Original von Woerni
Ich danke Dir für die Tipps.
Was meinst Du, wie viele Indikatoren für den Anfang sinnvoll wären? Ich weiß jetzt nicht, ob im Jargon Support, Resistance, Pattern und Fibonacci auch zu Indikatoren zählen. Diese 3 Themen interessieren mich aktuell am meisten. So wie ich das verstanden habe, kann ich damit schon mal ganz gut anfangen.
Support, Resistance und Pattern sind für mich jetzt keine klassischen Indikatoren, Fibonacci aber schon. Finde die Auswahl auch schon sehr gut. Trendlinien sind z.B. schon etwas kniffliger teilweise, weil es da doch starke Unterschiede gibt, welche Art von Trendlinien eher Relevanz haben und welche nicht.
Bei Guidants (kostenloses gutes Chartingtool kann man übrigens eine Trendlinie zu einem Trendkanal konvertieren), womit man bei einem jungen Trend gut sein Target definieren kann. Wird die Trendkanaloberkante (in einem Aufwärtstrend) nach oben durchbrochen, spricht dies in der Regel zumindest kurzfristig für stark steigende Kurse. Ist alles etwas schwer in kurzen Sätzen, anstatt visuell zu erklären.
Eigtl. alle Indikatoren sind ja auch nachlaufend, die darf man imho auch nicht einfach ABC-Manier benutzen. Beim RSI (relative strength indicator) wäre es fatal, es direkt als Signal zu nehmen, wenn er Überkauftheit anzeigt. Da sollte man eher auf bullische/bärische Divergenz achten, was oft ein guter Indikator dafür ist, dass sich ein Trend abschwächt/umkehrt. (Kannst du ja mal googlen)
Du kannst zum Anfang am besten einfach nur 2-3 Chartinterpretationshilfen verwenden (z.B. Support/Resistance und ein Candlestickmuster) Das Candlestickmuster, welches für mich am wichtigsten ist, ist der Umkehrstab, aber immer erst einsteigen sobald das Hoch/Tief des Umkehrstabs über- oder unterschritten wird. Beim Einsatz vom Fibotool kann man auch viel verkehrt machen, das wäre jetzt aber auch echt zu lang zu erklären.
Von einem Tradingtagebuch wird eigentlich immer wieder abgeraten, weil es nicht so viel bringen soll, eher ein Journal führen.
Auch gut, auf jeden Fall die Fehler im Trading notieren. Es ist übrigens keine Schande 3-5x den selben Fehler zu begehen. Beim 20. Mal wirds dann doch eher blöde.
Forex bzw. der Cryptomarkt hätte mich am meisten interessiert. Warum kein Forex? Ich habe aktuell eine Einzahlung auf FTX liegen, dort handelt man Cryptos.
Weil Forex oft super choppy läuft (ist für mich oft schwer zu traden). Wenn du unbedingt Forex traden möchtest, empfehle ich dir so Paare wie EUR/AUD, GBP/JPY. Ich finde meine genannten Assets einfach angenehmer zu traden, ist für vllt. auch persönlich Vorliebe. Mit Cryptotrading kenne ich mich nicht aus, da investiere ich nur. FTX sagt mir auch gar nichts. Dass die ihren Sitz auf den Bahamas haben, macht mich aber schon direkt ein bisschen skeptisch, kann aber auch falsche Vorsicht meinerseits sein. Wovon ich ganz stark abraten kann, sind Broker mit Sitz auf den Zypern, da sind viele schwarze Schafe unterwegs.
Ich habe des Öfteren in Videos gesehen, dass das Traden mit Futures wohl am Sinnvollsten wäre. Warum wurde nicht gesagt. Hast Du eine Meinung dazu? Hebel kommen für mich eigentlich nicht in frage. Das schaut für mich immer wie Gambeln aus.
Als Anfänger mit Futures traden, ist ungefähr so als würdest du als untrainierter 50kg Hämpfling gegen Conor McGregor in den Ring steppen. Da brauchst du auch unter 20k Kapital nicht mal im Traum dann denken. Schnell vergessen bitte!
Allgemein kann ich dir noch den Rat geben, dass jeder Trader seine eigenen Schwachstellen hat, über die er reflektieren muss. (Pull the trigger Syndrom, zu schnell Gewinntrades schließen, overtrading, zu große Positionsgrößen). Suche dir einen guten CFD Broker (da hast du auch keine Nachschusspflicht im Gegensatz zu den Futures, falls mal die Hütte brennen sollte) mit europäischer Lizenz, und fange an mit kleinem Kapitaleinsatz deine Erfahrungen zu machen. Je sicherer du in deinem Handel wirst, desto mehr Geld kannst du dann irgendwann einsetzen. Habe Geduld mit dir, ärgere dich nicht über Fehler, sondern sehe sie als Chance es das nächste Mal besser zu machen.
Ach so, das mit dem Hebel. Das hat per se erstmal nichts mit gamblen zu tun, man muss nur vorsichtig sein und seine Positionsgrößen anpassen.
So, jetzt will ich nen Keks für meinen Roman, zum Glück habe ich hier noch welche.