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[Geschlossen] NL4 - TT Gedanken eines Neulings

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PartyGaming - $0.04 NL (6 max) - Holdem - 5 players
Hand converted by PokerTracker 3

UTG: $1.43
CO: $5.70
BTN: $4.33
Hero (SB): $5.51
BB: $4.06

Hero posts SB $0.02, BB posts BB $0.04

Pre Flop: ($0.06) Hero has T♥ T♣

fold, CO raises to $0.16, fold, Hero calls $0.14, fold

Flop: ($0.36, 2 players) 7♣ A♥ T♠
Hero checks, CO checks

Turn: ($0.36, 2 players) K♦
Hero bets $0.20, CO calls $0.20

River: ($0.76, 2 players) 4♣
Hero bets $0.64, CO raises to $1.98, Hero raises to $5.15 and is all-in, CO calls $3.17

Villain spielt zu diesem Zeitpunkt
16/13/2.00/172

Der grosse Fehler liegt hier denke ich im preflop-Spiel. Ich werde mit einem Raise aus LP konfrontiert. Villain hat einen LP-PFR von 22%. Mit meinen TT liege ich hier denke ich vorne und sollte 3betten aus folgenden Gruenden:
- Welchen Flop moechte ich sehen?
- Entweder einen Flop, an dem ich ein Overpair halte
- oder einen Flop, an dem ich mein Set treffe
- beide Szenarien sind denke ich recht selten, denn mein Set treffe ich
nur in einem von 7,5 Faellen, und Overcards kommen ebenfalls zu oft
- Wie soll es am Flop weitergehen?
- Ich halte preflop eine Hand, die wahrscheinlich die Beste ist, am Flop
wahrscheinlich nicht mehr unbedingt gut ist
- Ich spiele am Flop gegen den PF-Aggressor OOP und finde mich in einer
schwierigen Situation wieder

Alles in allem sollte ich denke ich preflop 3betten, um entweder die 5BB im Pot einzusammeln, oder aber wenigstens am Flop mit Initiative und einer moeglichen C-Bet den Pot unimproved einzusammeln. Sollte ich jedoch einen der fuer mich guenstigen Flops treffen, ist es leichter AI zu kommen und mit einer starken Hand einen grossen Pot einzusammeln.

So wie die Hand gespielt wurde, kommt nun meine Frage. Ich treffe den Flop optimal. In der Hoffnung, dass mich Ax nun ausbezahlt, checke ich zu Villain. Dieser spielt in 67% eine CBet, die ich mit dem Plan am Turn dann AI zu kommen nur callen wuerde. Hat er in diesem Fall aber nicht. Er checkt behind. Sollte ich den Flop im Headsup OOP selber anspielen, um zu hoffen, dass Villain ein A haelt und mitgeht? Wenn er aber nur als Steal geraised hat preflop, dann bekomme ich nicht viel aus ihm raus. Denke, seine CBet-Rate ist hoch genug, um c/c zu spielen, oder?

Am Turn kommt der K. Jetzt sollte ich nach dem check behind denke ich versuchen etwas Geld in die Mitte zu bekommen und ihm nicht noch eine Freecard zu geben, denn dann koennte er mit Q oder J seine Straight zusammenzaubern. Ausserdem ist mit dem K jetzt eine weitere Karte da, mit der er mich evtl. ausbezahlt. Der Plan geht auch soweit auf.

Der River ist blank. Was nun? Ich denke auch hier geht die Bet in Ordnung. Allerdings bekomme ich hier einen Raise. Wie sollte man jetzt spielen? Was koennte Villain haben? AA, KK, AK, AQ, QJ, 77 sinde denke ich am ehesten in seiner Range. Hier liege ich gegen 3 von 6 Handkombinationen vorn. Ist ein Call hier sinnvoller als ein Push? Vermutlich ja. Was gebt ihr ihm hier fuer eine Handrange?

Habe ich die Hand einigermassen sinnig auseinandergenommen? Wie seht ihr das? Wie wuerdet ihr sie spielen, bzw. ab dem Flop spielen?


21 replies
oers
Joined: 21.12.2007

das problem ist, dass wenn du gegen sein openraisingrange vorne bist, noch lange nicht gegen seine 3betcallingrange vorne sein musst

wenn er eine große callingrange hat, dann 3bette ich das preflop 4 value
wenn nicht, calle ich preflop und c/r oder donke je nach board und gegner am flop
a high boards werden hu eigentlich zu 99% gecbettet, da würde ich nie donken

odds für set sind 7,5:1 also jedes 8,5x machst du set

ich spiele turn größer an und calle das raise am river wohl nur, weil ich immer denke, dass die leute am river hier kaum was schlechteres raisen werden und dann auf ein reraise noch callen
aber ist nl4, da weiß man nie

AA, KK, AK, AQ, QJ, 77
meinst du, dass er ak und aq am flop behind checkt?
denke, ich nicht
AT würde ich schon eher zutrauen, dass er so was behind checkt, weil du ja eigentlich nichts haben kannst auf dem flop, wenn er schon top2 hat
das sind aber nur 3 kombos
77 wird er auch nicht am flop behind checken, weil er damit geld in den pot bekommen will
qj ist auch so eine sache, ob er sich da tatsächlich mit dem 4 outer den check behind nimmt, bin ich mir auch nicht so sicher
kk 4 potcontrol wäre aber eine möglichkeit


SpeedyBK
Joined: 05.02.2006

Postflop finde ich gut gespielt. Am Turn könnte man schon etwas größer betten, aber sonst passt das.

Am River ist halt die Frage, welche bessere Hand wird der hier raisen? AA und KK past imo nicht zu villains line. Das hätte er meist schon auf Flop oder Turn aggresiver gespielt. Bleibt also als einzige Hand, vor der man angst haben müsste QJ. Und das ist dann doch sehr wenig.

Preflop kann man halt schon 3-betten. Klar ist villains Raising range und seine 3-Bettingrange eine andere. Aber Postflop haben wir halt den Positionsnachteil und zudem eine Hand mit einer miesen playability. Zudem kann man Preflop mit der 3-Bet und dann auch mit einer Contibet den Pot oft mitnehmen.


knorki
Joined: 10.07.2008

Original von SpeedyBK
Preflop kann man halt schon 3-betten. Klar ist villains Raising range und seine 3-Bettingrange eine andere. Aber Postflop haben wir halt den Positionsnachteil und zudem eine Hand mit einer miesen playability. Zudem kann man Preflop mit der 3-Bet und dann auch mit einer Contibet den Pot oft mitnehmen.

Ich gebe dir schon recht das eine 3b das Spiel für uns einfacher gestaltet aus genannten Gründen. Aber gegen Unknown müssen wir einfach davon ausgehen, dass wir TT mit einer 3b in einen Bluff turnen.

Zumal er auf 172 Hände 16/13 spielt, da wird er auf 3b's tendenziell wohl eher nicht 88-99, AJ-AQ callen - kann natürlich sein, aber die ersten Infos die wir haben sprechen eher dagegen, sodass wir keine value3bet haben.

Die Argumente:
- wir haben dann den Positionsnachteil nicht mehr so stark
- eine Hand mit mieser playability
- wir gewinnen oft durch die FE der 3bet oder cbet

greifen alle auch mit 72o etwas überspitzt gedacht. Daher finde ich die 3bet mit TT hier eher keine gute Idee.

Ist es nicht viel wichtiger eine klare Linie zu ziehen zwischen Bluff- und Value3bet? Sprich polarisiert zu 3betten?

Natürlich ist es hier nicht einfach nach einem coldcall preflop die Hand gegen den PFA OOP zu spielen, aber das ist für mich einfach nicht Grund genug die Hand - vermutlich - in einen Bluff zu turnen.


Macht eine 3Bet nicht gerade gegen solche Gegner schon einen Sinn?
Ich meine, wenn ich mit TT 3bette, dann legt er denke ich auch Haende wie AJ, AQ, KQ etc. weg, gegen die ich einen Flip haette. Gegen seine 3Bet-Calling-Range liege ich mit TT sicherlich hinten, das heisst schon, dass ich meine eigentlich recht starke preflop-Hand bereits vor den ersten Communitycards in einen Bluff turne, das sehe ich ja ein. Aber TT hat wie ihr schon sagtet postflop eine ziemlich miese playabitlity, so dass ich doch schon zufrieden sein kann, wenn ich den Pot preflop einsammeln kann.
Sollte das nicht klappen, bleibt immer noch die Chance mit ner CBet das Dingen mitzunehmen. Bleibt Villain dann immer noch in der Hand, kann ich meine TT unimproved ziemlich gut weglegen. Mit einem Set ist es aber deutlich leichter das komplette Geld in die Mitte zu bekommen.

Ich denke eine 3Bet mit einer Hand, die postflop eine eher schwache Playability hat, ist sicherlich nicht sonderlich sinnvoll gegen loose Gegner, die auch oft mal eine 3Bet callen, da wir dann eben die Probleme postflop bekommen. Aber gegen einen eher tighten Spieler, der preflop auch mal einige Haende weglegt, kann es denke ich schon Sinn machen.

Wie man das Equitytechnisch ausrechnet, weiss ich leider nicht. Vielleicht kann das auch mal einer Erklaeren.

Sehe ich die Sache denn falsch?


knorki
Joined: 10.07.2008

Das ist natürlich alles richtig was du sagst.

Aber wenn die Argumentation ist, dass er tight ist und demnach viel auf deine 3b's folden wird, brauche ich nicht TT in einen Bluff zu turnen. Dann 3bette ich ihn mit T9s, da greifen die Argumente ebenfalls und ich kann mit TT postflop spielen. Auch wenns zugegebenermaßen halt nicht einfach ist.


Genau da liegt ja das Problem. Ich bin Anfaenger und moechte schwierigen Situationen nach Moeglichkeit aus dem Weg gehen, noch...

Haende wie 22-99 sind postflop deutlich leichter zu spielen, mMn. Damit kannst du ohne weiteres auf Setvalue callen und dann unimproved auch mal weglegen. Mit diesen Haenden liegst du ja auch gegen viele andere Haende, die preflop gespielt werden in nem Flip. Aus den paar Wochen, die ich jetzt spiele, habe ich mitgenommen, dass Haende wie AT, AJ, KJ oder auch KT um einiges oefter gespielt werden, als A9 oder K9. Das heisst mit TT oder JJ kannst du Equitytechnisch auch gegen AJ oder AT halt nochmal sehr gut dastehen preflop. Mit 99 liegst du aber meist besetenfalls bei 50:50, wenn die Gegner AT oder AJ halten. Deswegen finde ich persoenlich es angenehmer mit kleineren PP postflop zu spielen.
Mit TT und JJ habe ich halt einige Problem, die ich postflop nicht wirklich loesen kann, weil mir einfach das Spielverstaendnis noch fehlt. In diesem konkreten Beispiel war es ja gut, dass ich mein Set getroffen habe. Aber was mache ich, wenn der Flop
AJ5r oder A58r kommt.
In der einen Situation sehe ich 2 Overcards, die mir das Leben schwer machen, und ich muss micht von einer doch recht starken Hand, mit der ich recht haeuffig 5BB preflop gewinnen kann verabschieden, und verliere 4BB. In der anderen Situation spiele ich mit TT als 2nd Pair zwar eine gute Hand, die aber schon lange nahezu tot sein kann, weil Ax nahezu immer in Villains OR-Range liegt. Hier muesste man dann ja nach wa/wb spielen, und macht sich das Leben selber schwer.

Mit kleineren PP sieht es mMn auch ganz anders aus, was den favorisierten Gegnertyp fuer 3Bets angeht. Gegen loose Gegner 3bette ich doch lieber mit kleineren Paaren, da sie oft genug eine marginale Hand weglegen, durch ihre doch recht weiter OR-Range. Mit TT oder JJ liege ich auch oft genug noch gut, wenn ich preflop nur calle.

Vielleicht kann man das Ganze ja mal durchspielen:

Wie spielt ihr in folgenden Situationen? Ausgangspunkt ist einmal TT und einmal 88 (das "X" im Flop steht fuer das Set, also entweder T oder 8)

1. Villain spielt 16/13/2/22 auf 500 Haende

a) Flop AX5r, Turn K
b) Flop AJ5r, Turn K
c) Flop A75r, Turn K

2. Villain spielt 30/20/2/28 auf 500 Haende

a) Flop AX5r, Turn K
b) Flop AJ5r, Turn K
c) Flop A75r, Turn K

3. Villain spielt 30/4/0,3/14 auf 500 Haende

a) Flop AX5r, Turn K
b) Flop AJ5r, Turn K
c) Flop A75r, Turn K

Vielleicht hilft das etwas weiter. Vielleicht verstehe ich auch einfach nicht, wie ihr das meint. TT ist sicherlich in einem 3betted Pot ein Bluff, aber wenn ich das preflop nur calle, und der Flop mit ein, oder sogar zwei Overcards kommt, dass wird es eh ein Bluff, oder nicht?


oers
Joined: 21.12.2007

Original von knorki
Ist es nicht viel wichtiger eine klare Linie zu ziehen zwischen Bluff- und Value3bet? Sprich polarisiert zu 3betten?

oop halte ich nicht viel von polarisiert 3betten, weil mmn zu viel ip auf 3bets gecallt wird und wenn dann villain nicht immer auf die cbet foldet, will ich am turn nicht unbedingt mit 75s oder sowas dastehen

@CallYaDown83
du willst dir hier mmn zu sehr ein kochrezept machen
das wird aber nichts bringen

weil wie gesagt viele sachen auf die preflopentscheidung einfluß haben
3betcalling range, fold to cbet im 3bet pot

für den call sind halt auch sachen wie cbet, turnbet etc. von villain wichtig
cbettet er bsw. zu viel, dann calle ich halt preflop und c/r viel boards
und spielt er im 3bet pot fit or fold, dann 3bette ich ihn halt und cbette 100%

im prinzip ist die frage, kannst du preflop tt 4 value raisen
als bluff würde ich es einfach nicht machen

Original von CallYaDown83
Haende wie 22-99 sind postflop deutlich leichter zu spielen, mMn. Damit kannst du ohne weiteres auf Setvalue callen und dann unimproved auch mal weglegen

du kannst gegen bu openraise nicht pp einfach immer auf setvalue callen
da wirst du auf lange sicht sehr wahrscheinlich minus machen
da musst du preflop auch mal einen pot angreifen ohne set

Original von SpeedyBK
Aber Postflop haben wir halt den Positionsnachteil und zudem eine Hand mit einer miesen playability. Zudem kann man Preflop mit der 3-Bet und dann auch mit einer Contibet den Pot oft mitnehmen.

wenn das so ist, könnte ich ja any2 oop 3betten
und playability von tt finde ich jetzt nicht so mies


knorki
Joined: 10.07.2008

Original von oers

Original von knorki
Ist es nicht viel wichtiger eine klare Linie zu ziehen zwischen Bluff- und Value3bet? Sprich polarisiert zu 3betten?

oop halte ich nicht viel von polarisiert 3betten, weil mmn zu viel ip auf 3bets gecallt wird und wenn dann villain nicht immer auf die cbet foldet, will ich am turn nicht unbedingt mit 75s oder sowas dastehen

Polarisiert zu 3betten bedeutet ja nicht auf Teufel komm raus jeden SC gegen any V zu 3betten. Damit meine ich lediglich das ich es wichtig finde, eine klare Linie zwischen einer value3bet und einer bluff3bet zu ziehen.

Wenn ich value3bette, will ich wissen das V schlechteres called und/oder 4bettet.
Wenn ich bluff3bette, will ich wissen das V in der Lage ist besseres zu folden.

Wenn jemand IP viel auf 3bets called, verschiebe ich eben das Verhältnis von value3bet (Range wird größer, TT-JJ, AQ kommen dazu beispielsweise) und ich verkleinere meine Range mit der ich bluff3bette.

Und das nach jeder bluff3bet eine cbet kommt, halte ich auch für eine vage Aussage ;)

Ich finde es einfach schrecklich TT gegen Unknown zu 3betten ohne zu wissen ob ich das jetzt for value mache oder als bluff. Gegen eine 4bet hab ich keinen Plan was zutun ist, bei nem call komme ich in noch thougere Spots, eben weil die klare Grenze fehlt. Und das nur weil ich mir das Spiel einfacher gestalten möchte? Ein ziemlich hoher Preis imo.


Das man sich hier nicht einfach ein Kochrezept zurechtlegen kann, ist denke ich klar. Dafuer ist es ein dynamisches Spiel, mit vielen unterschiedlichen Facetten und Gegnern, die man beruecksichtigen muss, um am Ende besser zu sein als der Rest. So wollte ich das auch gar nicht darstellen. Es ist mir schon klar, dass ich beispielsweise mit 99 gegen einen OR vom Button aus den Blinds nicht immer auf Setvalue callen kann, sondern auch mal dagegen halten muss. Aber dazu versuche ich mir halt die besten Spots auszusuchen. Wenn jemand in 200 Haenden nicht einmal vom Button das Spiel eroeffnet hat, werde ich nen Teufel tun, und das Dingen mitspielen. Wenn hingegen jemand die letzten 30 Runden das ganze Spiel 25 Mal getan hat, muss man auch mal dagegen halten. Das ist logisch.

Andersrum siehts ja genauso aus. Wenn ich vom Button openraise und Villain mich zum 7. oder 8. mal aus den Blinds 3bettet, werde ich meine 4betting-Range auch anpassen muessen.

Vielleicht bleibe ich ja einfach dusselig, aber in dieser konkreten Hand sehen es einige als Fehler an, dass ich einfach nur gecallt habe, andere sagen, es waere Richtig, der Fehler laege darin, dass ich mir Gedanken darueber gemacht habe, dass eine 3Bet evtl. in Frage gekommen waere fuer mich.

Ich versuche nochmal zusammenzufassen, was bis jetzt fuer, und was gegen eine 3Bet spricht (einfach als Liste, ohne Wertung).

Pro 3Bet:
- man erzeugt FoldEquity --> Man gewinnt preflop
- man kann den Pot am Flop unimproved mit einer CBet mitnehmen
- das postflop-Spiel wird einfacher (ist denke ich gerade fuer Anfaenger nicht unerheblich)
- man hat die Initiative und gleicht den Positionsnachteil dadurch etwas aus

Kontra 3Bet:
- man turnt seine eigentlich starke Hand preflop in einen Bluff
- man weiss nicht, wo man gegen seine 3Bet-Calling-Range steht
- TT passt nicht, wenn man seine 3Bets polarisieren moechte
- Man spielt OOP, wenn man gecallt wird.

Das sind im Prinzip 4 Argumente fuer und 4 Argumente gegen eine 3Bet. Ich weiss nicht, ob es uns fuer diesen konkreten Fall weiter bringt, wenn ich noch mehr Stats zu Villain poste, wie Call3Bet (29% overall/33% aus LP), 4Bet (0%), Fold to CBet (0%), Attempt to Steal (34% aus LP), etc. Alles halt auf die paar Haende.
Ich verstehe ja eure Argumente alle, auch dass ich nicht von seiner PFR ausgehen darf in LP oder seiner Stealrange, sondern von seiner Call3Bet-Range. Aber wenn ich das mal ueberschlage, dann bin ich mit TT noch knapp 65:35 Favorit, womit es wieder eine Value-3Bet waere, oder? Selbst wenn ich seine overall-3BetCall-Range nehme verschiebt sich das Verhaeltnis nur um 2 oder 3 Prozent zu seinen Gunsten, oder nicht?
An dieser Stelle noch ne ernsthafte Frage: Wenn man Bluff3Bets und Value3Bets deutlich voneinander trennen sollte, wie gross sollte die Favoritenrolle denn sein? Oder wird das gar nicht an Villains Range gemessen?

Das Hauptargument, was hier immer wieder angebracht wird, ist ja, dass ich meine Hand in einen Bluff verwandle, wenn ich das preflop 3Bette. Aber was mache ich denn, wenn ich am Flop auf ein oder zwei der vielen Karten treffe, die ich nicht sehen moechte? Dann muss ich meine eigentlich starke Hand aufgeben, oder ich turne sie jetzt in einen Bluff. TT hat ja nunmal die Problematik, dass sie preflop recht stark ist, aber ab dem Flop enorm an Wert verliert, wenn man nicht improved. Ich tu mich da immer noch n bisl schwer.
Ausserdem steht doch ueberall, dass man seine guten Haende aggresiv spielen soll. Und TT im Blinddefense ist ja nun mal keine schwache Hand.


Original von CallYaDown83

Pro 3Bet:
- man erzeugt FoldEquity --> Man gewinnt preflop
- man kann den Pot am Flop unimproved mit einer CBet mitnehmen
- das postflop-Spiel wird einfacher (ist denke ich gerade fuer Anfaenger nicht unerheblich)
- man hat die Initiative und gleicht den Positionsnachteil dadurch etwas aus

Kontra 3Bet:
- man turnt seine eigentlich starke Hand preflop in einen Bluff
- man weiss nicht, wo man gegen seine 3Bet-Calling-Range steht
- TT passt nicht, wenn man seine 3Bets polarisieren moechte
- Man spielt OOP, wenn man gecallt wird.

quote]

Pro 3 bet

1. will ich hier den Pott mit TT überhaupt preflop mitnehmen? (ist TT nicht auch oop stark genung um postflop einige pötte zu gewinnen) ?

2.natürlich kannst du den Flop oft mit ner c bet mitnehmen aber callt er die, wird das spiel am Turn echt triki!

3.Postflop ist das spiel in nem 3bet pot deutlich schwerer.

4. damit hast du recht.

ne frage was meist du mit 3 bet polarisieren?


Mit 3BEt polarisieren meinen die denke ich, dass du entweder wirklich starke Haende, oder einigermassen schwache HAende 3bettest, damit du sicher bist, ob du 4 value oder als bluff 3bettest, wenn ich das richtig verstanden habe. Habe ich auch erst hier im thread gelernt


Original von CallYaDown83
Mit 3BEt polarisieren meinen die denke ich, dass du entweder wirklich starke Haende, oder einigermassen schwache HAende 3bettest, damit du sicher bist, ob du 4 value oder als bluff 3bettest, wenn ich das richtig verstanden habe. Habe ich auch erst hier im thread gelernt

schon klar, aber das ist nl10!
ich glaube nicht das V so weit denkt.
Auf nl10 gibt dir V eher AT als 45s


Das ist sogar nur NL4...

Vielleicht kann hier nochmal ein Handbewerter mit in die Diskussion einsteigen.


SonMokuh
Joined: 21.04.2010

Wenn's einfach sein soll, warum dann nicht ganz normal for setvalue callen? Oftmals hat man ja am Flop auch noch ein Overpair, d.h. man kann durchaus auch mal weiterspielen. Weiss jemand wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, mit TT am Flop ein Overpair zu haben? Bzw. wie man das berechnet?
Ich würde eher ab JJ bzw. mit 67s oder sowas 3betten. Suited Connectors aber nur wenn ich sicher weiss, dass der Gegner ein TAG ist.


jo weiß ich ;)

für nur eine overcard 76,61%


SonMokuh
Joined: 21.04.2010

Und für's overpair? Wie rechnet man das?


oers
Joined: 21.12.2007

du rechnest normalerweise so
wenn du 1010 hast, von 50 cards left sind 16 also overcards und 34 undercards
du errechnst die wahrscheinlichkeit, dass die 3 karten im flop undercards sind und ziehst den wert von 1 ab
also 34 von 50 karten sind gut, dann sind bei der zweiten nur noch 33 gute karten im deck und insgesamt auch nur noch 49, bei der 3ten karte dann das selbe spiel
1-((34/50)*(33/49)*(32/48)) = 0,695

zu 69,5% kommt mit tt eine overcard aber das schließt nicht aus, dass du set hast

wie gesagt, ich halte oop nichts von polarisiert 3betten ohne read, dass er viel auf die 3bet oder cbet foldet


knorki
Joined: 10.07.2008

Original von CallYaDown83
Vielleicht bleibe ich ja einfach dusselig, aber in dieser konkreten Hand sehen es einige als Fehler an, dass ich einfach nur gecallt habe, andere sagen, es waere Richtig, der Fehler laege darin, dass ich mir Gedanken darueber gemacht habe, dass eine 3Bet evtl. in Frage gekommen waere fuer mich.

Moment. Da wir gegen Unknown spielen, kann sowohl die 3b als auch der coldcall +EV sein. Allerdings ist die Argumentation, auf die sich die notorischen 3better hier stützen mehr als wackelig.

Es liegen keine klaren Gründe vor, wieso wir davon ausgehen können TT hier for value zu 3betten, sprich das wir eine value3bet haben. Wir können natürlich raten das V hier 88-99, AT-AQ auf unsere 3bet called - aber das ist in den meisten Fällen leider nicht so. Vor allem nicht wenn V auf die ersten 172 Hände 16/13 spielt. Dann spricht das eher dagegen.

Nun halten wir gegen einen tighten (daher auch vermutlich tight auf 3b's - davon müssen wir nun halt einfach ausgehen, weil er die Tendenz zeigt [ich weiß, dass sind keine Stats über's 3b Verhalten, aber was anderes haben wir ja nun nicht]) Gegner TT, die gegen seine openraisingrange noch sehr gut dasteht.

Wir haben jetzt zwei Möglichkeiten:

- 3bet
- coldcall

(fold scheidet wohl aus ;))

coldcallen wir, behalten wir seine gesamte Range in der Hand, sodass wir - zwar OOP und ohne Initiative - gegen seine sehr weite, schwache Range einen mittelgroßen raised Pot spielen können.

3betten wir, verkleinern wir seine Range und turnen unsere Hand in einen Bluff. Er wird hier vermutlich nichts schlechteres callen, da er preflop eben sehr tight agiert. Dann spielen wir also einen großen 3b-Pot gegen eine stärkere Range als unsere Hand ist und sind trotzdem OOP. Man muss sich auch mal auf der Zunge zergehen lassen, dass TT gegen einen tighten V im 3b Pot nahezu die gleiche Equity hat wie 22-99. Denn V wird hier keine schlechteren Pockets callen und gegen AK z.B. stehen wir mit 22 genauso da wie mit TT Equitytechnisch. Des Weiteren werden Fehler, die wir gegen die stärkere Range von V durch unsere 3bet machen können, natürlich wesentlich teurer, da der Pot schon riesig ist. Von nem fold gegen eine 4bet von AK ganz zu schweigen, wir 3betten und droppen die beste Hand auf eine 4bet (Ich weiß, wir spielen gegen eine Range, trotzdem stellt diese Einzelsituation einen fundamentalen Pokerfehler dar).

Das bedeutet, wir 3betten TT hier nur noch wegen der FEQ der 3bet und evtl. noch wegen der FEQ der cbet. Das kann aber kein Grund sein. TT hat hier hervorragendes Postfloppotenzial gegen seine weite openraisingrange.

Aus FEQ-Gründen kannste dann ja auch T9s 3betten.

Ich sage nicht das die 3b mit TT hier ein großer Fehler ist oder sonstwas, aber max. EV ist die 3b sicher nicht. Wer sich das Postflopplay nicht zutraut, soll hier von mir aus 3betten. Auf NL4 mag das noch ein guter Spielzug sein, keine Ahnung. Aber damit ist auf späteren Limits Schluss, sonst kann es teuer werden.

Original von CallYaDown83
Ich versuche nochmal zusammenzufassen, was bis jetzt fuer, und was gegen eine 3Bet spricht (einfach als Liste, ohne Wertung).

Pro 3Bet:
- man erzeugt FoldEquity --> Man gewinnt preflop
- man kann den Pot am Flop unimproved mit einer CBet mitnehmen
- das postflop-Spiel wird einfacher (ist denke ich gerade fuer Anfaenger nicht unerheblich)
- man hat die Initiative und gleicht den Positionsnachteil dadurch etwas aus

Kontra 3Bet:
- man turnt seine eigentlich starke Hand preflop in einen Bluff
- man weiss nicht, wo man gegen seine 3Bet-Calling-Range steht
- TT passt nicht, wenn man seine 3Bets polarisieren moechte
- Man spielt OOP, wenn man gecallt wird.

So. Alle dick hervorgehobenen Argumente fallen doch schlicht und ergreifend weg, dafür brauch ich nicht wie oben beschrieben eine Hand zu verwenden die gutes Potenzial gegen seine weite openraisingrange hat. Da gehts nur um FEQ, die habe ich mit jeder Hand, er weiß ja nicht das wir TT 3betten, AA oder 72o.

Unterstrichen habe ich den dritten Punkt weil ich das eben etwas anders sehe. Wenn wir unsere Hand in einen Bluff turnen, liegen wir mit unserer Hand gegen seine Range hinten. Zudem ist der Pot nach der 3b riesengroß, wir sind OOP und nach einer 2nd Barrel schon AI wegen der Potgröße. Selbst die cbets sind teuer.

Und da soll man jetzt Postflop weniger Fehler machen als im raised Pot, wenn man nur called? Naja ich weiß nicht ;)

Original von CallYaDown83
Das sind im Prinzip 4 Argumente fuer und 4 Argumente gegen eine 3Bet. Ich weiss nicht, ob es uns fuer diesen konkreten Fall weiter bringt, wenn ich noch mehr Stats zu Villain poste, wie Call3Bet (29% overall/33% aus LP), 4Bet (0%), Fold to CBet (0%), Attempt to Steal (34% aus LP), etc. Alles halt auf die paar Haende.
Ich verstehe ja eure Argumente alle, auch dass ich nicht von seiner PFR ausgehen darf in LP oder seiner Stealrange, sondern von seiner Call3Bet-Range. Aber wenn ich das mal ueberschlage, dann bin ich mit TT noch knapp 65:35 Favorit, womit es wieder eine Value-3Bet waere, oder? Selbst wenn ich seine overall-3BetCall-Range nehme verschiebt sich das Verhaeltnis nur um 2 oder 3 Prozent zu seinen Gunsten, oder nicht?
An dieser Stelle noch ne ernsthafte Frage: Wenn man Bluff3Bets und Value3Bets deutlich voneinander trennen sollte, wie gross sollte die Favoritenrolle denn sein? Oder wird das gar nicht an Villains Range gemessen?

Die Werte bringen wenig, da die Samplesize zu gering ist. Okay, dann verrat mir doch mal welche Hände du V auf eine 3b deinerseits callen siehst und welche du 4betten siehst. Dann sehen wir ja, wie du dagegen stehst.

Wie groß die Anteile "value" und "bluff" bei deinen 3bets sein sollte, ist völlig Gegnerabhängig und per default nicht zu beantworten. Auf NL4 solltest du bluff3bets aus deinem Repertoire streichen und nur absolute Valuehände ala QQ+, AK 3betten imo. Damit machst du nahezu nie einen Fehler.

Original von CallYaDown83
Das Hauptargument, was hier immer wieder angebracht wird, ist ja, dass ich meine Hand in einen Bluff verwandle, wenn ich das preflop 3Bette. Aber was mache ich denn, wenn ich am Flop auf ein oder zwei der vielen Karten treffe, die ich nicht sehen moechte? Dann muss ich meine eigentlich starke Hand aufgeben, oder ich turne sie jetzt in einen Bluff. TT hat ja nunmal die Problematik, dass sie preflop recht stark ist, aber ab dem Flop enorm an Wert verliert, wenn man nicht improved. Ich tu mich da immer noch n bisl schwer.
Ausserdem steht doch ueberall, dass man seine guten Haende aggresiv spielen soll. Und TT im Blinddefense ist ja nun mal keine schwache Hand.

Und genau hier beginnt das Spiel. Es geht nun darum, die Boardtexturen zu analysieren. Wie hat seine vermutliche openraisingrange dieses und jenes Board gehittet, wie viele Combos TP macht er auf dieser Boardtextur? Welche Boards hat er selten getroffen? Welche Karten wird er vermutlich mit Air doublebarreln usw.

Hier beginnt halt das Spiel, solche Hände immer wieder besprechen und ins HB-Forum stellen, wie du es getan hast!

Natürlich ist TT im Blindbattle keine schlechte Hand. Aber wenn du davon ausgehen musst das V keine schlechteren Hände auf deine 3b called, ist die 3b ein bluff. Und dafür brauchst du keine starke Hand verschwenden.

Original von oers
wie gesagt, ich halte oop nichts von polarisiert 3betten ohne read, dass er viel auf die 3bet oder cbet foldet

Wenn du diesen Read nicht hast, hat es sowieso keinen Sinn etwas anderes als seine absolute value3bet-Range zu 3betten.


So langsam wird es mir klarer. Wenn ich davon ausgehe, dass Villain ein eher tighter Spieler ist, dann sollte ich definitiv nur mit Value-Haenden 3Betten. Also zumindest auf NL4 und vielleicht noch NL10 oder so, weil einfach die Range mit der er meine 3Bet als tighter Spieler called, mich einfach in den meisten Faellen schlaegt, oder zumindest nen Flip ist, richtig?

Gegen loosere Spieler sieht es demnach etwas anders aus. Dort kann man mit einer solchen Hand auch mal 3betten, da diese wahrscheinlich eher auch mal mit einer schlechteren Hand callen, so dass wir das als Value-3Bet machen.

Bluff-3Betten sollte man nach Moeglichkeit ganz lassen, es sei denn man hat bei einer grossen Samplesize Grund zu der Annahme, dass Villain zu einem gewissen Prozentsatz foldet. Wie man das ausrechnet, weiss ich aber nicht genau. Also wie oft in wie vielen Faellen muss Villain folden, damit eine Bluff-3Bet +EV ist?

Das postflop-Spiel ist in einer 3Betted Pot schwieriger, als in einem normalen raised Pot, da man am Flop, spaetestens aber am Turn schon die Entscheidung treffen muss um seinen kompletten Stack zu spielen, ohne dass man wirklich sehr viele Informationen ueber den Gegner hat.

Um letztendlich aber sich als Spieler weiterzuentwickeln, sollte man die Boardtexturen lesen lernen. Man sollte also z.B. auf dem Board ATx im Blinddefense nach nem Coldcall auch einfach mal checken und den Turn unimproved betten, wenn V behind checkt. Vorausgesetzt, dass wir denken, dass er nicht unbedingt das A halten muss, weil er halt eine weite Stealing-Range hat...

Letztendlich sollte ich also theoretisch weitestgehend auf Bluffs verzichten, was die unteren Limits angeht, und einfach straight-forward-value-Poker spielen, was auch beinhaltet, dass ich Haende mit postflop-Potential nicht in Bluffs turne schon vor dem Flop, richtig? So langsam wird es mir klarer. Wenn ich davon ausgehe, dass Villain ein eher tighter Spieler ist, dann sollte ich definitiv nur mit Value-Haenden 3Betten. Also zumindest auf NL4 und vielleicht noch NL10 oder so, weil einfach die Range mit der er meine 3Bet als tighter Spieler called, mich einfach in den meisten Faellen schlaegt, oder zumindest nen Flip ist, richtig?

Gegen loosere Spieler sieht es demnach etwas anders aus. Dort kann man mit einer solchen Hand auch mal 3betten, da diese wahrscheinlich eher auch mal mit einer schlechteren Hand callen, so dass wir das als Value-3Bet machen.

Bluff-3Betten sollte man nach Moeglichkeit ganz lassen, es sei denn man hat bei einer grossen Samplesize Grund zu der Annahme, dass Villain zu einem gewissen Prozentsatz foldet. Wie man das ausrechnet, weiss ich aber nicht genau. Also wie oft in wie vielen Faellen muss Villain folden, damit eine Bluff-3Bet +EV ist?

Das postflop-Spiel ist in einer 3Betted Pot schwieriger, als in einem normalen raised Pot, da man am Flop, spaetestens aber am Turn schon die Entscheidung treffen muss um seinen kompletten Stack zu spielen, ohne dass man wirklich sehr viele Informationen ueber den Gegner hat.

Um letztendlich aber sich als Spieler weiterzuentwickeln, sollte man die Boardtexturen lesen lernen. Man sollte also z.B. auf dem Board ATx im Blinddefense nach nem Coldcall auch einfach mal checken und den Turn unimproved betten, wenn V behind checkt. Vorausgesetzt, dass wir denken, dass er nicht unbedingt das A halten muss, weil er halt eine weite Stealing-Range hat...

Letztendlich sollte ich also theoretisch weitestgehend auf Bluffs verzichten, was die unteren Limits angeht, und einfach straight-forward-value-Poker spielen, was auch beinhaltet, dass ich Haende mit postflop-Potential nicht in Bluffs turne schon vor dem Flop, richtig?