Noch ein paar Gedanken zur Verteidigung gegen 3-Bets:
a.) 4-bet Bluffs
Ein 4-bet Bluff sollte in ca 66% der Fälle (abhängig von den eff. Stacksizes) erfolgreich sein, damit er +EV ist.
(Gewinn*x)-(Verlust*(1-x))
(G*x)-(V*(1-x))
x> V/G+V
Hero bluff 4-bettet, in der Absicht, gegen jede weitere Action(shove, Villain wird 4-bet nicht callen, sonder shoven bzw. folden) zu folden.
Hat Villain eine 3-betting range von 12% (ca. AA-77,AKs-A2s,KQs-KJs,QJs,JTs,AKo-AJo,KQo), so darf er nur ca. 4% seiner Range callen. ( Top 4% wären ca. 99+, AK+)
Der 4-bet Bluff funktioniert nur gegen Spieler mit einer unballanced 3-betting Range. Diese Spieler 3-betten sehr light, bzw. bluff 3-betten zuviel, haben aber zu wenig Hände in ihrer Range, mit denen sie gegen eine 4-Bet bestehen können. ( es besteht noch die Gefahr des Bluff shoves von Villain)
Beispiel:
Hero (BU), Villain (SB)
Hero raises to 3, Villain raises to 10, BB folds, Hero raises to 31....
Im Pot sind 42$, Hero setzt 28$ (sein möglicher Verlust) um 14$ zu gewinnen (42-18), daraus ergibt sich:
FE(x)> V/G+V
28/(14+28)
=0.66
FE(x) muss grösser 66% sein, damit der move profitabel ist.
Die min 4-bet:
Hier raist Hero nicht auf Potsize, sondern nur auf 20$ (minraise)
Nun sind 31$ im Pot, Hero setzt 17$ um 14$ zu gewinnen.
17/(17+14)
=0.55
Hero benötigt bei einer min 4-bet noch 55% FE.
Wenn eine Bet oder ein Raise uns committen würde, einen shove zu callen, sollten wir grundsätzlich eine kleinere Bet machen, mit der wir uns nicht committen, oder selbst shoven.
Vermutung:
Wenn wir denken, dass Villain sehr viele bluffs in seiner 3-betting Range hat, da er sehr light 3-bettet, aber eine sehr tighte shoving range hat, also auf unsere bluff 4-bet sehr häufig foldet, so ist eine min 4-bet für Hero günstiger, da er weniger investiert.-> Der Gegner wird seine Bluffs gegen weitere Action folden, es reicht schon eine kleine 4-bet um den gleichen Effekt zu erzielen, wie bei einem Pot Size raise. (im Prinzip exploiten wir ein leak des Gegners, müssen also reads haben, dass der Gegner tatsächlich dieses leak hat, sonst wird der move schnell -EV)
Der bessere Weg, sich gegen lighte 3-bet zu verteidigen:
Hero OOP vs. light 3 better -> openraising Range tighter machen.
Defenden mit AJs+, AQo+, kl. PPs mit denen Hero glaubt, vs Range von Villain vorne zu liegen.
Hat Villain balanced 3-betting Range und shoved mit TT+, AQ+, können wir mit einer weiten Range 4-betten und einen push callen. Wir brauchen ca. 33% EQ gegen die range des gegners für einen Call.
TT+, AQ+:
33% EQ haben wir mit 22+, AQs+, KJs, AQo
b.) 3-bets Callen
Wir können eine 3-bet nicht profitabel alleine wegen den pot odds callen. Eine fit or fold Strategie funktioniert nicht gegen 3-bets.
Hände mit denen wir 3-bets callen
QQ+, AK ->wir wollen den Gegner trappen (HU)
KJs+,99+, AQo ->wir haben position und es ist dead money im pot
SCs, suited one gappers, kleinere suited Aces, PPs ->fungieren als Bluff stopper. Wir möchten Villains 3-bet Range verändern. Er wird OOP weniger geneigt sein zu 3-betten, wenn er weiss, das er oft gecallt wird. Er wird deshalb eine tightere Range 3-betten, bzw. seltener bluffen.
* Bei eff. stacksizes von 100bb spielt position eine zentrale Rolle. Wenn wir position haben, ist es einfacher, Hände zum SD zu bekommen und wir können besser Druck auf den Gegner ausüben.
* oft auto c-betten die Gegner in 3-bet pötten. Das können wir ausnutzen, denn wenn wir schon vorher (preflop) wissen, was unser Gegner auf der nächsten Strasse machen wird, hat er ein Leak. Villain verbessert hier unsere Odds, da wir wissen, dass er am flop Geld in den Pot inverstieren wird-> wir können mit einer weiteren range preflop callen. Hände wie KJs+, 99+, AQo gewinnen deutlich an wert.
* bei höheren eff. stack sizes erhöht sich der postflop Value von Händen, die nut like flops treffen können.
Postflop
Ohne history können wir strong draws shoven und strong made hands slow playen. Wenn wir den Read haben, dass Villain oft double barrelt, macht es Sinn beides am Turn zu shoven.
Dadurch, dass wir unsere Shoving range am Turn erweitern, verändern wir die Dynamik und zwingen Villain, zu weniger double barrels.-> er wird seine barrel Range verändern, weniger bluffen.
Haben wir den Flop nicht optimal getroffen aber möchten mit unserer Hand um einen mittelgroßen Pot spielen, haben wir das Problem, dass der Pot schon recht groß ist. Wir sollten unseren Gegner genau im Auge behalten und nicht den Fehler begehen, nur die absolute Stärke satt der relativen Stärke unserer Hand zu spielen. Das würde uns nämlich in situationen bringen, in denen wir zu oft callen, um am Turn neu zu evaluieren. Man kann callen um am Turn neu zu evaluieren, wenn man denkt, das Villain oft aufgibt oder auf pot control spielt, andernfalls riskiert man, zu oft die beste Hand zu folden.
* ist die board Textur so beschaffen, dass Villain seine ganze Range c-bettet, sollten wir immer callen.
* ist die Board Textur so beschaffen, dass Villain eher mit seinen strong Hands c-bettet, sollten wir eher folden.
* auf sehr drawlastigen Boards, können wir einen shove for Value in Betracht ziehen.
Da der Pot schon groß ist, können wir am Flop nicht mit vielen Händen (re) bluffen, ohne uns zu committen.