Sehr schwer zu sagen ob die Aussage max EV = high variance zutrifft.
Generell denke ich aber, dass sich da nicht viele Unterschiede ergeben, sprich das die Varianz höchstens um ein paar Prozente schwankt.
Vergleichen wir dazu einen +EV und den maxEV Spieler. Beide werden viele Situationen gleich spielen, eben die Situationen, wo der +EV Spieler schon maxEV spielt. Praktisch alle Setups. Preflop all-in Situationen mit Monstern wie KK, AA, AK.... Flush gegen Flush, Set gegen Set etc.
Diese bringen eine "Grundvarianz" mit sich. Aus 50% Gewinnwahrscheinlichkeit bei einen Preflop Allin wird schliesslich nicht 60% nur weil man ein besserer Spieler ist (lifetime upswing mal ausgeschlossen).
Zusätzlich dazu gibt es Situationen, die der maxEV Spieler anders spielt. Nicht alle davon erhöhen aber die Varianz!
Stark konstruierte Beispiele:
a) Aus Villains Betverhalten (er bettet mit JJ immer 23.45BB als 3Bet und callt immer das all-in), erkennen wir seine Hand exakt. Abzüglich Rake, mit Deadmoney haben wir einen Split Preflop und gewinnen 0.1BB mit Händen wie KQ, AQ im Vergleich zum folden der Hand. => Spots, die die Varianz erhöhen.
b) Villain foldet im BB vs SB alles bis auf AA, KK. Der +EV Spieler raist seine 30%? Range und hat damit eine sehr profitablen +EV Spot. Der maxEV Spieler raist 100% seiner Range und hat damit einen wesentlich profitableren +EV Spot, der eine sehr geringe Varianz aufweist.
Ja, die Beispiele sind stark konstruiert. Im Realfall ist es sehr schwer einzuschätzen, wieviele Spots vom Typus a) bzw. Typus b) bei dem maxEV Spieler auftreten, sprich wie diese sich auf die Varianz auswirken. Errechnen kann man es wohl kaum. Statistik hilft einem auch nur beschränkt weiter, weil es den perfekten maxEV Spieler wohl einfach nicht gibt. Und man statt dessen starke Winner und weniger starke Winner vergleichen muss, wo die Varianz wohl stärker von anderen Faktoren, wie z.b. dem Tilt beeinflusst ist.
Unterm Strich bleibe ich bei meiner obigen Aussage: Es wird wohl keinen großen Unterschied machen.