Grundsätzlich muss man beim isolieren auf mehrere Faktoren achten. Ich liste mal auf was mir Preflop und Postflop so einfällt:
1. die eigene Position: Man kann es einfach nicht oft genug betonen -> je näher man am Button sitzt, desto sinnvoller wird es zu isolieren. Es ist total sinnlos mit der BU Iso-Range in MP einen UTG limper zu isolieren, wenn hinter einem noch Spieler kommen, die auch noch etwas tun dürfen.
2. die Anzahl der Limper: Ich erlebe es immer wieder, dass unabhängig von der Anzahl der Limper immer wieder die Range X isoliert wird. In Poker gibt es auch Preflop den CALL Knopf.
-> im Prinzip beantwortet das auch deine Grundfrage schon.
3. die eigene Hand: Preflop haben vor allem kleine paare ganz gute Equity (im schlechtesten Falle ungefähr 50% gegen die meisten Limpranges). Das Problem tritt dann aber Postflop auf, wenn man mit 22 einen passiven Spieler isoliert hat und dann auf dem 569hh Board seine Cbet abfeuert ohne das kleinste bisschen Potequity zu haben. D.h. es ist schon sehr sinnvoll mal drauf zu achten, ob der Isoraise überhaupt Sinn macht im Hinblick auf die Postfloptendenz des Gegners.
=> d.h. Hände die Postflop viel Equity aufbauen können (also auch für Multibarrels geeignet sind) sind wesentlich besser für Isolationraises als Hände die diese Eigenschaft nicht haben. (z.b. ist 57s besser als A6o für einen Isoraise geeignet)
Postflop:
Foldequity: Es ist unglaublich wichtig darauf zu achten, dass man bei seinen Spielzügen ausreichend Foldequity hat. Ich sehe so unglaublich oft Spieler mit A6o auf dem T9Jr Board oder 223r Board (oder inside beliebige Boardstruktur auf der man selber wirklich wenig Potequity + möglichst wenig Backdoorequity + wenig Foldequity hat) cbetten und dann aufgeben. Cbets kosten viel Geld auf Dauer und schlechte Cbets sind ein Hauptgrund für fallende Non-SD Winnings, da man die Preflop und Flopaggression am Turn und River nicht fortsetzen kann in der ausreichenden Anzahl der Fälle.
Potequity: Gegen sehr showdownlastige Gegner braucht es für Multibarrelbluffs Potequity + Foldequity in bestimmten Situationen. So ist es z.b. nicht so sinnvoll gegen eine Callingstation den reinen Flushdraw am Turn zu doublebarreln und es ist sinnvoller Potcontrol (über Betsize OOP oder über einen Check IP) auszuüben und je nach Riverkarte nochmal neu zu entscheiden. Manchmal ist es aber sinnvoll den Flushdraw am Turn auch gegen sehr passive und showdownlastige Gegner zu doublebarreln, wenn ihr 2nd Pair nur noch ein 3rd Pair ist -> d.h. Multibarrelbluffs tendentiell eher dann, wenn wirklich Scarekarten + Equitybooster kommen.