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Berlinale-Blog

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WuaghhhhXMA
Beigetreten: 02.09.2008
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Die Berlinale steht vor der Tuer und hat durchaus einige hochkaraeter dabei.

Wer von euch Pokerstrategen ist dabei?
Welche Filme guckt ihr?

Wenn sich welche finden, koennen wir auch zusammen den Film gucken.
Waere natuerlich cool, wenn jeder dann auch gleich was zu den Filmen schreibt.


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19 Antworten
WuaghhhhXMA Themenstarter
WuaghhhhXMA
Beigetreten: 02.09.2008
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Berliner, Brandenburger, Film-Fans!

So wenig Interesse fuer Deutschlands groesstes Filmfestival?


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WuaghhhhXMA Themenstarter
WuaghhhhXMA
Beigetreten: 02.09.2008
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Das Interesse scheint nicht sonderlich hoch zu sein. Dann nutze ich das ab jetzt wohl einfach als Blog. Bin natürlich gerne bereit Fragen zu beantworten und würde mich dennoch über Kommentare freuen; vielleicht steigt ja noch jemand mit ein.

Tag 0
Nachdem der Kartenverkauf seit dem Montag stattfindet und niemand jemals komplett verstanden hat, wann man nun welches Ticket kaufen kann (immer 3 Tage vorher, außer Wettbewerbswiederholungen 4 Tage, es sei denn, es findet im Friedrichstadtpalast oder am letzten Tag statt, dann direkt ab Montag?!) und man trotz warten ab 7 Uhr frueh (Schalter öffnen ab 10) dennoch nicht immer auf die Tickets hoffen konnte, stand für mich dieses Jahr eine Neuerung auf dem Plan: die Akkreditierung!
Somit bringt mir die diesjährige Berlinale keine dicken roten Zahlen, nachdem meine 40 Filme im letzten Jahr doch ordentlich am den Geldbeutel gezehrt haben.
Gestern also die Akkreditierung abgeholt und danach dank meiner Missplanung direkt in die Bibliothek, um meine überfälligen Hausarbeiten, die Anfang Februar abzugeben sind, zu vollenden. Somit also den restlichen Tag bis nachts um 4 am schreiben gewesen, begleitet vom üblichen FIFA spielen, sodass ich heute immer noch 12 Seiten vor mir habe...

Tag 1
Nach der langen Nacht heute gemütlich um 6 aufgestanden, nachdem mir die nette Frau bei der Badge-Abholung versicherte, dass es locker ausreicht, bei der Ticketvergabe für die Akkreditierten (ab 8:30 gibt es immer für den aktuellen und folgenden Tag Tickets aus einem extra Akkreditiertenkontingent) etwas früher da zu sein; ich solle am ersten Tag ruhig erstmal um 8 Uhr gucken und schauen, ob ich die folgenden Tage noch etwas später kommen kann.
Nun steh ich seit halb 8 in der Schlange, die ich auf etwa 5 mal so lang wie die Schlange für die normalen Gäste einschätze, und werde sicherlich ein Weilchen hier stehen. So wird also nichts aus meinem Plan, gleich direkt danach in die Bibliothek zu gehen und heute abend gegen 20:30 zur Vorführung vom neuen Werk The Grandmaster des Jury-Präsidenten Kar Wai zu gehen.
Hoffe aber zumindest für die morgigen Filme, dass ich nicht die beliebten Filme ausgewählt habe (kann die Wettbewerbspremieren als Student wohl nicht kostenlos sehen) und somit noch ein paar Tickets ergattern werde.

Ich melde mich, wenn es neues gibt.


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WuaghhhhXMA Themenstarter
WuaghhhhXMA
Beigetreten: 02.09.2008
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Zwar eine lange Schlange, aber ungefähr 20 Ticket Schalter. Als diese aufmachten, ging es im Laufschritt voran. War 8:40 raus. Wettbewerbspremieren darf ich wirklich nicht gucken und so wurde meine Planung ziemlich durcheinander geworfen. Hab nun 5 Filme für morgen und heute abend meinen gewünschten Film von Kar Wai. Jetzt geht's ab in die Bibliothek.


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WuaghhhhXMA Themenstarter
WuaghhhhXMA
Beigetreten: 02.09.2008
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Eine Band eröffnete mit dem typisch deutschen Klamauk, der schon nach wenigen Sekunden zu nerven begann. Anke Engelke moderierte und moderierte und moderierte. Niemand blieb vor ihren und Kosslicks Witzeinlagen verschont, ob Kar Wai, der uns wegen seiner Sonnenbrille nicht sehe oder Kosslick, der uns erklärte, dass 2 Jurymitglieder von den Frauen aus seinem Team ausgewählt werden, den Rest er bestimmt und man das auch sehen kann. Nunja...

The Grandmaster
Die Geschichte von Ip Man wurde wohl in den letzten Jahren zur genüge verfilmt und doch ist dieser Film eine Sache für sich.
China Anfang des 20 Jahrhunderts, kurz vor dem Bürgerkrieg. Kungfu Meister unter sich, Nord gegen Süd, Wille gegen Ehre. Die altbekannte Geschichte lässt einen durchschnittlichen Kungfu Film erwarten, wäre da nicht Kar Wai.
Die Geschichte beginnt mit einem Kampf im Regen, einer gegen Dutzende. Als die Schläge und Tritte einsetzen, der Regen die Geschwindigkeit der Bewegungen zu potenzieren scheint und die Schnitte schneller werden, ist man schon mittendrin. Was folgt sind effektgeladene 90 Minuten, begleitet von einer Ästhetik, die im Bereich des Kungfufilms ihres gleichen sucht, aber stellenweise ins Plakative rutscht.
Formvollendete Kämpfe, die in ihrer Gestaltung der Bewegung perfekt mit der Umgebung harmonieren. Fast schon werden die Kämpfer durch ebendiese gesteuert; ein anderes Handeln scheint unmöglich. Während bei Tarkowski die Zeit in den Bildern behaftet ist, erkennt man hier die Bewegung; nichts anderes als Weg pro Zeit. Überhaupt ist die Bewegung das Leitmotiv dieses Films. In the mood for Move, wenn man so will oder auch "Stillstand ist Mist, Bewegung muss sein" könnte man sagen und wird mehrmals im Film typisch im Gewand chinesischer Sprichwörter übermittelt. Zunächst als physische Bewegung, wird dies durch eine Art Balzkampf, der wohl niemals zärtlicher inszeniert wurde, auf eine Ebene der psychischen Bewegung gehoben.
Die anschließende Synthese durch einen Kampf auf gesamter Ebene, Körper und Geist stehen auf dem Spiel, rundet das Spektakel ab.
Ende, könnte man meinen, doch Kar Wai geht weiter. Nach diesen herausragenden 90min folgen überflüssige 30 Minuten, die viel zu konservativ und ohne Dramaturgie vor sich hin plätschern. Gespräch reiht sich an Gespräch, gefüllt durch Glückskeksweisheiten, ergänzt durch kuriose Szenen. Texteinblendungen lassen das mehrmals das Ende vermuten, doch es folgt eine Weiterführung.
Auch kann die Geschichte nicht vollends mitreissen und verliert sich in Kleinigkeiten. Vielmehr sind die Kaempfe Kernstueck des Films, bei denen sich Kar Wai austoben konnte, alles andere wirkt nur im Zusammenhang mit diesen interessant, verlieren sich aber bei naeherer Betrachtung fuer sich stehend.
Schlussendlich kann man wohl sagen, dass dieser Film die Erklärung seiner Liebe für Kungfu ist. KampfKUNST, meisterhaft inszeniert und (zwar vorrangig, aber) nicht nur der Kämpfe, sondern auch der Narration bedacht.

Tag 2
5 unbekannte Filme stehen heute auf dem Plan, wohl Durchschnitt für mich, der jeden Tag, wenn auch an dreien nur bis zum frühen Nachmittag vor Ort sein wird.
Die Schlange ist heute sicher doppelt so lang, für die Filme morgen habe ich im Falle des Falles noch alternativen. Der Wettbewerbsfilm am Morgen wird zweimal zeitgleich aufgeführt, danach ist Gordon-Levitts Erstlingswerk Don Jon's Addition geplant, zur Not auch van Sants Promised Land, den ich sonst erst am letzten Tag gucken werde. Seidls Finale der Paradies Trilogie wird den Anschluss bilden, der zur Not noch spät nachts käme. Kurzfilme, die von der Beschreibung an Flickerfilme erinnern und schließlich 2 unbekannte.
Nach dem Holen der Tickets hab ich dann erst einmal bis halb 1 frei. Hausarbeit obv. nicht fertig, darf ich nun aber später resp. nach der Berlinale abgeben = kümmert mich jetzt erstmal nicht.
Nun heißt es in den Pausen euch/mich zu unterrichten, wie die Filme waren, den Plan für den jeweils übernächsten Tag zusammen zu stellen (d.h. die Tickets, die es am folgenden Tag gibt) und für meine Klausur am Mittwoch Nachmittag zu lernen, wo auch noch Geburtstag meiner Freundin ist.
Tag der offenen Tür bei moviepilot ist da im übrigen auch, letztes Jahr gab es kostenlose Blurays ;)

E: Alles bekommen


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WuaghhhhXMA Themenstarter
WuaghhhhXMA
Beigetreten: 02.09.2008
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One-Man-Show hier :(

La maison de la radio
Dokumentation ueber den Arbeitsalltag der franzoesischen oeffentlich-rechtlichen Radiosender. Die Porduktion eines bildlosen Mediums wie des Radios filmisch darzustellen ist nicht neu und dennoch innovativ. Hierbei wird nicht anhand eines Radiosenders, sondern verschiedener Untersparten und einzelnen Sendungen (Kultur, vorgetragene Literatur, Info-Radio, Klassik, Wunsch-Radio...) gerade diese Andersheitigkeit vom Bildlosen mit viel Witz gezeigt. Bewusst spielt der Regisseur mit diesem Unterschied, laesst uns entscheiden, ob die Hintergrundmusik diegetisch (die aktuelle Radiomusik) oder nicht ist, beobachtet eine blinde Radiomoderatorin bei ihrer Arbeit und zeigt auf, wie die Interviewer darauf bedacht sind, so darzustellen um eben genau in diesem Medium zu funktionieren: "das muessen sie fuer den Zuschauer beschreiben, der sieht das ja nicht", wie penibel es auf Betonungsnuancen beim Nachrichtensprecher oder beim klassischen Gedicht-Vortragen ankommt, um nur Beispiele zu nennen.
Vorallem durch die lockere Aufarbeitung durchaus interessant anzusehen!

Belleville Baby
Als Essayfilm uebers Erinnern und der Liebe laesst sich der Film grob zusammenfassen. Die schwedische Regisseurin Mia Engelberg bekommt einen Anruf ihres damaligen Freundes, mit dem sie 10 Jahre zuvor in Paris zusammengelebt hat, der aber spurlos verschwunden ist. Dieser jagt nun seinen und ihren Erinnerungen an die vergangene Zeit hinterher. An was kann man sich erinnern, stimmen diese Erinnerungen und mehr kommen einem dabei in den Sinn.
Urspruenglich als rein auditiver Film von den (moeglicherweise re-)konstruierten Telefonaten geplant, laufen nun (auf einer assoziativen Ebene) passend dazu Kameraaufnahmen von ebendiesem Freund. Wenn Engelberg von ihrer einer Straftaeterin, ihrer Grossmutter und natuerlich vorrangig von ihnen selbst erzaehlt, vergleicht und Fragen stellt, ist dies an Intimitaet kaum zu uebertreffen. Man spuert die Liebe in den Szenen, jegliche Gefuehle werden offenbart oder werden durch den Zuschauer offenbart.
Zu Beginn ist der Film etwas schleppend, eine Naehe zu Engelberg ist einfach noch nicht vorhanden. Vielfach sind die Bilder in ihrer Qualitaet (durch die moegliche Authentizitaet resp. das Alter) schlecht und erinnern an alte Handykameraaufnahmen, begleiten den Ton (der nie in den Hintergrund geraet und die Bilder sprechen laesst) oft nur fluechtig und erinnern teilweise an hochexperimentelle Erstlingsfilme in entsprechenden Studiengaengen. Moeglicherweise waere ein Hoerspiel besser gewesen.
Alles in allem durchaus gelungener, intimer Essay-Film, erreicht aber nicht die Klasse wie der zu empfehlende Jaurès der letzten Berlinale.


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Plastichamer
Beigetreten: 04.11.2009
PokerStrategist

Nice Blog.

Ich wäre auf jeden Fall auch mal dabei, aber ich wohne leider zu weit weg.


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10playmaker10
Beigetreten: 05.11.2011
Elite Grinder

hier steppt der bär lol
bestimmt nette deutsche filme dabei,mag aber eher sowas wie die rambo reihe :f_p:


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WuaghhhhXMA Themenstarter
WuaghhhhXMA
Beigetreten: 02.09.2008
Poker Player

Das interessante sind eher weniger die deutschen Filme. Die haben ja fast alle sicher ein Kino- oder DVD-Release. Vielmehr sind es Filme aus Ländern, die hierzulande nur im extremen Ausnahmefall überhaupt vermarktet werden, ob das ganze in Deutschland der Fall ist, ist dabei noch nicht einmal gesichert. Solche möglicherweise Perlen, die wohl seltenst als Geheimtipps die Runde machen, gerade weil sie international nur auf Festivals gezeigt werden, sind es, die gesehen werden wollen.
Die besondere Atmosphäre, mögliche Q&As mit den Filmschaffenden und vieles mehr machen dieses(/jedes) Festival so besonders.
Auf jeden Fall Danke für euer Feedback, freut mich, wenn das hier zumindest von einigen wenigen gelesen wird und die restlichen tausend Viewer entweder still mitlesen oder aus Schreck vor "Arthaus" die Nase rümpfen und schnell den Thread schließen.

Kurzer Nachtrag zu den letzten 3 Filmen gestern:

Oven is het stil
Dieser holländische Film (zu dt. Oben ist es so still) ist ruhig. Sehr ruhig. Und ich liebe ruhige Filme. Aber dieser, nunja...
Ein Mann lebt abgeschieden mit seinem kranken Vater auf einer Art Bauernhof. Der Vater ist fast bewegungsunfähig und muss vom Sohn gepflegt werden. Zusätzlich zu den anfangs 10 Schafen, den Kühen, dem zu bewirtschaftenden Feld. Eine schier unlösbare Aufgabe, der auch der Mann nicht ohne Verluste gewachsen zu sein scheint.
Der Mann vereinsamt, wird gefühlskalt und bedroht daran zu ersticken. Nachbarn und Bekannte kennen ihn nur flüchtig und verlassen dieses Ödland ihrerseits.
In kalten Farben wird hierbei von der Regisseurin diese bedrückende Stimmung in guten Aufnahmen durchaus solide überbracht. Wie sich Vater und Sohn behandeln lässt einen nicht kalt.
Nun bleibt es aber sicherlich die Hälfte der Zeit bei eben dieser Handlung und auch die folgende Handlung wirft nur im Zuge dieser Charakterstudie überhaupt eine (wirklich geringe) narrative Spannung auf. Etwa eine Minute der restlichen Zeit wurden die Schwerpunkte von Teil 1 (Vater) und 2 zusammengeführt und selbst dies hatte nicht die geringste Emotion bei mir zur Folge, der Film ließ mich kalt. Aber auch innerhalb des Films ist dieses Zusammentreffen nicht im Ansatz Auslöser für Veränderung. Wie auch, könnte man sich fragen, so statisch wie die Situation ist.
Insgesamt also bedrückende Thematik, gut vermittelt, aber absolut frei von jeglicher Dramaturgie, da sich diese weder aus Narration, noch aus den Bildern selbst (vgl. Bela Tarr) entwickelt und der Film somit total kalt lässt, was für einen solchen film fatal ist und der Film zu einer einzigen Länge wird.
Anekdote am Rand: als die Produzentin am Ende alle Beteiligten auf die Bühne rief, wurde die Regisseurin vergessen.

Matar Extraños (Killing strangers)
Ich weiß nicht, ob man ohne Vorwissen durchschaut was dieser Film auszudrücken versucht. Im Q&A mussten der dänische und der mexikanische Regisseur mehrmals erklären und näher ausführen, was das jetzt alles genau sollte.
Interessant ist die Konstellation ohnehin. Die Regisseure wollen wenige Kapitel aus der Geschichte Mexikos zur Zeit der Revolution darstellen. Statt nun jedoch einen üblichen linearen Spielfilm daraus zu machen, wird das Casting zum wesentlichen Teil des Films. Wie stellen die Laien die Szene dar, wenn nur einige wenige Vorgaben wie Text zur Verfügung stehen. Neben der Komik, die dabei entsteht, ist es gerade die Vielseitigkeit und die Unterschiedlichkeit der Darstellungen. Wie auch ein produzierter Film nie der Idee des Films gleicht, man kann es Interpretation des Schauspielers nennen, ist auch Geschichte nur das, was von ihr erzählt wird. 1984 kommt einem in den Sinn, streift dieses Thema allerdings nur.
Neben Castingszenen sieht man die letztendliche Umsetzung durch professionelle Schauspieler ausschnittsweise nach der gleichen Szene im Casting. Möglicherweise soll dies die richtige Darstellung der Geschichte sein, sofern es diese denn überhaupt gibt und geben kann. Geschichte ist tot.
Formal bestechend und viel Platz zur Diskussion zulassend kann mich dieser Film überzeugen. Durchaus weiterzuempfehlen auch wegen der passenden kurzen Zeit knackigen Länge.

Rock the Casbah
Der Film widmet sich dem schwierigen Thema des Gazakonflikts. Eine Gruppe junger israelischer Soldaten geht auf Patrouille in einem Araberdorf. Nach kleineren Provokationen und Konflikten wird schließlich einer der Soldaten von einer vom Dach gestoßenenen Waschmaschine erschlagen. Die Täter fliehen und die Soldaten schlagen ihr Lager auf dem Dach des Hauses auf um auf die Rückkehr der Täter zu warten. Für die arabische Familie, der das Haus gehört, natürlich gefährlich, da sie von nunan als Unterstützer der Israelis gelten.
Wichtiges aber auch schwieriges Thema und dieser Film ist so gefährlich wie auch gescheitert. Hage Angelina Jolie diesen Film gemacht, würde sie sich wieder echauffieren, wenn man dem Film einseitige Darstellung unterstellt. Aber so ist es leider: unschuldige Kinder greifen die armen Soldaten grundlos an, beflecken die israelische Flagge etc. Wäre dies nicht fatal genug, so setzt diese subtile Darstellung der Araber zusammen mit der teilweise durchaus intensiven Atmosphäre ein derart angespanntes Gefühl frei, man spürt die angst vor allem, die Kinder, die Erwachsenen, kurz: die Araber. Und genau hier liegt das Problem. Da hilft es auch nicht, dass der Regisseur die Standard Botschaft "Im Krieg gibt es keine Gewinner" erzählen will, beide Seiten laut ihm in der Kritik behaupten, dass der Film ihre Seite schlecht darstelle und sich bei den Dreharbeiten von einigen Arabern für das Verhalten ihrer Leute entschuldigt wurde. Mehr als Propaganda springt dabei nicht trotzdem nicht heraus...

Tag 3
Nachts um 2 war ich nach dem miserablen Abschluss der gestrigen Tages Zuhause. Kurz vor 6 klingelte mein Wecker. Maeaeh...
Heute stehen 6 Filme auf dem Plan dabei aber, wie man oben sieht, zumindest ein paar bekanntere Namen dabei.
Tickets für morgen hab ich alle bekommen, bis jetzt sind es sechs Tickets, eine nachmittags Veranstaltung wird aber evtl ausgetauscht oder sein gelassen, da mich ein anderer mehr interessiert (erster koreanischer Stummfilm samt Klavier und Gesangsbegleitung), da aber akkreditierte keine Karte bekommen und nur auf ein nicht volles Kino hoffen können. Zudem ist ein Freund aus Mainz zufällig gerade in Berlin mit dem ich. Mich dann nachmittags treffen würde.
Nun aber zunächst der Wettbewerbsfilm, über einen schwülen Priester?!
Evtl. schaff ich es danach gleich was zu schreiben, will aber noch eine Karte für meine Freundin für heute abend holen, muss sowieso zum Kino fahren und bei dem Film früh in den saal, wo ich vermutlich kein Internet haben werde.


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WuaghhhhXMA Themenstarter
WuaghhhhXMA
Beigetreten: 02.09.2008
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Leider sind vorhin keine S-Bahnen von der Friedrichstraße bis zum Potsdamer Platz gefahren, sodass ich, außerdem bedingt durch die Baustelle an der Friedrichstraße, ein gutes Stück zügig laufen musste, um noch rechtzeitig zur zweiten Vorstellung zu kommen. Deshalb erst jetzt die Bewertung.

W imie (In the name of)
Polnischer Film über einen Pfarrer, der in einer Art Schule Jugendliche unterrichtet und dabei mit der Homosexualität konfrontiert wird. Intensiv wird die intime Geschichte erzählt, die durchaus nicht nur aufgrund der Thematik durchaus Bärenchancen hat, insbesondere für die Berlinale als eine seit Jahren viel Wert auf sich als queeres Festival legt. Homosexualität wird hier nicht wie in den meisten Filmen als Gag-Lieferant oder Kernproblem inszeniert, vielmehr ist die Liebe dieses Pfarrers entscheidend, die nicht klischeehaft, sondern natürlich, zärtlich und "wie eine Heteroliebe" dargestellt wird. Da stört die Straight Story (haha) auch nicht weiter.
Natürlich werden mit der Homosexualität einhergehende Probleme nicht ignoriert und bilden neben dem Kernproblem weitere Konflikte, die Fragen aufwerfen, deren Diskussion insbesondere im Kirchenzusammenhang wichtig ist. Dabei war aber vor allem das Ende sehr merkwürdig und liess sich nicht wirklich mit dem Rest des Films auf einen Nenner bringen und hatte bei entsprechender Interpretation durchaus unangebrachten höhnischen Beigeschmack.
Was wirkt wie eine quasi Adaption und Verlagerung von Brokeback Mountain, der ja ebenfalls die Geschichte eines männlich dominierten Beruf ausübt und darin seine, in ihrer Normalität bedachten, Liebe zum selben Geschlecht erfährt.
Obwohl das mein diesjährigen erster Wettbewerbsfilm in Konkurrenz ist, und sicher abseits der Thematik kein Meisterwerk ist, leg ich mich fest und sage, der Bär geht nach Polen.

Bewertung von Don Jon's Addiction folgt nach Paradies Hoffnung, der jetzt anfängt. So viel vorweg: Sexistischer Mistfilm bei dem man nicht weiß, wie ernst das gemeint ist.


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WuaghhhhXMA Themenstarter
WuaghhhhXMA
Beigetreten: 02.09.2008
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Sry, dass das so lange gedauert hat, entweder keine Zeit oder kein Internet. Werde die Kommentare heute Nachmittag noch zur besseren Lesbarkeit bearbeiten.

Don Jon's Addiction
Don Jon sieht gut aus, kriegt jede Frau ins Bett und nimmt das auch durchaus Anspruch. Dennoch: Don ist pornosüchtig. Mehrmals am Tag und selbst direkt nach dem Verkehr legt er Hand an.
Was klingt wie die herzzerreißende Verfilmung der Geschichte von Patrick Nuo (Dschungelcamp2013), wird nun aber hollywoodtypisch mit den üblichen Freiheiten eines Ultraschauspielers namens Joseph Gordon-Lewitt umgesetzt.
Stetig Bauch rein, Brust raus, Haarschnitt und Fitnessstudiobesuche im Stile eines perfekt adaptierten Unterschichtenprolls. Schnelles Auto, ständig fluchen, lässige Freunde, keinen Schulabschluss und Frauen wie Mist behandeln.
Was klingt wie eine typische Ausgeburt der negativ konnotierten Generation Porno, wird durch die Bestätigung der Freunde, dem Zuschreiben des täglichen Masturbieren als typische Eigenschaft von Männern, eben gerade dieses Verhalten als männlich und damit normal gerechtfertigt.
Doch auch das Frauenbild selbst kann in dieser Weise nicht hingenommen werden. Frauen als Sexobjekte - bis auf Scarlettson erliegt jede Frau seinem Charme und unterwirft sich ihm somit. Zugegebener Maßen in der Rolle des Süchtigen prangert er bei Frauen u. A. das geringe Oralsexverlangen als aktiver Part an, DEM Unterwürfigkeitssymbol schlechthin.
Dem gegenüber steht nun aber das überzogene Overacting von Levitt, das subtile Ironische und Übertriebene das vielen Szenen anhaftet.
Und dennoch: Der Film deutet hierbei an, dass jede Person ihre Laster hätte und da die Pornosucht resp. Frauenfeindlichkeit doch auch nur ein kleines Manko wäre - die Macke des Mannes eben und das kann nicht so einfach akzeptiert werden!

Nachtrag: Vielerorts kann man lesen, dass der Film gelobt wird, weil er die Objektifizierung der Menschen auf humoristische Weise anprangert (Frauen sollen wie im Porno sein, Männer wie im romantischen Film) . Dabei wird m. E. in noch größeren Maße das Problem des Sexismus im falschem Maße relativiert. Während der romatisierte Mann zum einen nur für den Partner als Objekt fungiert, ist der Sexismus gegenüber Frauen allgegenwärtig. Eine Frage der Schwere muss in dieser Argumentation auch berücksichtigt werden, was hier absolut verharmlost und als jedermanns Laster abgetan wird!

Paradies: Hoffnung
Melanie muss ins Diät-Camp. Was die 13-jährige dort erwartet, ist mehr eine Klassenfahrt mit Trillerpfeife, schwitzen, "urstekligem" Essen und einem schnieken Arzt in den sie sich prompt verliebt.
Seidls Abschluss seiner Paradies Trilogie steht den Vorgängern in nichts nach und provoziert auf ganzer Linie. Vorher als Gotteslästerung und als pfui-deivel-Sex. Nun also dürfen wir dicken Kindern beim Hampeln zuschauen, wie sie in stets unvorteilhaften Posen mit ebenso unvorteilhafter Kleidung ihr Gold präsentieren.
Dieser Film ist schwierig. Schwierig deshalb, weil er provoziert und das nicht zu knapp. Provokation ist aber immer nur die eine Seite, der Anfang - das Ziel die andere. Und dieses erschließt sich nicht direkt. Ich habe geschwankt und abgewogen, wie dieser Film zu bewerten sei, von 2 bis 8,5 ist alles dabei gewesen.

Wo Liegt nun das Problem oder auch die Stärke an diesem Film?
Provozieren mit eindeutiger Absicht, als anprangern bestimmter Zustände mag noch zulässig sein und erfreut sich ja vielerorts großer Beliebtheit. Wenn nun aber offensichtlich fettleibige Menschen, Kinder sogar, zu Attraktionen in der Gaffer-und-Mitten-im-Leben-Ära werden, muss eingeschritten werden. Das Publikum lacht, ekelt sich ein bisschen und kommt aus dem Fremdschämen nicht mehr heraus. An dieser Stelle liegt allerdings der kleine aber feine und vor allem essentieller Unterschied zu auf den ersten Blick ähnlich erscheinenden Werken wie Stromberg. Während in Seidls anderen Filmen im Was und Warum das Komödiantische behaftet ist, stellt in den fragwürdigen Szenen hier vor allem das Wer den Unterschied dar.
Der Umstand der Fettleibigkeit liefert die Witze.
Damit werden die Menschen bzw. Kinder auf ihr äußeres Erscheinungsbild reduziert und dienen damit in herablassender Weise als indifferenzierte, zu begaffende Objekte, die wie die Beobachtung eines Nilpferds beim Koten verstanden werden kann.
An dieser Stelle muss nun jeder für sich entscheiden, ob sich der Film darauf reduzieren lassen sollte.
Meiner Meinung nach übergeht Seidl hier den Punkt der plumpen Provokation und windet sich aus seiner Schlinge. Vielmehr hält er dem Zuschauer den Spiegel vor, entlarvt ihn als ekligen Voyeuristen, dem kein Witz zu flach für eine gelungene Denunziation ist.
Der Zuschauer muss alle (schlechten) Gewohnheiten über den Haufen werfen, sich des fatalen Umstands bewusst werden und nachfolgend bewertend betrachten.
Die Mädels sind nicht nur die "kleinen dicken Mädels, die, oh gott, schon ihren ersten Sex hatten und das obwohl sie so aussehen". Die Dokumentery wird zur Mockumentery, die Schüchternheit zuzuschreibenden Mädchen sind so gar nicht schüchtern und es ist auch vielmehr der Umstand des Diätcamps und die Art der Vorführung, die belacht werden, als das Vorführungsobjekt selbst - sowohl auf narrativer Ebene durch die Päadagogen, aber auch durch Seidl mittels der Inszenierung.
Meiner Meinung nach eine gelungene Interpretation und vor allem ein gelungener Abschluss der provokanten Trilogie, der im Antlitz des vordergründig stumpfen, auf einer Metaebene gerade dies überwinden kann.

Kurzfilme
Die anschließenden Kurzfilme werde ich aufgrund des sehr experimentellen Charakters und dem Umstand des einmaligen Sehens (und meiner Müdigkeit, die erstmalig in diesem Jahr zu Sekundenschlaf führte) nur lose wiedergeben und mich einer tieferen Analyse und Interpretation entziehen. Unter dem Motto der Wahrnehmung wurden diese Filme zusammengefasst. Was und wie nehmen wir wahr. Eine Frage, die sich damals in The Flicker schon gestellt wurde. Exemplarisch möchte ich hier einen näher erläutern.

Blinder Fleck
Der Film ist gestaltet in einer, mir ist das Wort entfallen, Technik, im Aussehen vorzustellen als Objekte auf einer Glasplatte, die von unten bei starkem gegen Licht gefilmt werden und somit zu schwarzen Silhouetten reduziert werden (vgl. Höhlengleichnis) (tatsächlich werden afaik Objekte auf den Film direkt gelegt und dieser selbst aktiv belichtet).
Negativiert werden Fotos von (ich schätze deutschen) Familien (der 40er Jahre), verschiedene Formen und Wollballen komplett ohne Ton eingeblendet und Farbe wechselnd mit einfarbigen Punkten übersäht. Dabei soll sogar die Framerate aktiv im Projektionsprozess (?) gesteuert werden und vom Moment vor dem Flickern bis zur normalen 24 fps Projektion unterschiedliche Ergebnisse präsentieren. Somit steht das Sujet des Films passend in der Reihe unter dem Motto vom Sichtbarem und Unsichtbarem, wo liegt unser blinder Fleck (in der Geschichte?) etc.

An den zweiten kann ich nicht nicht wirklich erinnern, weiß nur noch, dass auch da viel geflickert wurde, rückwärts abgespielt und mit der Sprache und deren Darstellung gespielt wurde.

View from the Akropolis zeigt, untermalt von einem Brummen, eine viertel Stunde lang Bilder aufgenommen von einem Berg gerichtet auf die Stadt am Fuß des Berges.

Im letzten wurde verschiedene (migrantische) Personen sehr poetisch und assoziativ in einer französischen Stadt gezeigt, mal singend, mal suchend. Einen Zusammenhang zwischen der Darstellung der Personen deutet sich klar an, tut sich mir aber nicht auf.

Je ne sans pas morte (I'm not dead)
Ein Philosophieprofessor stirbt und sein Geist findet sich plötzlich im Körper von einem seiner migrantischen Studenten wieder. I'm Not dead stellt dabei mit viel intelligentem Witz ebendas Verhältnis von Körper und Geist in frage, was kennzeichnet den Menschen, was ist überhaupt der Mensch und kommt dabei zu einem interessanten aber diskussionswürdigen Fazit. Dopplungen, und generell jede Art Spiegelmotive werden hierbei eingesetzt und unterstützen das ganze. Generell ist der Film sowohl auf einer locker oberflächlichen Ebene zu genießen, bietet aber auch Möglichkeiten zur tiefergehenden Auseinandersetzung mit dem Thema.
Generell guter Film, wobei ich (vermutlich aufgrund meiner einsetzenden Übernächtigung) nicht fähig bin, euch das tolle am Film herauszuheben.


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WuaghhhhXMA Themenstarter
WuaghhhhXMA
Beigetreten: 02.09.2008
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Shirley - Visions of Reality
Ich habe mich wirklich auf diesen Film gefreut. Nach dem Müdigkeitsschub während der Kurzfilme, der späten Uhrzeit des Films, und der unklugen Idee einen Film solcher Art ebendann zu platzieren, hatte ich dann doch arge Zweifel, ob der Richtigkeit meiner Wahl. Zudem hab ich am Vormittag keine Karten mehr für den Film bekommen und die Länge der Schlange die Länge meiner Pausen zwischen den Filmen am Nachmittag bei weitem überstieg und somit meine Freundin nicht sicher wusste, ob sie den Film überhaupt nicht mir gucken kann und doch lieber Zuhause blieb.
Dennoch habe ich mich für den Film entschieden. Und das sollte die beste Entscheidung meiner Berlinale Zeit sein.

Was für ein Film! Der Österreicher Gustav Deutsch (vielleicht wird dann wenigstens fälschlicherweise etwas Ruhm von dem Film den deutschen Filmemachern zugeschrieben) nahm sich 13 Bilder des Realisten Edward Hopper vor und verfilmte diese jeweils in 6-8 minütigen Szenen, und interpretierte diese als Ausschnitte einer Narration.
In der Optik der Bilder gehalten (statische Kamera aus Perspektive des Bildes), wird hierbei die Geschichte einer hübschen Frau erzählt, die geschichtliche Ereignisse, das Kino und allen voran Hollywood selbst reflektiert. Dies geschieht mit einer schier unglaublichen Detailverliebtheit, Präzision und (de-)konstruiert die Wahrnehmung, den Film, das Kino. Das Verhältnis von Kopie zum Original, dreidimensionale Objekte perspektivisch verzerrt gemalt auf zweidimensionaler Leinwand, die ihrerseits im Zuge des Films in eine dreidimensionale Welt architektonisch transferiert wird, die schlussendlich gemäß des ebenfalls zitierten Höhlengleichnis von Platon wieder auf eine weiimensionale Leinwand projeziert wird, die dem Gehirn Dreidimensionalität suggeriert.
Das Verhältnis vom Einzelbild zum dynamischen, sowohl als Bewegung des Einzelnen, aber auch als Auswahl eines einzelnen aus der Dynamik.
Die Dichotomie der Visions of Reality und Reality of Visions, auf ähnlich interessante Weise - wenn auch mit Schwerpunkt in einem anderen Kontext - auch schon bei Matar Extraños umgesetzt, bilden Grundlage von Gedankenspiele, die sich einem unweigerlich in den Kopf setzen.
Wahnsinnsfilm, visionär umgesetzt und wird zurecht in die Annalen der Geschichte eingehen! Unbedingt ansehen


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EpicFail86
Beigetreten: 28.08.2010
Oldschool Grinder

sehr interessanter blog, genau das richtige für einen kalten sonntag nachtmittag.


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WuaghhhhXMA Themenstarter
WuaghhhhXMA
Beigetreten: 02.09.2008
Poker Player

Der Eintrag wurde gestern geschrieben, danach habe ich die restlichen beiden Filme, meiner Freundin gesehen, sodass ich nicht mehr zum schreiben komme. Versuche die jetzt bis zur ersten Veranstaltung nachzureichen. Dürfte zumindest bei dem ersten drei auch nicht lange dauern.

Tag 4
Als ich heute morgen aufwachte und es draußen langsam hell wurde, ahnte ich schlimmes. Mein Handy hatte wohl die Nacht über besseres zu tun und hängte sich auf. Somit bin ich statt nach zweieinhalb Stunden Schlaf eine knappe Stunde später aufgewacht, dank Adrenalin Cocktail wurde ich aber dafür direkt aus dem Bett geholt. Und auch sonst lief alles schneller und besser als sonst morgens - selbst die S-Bahn kamen pünktlich. So war ich nur 10(!) Minuten später als geplant da. Meine Tickets für morgen habe ich auch bekommen. 3 mal Wettbewerb, alle im Friedrichstadtpalast. Danach steht hoffentlich der Derbysieg an. Zudem hab ich noch ein Ticket für heute zurückgegeben, weil ich mich jetzt gleich wirklich noch mit einem Freund treffe und ich sonst den ausfallenden Film nicht mehr besuchen dürfte.

Dolgaya schastlivaya zhizn (A long and happy life)
Dieser russische Wettbewerbsbeitrag erzählt von einem Farmer, der gezwungen wird sein Land zu verkaufen. Widerwillig akzeptiert er dies, wird dann aber von seinen Arbeitern gedrängt, mit ihnen dagegen zu rebellieren.
Was icht nur wirkt wie ein klassisches Existenzdrama, ist es auch, nur dass der Film leider so dahinplätschert, wie der Fluss, der um das Grundstück fließt. Ohne Stromschnellen, hübschen Bildern oder Leidenschaft, dafür mit absurdem Drehbuch und wirrer Kamera ist der Film damit so interessant wie die Diskussion um Schwaben in Friedrichshain und Prenzlauer Berg. Zurecht wird der Film daher keine Rolle um die Preise spielen.

The Act of Killing
Mit Leichtigkeit, stolzer Brust und lockeren Witzen erzählt ein Mann um die 70 von seiner Vergangenheit. Viel sei passiert in dem Land Indonesien, eine andere Zeit damals zur Revolution.
Seine Rolle zu der Zeit: Kommunisten töten. Präzise schildert er an den Schauplätzen der Tötungen wie er vorgegangen ist. Die ersten Male hätte man die Leute totgeprügelt. Die Menge an Blut und der damit einhergehende Gestank, zwang sie jedoch erfinderisch zu werden. Vom Pragmatismus getrieben, forcierte sich ein auf einer Seite festgebundener Draht als Ideallösung. Eine Idee, die er in den Gangsterfilmen vorrangig der USA bekam und ihn stolz von seiner Anerkennung in diesem paramilitärisch regierten Staat werden lässt, der wohl innerhalb Afrikas und teilen Asiens beliebig austauschbar wäre. Als Gangster sieht er sich auch, das komme schließlich von Free man.
Doch der Regisseur belässt es nicht bei den Erzählungen. Akribisch soll der Mann im Stile der Theaterpädagogik mit ehemaligen Kollegen Szenen aus dem damaligen Alltag mithilfe von Schauspielern nachstellen und dies in einem Film verpacken.
Dass die entstehenden z. T. trashig wirkenden Bilder nicht nur den Zuschauer überfordern, ist dabei von vornherein klar.
Dabei sind es vor allem genau diese akribisch detaillierten Bilder von gedrehten Folterungen und Tötungen und gleichgültige Äußerungen verschiedener ranghoher Offiziere, die den Film so unerträglich machen. Es ist schon fast beschämend zu erwähnen, dass der Film dabei durchaus einige Längen aufweist und die fatalen Äußerungen in ihrer schieren Anzahl Gleichgültigkeit beim Zuschauer hervorrufen.
Sehr (und für einige wohl zu) eindringlich wird hier, so-weit-man-das in einem solchen Fall kann, ohne Anklage zu erheben, beschrieben. Dabei hätte die Dokumentation noch etwas komprimiert werden müssen, um ihre volle Wirkung zu entfalten.

Halbschatten
Weil die vorige Vorstellung erst wenige Minuten vor dem Beginn dieser zuende war, fand ich mich im großen Saal in der Seiten Reihe 2 wieder. Anfangs noch interpretierte ich dies noch als Action Kino, in der die Leinwand in der Größe transzendent wirkt und man wohl auch von augmented Reality sprechen könnte.
Der Film erschien dafür nur leider denkbar ungeeignet. Sehr nüchtern wird hier eine Frau Anfang dreißig beobachtet, die vermutlich ihre Affäre in Frankreich besucht. Dort trifft sie in der Villa samt Pool allerdings nur seine Kinder an, die ihr erklären, dass ihr Vater noch mehrere Tage unterwegs auf Arbeit ist. Die Frau nutzt damit die Gelegenheit und schreibt an ihrem Buch, geht nacktbaden und entwickelt ein absurdes und unklares Verhältnis zu den Kindern.
Generell bleibt vieles unklar und wird nur angedeutet. Das mag zwar zur Situation, der Frau und dem geheimnisvollen Haus passen und ist sicherlich spannungstheoretisch durchaus plausibel zu erklären, überfordert den Zuschauer aber und führt wegen fehlender Sogwirkung in die Handlung und in die Gefühle der tragenden Hauptfigur statt zu interessiertem Beobachten und Interpretieren vielmehr zur Gleichgültigkeit, Desinteresse und somit Langeweile.
Somit reiht er sich direkt hinter dem ersten Film heute ein, der zumindest noch auf erster Ebene sozialkritische Relevanz hatte und nicht nur dem Kunstanspruch stattzuhalten beabsichtigt.

Nach dem Film jetzt gleich, gibt's dann den naechsten Film.


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WuaghhhhXMA Themenstarter
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DeAD
Der Vorspann lässt schon nix gutes erwarten. Ein deutscher Film, der in Tarantino Manier sein Intro präsentiert und sicher total absurde Dialoge liefern will, untermalt von einem abgedrehten Soundtrack und viel Gewalt. Der Regisseur, der daraufhin nach dem Film vorgestellt wurde und die Premiere gefeiert hat, sah dann auch exakt wie in der Vorstellung aus und hat auch noch diese total coole Art zu sprechen verinnerlicht.
Doch Moment, erst einmal zum Film. Patrick, ein Mann um die 30 in der Mischung aus Rocker und Punk, kniet an den Füßen seiner an der Decke baumelnden Mutter. Daraufhin will er mit einem Freund seinen Vater stellen, der ihn gezeugt und dann nie mehr gesehen hat.
Was anfangs in den Gesprächen zwischen den Freunden zum Tarantino Verdacht vom Anfang hinzukommt, ist ein Slang, der auch noch an Clockwork Orange erinnert. Will der Film einem alles kaputt machen?
Der Verdacht der dt. Tarantino-Mimesis erhärtet sich immer mehr, als die beiden mit einmal im Anzug gekleidet und überfreundlich vor dem Vaterhaus stehen, der gerade seinen 60 feiert, samt neuer Familie, Ex Frau und deren Schnöselsohn. Hanekes Funny Games steht also nun auf der Devise...
Doch der Film blüht auf. Die Dialoge sind durchwachsen, aber in der Mehrheit positiv, teilweise grandios. Bewusst wird mit Klischees gespielt und die Filme nicht nur nachgeäfft, sondern kombiniert in einem zwar nicht wirklich eigenem Stil, aber doch gut. Gelungene Timings, nicht direkt offensichtliche Pointen sorgen für eine gelungene Unterhaltung und viel Spaß.

The necessary death of Charly Countryman
Wir sehen Charly kopfueber an einem Seil haengen, stark blutend, wie er von einer Frau erschossen wird. Im typischen Indiestil erzaehlt uns ein Erzaehler dabei etwas von der Liebe.
Damit ist die Geschichte und insbesondere deren Ausgang direkt klar und es interessiert nur noch die Umsetzung ebendieser.
Charly sieht seine Mutter sterben, die ihm schliesslich als Geist mitteilt, dass er sich auf nach Bukarest begeben solle. Dort angekommen trifft er wegen kurioser Umstaende eine Frau. DIE Frau (aus dem Prolog). Die Liebe gestaltet sich aber reichlich schwierig, ihr Freund ist ein gefuerchteter Gangsterboss. Als schließlich noch ein zweiter Gangster dazukommt und Charly zwischen die Fronten (Gangster1 - Gangster2, Liebe - Gangster) gerät, sind wir schon mitten im (Stile eines?) Indie-Thrillers angekommen.
Viel läasst sich zu dem Film nicht sagen. Klassisch aufgezogen mit recht banaler Geschichte verkommt der Thriller bei den (typisch für unsere Zeit ironischen und zynischen) Kommentaren aus dem Off (erinnern stark an 500 Days of Summer), Leboufs Dauergrinsen und generell den verliebten und verträumten Blicken der Zwei schnell als zweitrangig.
Wie zu erwarten war das natürlich kein Highlight, dennoch ist der Film gute einseitige Unterhaltung, die als (post)modernes Märchen trotz der Action-Handlung gut funktioniert.

Tag 5
Nach guten 4h Schlaf wurde ich wie imemr unsanft aus dem Schlaf gerissen und machte mich nach dem Morgenprogramm sogar 10min früher als geplant auf den Weg. Weil ich gestern kaum zum Schreiben kam, war einiges nachzuholen und so habe ich, voellig vertieft im Schreiben, meine Umsteigestatiobn verpasst. Somit kam ich dann wegen verpassten Anschlussbahnen 10min später als ursprünglich geplant an und wunderte mich, trotz der recht frühen Ankunft über die vielen Leute. In den Plan geguckt --> heute beginnt schon eine Wettbewerbspemiere um 8:30 also zu der Zeit, ab der es normalerweise erst Karten für die Akkreditierten (allerdigns für den nächsten Tag) gibt. Daher fing heute alles eine halbe Stunde eher an, was mich doch leicht in Panik versetzte, weil ich noch keinen verlauf für morgen geplant hatte und die zeit drängte. Einige Filme, die ich sehen wollte, kommen auch zum letzten Mal und somit gestaltete sich das wirklich als schwierig. Letztendlich hab ich alles untergebracht, was gedrängt hat, jedoch wird morgen dafür ziemlich stressig, weil ich in abgelegenen Kinos bin und nur wenig Zeit zwischen den insg. 5 Filmen habe... Späat abends feier ich dann mit meiner Freundin in ihren Geburtstag hinein.

Kritiken der Filme schreibe ich jetzt auf dem Weg ins Stadion.


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WuaghhhhXMA Themenstarter
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Gloria
Eine Mit-50er Frau steht in Chile alleine an der Bar einer anscheinend Ü40 Party. An dieser Stelle würden sicherlich viele aufgrund der jahrelang eingetrichterten Bilder im Kino, in der Handlung ein vereinsamt es Drama vermuten. Doch Gloria ist anders. Die starke Frau genießt es hier, feiert ausgelassen und flirtet mit einem Mann, den sie auch mit nach hause nimmt. Gloria ist geschieden, hat 2 Kinder von denen eins ins Ausland zieht und hat Probleme mit ihrem Nachbarn. Eine Frau, wie es sie immer häufiger im Leben gibt. Auch genau da liegt eine der großen Stärken in dem Film. Der Film besticht durch seinen Realismus in allen Facetten (im vierten Fünftel wird die Situation etwas zu überzogen dargestellt und führt direkt kleineren Längen), der nicht tragisch oder zynisch sondern ganzer Linie positiv gezeigt wird. Sie als starke Frau sehnt sich nach Liebe und findet diese auch in einem neuen Mann. Ganz und gar nicht böse gemeint, ist nun nicht sie, sondern der ebenfalls geschiedene Mann aber Opfer (seiner Unterwürfigkeit, der er nicht selbst entfliehen kann) und Täter (wie er mit Gloria umgeht) zugleich. Das großartige subtile Spiel der Hauptdarstellerin kann durchweg begeistern und bildet das i-Tüpfelchen in dem Film. Spontaner Szenenapplaus auf der Berlinale spricht Bände! Dabei ist vor allem die Darstellung von Liebe im besten Alter erwähnenswert. Wie in ebenso gelungene Darstellungen von Liebe in den Alterskategorien, in den Extremen jung (Moonrise Kingdom, Anne liebt Phillip) und alt (Liebe, Wolke Neun) wird damit der Liebe zugesprochen, dass sie sich im Alter verändert, aber keine Liebe "richtiger" als eine andere wäre.
Toller Film, dem man durchaus sehr gute Chancen zusprechen muss.

La religieuse
Frankreich 18. Jahrhundert (?): eine Familie schickt ihr tiefgläubiges Kind ins Nonnenkloster, die dort jedoch das Gelöbnis verweigert. Beim darauf folgenden Herumreichen in die verschiedensten Kloster geschieht ihr allerhand übel und zeigt sie einem übermächtigen Feind ausgesetzt, der jedoch nicht Gott sondern Dessen Vertreter auf Erden.
Natürlich erwartet man kein neues Joanne D'Arc, aber die Art dieses Dramas lässt genau diese Genrefizierung fragwürdig erscheinen. Während der Anfang zu lang braucht (frei als Aufwecken zu verstehen, wurde unregelmäßig (extra-)diegetisch ein lautes Geräusch verursacht) wurde und die Geschichte im zweiten Teil durchaus stark ist, fällt der Film in der zweiten Hälfte komplett auseinander. Stellenweise habe ich mich wirklich in einem postmodernen,subversiven Aufbrechen aller Konventionen im Genrekontext geglaubt. Dabei ist der Film klar Genrefilm oder will zumindest so wahrgenommen werden. Wenn nun aber in der letzten Stunde keine Minute in diesem Drama vergeht, in welcher der Saal nicht in Lachen ausbricht, die Szenen aber nicht direkt so ausgelegt sind, unfreiwilliger Humor also, dann scheint hier eine Menge falschzulaufen. Doppeldeutigkeiten und einfach ein übertriebenes klischeehaftes Auftreten der dort neu eingeführten Personen lassen einen faden Beigeschmack übrig. Der emotionale Konflikt des ersten Teils wird nicht oder nur sehr sporadisch verknüpft und lässt den zweiten Teil auf einer offensichtlichen Ebene noch mit dem Thema zu tun haben, ermöglicht aber keine tiefere Auseinandersetzung mit dem Thema. Die zweite Stunde ist dabei gezeichnet von Lächerlichkeiten und ermöglicht keine tiefere Auseinandersetzung mit den Thema. Somit ist die zweite Hälfte der schlechtere W imie, die alles falsch macht, was ebender In the Name of gut macht. Die Merkwürdigkeit der letzten Szene von W imie wirkt hier wie der Kernkonflikt der zweiten Hälfte.
Berlinale Augenblick des Tages: eine Frau in der ersten Reihe will während des Films auf Toilette und sieht eine scheinbar unsichtbare Stufe und stolpert recht ausgefallen. Auf dem Rückweg, alle Augen nur auf sie gerichtet, exakt der gleiche Spaß an derselben Stelle. Ab da hab ich die letzten 10 Minuten durchgeprustet aufgrund der live Inszenierung vom Tigerkopf aus Dinner for one...

Vic Un Flo ont vu un ours (Vic und Flo saw a bear)
Eine Frau wird aus dem Gefängnis entlassen und zieht mit ihrer Geliebten in die Wälder Kanadas zu ihrem halbseitig gelähmten, stummen Vater, um den sie sich aber nicht kümmert. Dass dabei die Personen nicht immer das sind, was sie vorgeben, kommt dabei ans Tageslicht.
Spärlich inszeniert lässt sich dieser Film in kein Genre einordnen. Als Kunstfilm ausgeschrieben habe ich tolle poetische Bilder, Dialoge zum nachdenken und generell eine freie Erzählung vermutet und erwartet. Geworden ist es eine (vordergründig?) platte altbekannte Story, die schnell zu langweilen beginnt, die nur am Ende atmosphärisch zumindest ansatzweise akzeptabel ist.

Tag 6
Mit dem Derbysieg wurde es zwar nix, aber nach so einem Spiel können wir mit dem Punkt gut leben (Ronny :megusta:). Das hieß aber auch, dass ich mal deutlich früher Zuhause war und somit sicherlich 5h Schlaf bekommen habe.
Meinem Körper war dies aber reichlich egal und so hatte ich heute morgen todesmüde an der Schlange für die Tickets gestanden.
Habe leider festgestellt, dass der Ticketmensch gestern ziemlichen Mist gebaut hat (der heute ebenfalls und somit kann ich nun nicht Hitchcocks 3D Film Dial M for Murder sehen...) und ich nun ein falsches Ticket habe und für den Film es auch heute keine mehr gab. Somit hoffe ich nachher, dass das Kino nicht voll wird und es in der Auffüllschlange weniger Akkreditierte als freie Plätze im Kino gibt und ich nicht 2h frei habe, die ich mit lernen nutzen würde.
Überhaupt wird es jetzt bis Donnerstag morgen keine Filmbewertungen geben, weil ich ab jetzt in jeder freien Minute für die Klausur morgen lernen werde und danach mit meiner Freundin ihren Geburtstag feier. Weil die Filme morgen auch blöd vor der Klausur liegen, schaffe ich nur 2 Filme vor ebender und (falls ich nachher in den Film komme, sonst guck ich den morgen etwas früher als den jetzt eingeplanten) leider auch erst 20min vor Klausurbeginn ankomme. Hoffentlich geht das alles glatt.
Kurz zu den Filmen, die ich heute bis jetzt gesehen habe:

Wettbewerb aus Russland, Name entfallen: Sohn fährt ein Kind tot, Mutter versucht milde Strafe für Sohn zu bekommen. War gut

Metamorphosen: Doku über ein russisches verstrahltes Gebiet in beeindruckenden Bildern, ganz gut

Layla Fourie: Frau fährt Mann tot, versucht das zu vertuschen, Anfang gut, Ende zieht sich ewig und nervt nur noch

Chemi irgendwas: Freunde, die sich nicht wirklich an ihre Geschichten erinnern können, also wieder mal Erinnerungen, aber auch mehr Bezug auf Interpretationen, ganz gut

Bis Donnerstag :)


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WuaghhhhXMA Themenstarter
WuaghhhhXMA
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Pozitia Copilului (Child's Pose)
Eine Frau kommt in eine Polizeiwache und will zu ihrem Sohn. Der wird verdächtigt soeben ein kleines Kind totgefahren zu haben und sie versucht in nun mit alles in ihrer Macht stehende aus der Situation zu befreien - sei es durch Bestechung, Entschuldigung beiden Eltern etc.
Wieder steht eine Frau im Mittelpunkt, die offensichtlich ein schlechtes Verhältnis zu ihrem Sohn hatte und nun durch den Unfall ihre wahre Seite zeigt. Sehr kühl inszeniert zeigt sich hier ein Bild einer äußerlich kühlen Frau, die wohl Jahrelang im Schock ihrer eigenen Beziehung zum eigenen Sohn verharrte.
Durchaus interessantes und differenziertes Drama mit guten Schauspielern.

Metamorphosen
In schwarzweiß wird in diesem Dokumentarfilm das Leben von Bewohnern eines russischen Dorfs gezeigt, daß sich mitten im weltweit verstrahltestem Gebiet befindet. "Ihr braucht keine Angst vor einem Atomkrieg haben, ihr habt schon die Maximaldosis.", hieß es im Film. Nicht moralisierend und weniger die Folgen zeigend besticht der Film klar durch die Bilder der mittlerweile wieder unberührten Landschaft. Dabei liegt vor allem der Fokus auf den Strukturen und Oberflächen der Natur (inkl. der Bewohner), die womöglich mit nicht ganz so körnigem Bild noch eindrucksvoller wäre.
Ist gut anzusehen und hat auch merkenswerte Bilder, aber mehr eben nicht. Warum auch minutenlang eine Aufnahme von einem Schaf bei der Schlachtung gezeigt werden musste, ist ebenfalls fragwürdig.

Layla Fourie
Schon wieder ein Autounfall. Alleinerziehende Südafrikanerin muss sich um ihrem Sohn kümmern und nimmt daher einen Job in einer anderen Stadt an, in dem sie am Lügendetektor Bewerber für ein Casino testet. Auf den Weg fährt sie aber einen Mann an, der wegen unglücklicher Umstände auch stirbt.
Im folgenden legt die Geschichte den Fokus auf die Suche nach der Wahrheit und langweilt bei zunehmender Dauer und Häufigkeit absurder Entscheidungen und Handlungen. Der daraus entstehende innere Konflikt wird nicht wirklich herausgearbeitet sondern liefert keine wirklich dramaturgische Grundlage.

Chemi Sabnis Neketsi (A fold in my blanket)
Der georgische Film erzählt von einem Mann in einer Stadt, die gerade im politischen Umbruch ist. Dabei wird mit Zeitsprüngen, verwirrenden Bildern gearbeitet und steht offenbar wieder unter dem Mantel von Wahrheit und Traum, kommt aber damit - anders als die Berlinale-Filme bisher - zum Schluss, dass es auf das hier und jetzt ankomme. Die aber dennoch sicher auch vielseitig zu deutende Geschichte kann dabei durchaus Interesse schüren und nimmt dabei immer wieder zu vorigen Bildern Bezug.
Generell sehenswert wenn auch nichts was länger im Kopf bleiben wird.

Endzeit
Als deutsches The Road könnte man den Film und zusammenfassen, die anfangs sicher Endzeitstimmung aufkommen lässt, weil die Gefühle und Reaktionen der Protagonistin der Kernkonflikt bleiben. Spätestens wenn die ängstliche, vorsichtige, zweifelnde Frau, die sich nicht an die letzten Überlebende erinnern könne, immer mehr Leute kennenlernt und mit diesen zusammenlebt, wird es absurd und auch banal, weil interessante Ansätze wie das Finden der Sexualität trotz Aufwachsen ohne Fremde so schlicht beleuchtet werden.

Concussion
Eine Mutter lebt zusammen mit ihrer Frau und ihren zwei Kindern und ist damit sichtlich unzufrieden. Nicht nur von ihren Kindern ist sie genervt, sondern wird sie nach einer Kopfverletzung auch sexuell extrem ausgeglichen. Da sie die Erfüllung von ihrer Frau nicht bekommt, verkauft sie ihren Körper an andere junge Frauen. Während Shame sich noch auf die damit dennoch einhergehende Einsamkeit fokussiert, wird hier das Sexualleben ästhetisiert und das Problem vordergründig nicht thematisiert wird, sondern im Grunde nur am Ende einen Konflikt darstellt. Das wird auf die Dauer langweilig und unnötig.

Tag 7
Hundsmüde am Prüfungstag zu sein, sind selten wirklich gute Voraussetzungen. Unvorbereitet war ich auch noch und sollte auch nur noch wenig Zeit vor der Klausur finden, zumindest alles einmal gelesen zu haben...
Dass sich langsam Gereiztheit und Aggressivität breit macht, habe ich ja schon geschrieben. Positiv ist allerdings hervorzuheben, dass ich Langschläfer früh immer weniger Probleme mit dem aufstehen bekomme. Da sich direkt an die Berlinale Zeit ein Praktikum mit entsprechender Anfangszeit anschließt, hat das ganze vielleicht sogar etwas gutes.
In der Schlange hat sich dann Unmut und ich fast schon Panik breit gemacht, weil ich feststellen musste, dass ich z. T. wirklich schlecht geplant hatte und so auf einige Filme verzichten muss, die ich eigentlich sehen wollte. Insbesondere wird die Anzahl weniger ausfallen, was wohl den vielen Terminen die Woche geschuldet ist. Somit werden es wohl etwas über 40, sodass mein ziel für die Berlinale erreicht ist, die nächste Hürde 50 aber nicht im Ansatz angekratzt wird.
Nachdem sich gestern alles zum guten gewendet hat und ich zumindest die Filme alle gucken konnte, die ich wollte, musste ich heute sogar den zweiten der beiden Filme ausfallen lassen, den ich somit auch nicht mehr nachholen kann, sofern er überhaupt noch angeboten würde. Wenigstens wollte ich alle Aufzeichnungen für die Prüfung einmal gelesen haben und da ich noch Erledigungen für das heutige Ereignis (s. o.) hatte, musste da der Film Dean glauben. Wäre eh recht knapp mit der Klausur geworden.
Zur Klausur: Großteil multiple choice, weswegen ich überhaupt das lernen so handhaben konnte. Dort auch hinreichend gut gewesen um die Punkte aus dem Frei-Bereich liegenzulassen. Da sind höchstens 2/10 Punkte drin.
Somit also alles richtig gemacht, auch das Lernen hat mir noch ein paar wichtige Punkte geschenkt.

Parde (Closed Curtain)
Mann zieht sich mit seinem Hund in seiner Villa zurück, da in seinem Land Iran (iirc nicht konkret genannt) Hunde als unreine Tiere verboten sind. Verschiedene symbolische Personen treten daraufhin als verschiedene Stufen seines Bewusstseins in Erscheinung.
Seh ruhig filmt der iranische Regisseur, der wegen Untreue zu seinem Land zu Hausarrest und Berufsverbot gezwungen wurde. Generell lässt sich viel persönliches in dem Film wieder entdecken. Anfangs etwas zu ruhig und zu gewollt künstlerisch erscheinend, wird der Film in der Mitte deutlich besser, wenn die verschiedenen Perspektiven und Standpunkte miteinander diskutieren. Das auch wirklich jeder verstanden hat, wer davon jetzt echt etc. ist, wird das ganze allerdings zu ausführlich wiederholt. Auch sind die z. T. sehr langen takes nur bedingt und teilweise intensiv (im Gegensatz zu Tarkowski) und wirken bemüht.
Dies soll allerdings nicht bedeuten, dass der Film nicht mehr ist, vielmehr ist es beeindruckend unter Berücksichtigung seiner Umstände, dass so ein kritischer Film den Weg an die Öffentlichkeit finden kann.

Tag 8
Die Berlinale neigt sich langsam dem Ende und der Plan für die letzten tage steht soweit. Lustigerweise hat es bis Dienstag gebraucht, bis ich gemerkt habe, dass die Sonderausgabe von screen international für jeden Tag der Berlinale, die auch jeder zu besitzen schien, kostenlos für die Akkreditierten ist und ich es somit versäumt habe, mir Exemplare zu sichern.
Heute am Valentinstag werde ich abends mit meiner Freundin zu Les Miserables gehen, wodurch mir wieder ein paar Filme entgehen werden. Sonst stehen wieder z.t. Wettbewerbsfilme auf dem Plan. Morgen wird dafür wieder komplett durchgezogen.


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WuaghhhhXMA Themenstarter
WuaghhhhXMA
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Eine Stunde Arbeit gerade verschwunden. Toll!
Also noch einmal neu:

Tut mir leid, dass ich in der letzten Zeit mit den Berichten so hinterher bin. Aber die Zeit und auch mein Handy Akku wissen dies zu verhindern.
Noch zum Donnerstag:

Epizoda u zivotu beraca ( An Episode in the life of an Iron Picker)
Dokumentarisch gehalten (einmal wird die Kamera in dem Film sogar von einer Leiter getroffen) ist der genau das, was der Titel suggeriert. Eine Roma Familie wird mit existenziellen und kostspieligen Schicksalsschlägen konfrontiert und muss dafür alles aufgeben um wenigstens sich zu haben.
Dabei ist der verdichtete, pseudo-dokumentarische Stil neben den (angeblich nach den eigenen Erfahrungen gecasteten) Schauspielern Formen für die notwendige Authentizität als dramaturgisches Mittel. Dass dabei nur während des Films Fragen zum über die Missstände aufkommen, ist zwar zumindest ein Anfang, lässt den Film aber in seiner Bedeutung trotz der Relevanz zurücktreten.

Chiralia
Nach einer Stunde Pause steht nun ein Doublefeature an: der 26 minütige Kurzfilm Chiralia und der einstündige Die Wiedergänger, beide aus der Perspektive deutsches Kino.
Ein Vater geht mit seinem Sohn schwimmen, der daraufhin nach dem tauchen spurlos verschwunden ist. Elliptisch und mit z.t. schönen Bildern wird mit einigen formalen Fehlern wieder eine Geschichte über Erinnerungen erzählt (mal was ganz neues), versinkt aber sonst in der Unbedeutung.

Die Wiedergänger
Wenn vor dem Film gesagt wird, man solle das Gefühl aus dem ersten Film mitnehmen, sich das ganze eher als besucht und einem Museum vorstellen soll, bei dem die subjektive Bedeutung erst im Nachhinein klar wird und man diese nicht die ganze Zeit im Film suchen solle...
Wenn ein Film ausschließlich von Bildern und Gefühlen leben will, aber formale Probleme immer wieder aus ebendem herausreißen...
Wenn nach dem Film in Anwesenheit des Teams der Film ausgebuht wird und im Q&A sarkastische Kommentare zum Film abgegeben werden ("Was sollte das alles und warum so schlecht?")...
...deutet nicht unbedingt auf eine tolle Projektion hin.
In abwechselnden Ausschnitten wird ein Hippie-Pärchen Zuhause und ein Jugendlicher allein im Wald gezeigt. Mehrmals werden dann Passagen aus einem Buch vorgelesen, die man auch in den Bildern wiederfinden kann, wenn man mag. Aber wohl auch jede andere Geschichte, denn der Regisseur scheint bedacht darauf zu sein, auch ja keine charakteristischen Momente der Geschichte entsprechend, sondern vielmehr unbedeutende Bilder wie das paar im Auto vor ihrem Tor stehend zu zeigen.
Wenn nun noch der Regisseur einen auf Sven Regener machen will und als narrativen Auftritt einige Male mit seiner Band vor dem Paar schlecht abgemischt u. A. von Fernweh nach Fernsehen in Singapur (Lost in Translation?) singt, dann schüttelt man nur den Kopf oder nutzt die Zeit für wichtigere Dinge wie Schlaf.
Dann gibt es da noch Kameras, die Teil des Films werden, nicht als bewusstes Spiel im Stile der Novelle Vague als Missachtung der Konventionen (jump cuts etc.), sondern schlichtweg Schatten wirft, sich spiegelt, unnötigerweise durch wackelndes Bild präsent wird und man nicht einmal mögliche POV Sequenzen als solche erkennen bzw vom Rest unterscheiden könnte.
Unter aller Sau...

Night Train to Lisbon
Die Verfilmung eines Bestsellers birgt oft die Gefahr, ohne Vorzüge schlicht die Geschichte mit Bildern zu versehen und nichts neues zu erschaffen. Einige Werke bieten sich dafür noch viel weniger an als andere und Night Train to Lisbon ist eines davon. Während das Buch mit Sprache spielen soll und auch ein Buch dort die Rolle spielt, verkommt auch diese Verfilmung zum unbedeutenden Werk.
Kurz zur Story: Schweizer Lehrer rettet Frau vor ihrem Selbstmord, die später abhaut und einen Mantel mit seltsamen Buch und Zugtickets nach Lissabon für diese Zeit zurück lässt.
Das lässt sich der Lehrer nicht mehrmals sagen, steigt spontan ein und macht sich auf die Suche nach der Geschichte des Buches und des Autors. Die Idee ein Buch über die Bedeutung eines Lebens mit der Rekonstruktion eines Lebens zu kombinieren, ist sicherlich nicht neu, kann man aber dennoch goutieren, wird aber schnell kontraproduktiv, wenn die Geschichte langweilig, uninspirierend umgesetzt wird und das beleuchtete Leben wirklich unbedeutend wird. Ständige Interviews eines arroganten Lehrers mit Zeitzeugen, bedeutungsschwangere Textpassagen und Bohren in der Vergangenheit ermüden und da können auch die lockeren Witze nicht hinwegtäuschen.

Fury (Blinde Wut)
Zu Langs Klassiker über Lynchjustiz muss man (auch aufgrund meiner geringen Zeit und dem noch zu schreibenden Rest) nicht viele Worte verlieren, außer dass der Film wirklich bemerkenswert ist. Emotional wird die Geschichte erzählt, die Lang innovativ nicht dort aufhören lässt, wie man vermuten würde, sondern einen schritt weiter geht, Fragen stellt, diese zu beantworten versucht und dabei über Genregrenzen hinweg sieht.

Les Miserables
Der Trailer versprach so viel und auch wenn das Musical als Grundlage diente, hätte man in der Umsetzung mehr liefern können. Einige Songs wie Hathaways aus dem Trailer sind grandios umgesetzt, aber versinken in dem Gross des Rests. Viel zu ähnlich und lieblos wird das musikalische Thema in die restlichen Lieder eingefercht, viel zu ähnlich und konservativ (trotz Umsetzung als Musicals mit epischen Ausmaßen) werden die Einlagen (sei es durch das stetige Verwenden von Gesichtern in Großaufnahme etc.) inszeniert und viel zu ähnlich und simpel ist die Geschichte, auch wenn hier selbstredend Gefühl und (Audio-) Bilder Kern Punkte der filmischen Umsetzung darstellen und formale Vorgaben wie eben die Umsetzung als Musical klar eine längere Laufzeit bei gleicher Geschichte benötigen.
Dennoch teilweise wirklich phantastische Komposition, die Spaß macht und über schwächere Phasen und Lieder hinwegretten kann.


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WuaghhhhXMA Themenstarter
WuaghhhhXMA
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Wer sich wundert, warum ich gerade so viel schreibe: wegen eines technischen Defekts gibt es im Moment keine Tickets für morgen, sodass alle Akkreditierten vor den Schaltern warten und auf Karten warten. Hatte jetzt die Auswahl zwischen einem Wettbewerbsfilm oder einem von Thema interessanteren Generationsfilm, der aber kurz nach der Berlinale auch in Potsdam zu sehen sein wird. Da ich morgen 7 Filme plane und davon auch eine Menge Wettbewerb und beliebt sein wird, muss ich nun also hoffen, dass es bald voran geht und ich nur den ersten Film verpasse. Um 12 geht meine nächste Vorstellung los.
So viel vorweg.
E: statt 8:30 ging es ab 10. Stehe ja auch erst seit 7...

Tag 9
Recht fit auf den Beinen und auch beim Ticketkauf ging alles glatt, musste ich mich beeilen, um in die Bibliothek an einen richtigen Rechner zu kommen, da ab 9 die Karten für die beiden Auswärtsspiele gegen Dresden und 1860 verkauft wurden, die wir planten zu sehen. Meine Dauerkartennummer (die eine andere als die Nummer von der Dauerkarte ist, und somit nicht auf ebendieser steht) und mein Benutzername hatte ich aber nicht im Kopf und so hieß es erstmal probieren. Hat nach einigen Versuchen auch geklappt und auch die Tickets haben wir bekommen. Danach ging es ein paar hundert Meter weiter in den Friedrichstadtpalast, um mit einem Wettbewerbsfilm den tag einzuläuten.

Uroki
Still und quälend beginnt der koreanische (?) Film mit der (abermals echten) Schlachtung eines Schafs durch den Protagonisten. So wehr- und hilflos wie das Schaf ist der Schüler den Stärkeren in der Schule ausgeliefert und schmiedet einen perfiden Plan.
Wie die Anfangsszene ist auch der Rest des Films in statischer Kamera gehalten und lässt die Bilder für sich sprechen... Im Gegensatz zu anderen Mobbing Filmen evtl. sogar mit Showdown bricht der Film hier in der Hälfte den Kampf gegen die Jugendlichen der Schule und institutionalisiert den Konflikt. Doch der Junge zerbricht auch daran nicht und kämpft, gegen die vielfältige Ungerechtigkeit der es ausgeliefert scheint. Bedrückend und quälend ; aber gut. Wenn auch ohne Chancen.

(Wird ergänzt)


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mauf
Beigetreten: 22.08.2005
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hey ich wollte einfach mal danke sagen! toll dass du uns hier so ausführlich an deinem berlinale programm hast teilhaben lassen! :heart:


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