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[Geschlossen] Frage zur Währungs-Abwertung

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Erebos25
Beigetreten: 22.12.2008
Poker Player

Hey,

habe ich das richtig verstanden, dass eine Abwertung einer Währung einem wirtschaftlich/finanziell angeschlagenem Land dienlich ist, da somit der Export gesteigert werden kann? Also deshalb, weil inländische Waren aufgrund ihres fallenden Preises (bzw. der Relation der Währungen) somit für ausländische Märkte attraktiver werden und somit verstärkt nachgefragt werden und es somit zur Konjunkturankurbelung kommt. Soweit richtig?

Länder der Euro-Zone können den Euro ja nicht selbstständig abwerten, wie funktioniert hier der Ab- bzw. Aufwertungsmechanismus?

Wenn ein Land wie die USA den Export fördern will, dann würde es ihnen ja nutzen, wenn der $ an Wert verliert und der € an Wert zulegt, richtig? Ich habe gelesen, dass das auch ein Grund dafür ist, dass Obama das Rettungspaket für Griechenland so gepusht hat bzw. Druck ausgeübt hat. Kann jemand dazu Stellung nehmen?


9 Antworten
CaddyFFM
Beigetreten: 15.02.2007
PokerStrategist

kann man grundsätzlich so stehen lassen ja

Die Eurozone kann entweder nur gesammelt abwerten EUR - AndereWährung oder unterinander über einen fiktiven Wechselkurs.

Bsp. Deutschland hat sich über die Wettbewerbsfähigkeit bzw. sinkende Löhne gegenüber Spanien massiv abgewertet und somit anderen Ländern der Eurozone keinen Gefallen getan.


Erebos25 Themenstarter
Erebos25
Beigetreten: 22.12.2008
Poker Player

ich habe es des öfteren schon gehört und gerade wieder gelesen....

"Amerikanische und britische Hedge-Fonds nehmen irische Staatsanleihen ins Visier -- ein Multimilliarden-Poker, der obszöne Profite einfahren könnte, sollte Irland zahlungsunfähig werden oder der Euro auseinanderfallen."

wie funktioniert das, dass man auf Zahlungsunfähigkeit wettet bzw. daraus gewinne erzielt? Devisen-Handel?


DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007
Oldschool Grinder

Spekulanten bedienen sich sogenannten CDS (Credit Default Swaps). Staatsanleihen etc sind nichts anderes als Kredite des Staates (einfach ausgedrückt). Die Kredite müssen abgesichert werden (vergleichbar wie Hypothek beim Hauskauf), dazu dienen CDS. Genau diese CDS sind es die das Risiko "beschreiben". Im Fall Griechenland (gleiches Prinzip wie Irland) wurden diese CDS im Wert nach oben getrieben. Die Spekulanten haben also nichts anderes gemacht, als die hohe Verschuldung und das sinkende Wachstum als höheres Risiko für die Sicherheit der Kredite einzuschätzen. Die Spekulation lag in dem Wissen, das Staaten sich a) schwer tun grundlegende Reformen durchzuführen und b) innerhalb der Euroländer andere Staaten in letzter Not einspringen werden.

Diese Kreditausfallversicherungen funktionen so:
Kauft ein investor eine Anleihe eines Unternehmens oder eines Staates, versichert dieser sich gegen den Rückzahlungsausfall.
Die Versicherer in solch einem Fall sind Banken oder Hegdefonds.
Bei Ausfall der Rückzahlung, muss der Versichrungsverkäufer den Schaden ersetzen.
Für die Risikoübernahme bekommt der Versicherungsverkäufer eine Prämie. Z.b. bekommt der Versicherer für das Ausfallrisiko deutscher Sattsanleihen ca. 50 Basispunkte.

Je höher das Ausfallrisiko, desto höher die Basispunkte: Griechenland hatte in der Spitze mehr als 500 Basispunkte Aufschlag. Sprich es müssen fast 5% mehr gezahlt werden, als z.B. für deutsche Staatsanleihen.

Wenn jetzt ein Investor 1 Mio Euro in Griechischen Staatsanleihen hält, zahlt er für die Versicherung also 5% jährlich als Prämie zahlen: 50000€ .

Die Spekulation geht wie folgt: Hedgefonds kaufen CDS, bevor der Markt (ob durch Propaganda oder wie auch immer) merkt, dass ein Staat massive Probleme hat. Im Fall Griechenland waren die Dinger für um und bei 120 Basispunkte. Verkauft haben die meisten dann bei 350 - 400, da sind dann die Lemminge eingestiegen....

Hoffe einigermaßen verständlich ;-) Für die Fachwelt: ich habe extra versucht es einfach zu schreiben.


Erebos25 Themenstarter
Erebos25
Beigetreten: 22.12.2008
Poker Player

danke dir, habs verstanden :f_p:


superstar84
Beigetreten: 24.04.2006
Legacy Member

Original von DrStrothmann
Spekulanten bedienen sich sogenannten CDS (Credit Default Swaps). Staatsanleihen etc sind nichts anderes als Kredite des Staates (einfach ausgedrückt). Die Kredite müssen abgesichert werden (vergleichbar wie Hypothek beim Hauskauf), dazu dienen CDS. Genau diese CDS sind es die das Risiko "beschreiben". Im Fall Griechenland (gleiches Prinzip wie Irland) wurden diese CDS im Wert nach oben getrieben. Die Spekulanten haben also nichts anderes gemacht, als die hohe Verschuldung und das sinkende Wachstum als höheres Risiko für die Sicherheit der Kredite einzuschätzen. Die Spekulation lag in dem Wissen, das Staaten sich a) schwer tun grundlegende Reformen durchzuführen und b) innerhalb der Euroländer andere Staaten in letzter Not einspringen werden.

Diese Kreditausfallversicherungen funktionen so:
Kauft ein investor eine Anleihe eines Unternehmens oder eines Staates, versichert dieser sich gegen den Rückzahlungsausfall.
Die Versicherer in solch einem Fall sind Banken oder Hegdefonds.
Bei Ausfall der Rückzahlung, muss der Versichrungsverkäufer den Schaden ersetzen.
Für die Risikoübernahme bekommt der Versicherungsverkäufer eine Prämie. Z.b. bekommt der Versicherer für das Ausfallrisiko deutscher Sattsanleihen ca. 50 Basispunkte.

Je höher das Ausfallrisiko, desto höher die Basispunkte: Griechenland hatte in der Spitze mehr als 500 Basispunkte Aufschlag. Sprich es müssen fast 5% mehr gezahlt werden, als z.B. für deutsche Staatsanleihen.

Wenn jetzt ein Investor 1 Mio Euro in Griechischen Staatsanleihen hält, zahlt er für die Versicherung also 5% jährlich als Prämie zahlen: 50000€ .

Die Spekulation geht wie folgt: Hedgefonds kaufen CDS, bevor der Markt (ob durch Propaganda oder wie auch immer) merkt, dass ein Staat massive Probleme hat. Im Fall Griechenland waren die Dinger für um und bei 120 Basispunkte. Verkauft haben die meisten dann bei 350 - 400, da sind dann die Lemminge eingestiegen....

Hoffe einigermaßen verständlich ;) Für die Fachwelt: ich habe extra versucht es einfach zu schreiben.

Wobei natürlich die Frage ist ob die erhöhte Nachfrage nach CDS Griechenlands eher spekulativ oder als Risikoabsicherung begründet ist ;) Beispielsweise ist die Anzahl der ausgegebenen / ausgeschriebenen (?) CDS in der Krise nicht signifikant gestiegen. Was hingegen in der Tat gestiegen ist, ist das Handelsvolumen. Es wurden also die gleichen CDS-Kontrakte verstärkt untereinander gehandelt.


eagle2007
Beigetreten: 16.11.2007
Oldschool Grinder

Eine andere Möglichkeit den Kurs abzuschwächen ist, dass die EZB die Zinsen niedrig hält - damit wird die Geldmenge erhöht - Inflation steigt - der € wird im vergleich zu anderen Währungen weniger Wert.

Im Moment ist das Zinsniveau in den anderen Ländern allerdings auch so gering, dass sich dadurch nicht viel ändert.


DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007
Oldschool Grinder

@Superstar
Darum habe ich ja geschrieben, dass die Spekulation ein scheitern Griechenlands war.
Die Menge an CDS steigt nur bei Neuausgabe von Anleihen. Ansonsten macht es keinen Sinn, eine Risikoabsicherung zu verkaufen, wenn kein Risiko besteht. Der "Versicherungsgegenstand" fehlt dann sozusagen. Also blieb nur ein hochtreiben durch der Kurse übrig. Schelm ist wer hier Böses denkt: Die spekulaten waren investiert, als just in dem Moment die negativen Meldungen auftauchten und die Ratinggesellschaften abwerteten.

@eagle
Ja das wäre eine Möglichkeit. Aber Dank der bescheidenen Sichtweise der EZB (mit Machteinfluß der Deutschen) ist ja eine 0,0% Inflationspolitik in Europa an der Tagesordnung. Genau hier liegt das Problem, man beschneidet sich eines Mittels zur Bekämpfung solcher Spekulationen.


superstar84
Beigetreten: 24.04.2006
Legacy Member

Original von DrStrothmann
@Superstar
Darum habe ich ja geschrieben, dass die Spekulation ein scheitern Griechenlands war.
Die Menge an CDS steigt nur bei Neuausgabe von Anleihen. Ansonsten macht es keinen Sinn, eine Risikoabsicherung zu verkaufen, wenn kein Risiko besteht. Der "Versicherungsgegenstand" fehlt dann sozusagen. Also blieb nur ein hochtreiben durch der Kurse übrig. Schelm ist wer hier Böses denkt: Die spekulaten waren investiert, als just in dem Moment die negativen Meldungen auftauchten und die Ratinggesellschaften abwerteten.

@eagle
Ja das wäre eine Möglichkeit. Aber Dank der bescheidenen Sichtweise der EZB (mit Machteinfluß der Deutschen) ist ja eine 0,0% Inflationspolitik in Europa an der Tagesordnung. Genau hier liegt das Problem, man beschneidet sich eines Mittels zur Bekämpfung solcher Spekulationen.

Glaube nicht dass höhere Inflation diese Spekulationen, so denn man sie als solche bezeichnen möchte, eindämmen kann. Dann kombiniert man den CDS halt mit nem Euro-Future bzw einer Option. Damit sollte, bei unterstellten geringen Transaktionskosten, eine Absicherung gegenüber dem Währungsrisiko möglich sein (über die genaue Konstruktion des Hedges müsst ich mir mal noch näher Gedanken machen (grad wenig Zeit), aber sollte möglich sein...)


DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007
Oldschool Grinder

Das wäre in der Tat mal interessant. Wobei ich nicht glaube, das eine Euroschwemme einsetzt - leichte Inflation, nicht Hyper ;-)
Ich kann zwar schwer glauben, das jemand dafür ein CDS macht- aber wer weis^^


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