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Modernes SB vs BB Spiel, Alternierendes 3Betting

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MyLady17
Joined: 11.03.2007

Wenn ein Spieler den BB defenden muss gegen einen SB-Openraise stehen ihm eigentlich 3 alternative Strategien zur Verfügung um eine spielbare Hand zu defenden:

1. Call und danach viele Flops raisen
2. Call und viel auf den Turn delayen (evtl. floaten)
3. Extrem viel 3betten

Im SB wird von den meisten Spielern eine Range von rund 60-70% geraised. PS.de schlägt folgende Range vor, diese halte ich auch für sinnvoll:

22+, A2s+, K2s+, Q2s+, J2s+, T3s+, 94s+, 85s+, 76s, A2o+, K3o+, Q4o+, J5o+, T6o+, 97o+, 87o (62,27%)

Diese Range enthält sehr viel Trash und trifft nur selten, gleichzeitig muss der BB dagegen adapten und ebenfalls eine sehr weite Range defenden. Auch er trifft hierbei nur selten.

Wenn ich hier als BB passiv defende und immer nur weiterspiele, wenn ich auch etwas getroffen habe werde ich auf jeden Fall Verlust machen. Wenn ich allerdings Flops for Value, als Semibluff und als Purebluff raise, werden die Gegner sehr oft vor unangenehmen Spots stehen.

Ich kann alternativ auch einiges am Flop peelen und abwarten was Villain macht. Das Turnplay OOP mit marginalen Händen zählt wohl zu den schwierigsten Dingen im Poker. Für diese Strategie eignen vor Allem weake Turnbetter.

Jetzt allerdings zu einer Strategie gegen die ich selbst Probleme habe, wenn sie gegen mich angewendet wird. Ich nenne sie jetzt einfach mal alternierendes 3Betting.

Ich defende gegen einen SB-Open etwa folgende Range

22+, A2s+, K2s+, Q2s+, J2s+, T2s+, 92s+, 84s+, 74s+, 63s+, 53s+, 43s, A2o+, K4o+, Q4o+, J5o+, T6o+, 96o+, 86o+, 76o, 65o, 54o

Im Gegensatz zum rein Equity basierenden Spiel 3bette ich hier extrem viel. Suited 1Gapper oder 2-Gapper, PocketPairs und die stärkeren Ax Hände. Ich kann folglich auf jedem Board etwas getroffen haben und bin nicht angreifbar auf den meisten Boardstrukturen. Diese Hände werden nicht immer ge3bettet, sondern auch gecallt, etwa im Verhältnis 50:50. D.h. ich werde z.B. mein 65s und mein AA in der Hälfte der Fälle 3betten und in den 50% nur passiv defenden.

Auf diese Weise wird verhindert, dass die Calling-Range zu schwach und Villain schon unsere Range splitten kann nach einer 3Bet, sprich in Premiumhände und spekulative Hände.

Die Vorzüge dieser Strategie sind, dass viele Hände die noch eine Menge Equity im Pot haben, ihren EV nicht realisieren können. z.B. Wenn Villain 76s raist, ich 76s 3bette und der Flop A33 kommt, wird derjenige mit Initiative die Hand gewinnen, vorausgesetzt es wird nicht geblufft.

Ich bin bei der Strategie noch in der Testphase, vorher habe ich alles passiv defended, ich bezeichne sie auch nicht als meine Eigenkreation^^.

Spielt das noch jemand ähnlich wie ich, wenn ja wie weit geht ihr mit eurer 3betting-Range? Ich habe momentan Bedenken, dass Villains Calldown-Ranges auf manchen Boards sehr dünn werden und ich tendenziell eine prozentual zu hohe Menge an Bluffs in meiner Range haben könnte, die Villain durch lighte Calldowns exploiten könnte.


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22 replies

ich weiß, dass opbumbi auch sehr viel 3-bettet im BB vs SB, aber dies afaik nicht mit AA calls balanct.

Der große Nachteil deiner Strategie ist, dass du mit den Premiumhänden Value verlierst in den Fällen, in denen du nur callst.

aber klar muss man auf höheren Stakes die calls balancen, wenn man sehr viel 3-bettet.

Anderer Nachteil ist, dass man halt oft bluffcheckraises kassiert + man investiert halt Geld mit Händen, die nicht gut genug sind EQ-mäßig. Es ist wohl schon unangenehmer für den Gegner, gegen Leute, die zu wenig bluffen ist das sicherlich ne gute Strategie und ich denke auch gegen solche, die sehr viel am Turn cbetten, denn gegen die kann man dann eben gut mit AA balancen, weil man dann immer cFrT spielen kann und so den verlorenen Value preflop hoffentlich wieder reinholen kann.

Hat halt alles seine Vor- und Nachteile, aber ich denke auch, dass wen man viel 3-bettet, die Gegner auf den small stakes mehr Probleme haben, da sie oft zu wenig bluffen und dann mit raise/call und c/f Flop einfach mal 3 SB verloren haben.

Das kann dazu führen, dass sie tighter stealen, was sicherlich ein großer Erfolg für dich wäre.


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sonnensb
Joined: 21.03.2007

Ich habe mir auch schon vor Jahren mal dazu Gedanken gemacht, vlt. nützlich: Perfekter BB-Defend.

Wie ich es heute handhabe, sage ich nicht ;)

Grüße


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Nani74
Joined: 15.12.2005

wie immer kommt es darauf an gegen wen man spielt. viele dieser BB3better folden alles außer pair nach c/r flop bet turn und damit schaufeln sie sich mit der 3bet ihr eigenes grab wenn man gg sie am flop fast alles c/r. Für den Spieler der wenig Tische spielt und gut adapted ist aber die 3bet strategie besser, für diejenigen die mit 4+ Tischen vor sich hingrinden ist der passive defend und equity calldown klar die bessere Alternative. So zumindest mein Eindruck.


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MyLady17
Joined: 11.03.2007

Original von HamburgmeinePerle

Der große Nachteil deiner Strategie ist, dass du mit den Premiumhänden Value verlierst in den Fällen, in denen du nur callst.

.

Erklärung ? Sehe ich ehrlich gesagt nicht so


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opabumbi
Joined: 07.01.2007

Original von HamburgmeinePerle
ich weiß, dass opbumbi auch sehr viel 3-bettet im BB vs SB, aber dies afaik nicht mit AA calls balanct.

Der große Nachteil deiner Strategie ist, dass du mit den Premiumhänden Value verlierst in den Fällen, in denen du nur callst.

natürlich ist das gebalanced, ich habe genau so mal AA und AQ in meiner callingrange wie ich 67s in der 3bettingrange habe.

Stimmt nicht, du holst dir den Value postflop


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jo ich meintenur, dass du eben nicht regelmäßig mit AA nur callst.

Gegen gute Gegner holt man den Value doch nicht postflop?! Vor allem gegen die, die eben am Flop nicht mehr 100% cbetten.


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PeterParka
Joined: 28.12.2008

Also ich defende 100% gegen sb opens


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wuerstchenwilli
Joined: 07.04.2008

Original von PeterParka
Also ich defende 100% gegen sb opens

Auch gegen jemanden der 20% OR hat???


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PeterParka
Joined: 28.12.2008

Warum sollte jemand so wenig open raisen? Hört sich sehr konstruiert an.


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wuerstchenwilli
Joined: 07.04.2008

Aber 100% defense ist einfach quatsch. Gegen einen tighten openraiser, der SD-bound ist, ist es dick -EV 100% zu defenden. Man kann natürlich 100% defenden, aber doch nicht gegen jeden.


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PeterParka
Joined: 28.12.2008

Wenn jemand nur AA spielt call ich auch, weils einfach ein geiles Gefühl ist mit 62o aces zu knacken. Wer das noch nie geschafft hat, kann bei stratdiskussionen echt nicht mitreden.


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nopi
Joined: 18.08.2006
opabumbi
Joined: 07.01.2007

obv

aber auf so ne sinnlose frage muss man sinnlos antworten


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Marvl
Joined: 13.03.2005

Der Coach hat gesprochen.

Dabei ist die Frage nicht einmal so sinnlos.


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opabumbi
Joined: 07.01.2007

ich beziehe mich nicht auf mylady


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MyLady17
Joined: 11.03.2007
wuerstchenwilli
Joined: 07.04.2008

VPIP/Openraise aus SB, eine kleine Auswahl:

36/9 603 hh
13/0 500 hh
25/4 3,1k hh
26/3 700 hh
13/3 13,3k hh !!!!!!!!!

(hh sind natürlich alle Hände. Um SB isoliert zu bekommen muss hh noch durch 6 geteilt werden).

Ich liefere auch gerne Namen, wenns jemanden interessiert. Die Liste hätte ich übrigens beliebig erweitern können.

Abgesehen davon hat die Aussage "Ich defend 100% gegen sb opens" auch nichts, was dem Thema hier weiterhilft oder? Es geht doch darum zwischen raise und call zu variieren.


Antwort
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Marvl
Joined: 13.03.2005

Es gibt z.B. Leute, die spielen hin und wieder die Bryce-Line: open-complete, c/f.

Wenn dann noch der Rake relevant ist, wäre ich gegen solche Leute wohl nicht mehr mit 100% dabei.

Daher fand ich die Frage mit den 20% OR auch nicht so blöd, auch wenn die als Beispiel gewählten 20% wohl bewußt etwas übertrieben tight waren.

Allerdings... dieser Monsieur "13/3 13,3k hh", gibt's den wirklich?
Sicher, dass diese Stats stimmen?
Was für eine Winrate hat der denn?


Antwort
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PeterParka
Joined: 28.12.2008

Original von wuerstchenwilli

Abgesehen davon hat die Aussage "Ich defend 100% gegen sb opens" auch nichts, was dem Thema hier weiterhilft oder? Es geht doch darum zwischen raise und call zu variieren.

Habe ich nur geschrieben da Mylady seine defending range angegeben hat, und ich dachte das es für den ein oder anderen eine interessante Alternative ist. Odds und so...
Mir fällt kein einziger Spieler sein der annähernd so tight ist, und wenn ich mal gegen so jemanden spielen sollte, werde ich keine sample aufbauen können die eine Abweichung von meinem default play untermauert.
Es kommt auch noch hinzu, dass solche Fische selten wirklich die top 20% raisen, sondern eher weit gemischt.


Antwort
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