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Turnierstrategie- Anfangsphase wirklich tight?

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joel1893
Beigetreten: 14.11.2013
PokerStrategist

Hallo,

da ich in letzter Zeit viel und aktiv an meinem Spiel arbeite, sind bei mir ein paar offene Fragen geblieben.
Hauptsächlich wird einem geraten in der Anfangsphase eines Turnieres sehr tight zu spielen.

Aktuell sympathisiere ich aber damit in der Anfangsphase relativ loose zu spielen, inbsesondere in Positionen. Auch häufiger spekulatives Callen in Position.

Dafür spricht:
-Implied Odds
-wir spielen häufiger gegen schwache Gegner, gegen die wir eine große PostFlop-Edge haben
-trotzdem fällt es guten Gegner schwerer gegen uns zu spielen
-> es ist viel schwerer uns auf eine Range zu setzen
-die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass wir früh als BigStack spielen

Schwierigkeit:
-Den Grad zu finden, nicht zu viele Chips zu investieren
-Den richtigen Fold finden (typisches Beispiel bei TopPair mit niedrigem Kicker)
-Den Tisch und die Situation richtig einschätzen können, um die richtige Range wählen zu können.

Die Frage, die eigentlich auch beantwortet, ob sich die Strategie lohnt:
-Wie arg erhöhen sich meine Gewinn-Aussichten wennn ich früh als deutlicher BigStack spielen kann?

Aktuell habe ich in der Anfangsphase gar kein Problem damit, auch mal was zu riskieren, da ich lieber 1-2 mal früh ausscheide, aber dafür in einigen Fällen auch als Big Stack spielen kann. Und ich sollte für ein Turnier ja nicht nur das BuyIn rechnen, sondern auch die investierte Zeit.

Was meint Ihr dazu?

Gruß Joe


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9 Antworten

ich finde das zu risikoreich. Du hast in der frühen Phase des MTT nicht so wirklich viel von einem möglichen Bigstack. Aber viel Risiko schon lange vor der Bubble zu busten.

Wenn man tight spielt können sich auch gute Spots ergeben. Gerade am Anfang wo es noch viele Fische gibt.

Eine loosere Taktik kann man auch erfolgreich spielen, das will ich nicht bezweifeln. Allerdings sehe ich keine Vorteile gegenüber einer tighten Anfangsphase, was den langfristen EV angeht


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Zitat
PaetrickSeiMurda
Beigetreten: 02.01.2014
PokerStrategist

Ich spiele in der frühen Phase mit deepen Stacks halt immer gerne alle möglichen spekulativen Hände wie suited connectors oder pocket pairs. Auch kleine Axs sind super wegen dem Nutflush-Potenzial.

Die spiele ich dann aber eher passiv und weniger aggressiv. Ich denke, das ist zumindest besser als total abzutighten und nur Toprange zu spielen.


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Asaban
Beigetreten: 22.09.2006
Elite Grinder

Die Frage ist wie du Anfangsphase definierst.
Solange keine Antes eingesetzt haben ist es deutlich weniger profitabel zu open raisen da das Dead Money nicht wirklich von Interesse ist. Darüber hinaus hat man auf Grund der vielen schwachen Spieler weniger FE.
Natürlich kann man in dieser Phase spekulative Hände wie suited Connectors, Pockets oder ggf auch mal ein schwaches Axs callen um es Postflop zu spielen. Man sollte aber imo nicht sehr loose agieren da es kaum einen Mehrwert bietet.

Auch bringt es dir natürlich relativ wenig aufzudoppeln, da kaum einer deiner Gegner über einen doppelten Stack verfügt. Risk/Reward-Ratio ist also recht schlecht. Deine Gewinnaussichten erhöhen sich nur marginal.

Gruß,
Asaban


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OrcaAoc
Beigetreten: 06.08.2006
Elite Grinder

Wenn du einen grossen Stack ergambeln willst dann erweitere lieber deine Value Range etwas und spiel die fast. spekulative sind halt nicht so geil wenn dauernd irgendein spacken reinshipped.


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Zitat
Fronzelneekburm
Beigetreten: 08.10.2013
PokerStrategist

Es kommt drauf an was man spielt. Wenn ich ein Hyper Turbo Spiele dann kann ich es mir nicht erlauben am Anfang ein paar haende nicht zu limpen wenn es noch "billig" sein kann den Flop zu sehen. Wenn du aber deep stack spielst dann hast du eben mehr Edge wenn du auf gute Karten wartest, die meisten Leute die frueh rausfliegen sind Fische, in der mittleren Phase oft Ungeduldige. Wer sehr tight spielt hat ueber die lange Sicht mehr Chancen andere in nem "schoenen Spot" zu erwischen. Ist halt auf Dauer profitabler mit Nuts oder annaehernd Nuts jemand uberzubuegeln als bildlich gesprochen "mit 3 anderen Deppen in der ersten Hand preflop fuer nen coinflip all-in gehen". Obwohl einem letztere methode auch viel Zeit und Leiden sparen kann wenn man so will.

Sehr uebertrieben dargestellt, aber ich glaube du merkst worauf ich hinaus will. ich sage nicht "Sei ne Super Nit", schau mal PaetrickSeiMurda seine Sicht an, so spiele ich eigentlich auch, er schreibt das ja schoen. Klar spiele ich die auch passiv und versuche den Flop "billig zu sehen" und wenns nicht passt hofft man ne Karte geschenkt zu bekommen. Aggro zahlt sich mit spekulativen hands selten aus.


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Zitat
Cyberisda
Beigetreten: 05.09.2007
PokerStrategist

Original von Fronzelneekburm
Es kommt drauf an was man spielt. Wenn ich ein Hyper Turbo Spiele dann kann ich es mir nicht erlauben am Anfang ein paar haende nicht zu limpen wenn es noch "billig" sein kann den Flop zu sehen. Wenn du aber deep stack spielst dann hast du eben mehr Edge wenn du auf gute Karten wartest, die meisten Leute die frueh rausfliegen sind Fische, in der mittleren Phase oft Ungeduldige. Wer sehr tight spielt hat ueber die lange Sicht mehr Chancen andere in nem "schoenen Spot" zu erwischen. Ist halt auf Dauer profitabler mit Nuts oder annaehernd Nuts jemand uberzubuegeln als bildlich gesprochen "mit 3 anderen Deppen in der ersten Hand preflop fuer nen coinflip all-in gehen". Obwohl einem letztere methode auch viel Zeit und Leiden sparen kann wenn man so will.

?( ?(

Hyper Turbo = limpen?!?
je mehr Chips man hat,desto tighter spielt man?!?

Dafuq did i read?


Antwort
Zitat

limpen ist in fast jeder Phase eines Turniers (in NL Holdem) das schlechteste was man machen kann.

Ich weiß: Es gibt Ausnahmen, aber limpen um billig den Flop mit marginalen Händen sehen zu können ist keine Ausnahme. Das halte ich einfach für schlecht.


Antwort
Zitat
Tiltberger
Beigetreten: 23.06.2005
Oldschool Grinder

kommt drauf an... :f_cool:


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Zitat
PaetrickSeiMurda
Beigetreten: 02.01.2014
PokerStrategist

Original von noRaise2209
limpen ist in fast jeder Phase eines Turniers (in NL Holdem) das schlechteste was man machen kann.

Ich weiß: Es gibt Ausnahmen, aber limpen um billig den Flop mit marginalen Händen sehen zu können ist keine Ausnahme. Das halte ich einfach für schlecht.

Ich finde, dass gerade "overlimpen" mit spekulativen Händen wie kleinen pocket pairs oder suited connectors, die aber hohes Nut-Potential haben, oft die absolute maxEV-Line ist in den frühen Phasen eines Turniers, wenn noch viele loose-passive Fische unterwegs sind. Wenn jetzt zB. 2 solche Spieler vor dir gelimped haben und du mit 100BB und 55 im CO/BU sitzt, würde ich auch limpen und set minen - Isoraises sind relativ nutzlos, da bei den niedrigen Blinds zu 90% gecalled wird, auch wenn du auf 5BB raised. Also den Pot lieber preflop klein halten und dann groß auszahlen lassen, wenn man sein Set trifft und Fisch irgendein TP getroffen hat.

Eine Hand wie KJ isoraise ich in so einem Spot aber dann schon in Position - damit will ich weniger multiway auf den Flop gehen und somit das bisschen an Fold Equity nutzen + vor allem postflop die Initiative haben.

Openlimps spiele ich denke ich auch quasi nie, wenn dann wohl nur an extrem passiven Tischen, an denen preflop extrem selten geraised wird aber sehr viel auf Openraises geflattet.

Soweit mein Gameplan, immer her mit den Meinungen. :f_cool:


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