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[Geschlossen] Artikel: The Great Global Debt Prison

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Awesomeness
Beigetreten: 25.08.2008
Oldschool Grinder

http://www.zerohedge.com/article/guest-post-great-global-debt-prison

kleiner Auszug:

Spoiler

"Our economy, our culture, our entire world, is built upon debt. No one ever asked us if that’s how we wanted it, it is simply how the system was designed when we came into it. Many of us have lived our entire lives under the assumption that debt is a necessary function of daily commerce and a valuable driver of successful society. Most households in America operate at a steep loss, trapped in constantly building cycles of liability and interest. There are even widely held schools of economic thought that are centered completely on the production and utilization of nothing but debt. Only recently have many people begun to ask themselves what the tangible benefits are (if any) in being dependent on debt based finance.

After careful examination, it becomes evident that debt does not fuel economy, it suffocates it. It does not nurture growth, it stunts and poisons it. Extreme debt is not a fundamental organ in a body of commerce; it is an aberration, a spreading cancer which disrupts the circulation of healthy trade. Debt is, in large part, unnecessary."

Extrem interessanter Artikel imo, würde gern eure Meinung dazu hören.


6 Antworten

als einzelperson kann man sowieso nicht so viel machen. beschäftigt man sich mit dem thema und äußert man sich kritisch dem gegenüber, ist man ein linker spinner, der nur ein paar gedanken von anderen linken spinnern aufgeschnappt hat. dass die andere partei ihre gedanken auch aufgeschnappt hat und nicht selbst das rad erfunden hat, vergessen sie...aber wie auch immer. im grunde kann man nur froh sein, wenn die leute an der richtigen stelle das richtige tun. und ich sehe da zur zeit positive entwicklungen. zum einen ist da julian assange, der für die informationsfreiheit kämpft und zum anderen entsteht langsam eine gegenbewegung zu unserem kapitalistischen finanzsystem, das geld höher stellt als menschen. ich erlaube mir an dieser stelle das gut zu finden und zu befürworten!


lausbua
Beigetreten: 15.11.2009
Oldschool Grinder

Mein Englisch is leider nicht das allerbeste hat da jemand Cliffnotes dazu?


knuddelhundi
Beigetreten: 26.09.2007
Elite Grinder

After careful examination, it becomes evident that debt does not fuel economy, it suffocates it. It does not nurture growth, it stunts and poisons it. Extreme debt is not a fundamental organ in a body of commerce; it is an aberration, a spreading cancer which disrupts the circulation of healthy trade. Debt is, in large part, unnecessary."

Der erste Teil stimmt, Schulden zerstören die Wirtschaft. Dabei muss man natürlich zwischen Verschuldung für Konsum und Verschuldung für Investition unterscheiden.

Der unterstrichene Teil ist leider falsch zumindest unter den derzeitigen Vorzeichen. Wir brauchen zunehmende Verschuldung um unsere Wirtschaft zu erhalten. Der Staat und die privaten Haushalte müssen sich immer weiter in die Schuldenfalle begeben da sonst der Konsum einbricht und die Produktion immer weiter abgebaut wird. Es herscht quasi Verschuldungszwang da sonst die Wirtschaft komplett zusammenbricht. Natürlich passiert das früher oder später auch wenn die Schulden nicht mehr finanzierbar sind.

Der Grund für diese Situation ist die zunehmende Ungleichverteilung von Kapital. Es wird zunehmend nicht mehr für Konsum eingesetzt sondern um anderen Menschen über Verschuldung Konsum zu ermöglichen. Wenn wenige Menschen das meiste Kapital auf sich vereinen, wird es immer weniger zur Bedürfnissbefriedigung eingesetzt. Es gibt viele Milliardäre die einen relativ bescheidene Lebensstil haben aber ihr Geld weiter für sich arbeiten lassen.

Auswüchse dieser globalen Schieflage sind u.a. die Destabilisierung vieler Staaten z.B. wie jetzt im nahen Osten, die Zunahme von Extremismus und Terrorismus und viele weitere negative Effekte bei denen einfach die Zeit fehlt sie alle aufzuzählen. Die zwangsweise Verschuldung und die dadurch kollabierende Wirtschaft treibt viele Menschen in die Perspektivlosigkeit und schafft ein weltweites Pulverfass was in den nächsten Jahrzehnten zu explodieren droht.


DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007
Oldschool Grinder

Ich sehe das ein wenig anders: Nein wir benötigen keine weitere Verschuldung der Staatsfinanzen um den Konsum aufrecht zu erhalten. Im Gegenteil: Warum spart man nicht. Und zwar überall dort, wo sinnlos Geld ausgegeben wird.
Oder noch besser: warum macht der Staat nicht endlich das, was er soll? Ist es Aufgabe des Staates durch Subventionen die Industrie zu stützen (Kohle, Kilometergeld, Erneuerbare Energien, Zuckerrüben, Brachlandförderung und so weiter)? Soll es Aufgabe des Staates sein einen Markt zu deregulieren, um dann Quasimonopole zu schaffen, die dann nur für eines Sorgen, nämlich das Preise steigen (Strom, Telekom, Krankenkassen). Ist es richtig, dass der Staat Systeme schafft, durch die Leistung nicht mehr vergleichbar ist und dadurch Millionen und Milliarden sinnlos ausgegeben werden (Schulbildung, Einheitslohn, Länderstrukturausgleich)?

Wenn Staaten ihre eigentlichen Aufgaben ausüben würden, würden alleine die Kosten für hunderte Beamte etc wegfallen, Quersubventionen wegfallen, Wettbewerb die Quasimonopole stoppen und die Industrie wäre leistungsfähiger. Hinzu kommt eines: das Ganze kostet weniger und somit hat jeder mehr Geld, da der Staat extrem weniger Kosten hat. Nur ist das eine relativ unpopuläre Betrachtungsweise. Ich zitiere hier mal Milton Friedman:

„Ein Staat, der Recht und Ordnung aufrecht erhielte, Eigentumsrechte definierte, als Medium diente, durch welches wir Eigentumsrechte und andere Regeln des ökonomischen Spiels ändern könnten, Streitigkeiten über die Interpretation der Regeln entschiede, die Erfüllung von Verträgen durchsetzte, den Wettbewerb förderte, eine Währungsverfassung bereitstellte, Aktivitäten entfaltete, um technischen Monopolen entgegen zu wirken und solche Nachbarschaftseffekte zu bewältigen, die weithin als hinreichend erachtet werden, um staatliche Intervention zu rechtfertigen, und der private Wohltätigkeit ergänzte wie die Familie bei dem Bemühen, den Unmündigen, ob geistig Behinderten oder Kind zu schützen - solch ein Staat hätte eindeutig wichtige Funktionen zu erfüllen.“

Dies verdeutlicht noch mal, was genau unser Problem ist:

Chancen, die ich meine (1980)
In dem Werk von Rose und Milton Friedman Chancen, die ich meine (1980) bezeichnet er den Wohlfahrtsstaat und die Inflation als die größten Feinde der Wirtschaft.
Für Friedman ist der Wohlfahrtsstaat ein Betrug an den Leuten, die noch arbeiten und Steuern zahlen. Hierzu zeigte er die Methoden auf, in welcher Art und Weise Geld ausgegeben wird:
1. eigenes Geld für sich selbst ausgeben, zum Beispiel beim Einkaufen im Schuhladen
2. eigenes Geld für andere ausgeben, was vor allem zu Weihnachten geschieht
3. anderer Leute Geld für sich selbst ausgeben, indem man auf Kosten der Firma speist oder mit dem Taxi fährt
4. anderer Leute Geld für andere ausgeben, was vornehmlich der Wohlfahrtsstaat macht
Für ihn gibt es ein klares Gefälle zwischen den Methoden von eins nach vier. Die Leichtfertigkeit, mit der der Mensch mit Geld umgeht, nehme von eins bis vier eindeutig zu. Für Friedman sind die Methoden drei und vier der Grund für die Inflation und die Ursache für den Verfall der westlichen Industrienationen. Mit der Behauptung, die Armen zu unterstützen, ziehe der Sozialstaat mit seiner mächtigen Wohlfahrts-Bürokratie dem Mann im Büro und an der Werkbank das Geld aus der Tasche. Teile man aber den Betrag, der bis kurz vor 1980 in den USA zur Bekämpfung der Armut ausgegeben wurde, durch die Zahl der Menschen, die nach amtlicher Statistik bedürftig sind, dann müsste das Einkommen dieser Bedürftigen eineinhalb- bis zweimal so groß sein wie das durchschnittliche Einkommen der Bevölkerung. In Wirklichkeit bliebe für die Bedürftigen wenig übrig. Denn das Geld werde vor allem für die Bürokratie und Personalkosten verwendet.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Milton_Friedman

Nicht zu vergessen: Deutschland machte in den Jahren 1998-2008 im Durchschnitt ca. 23 MRD Überschuss vor Zinsen! Mit Zinsen waren es 43 MRD Defizit. Was macht man also? Klar, neue Schulden um das Defizit auszugleichen. Damit steigen die Zinsen, huch – ein Teufelskreis.

Rein theoretisch reicht es also, sinnlose Ausgaben komplett zu kürzen und dann anfangen ohne neue Schulden zu leben. Von Rückzahlen, Abbau mal ganz zu schweigen.

2008 haben wir als größten Posten 382 MRD an Sozialversicherungsbeiträgen eingenommen, gefolgt von (oh Wunder) 315 MRD Kreditaufnahme, gefolgt von: Umsatzsteuer 176 MRD, Lohnsteuer 142 MRD, andere Steuern 93, Einkommensteuer 63, Energiesteuer 46, Gewerbesteuer 41.

An Platz zwei die Kreditaufnahme… Deiner Theorie zur Folge müssten wir die Kreditaufnahme ja steigern, also auf über die Größe der Sozialbeiträge oder wohin?

Ausgaben:
Soziale Sicherung 491 MRD – ja aber da kommen nur 382 MRD an???
Platz zwei, wen wunders: Schuldentilgung 304 MRD im Jahr. Mom…. Wir nehmen 315 MRD Auf um davon direkt wieder 304 zu tilgen. Mir würde so keine Bank mehr Geld geben…
Platz 3: Gesundheit. Oh Fehler in Position 1 – wir nehmen also 382 MRD für soziale Sicherung und Gesundheit ein – kosten zusammen „nur“ 646 MRD.

Bildung 99, Verkehr 84, Verwaltung 82, Zinsen 67, öffentliche Sicherheit 38, Verteidigung 27, Wohnungswesen 19, Kultur, Religion, Freizeit 15, Umwelt 12.

Es gibt vom Institut für Wirtschaft eine Aufstellung von 130 MRD an Subventionen, die man laut aussage der Wirtschaftsweisen sofort abschaffen könnte, ohne das es ein Schaden für die Bürger geben könnte. Nicht eingerechnet sind die Mehrkosten für die Finanzkrise, die hat man raus gerechnet.

Also ich denke: Sparen und Abzahlung sind für mich und meine Kinder und deren Kinder besser, als diesen Irrsinn weiter zu machen ;-)


knuddelhundi
Beigetreten: 26.09.2007
Elite Grinder

Ich sehe das ein wenig anders: Nein wir benötigen keine weitere Verschuldung der Staatsfinanzen um den Konsum aufrecht zu erhalten. Im Gegenteil: Warum spart man nicht. Und zwar überall dort, wo sinnlos Geld ausgegeben wird.

Auch wenn Geld mehr oder weniger sinnlos ausgegeben wird. Irgendwer muss dafür ein Produkt oder eine Dienstleistung bereitstellen. Also hat irgendwer wieder Arbeit und kann konsumieren.

Wieviel sparen wir wenn wir alle Subventionen streichen? Und wieviel verlieren wir von dem Gesparten wieder mit den Jobs die dadurch wegfallen?

Für Friedman ist der Wohlfahrtsstaat ein Betrug an den Leuten, die noch arbeiten und Steuern zahlen. Hierzu zeigte er die Methoden auf, in welcher Art und Weise Geld ausgegeben wird:

Die Wirtschaft ist nichtmal in der Lage die Leute mit Arbeit zu versorgen die auch arbeiten wollen und das um jeden Preis. Es macht also kaum einen Unterschied ob irgendwer nicht arbeiten will.

Also ich denke: Sparen und Abzahlung sind für mich und meine Kinder und deren Kinder besser, als diesen Irrsinn weiter zu machen

Ich bin auch gegen das Schuldenmachen, ich will nur die Motivation der Regierungen zeigen die keine andere Wahl haben. Es ist natürlich keine Lösung.

Es ist aber nicht realistisch dass wir es schaffen können zu sparen und gleichzeitig unsere Schulden zurückzuzahlen. Allein das Sparen würde unsere Gesellschaft wohl schon nicht mehr stabil halten können.


DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007
Oldschool Grinder

Also sind wir rein theoretisch eng bei einander ;-)

Subventionen, die nur einen sehr sehr kurzfristigen Effekt auf mehr Arbeitslosigkeit haben haben, sind laut Wirtschaftsweise (und da glaube ich denen mal) 183 MRD. Denke das ist doch eine Überlegung wert. Langsames Senken wird sicher auch keine / wenig Arbeitsplätze kosten.


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