Wenn ein Spieler den BB defenden muss gegen einen SB-Openraise stehen ihm eigentlich 3 alternative Strategien zur Verfügung um eine spielbare Hand zu defenden:
1. Call und danach viele Flops raisen
2. Call und viel auf den Turn delayen (evtl. floaten)
3. Extrem viel 3betten
Im SB wird von den meisten Spielern eine Range von rund 60-70% geraised. PS.de schlägt folgende Range vor, diese halte ich auch für sinnvoll:
22+, A2s+, K2s+, Q2s+, J2s+, T3s+, 94s+, 85s+, 76s, A2o+, K3o+, Q4o+, J5o+, T6o+, 97o+, 87o (62,27%)
Diese Range enthält sehr viel Trash und trifft nur selten, gleichzeitig muss der BB dagegen adapten und ebenfalls eine sehr weite Range defenden. Auch er trifft hierbei nur selten.
Wenn ich hier als BB passiv defende und immer nur weiterspiele, wenn ich auch etwas getroffen habe werde ich auf jeden Fall Verlust machen. Wenn ich allerdings Flops for Value, als Semibluff und als Purebluff raise, werden die Gegner sehr oft vor unangenehmen Spots stehen.
Ich kann alternativ auch einiges am Flop peelen und abwarten was Villain macht. Das Turnplay OOP mit marginalen Händen zählt wohl zu den schwierigsten Dingen im Poker. Für diese Strategie eignen vor Allem weake Turnbetter.
Jetzt allerdings zu einer Strategie gegen die ich selbst Probleme habe, wenn sie gegen mich angewendet wird. Ich nenne sie jetzt einfach mal alternierendes 3Betting.
Ich defende gegen einen SB-Open etwa folgende Range
22+, A2s+, K2s+, Q2s+, J2s+, T2s+, 92s+, 84s+, 74s+, 63s+, 53s+, 43s, A2o+, K4o+, Q4o+, J5o+, T6o+, 96o+, 86o+, 76o, 65o, 54o
Im Gegensatz zum rein Equity basierenden Spiel 3bette ich hier extrem viel. Suited 1Gapper oder 2-Gapper, PocketPairs und die stärkeren Ax Hände. Ich kann folglich auf jedem Board etwas getroffen haben und bin nicht angreifbar auf den meisten Boardstrukturen. Diese Hände werden nicht immer ge3bettet, sondern auch gecallt, etwa im Verhältnis 50:50. D.h. ich werde z.B. mein 65s und mein AA in der Hälfte der Fälle 3betten und in den 50% nur passiv defenden.
Auf diese Weise wird verhindert, dass die Calling-Range zu schwach und Villain schon unsere Range splitten kann nach einer 3Bet, sprich in Premiumhände und spekulative Hände.
Die Vorzüge dieser Strategie sind, dass viele Hände die noch eine Menge Equity im Pot haben, ihren EV nicht realisieren können. z.B. Wenn Villain 76s raist, ich 76s 3bette und der Flop A33 kommt, wird derjenige mit Initiative die Hand gewinnen, vorausgesetzt es wird nicht geblufft.
Ich bin bei der Strategie noch in der Testphase, vorher habe ich alles passiv defended, ich bezeichne sie auch nicht als meine Eigenkreation^^.
Spielt das noch jemand ähnlich wie ich, wenn ja wie weit geht ihr mit eurer 3betting-Range? Ich habe momentan Bedenken, dass Villains Calldown-Ranges auf manchen Boards sehr dünn werden und ich tendenziell eine prozentual zu hohe Menge an Bluffs in meiner Range haben könnte, die Villain durch lighte Calldowns exploiten könnte.