Ich hab mir mal den Artikel zur optimalen Startbankroll durchgelesen und muss sagen: Hübsche Pseudowissenschaft. 
In meinen Augen ist das hauptsächlich Bauernfängerei, um Leuten mit hübschen Graphen zu zeigen: Guckt mal, wir können euch sogar beweisen, dass das Angebot, das ihr von uns kriegt, optimal ist. Gebt mir nen Tag Zeit, dann bastel ich euch auch n paar Parameter zusammen, die beweisen, dass 100$ sehr viel besser für alle beteiligten wären... 
Ich will Hasenbraten da nicht an den Karren fahren, seine anderen Artikel und Videos find ich hervorragend. Aber das Ding geht in meinen Augen gar nicht. Mal ein paar Details:
Das Modell an sich ist schon mal sehr ungenau. Lineare Skillsprünge zwischen den Limits anzunehmen halte ich für nicht angebracht. Dazu kommt, dass man auf einem höheren Limit auch mehr dazulernt, als es auf einem niedrigeren Limit der Fall ist. Entsprechend kann eine Skillfunktion, die nur von der Zeit, nicht aber vom gespielten Limit abhängt, nicht mal für ein vereinfachtes Modell eine vernünftige Abbildung der Realität darstellen. Es ist durchaus ok, ein Modell zu vereinfachen (ist ja auch der Sinn dahinter), aber die relevanten Sachen sollten schon drinbleiben. Mit dieser Änderung würde ich große Abweichungen der Kurven für die Spielertypen B und C erwarten. (Wobei man ehrlicherweise auch das momentane Wissen mit einbeziehen müsste: Ein Spieler, der NL2 nicht schlägt, wird auf NL100 vermutlich nicht wesentlich mehr dazulernen als auf NL5...)
Dazu kommt dann die willkürliche Festlegung der Skillfunktion. Ok, die geht irgendwann in Sättigung. Aber wenn man nen Satz liest wie "Es wurde nicht genau die Wurzelfunktion gewählt, um die Schnitte durch die Break-Even-Werte der unterschiedlichen Limits plausibler zu gestalten." fühlt man sich ehrlich gesagt verarscht. Übersetzt klingt das nach "es wurde dieser Parameter gewählt, weil sich damit das gewünscht Ergebnis am besten erzielen lies". Auch wenn darauf hingewiesen wird, dass Änderungen nur geringe Einflüsse haben, wär doch interessant, wie diese Einflüsse aussehen - daran lässt sich dann nämlich durchaus abschätzen, wie gut dieses Modell nun wirklich ist.
Die äquidistanten Skillunterschiede möchte ich so dann auch nicht unbedingt unterschreiben, aber gut, das kann man mit der Skillfunktion ja hindrehen. Fakt ist dabei aber: Es gibt in dem Artikel keinerlei Motivation, warum diese Parameter so gewählt wurden. Ich kann also bestenfalls ne Tendenz ablesen: "Wenn man lang genug spielt ist es irgendwann egal, mit wie viel Kohle ich angefangen hat." Das aber auf konkrete Werte (beispielsweise das Startkapital) zu übertragen, halte ich für gewagt.
Gerade der Zeitfaktor wurde im Artikel nämlich gar nicht beachtet. Das führt so weit, dass die Zeitachse nicht mal beschriftet wurde - wenn ich gemein wäre könnt ich behaupten, jeder Graph besteht aus ner anderen Zahl von Zeitschritten.
Ich denke, wir sind uns einzig, dass zwischen den einzelnen Spielertypen erst nach einer gewissen Spielzeit anfangs auftretende Unterschiede auftreten. Entsprächend wäre es sehr interessant, nach welcher Zeit man sich im späten Bereich des Graphen befindet - respektive nach welcher Zahl von gespielten Händen. Ansonsten taugt dieses Modell eben für nicht mehr als ich es oben angesprochen habe, da man nicht weiß, ob ein durchschnittlicher Pokerstratege den Endbereich des Graphen in einem durchschnittlichen Pokerstrategenleben überhaupt erreichen kann.
Also ist die Aussage dieser riesigen Abhandlung zusammengefasst: Wenn man lang genug wartet ist es egal, wie viel Geld man am Anfang hatte. Dann kann dieser Artikel aber nicht klären, ob die 50$ ausreichend sind oder nicht. Denn die einzige Gefahr, dass sie nicht reichen, besteht darin, broke zu gehen. Die Frage müsste also lauten: Wie viel Geld brauche ich mindestens, damit es bei dem Skill, den man nach den Einsteigerartikeln hat, unwahrscheinlich genug ist, bei vernünftigem BRM (unter Annahme eines kleinsten vorhandenen Limits, das ich möglicherweise noch nicht schlage) broke zu gehen? Dass ich dabei aber die Varianz nicht außer acht lassen kann, liegt denk ich auf der Hand...
Falls jemand doch mehr aus diesem Artikel rauslesen kann (oder meine Argumentation irgendwo daneben ist), lass ich mich in meiner Ansicht gern berichtigen.