
The Leftovers (HBO)
Drama / Mystery
Infos zum Pilot ( Achtung wer sich komplett ohne Infos auf die Serie einlassen möchte sollte das obv nicht lesen):
Spoiler
Zwei Prozent der Weltbevölkerung verschwinden plötzlich spurlos, scheinbar vom Erdboden verschluckt. The Leftovers erzählt die Geschichte der Hinterbliebenen als grandios düsteres Sittengemälde, als existenzialistische Gesellschaftsbeobachtung voller Exzentrik.
Die Serie The Leftovers basiert auf dem gleichnamigen Roman von Tom Perrotta aus dem Jahr 2011. Damon Lindelof („Lost“) fungiert als Showrunner der Serie, weitere Executive Producer sind Tom Perrotta, Peter Berg (Regisseur des Serienpiloten), Sarah Aubrey, Ron Yerxa und Albert Berger.
Also Leute die Lost immer noch gut finden (trotz der letzten beiden Staffeln bzw der finalen Episode) sollten hier unbedingt mal rein schauen. In erster Linie geht es hier in der Serie nicht um ein gewisses mysteriöses Ereignis aufzuklären, sondern eher darum wie die einzelnen Menschen damit bzw danach klar kommen ( oder auch nicht). Nicht desto trotz geht es in der Serie schon ziemlich mysteriös zu und heftig zur Sache. Ich fand die erste Staffel sehr stark. Die 2. Staffel ist nun auch schon gestartet, grad die erste Folge gesehen und gleich wieder drin. Die Serie verbreitet eine komische, düstere Stimmung - ich kanns grad schlecht in Worte fassen. Ich poste einfach mal ein Teil des Reviews von Serienjunkies:
Die technische Umsetzung unter der Regie von Peter Berg (der in der Episode einen kleinen Cameoauftritt hat) steigert sich im Zeitablauf. Zu Beginn wirken die Bilder - für HBO-Maßstäbe - reichlich glatt und sauber. Die Steadicam bleibt nah an den Protagonisten. Wenn man Bergs sonstige Regiearbeiten („Friday Night Lights“, „Lone Survivor“) kennt, findet man seine typischen Merkmale in „The Leftovers“ schnell wieder. Seine Bilder sind bisweilen expressionistisch angehaucht, er offenbart auch hier seinen emotionalen, fordernden Regiestil. Zum Ende wandelt sich die Bildkomposition in ein opulentes Machwerk, der düstere Verlauf der Episode findet darin seinen Klimax.
Unterstützt wird die optische Umsetzung durch eine grandiose musikalische Untermalung. Sowohl das Sounddesign des deutsch-britischen Komponisten Max Richter („Shutter Island“, „Waltz With Bashir“) als auch sein Piano-Thema und der Einsatz diverser Popmusik (zum Beispiel von James Blake) unterstreichen die narrative Dringlichkeit, die optische Unmittelbarkeit und die zersetzende Verlorenheit der Protagonisten.
Die Pilotepisode verströmt aus allen Poren ihre trostlose Sicht auf menschliche Existenz und Gemeinschaft. Eine größere Portion Humor hätte ihr durchaus gutgetan, außer einem kleinen Einwurf gibt es weit und breit nur Gefühllosigkeit und emotionale Verwüstung. Aus diversen Quellen ist zu vernehmen, dass die Buchvorlage von Tom Perrotta durchaus leichter daherkommt. Die omnipräsente Tristesse dürfte demnach verhindern, dass die Serie vom Start weg zum großen Publikumserfolg wird - genau wie die Tatsache, dass das zentrale Mysterium für die Serienmacher eben nicht von zentralem Interesse ist.
All diese Elemente und Eigenschaften machen „The Leftovers“ zu einem düsteren existenzialistischen Kunstwerk, zu einer philosophisch-religiösen Meditation über das Unerklärliche - einmalig und absolut sehenswert.