Alien: Romulus
Schade, ich hatte mir deutlich mehr erhofft. Im Grunde kein schlechter Film, er macht vieles richtig, das World-Building in der ersten Hälfte ist sehr gut gelungen. Die Bilder sind grandios und man knüpft mit der Optik und der Story klasse an den ersten Alien-Film an. Die Motivation der Charaktere ist klar erkennbar und nachvollziehbar. Es gibt viele neue gute Ideen, deren Potential aber nie voll ausgeschöpft wird. Konkreter im Spoiler:
Spoiler
- Die Motivation bzw. das Interesse des Unternehmens am Alien wird weiter ausgebaut, indem man auf die menschliche Evolution und die Anpassung für das Weltall Bezug nimmt.
- Update/Veränderung der KI durch einen einfachen Chiptausch des Androiden. Dazu hätte man sicherlich einen guten Mindfuck-Moment kreieren können, wobei sich der Charakter des Androiden plötzlich verändert. Die Chance wurde aber vertan.
Am meisten stört mich, dass der Horror-Faktor des Aliens komplett verloren gegangen ist. Im ersten Film zeichnet sich das Alien dadurch aus, dass es ein überlegender Organismus/Jäger ist, welcher seine Beute gezielt angreift und dessen Verhalten man als Zuschauer nur schwer vorhersagen kann. Das Alien ist nicht dieses 0815-Raubtier, das einfach seinen Instinkten folgt und seine Opfer frontal anstürmt. In Alien: Romulus habe ich das Alien deswegen nie so wirklich als Bedrohung wahrgenommen. Das Ende gefällt mir auch überhaupt nicht und kommt mir so vor als wenn Ridley die Arbeit von Alvarez negativ beeinflusst hat. Ich wurde da zwangsläufig an diesen Schwachsinn von Raised by Wolves erinnert. Anyway, die ersten Hälfte ist für mich 8.5/10 und die zweite Hälfte dann nur noch 5.5/10.