sie setzen, so einfach kann es sein D;