Hey Asaban,
danke sehr für die vielen Antworten
Das bedeutet also, du hast vor langer Zeit auch mal auf den $ 0,10-0,25 Turnieren gespielt. Nachdem die "echten" Turniere (also keine zahlenmäßig fest definierten MT-SnG's) auf diesen untersten Limits, wo die meisten von uns auch beginnen (ich halte mich an deinen Rat und beginn halt auch ganz unten), ausschließlich als Turbo verfügbar sind, kann ich nun nachvollziehen, was ziemlich oft in dem Thread und im ganzen Forum bemängelt wird: "das ist reines Bingo", "die gewinnen jeden Flip", usw ...
Also ich streue - so wie vermutlich alle anderen Beginner auch - in die regulären MTSNG's, regelmäßig MTT's mit +2k Player mit ein. Schließlich sind wir ja hier um das Spiel in solchen Turnieren zu lernen
Ein großer Unterschied, selbst auf den Micros, zwischen reg. MTSNG und turbo MTT's ist, dass man im MTT von der ersten Sekunde an mit All-Ins konfrontiert wird. Die Spaßspieler wissen natürlich nicht wie richtig zu spielen ist, sie wissen nicht dass es Turnierphasen gibt und sie wollen einfach Pushen, egal ob aus Nervenkitzel, weil ihnen die paar Cent egal sind oder weil sie glauben so schnell wie möglich viele Chips anhäufen zu müssen.
Jemand der nun deinen Gameplan mit allen Charts in Händen hält, den schießt es hier die Tränen in die Augen, weil er nichts anderes tun kann, als auf die top 5% aller Hände zu warten und ebenfalls AI zu sein, oder alles spielbare zu folden, bis er selbst in die PoF-Phase kommt. Hier gibtes meiner Meinung nach schon FE, aber kaum Flopgame. Auf ein Preflopraise wird häufig entweder gefoldet oder gepusht. Das man da bereits investierte Chips dann aufgeben muss, weil man keine Ahnung hat was man nun auf ein AI tun soll, seh ich hier dringenden Coachingbedarf
Die Fragestellung bezieht sich nun konkret auf turbo Turniere auf den Micro's, in denen bereits lange vor der PoF-Phase wild herumgepusht wird:
Ich schätze hier, die Callingranges und Bedingungen für nen Call zu beherrschen als recht profitabel ein, weil wir in Turbos häufig überhaupt nur diese Spots haben, um nicht wie wild runter zu blinden. Wie siehst du das?
Woher weiß ich, mit welcher Range ich callen kann, wenns angenommen 1 Push (50 BB) und einen Caller gibt. Ich (50 BB) sitze Late mit einer 10% Range. Call oder nicht Call? Wie komm ich zur richtigen Entscheidung (Rechenweg)?
Wenns nun nur einen Push (zb 35 BB) ohne Caller gibt, ich (45 BB) sitze Late, gilt dann die gleiche Berechnungsmethode für nen profitablen Call, wie du sie für die PoF-Phase erklärt hast?
Ich glaube ja, für die untersten Limits müssen wir unsere Preflop-Skills trainieren und perfektionieren. Sowohl ohne AI-Action (da haben wir ja die Charts), als auch bei AI-Action. Ich glaub eben absolut nicht, dass wir (nach den Charts) in nen Micro-Turbo-MTT early und mid wirklich nur AK und QQ+ auf pre AI-Action spielen können (ich weiß schon, die Charts sind für absolute Einsteiger, aber ich will ja auf advanced-Content hinaus :f_biggrin:), weil einen das Herz aufgeht, wenn man sieht mit was für Müll die Fische da gleich in der ersten Hand reinstellen. Das rechnerisch korrekt callen zu können muss ja ++++++++³ EV sein
Und bitte nicht falsch verstehen - ich bezieh mich mal nur auf Micro-Turbo-MTT's mit großem Teilnehmerfeld. Dass man in nem normal-speed Tourney mit seinen Postflopskills durchaus profitabler spielen kann und daher nicht early AI unbedingt breit callen sollte, ist mir auch klar. Ich geh nur hier (micro, turbo, +2k Player) davon aus, dass wir kaum Postflopspots haben und ausblinden, wenn wir nicht auf die ständigen early/mid Pushes mit weit über +15 BB reagieren.
Also ich plädiere nochmal für ein Coaching in dem die Calls eines All-Ins breit und tief behandelt werden, weil ich glaube dass das unser allergrößtes Defizit an Wissen ist.
Und sonst freu ich mich natürlich auf deine immer sehr aufschlussreichen Antworten (muss man auch mal sagen :f_thumbsup:), weil ich halt echt nicht weiß, wie ich mit den genannten Problemen umgehen soll