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Amerikanische Optionen

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MorchManN
Beigetreten: 05.03.2005
Oldschool Grinder

Jo Leute, habe mal ne Frage und da die SuFu saugt.. hier kommt sie, sorry wenn schonmal gestellt oder woanders diskutiert.

In Finanzmathematik lernt man, dass es niemals gut ist einen Amerikanischen Call vorzeitig auszuüben (glaub mit paar voraussetzungen wie bspw. keine dividende aufs underlying etc.)
nun gut, meistens tradet man ja mit den optionen und wartet nichtmal bis zum ende der laufzeit
nun frage ich mich ob es überhaupt sinnvoll ist die option vorzeitig zu verkaufen (ist nicht das gleiche wie ausüben aber vielleicht gibts da eine korrelation ?( )

discuss & beste


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11 Antworten
krush22
Beigetreten: 19.12.2008
Oldschool Grinder

Hab zwar nie konkret in der Finanzmathematik mit amerikanischen Optionen zu tun gehabt so richtig, aber warum sollte man die nie vorzeitig ausüben?

Call sind doch Bezugsrechte und amerikanische Optionen sind doch optionen die jederzeit einlösbar sind ne?

Mir erschließt sich nicht warum man die niemals vorzeitig einlösen sollte? Dann kann ich doch genauso gut europäische Optionen kaufen?


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MorchManN Themenstarter
MorchManN
Beigetreten: 05.03.2005
Oldschool Grinder

Original von krush22
Hab zwar nie konkret in der Finanzmathematik mit amerikanischen Optionen zu tun gehabt so richtig, aber warum sollte man die nie vorzeitig ausüben?

Call sind doch Bezugsrechte und amerikanische Optionen sind doch optionen die jederzeit einlösbar sind ne?

Mir erschließt sich nicht warum man die niemals vorzeitig einlösen sollte? Dann kann ich doch genauso gut europäische Optionen kaufen?

ja ist echt so, wurde mathematisch bewiesen.. werde mal nachgucken und kanns dann posten. aber was mir halt in erinnerung geblieben ist, war dass es nicht optimal ist calls vorzeitig auszuüben und puts schon (wo sie irgendwie ein supermartingal werden/sind)


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abakusschwarz
Beigetreten: 30.04.2007
BlackMember

Original von MorchManN
Jo Leute, habe mal ne Frage und da die SuFu saugt.. hier kommt sie, sorry wenn schonmal gestellt oder woanders diskutiert.

In Finanzmathematik lernt man, dass es niemals gut ist einen Amerikanischen Call vorzeitig auszuüben (glaub mit paar voraussetzungen wie bspw. keine dividende aufs underlying etc.)
nun gut, meistens tradet man ja mit den optionen und wartet nichtmal bis zum ende der laufzeit
nun frage ich mich ob es überhaupt sinnvoll ist die option vorzeitig zu verkaufen (ist nicht das gleiche wie ausüben aber vielleicht gibts da eine korrelation ?( )

discuss & beste

Verkaufen ist nicht gleich ausüben. Du kannst die Option verkaufen, dabei kriegst du den Inneren Wert und den Zeitwert. Solltest du die Option ausüben, kriegst du nur den Inneren Wert.

z.B. Option 1 Aktie zu kaufen im Wert von 10, die atm bei 12 steht.
Beim ausüben würdest du die Differenz von 2 kriegen.
Solltest du die Option verkaufen kriegst du sicher 2+ den Zeitwert (z.B. 1).

Edit: Weil Zeitwert immer >0, ist verkaufen >> ausüben. Deshalb lohnt es sich nicht die Option auszuüben.


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MorchManN Themenstarter
MorchManN
Beigetreten: 05.03.2005
Oldschool Grinder

nice & thx

was is der zeitwert? bzw wie berechnet man den? innerer wert diskontiert?


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Original von krush22
Hab zwar nie konkret in der Finanzmathematik mit amerikanischen Optionen zu tun gehabt so richtig, aber warum sollte man die nie vorzeitig ausüben?

Call sind doch Bezugsrechte und amerikanische Optionen sind doch optionen die jederzeit einlösbar sind ne?

Mir erschließt sich nicht warum man die niemals vorzeitig einlösen sollte? Dann kann ich doch genauso gut europäische Optionen kaufen?

Wenn es keine Dividenden gibt und die willst den call ausüben, dann kannst du stattdessen einfach das underlying verkaufen, das geld was du bekommst anlegen und den call gehalten. Am ende der laufzeit haste dann immer mehr als wenn du ausgeübt hättest.


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MorchManN Themenstarter
MorchManN
Beigetreten: 05.03.2005
Oldschool Grinder

Original von qaymko

Original von krush22
Hab zwar nie konkret in der Finanzmathematik mit amerikanischen Optionen zu tun gehabt so richtig, aber warum sollte man die nie vorzeitig ausüben?

Call sind doch Bezugsrechte und amerikanische Optionen sind doch optionen die jederzeit einlösbar sind ne?

Mir erschließt sich nicht warum man die niemals vorzeitig einlösen sollte? Dann kann ich doch genauso gut europäische Optionen kaufen?

Wenn es keine Dividenden gibt und die willst den call ausüben, dann kannst du stattdessen einfach das underlying verkaufen, das geld was du bekommst anlegen und den call gehalten. Am ende der laufzeit haste dann immer mehr als wenn du ausgeübt hättest.

gilt die logik dann nicht auch für das verkaufen der option?


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jotha
Beigetreten: 20.04.2006
Elite Grinder

Original von qaymko

Original von krush22
Wenn es keine Dividenden gibt und die willst den call ausüben, dann kannst du stattdessen einfach das underlying verkaufen, das geld was du bekommst anlegen und den call gehalten. Am ende der laufzeit haste dann immer mehr als wenn du ausgeübt hättest.

Zeige das doch mal an einem Beispiel mit aktuellen Daten.

Funktioniert das bei jeder Laufzeit, für Großanleger oder auch bei Kleinanlegern?
Welchen Aufwand muß man dabei betreiben und kann die "Geldanlage" wirklich risikolos sein?


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Zinsch
Beigetreten: 01.02.2008
Elite Grinder

Original von MorchManN

Original von qaymko

Original von krush22
Hab zwar nie konkret in der Finanzmathematik mit amerikanischen Optionen zu tun gehabt so richtig, aber warum sollte man die nie vorzeitig ausüben?

Call sind doch Bezugsrechte und amerikanische Optionen sind doch optionen die jederzeit einlösbar sind ne?

Mir erschließt sich nicht warum man die niemals vorzeitig einlösen sollte? Dann kann ich doch genauso gut europäische Optionen kaufen?

Wenn es keine Dividenden gibt und die willst den call ausüben, dann kannst du stattdessen einfach das underlying verkaufen, das geld was du bekommst anlegen und den call gehalten. Am ende der laufzeit haste dann immer mehr als wenn du ausgeübt hättest.

gilt die logik dann nicht auch für das verkaufen der option?

Nein, weil du beim Verkauf mehr Geld bekommst als beim Ausüben der Option.

Der ganzen Logik liegt im Prinzip der Gedanke zu Grunde, dass alle Underlyings langfristig steigen und der erwartete Wert in der Zukunft größer ist als der heutige Wert. Deshalb ist eine Option fair bewertet mehr wert, weil sie eben dieses Potenzial zur Wertsteigerung hat, welches bei einer Ausübung verloren geht.


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krush22
Beigetreten: 19.12.2008
Oldschool Grinder

Aber der Zeitwert sollte doch abnehmen ?(

Nehmen wir mal 3 Zeitpunkte an, ganz einfaches binomiales modell. Wert der Aktie fällt oder steigt um jeweils eins. Dinkont. Zinssatz =0.

t0: Wert der Aktie 10, Bezugsrecht einer Aktie für 10. Ergo ist der Innere Wert 0 und der Zeit Wert >0.

t1: Aktie ist um 1 gesteigen, also auf 11. Der innere Wert der Option ist nun 1. Zeiwert kA, aber tendenziell 0? Da wir einen Erwartungswert von 0 zwischen halten und einlösen haben oder?
Ergo sollte verkaufen, einlösen, halten den selben Wert haben?
Verkaufen und einlösen sollten mMn doch auch immer den selben Erlös bringen?

Was ist das Underlying?

Bin aber auch Finance Noob ;)


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MorchManN Themenstarter
MorchManN
Beigetreten: 05.03.2005
Oldschool Grinder

Original von Zinsch

Original von MorchManN

Original von qaymko

Original von krush22
Hab zwar nie konkret in der Finanzmathematik mit amerikanischen Optionen zu tun gehabt so richtig, aber warum sollte man die nie vorzeitig ausüben?

Call sind doch Bezugsrechte und amerikanische Optionen sind doch optionen die jederzeit einlösbar sind ne?

Mir erschließt sich nicht warum man die niemals vorzeitig einlösen sollte? Dann kann ich doch genauso gut europäische Optionen kaufen?

Wenn es keine Dividenden gibt und die willst den call ausüben, dann kannst du stattdessen einfach das underlying verkaufen, das geld was du bekommst anlegen und den call gehalten. Am ende der laufzeit haste dann immer mehr als wenn du ausgeübt hättest.

gilt die logik dann nicht auch für das verkaufen der option?

Nein, weil du beim Verkauf mehr Geld bekommst als beim Ausüben der Option.

Der ganzen Logik liegt im Prinzip der Gedanke zu Grunde, dass alle Underlyings langfristig steigen und der erwartete Wert in der Zukunft größer ist als der heutige Wert. Deshalb ist eine Option fair bewertet mehr wert, weil sie eben dieses Potenzial zur Wertsteigerung hat, welches bei einer Ausübung verloren geht.

ich glaube, dass du nicht mal die annahme brauchst, dass alle underlyings langfristig steigen. wichtig ist nur der "risikolose" zinssatz, es gibt also die möglichkeit das geld nahezu risikolos anzulegen. anleihen von USA zb. in dem moment wo man das underlying leerverkauft, hat man bzgl der option ja kein risiko mehr weil man zu laufzeitende das underlying zum basispreis bekommt.

underlying ist die aktie auf die sich die option bezieht. kann aber auch der goldpreis oä sein.

bzgl des beispiels von krush22 würde ich sagen, dass wenn der risikolose zinssatz 0 ist ist der zeitwert 0 und ausüben und halten macht kein unterschied


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Original von jotha

Original von qaymko

Original von krush22
Wenn es keine Dividenden gibt und die willst den call ausüben, dann kannst du stattdessen einfach das underlying verkaufen, das geld was du bekommst anlegen und den call gehalten. Am ende der laufzeit haste dann immer mehr als wenn du ausgeübt hättest.

Zeige das doch mal an einem Beispiel mit aktuellen Daten.

Funktioniert das bei jeder Laufzeit, für Großanleger oder auch bei Kleinanlegern?
Welchen Aufwand muß man dabei betreiben und kann die "Geldanlage" wirklich risikolos sein?

Das ist nur eine Argumentation, warum es nicht gut ist einen call vorher auszuüben. Ob du das umsetzten kannst ist egal, haupsache die Großen können es. In der Praxis würdest du natürlich einfach den Call verkaufen.

Was du mit einem Beispiel mit aktuellen daten meinst, ist mir nicht ganz klar, aber allgemein sieht es folgendermaßen aus:

S ist der Aktienkurs, K ist der Strike und du möchtest in t ausüben und wir schauen was wir in T haben.

Strategie 1: ausüben: (S_t-K)*(1+zins)

Strategie 2: nicht ausüben, aktie verkaufen, geld anlegen:
-S_T + S_t *(1+Zins) + max(0,S_T-K)
=S_t*(1+Zins) - min(S_T,K)

Wenn der Zins > 0 ist, ist Strategie 2 also immer besser uns selbst bei Zins von 0 ist Strategie 2 immer >= Strategie 1, da man bei 2 noch die chance hat, dass der Kurs unter den strike fällt.

Der tatsächliche Zeitwert (Erwartungswert) ist also nicht nur vom Zins, sondern auch von der Volatilität von S abhänging. Ansonsten stimmt die Argumentation pfadweise (also modellunabhängig), also ob alles im mittel steigt ist egal.

Bei Dividenden (oder negativen Zinsen) geht dann die pfad- und damit auch die modellunabhängigkeit verloren, weswegen man nicht so einfach sagen kann ob man ausüben sollte oder nicht. Deswegen sind amerikanische optionen für privatanleger eher nicht geeignet.


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