Ich sehe das ein wenig anders: Nein wir benötigen keine weitere Verschuldung der Staatsfinanzen um den Konsum aufrecht zu erhalten. Im Gegenteil: Warum spart man nicht. Und zwar überall dort, wo sinnlos Geld ausgegeben wird.
Oder noch besser: warum macht der Staat nicht endlich das, was er soll? Ist es Aufgabe des Staates durch Subventionen die Industrie zu stützen (Kohle, Kilometergeld, Erneuerbare Energien, Zuckerrüben, Brachlandförderung und so weiter)? Soll es Aufgabe des Staates sein einen Markt zu deregulieren, um dann Quasimonopole zu schaffen, die dann nur für eines Sorgen, nämlich das Preise steigen (Strom, Telekom, Krankenkassen). Ist es richtig, dass der Staat Systeme schafft, durch die Leistung nicht mehr vergleichbar ist und dadurch Millionen und Milliarden sinnlos ausgegeben werden (Schulbildung, Einheitslohn, Länderstrukturausgleich)?
Wenn Staaten ihre eigentlichen Aufgaben ausüben würden, würden alleine die Kosten für hunderte Beamte etc wegfallen, Quersubventionen wegfallen, Wettbewerb die Quasimonopole stoppen und die Industrie wäre leistungsfähiger. Hinzu kommt eines: das Ganze kostet weniger und somit hat jeder mehr Geld, da der Staat extrem weniger Kosten hat. Nur ist das eine relativ unpopuläre Betrachtungsweise. Ich zitiere hier mal Milton Friedman:
„Ein Staat, der Recht und Ordnung aufrecht erhielte, Eigentumsrechte definierte, als Medium diente, durch welches wir Eigentumsrechte und andere Regeln des ökonomischen Spiels ändern könnten, Streitigkeiten über die Interpretation der Regeln entschiede, die Erfüllung von Verträgen durchsetzte, den Wettbewerb förderte, eine Währungsverfassung bereitstellte, Aktivitäten entfaltete, um technischen Monopolen entgegen zu wirken und solche Nachbarschaftseffekte zu bewältigen, die weithin als hinreichend erachtet werden, um staatliche Intervention zu rechtfertigen, und der private Wohltätigkeit ergänzte wie die Familie bei dem Bemühen, den Unmündigen, ob geistig Behinderten oder Kind zu schützen - solch ein Staat hätte eindeutig wichtige Funktionen zu erfüllen.“
Dies verdeutlicht noch mal, was genau unser Problem ist:
Chancen, die ich meine (1980)
In dem Werk von Rose und Milton Friedman Chancen, die ich meine (1980) bezeichnet er den Wohlfahrtsstaat und die Inflation als die größten Feinde der Wirtschaft.
Für Friedman ist der Wohlfahrtsstaat ein Betrug an den Leuten, die noch arbeiten und Steuern zahlen. Hierzu zeigte er die Methoden auf, in welcher Art und Weise Geld ausgegeben wird:
1. eigenes Geld für sich selbst ausgeben, zum Beispiel beim Einkaufen im Schuhladen
2. eigenes Geld für andere ausgeben, was vor allem zu Weihnachten geschieht
3. anderer Leute Geld für sich selbst ausgeben, indem man auf Kosten der Firma speist oder mit dem Taxi fährt
4. anderer Leute Geld für andere ausgeben, was vornehmlich der Wohlfahrtsstaat macht
Für ihn gibt es ein klares Gefälle zwischen den Methoden von eins nach vier. Die Leichtfertigkeit, mit der der Mensch mit Geld umgeht, nehme von eins bis vier eindeutig zu. Für Friedman sind die Methoden drei und vier der Grund für die Inflation und die Ursache für den Verfall der westlichen Industrienationen. Mit der Behauptung, die Armen zu unterstützen, ziehe der Sozialstaat mit seiner mächtigen Wohlfahrts-Bürokratie dem Mann im Büro und an der Werkbank das Geld aus der Tasche. Teile man aber den Betrag, der bis kurz vor 1980 in den USA zur Bekämpfung der Armut ausgegeben wurde, durch die Zahl der Menschen, die nach amtlicher Statistik bedürftig sind, dann müsste das Einkommen dieser Bedürftigen eineinhalb- bis zweimal so groß sein wie das durchschnittliche Einkommen der Bevölkerung. In Wirklichkeit bliebe für die Bedürftigen wenig übrig. Denn das Geld werde vor allem für die Bürokratie und Personalkosten verwendet.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Milton_Friedman
Nicht zu vergessen: Deutschland machte in den Jahren 1998-2008 im Durchschnitt ca. 23 MRD Überschuss vor Zinsen! Mit Zinsen waren es 43 MRD Defizit. Was macht man also? Klar, neue Schulden um das Defizit auszugleichen. Damit steigen die Zinsen, huch – ein Teufelskreis.
Rein theoretisch reicht es also, sinnlose Ausgaben komplett zu kürzen und dann anfangen ohne neue Schulden zu leben. Von Rückzahlen, Abbau mal ganz zu schweigen.
2008 haben wir als größten Posten 382 MRD an Sozialversicherungsbeiträgen eingenommen, gefolgt von (oh Wunder) 315 MRD Kreditaufnahme, gefolgt von: Umsatzsteuer 176 MRD, Lohnsteuer 142 MRD, andere Steuern 93, Einkommensteuer 63, Energiesteuer 46, Gewerbesteuer 41.
An Platz zwei die Kreditaufnahme… Deiner Theorie zur Folge müssten wir die Kreditaufnahme ja steigern, also auf über die Größe der Sozialbeiträge oder wohin?
Ausgaben:
Soziale Sicherung 491 MRD – ja aber da kommen nur 382 MRD an???
Platz zwei, wen wunders: Schuldentilgung 304 MRD im Jahr. Mom…. Wir nehmen 315 MRD Auf um davon direkt wieder 304 zu tilgen. Mir würde so keine Bank mehr Geld geben…
Platz 3: Gesundheit. Oh Fehler in Position 1 – wir nehmen also 382 MRD für soziale Sicherung und Gesundheit ein – kosten zusammen „nur“ 646 MRD.
Bildung 99, Verkehr 84, Verwaltung 82, Zinsen 67, öffentliche Sicherheit 38, Verteidigung 27, Wohnungswesen 19, Kultur, Religion, Freizeit 15, Umwelt 12.
Es gibt vom Institut für Wirtschaft eine Aufstellung von 130 MRD an Subventionen, die man laut aussage der Wirtschaftsweisen sofort abschaffen könnte, ohne das es ein Schaden für die Bürger geben könnte. Nicht eingerechnet sind die Mehrkosten für die Finanzkrise, die hat man raus gerechnet.
Also ich denke: Sparen und Abzahlung sind für mich und meine Kinder und deren Kinder besser, als diesen Irrsinn weiter zu machen ;-)