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Manipulationen und Geschäftsmodelle von Brokern

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jotha
Beigetreten: 20.04.2006
Elite Grinder

Hier mal ein Bericht von der Wirtschaftswoche vom 09. Oktober 2012:

http://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/insider-packen-aus-die-zweifelhaften-geschaefte-der-fxdirekt-bank-seite-all/7219416-all.html

Wie bei Berichten über Poker muß man sich auch hier selbst eine eigene Meinung bilden.
Einerseits wird z. B. bemängelt, dass der Spread so gering ist, dass der Broker gar nichts verdienen kann. Andererseits wird der Zins bzw. ein Roll-Over-Kurs über Nacht als zu hoch angesehen.
Auch die Verkäuferdarstellungen z. B. bei den Demo-Konten sind wohl so ähnlich in jeder Branche üblich. Jeder will sein Produkt als im Verhältnis einfach, günstig und ... darstellen. Ein Bericht eines Journalisten muß ggf. auch entsprechend "reißerisch" sein, damit er gedruckt und beachtet wird. Damit wird verkauft.

Trotzdem werden hier Möglichkeiten aufgezeigt, wie der Broker auf Dauer sein Geld verdienen kann und muß. Irgendwo muß es ja auch ein tragbares Geschäftsmodell sein.

Das mit der Refinanzierung über die Futures ist mMn gar nicht so einfach wie dargestellt. Der Dax-Future z. B. ist 25 EUR pro Punkt schwer. Wenn jetzt ein einzelner Kunde einen Auftrag für 3 oder 4 EUR pro Dax Punkt im CfD-German30 handeln will, kann der Broker nicht einfach über einen Dax-Future entsprechend hedgen. Es fehlen ja 21 bzw. 22 EUR pro Punkt. Er muß allso zuerst verschiedene Kundenaufträge zeitgleich bzw. zeitnah gegeneinander aufrechnen und nur 25 EUR CfD-German30 mit einem Future sichern. Oder er sichert sich nur ungefähr mit einem leichteren EuroStoxx50-Future ab. Es bleibt aber immer nur eine Annäherung und ein zeitliches Risiko.

Wie schon mehrfach aufgezeigt gibt es eben verschiedene Stellschrauben für den Ertrag des Brokers: Transkationsgebühren, Spread, abweichende Kurse zum echten Underlying, Finanzierungszinsen, Ausführungszeiten, Re-Quotes bei stärkeren Kursveränderungen, ...

Gesetzliche Verstöße sind natürlich zu unterbinden. Ich denke auch, dass seriöse Partner einen Kunden nicht in ein Produkt treiben. Genauso bin ich der Meinung, dass angehende Trader selbst entscheiden bzw. entscheiden wollen.

Ich bin mal gespannt auf weitere Kommentare, Anmerkungen und Meinungen hier.


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4 Antworten
888inside
Beigetreten: 22.09.2012
Poker Player

wer zur FXDirekt Bank geht ist aber auch selber Schuld :(
Anbieter wie OANDA oder RBS Marketindex sind deutlich seriöser.

Nichtsdestotrotz ein interessanter Artikel.


Antwort
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habe den Artikel auch schon gelesen. Teile eigentlich deine Meinung jotha.
btw gute, sachliche Kritik. ;)

mfg


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Dass ein Broker sich mit Hedge-Trades absichern muss, ist recht normal. Das Stop-Loss-Hunten ist auch nichts Neues. Normalerweise passiert das aber nicht durch das direkte Manipulieren, also in dem man die Zahlen verdreht, sondern indem man selbst kurz vor den Stop-Ansammlungen mit einer großen Position in den Markt eingreift und damit den Kurs bewegt. Sehr oft kann sich das aber niemand leisten, denn damit vergrault man ja die Kunden. Gelegentlich passiert das aber und das sieht man auch direkt an der Kursdynamik. Nur wer dann wo eingegriffen hat, bleibt oft ein Geheimnis.

Auf jeden Fall ein guter Artikel und er zeigt deutlich, dass man bei der Brokerwahl sehr vorsichtig sein muss. Ich hatte ja letztes Jahr auch ein Konto bei einem Broker eröffnet, der dann Anfang 2012 einfach aus dem Netz verschwunden ist und obv. ein Scam war. Zum Glück habe ich dort aber 50% meines Startkapitals wieder auscashen können und den Rest unglücklicherweise verloren. Gerade für große Beträge gibt es aber genug seriöse Broker, bei Mini-Konten ist das nicht ganz so einfach. Lohnt sich halt auch für die meisten Broker dann nicht.


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Ich verstehe das mit den Hedgetrades nicht. Bisher dachte ich immer, dass die retail Broker einfach die geschäfte zwischen den Kunden einfädeln, aber nie eine nettoposition halten. Hier gibts nichts zu hedgen.

Andere option ist halt, dass sie einfach Bid uns Ask stellen und mit den Kunden direkt handeln. Hier haben sie aber ein nettoexposure, was sie natürlich hedgen können, aber da das nicht ohne zeitaufwand geht, müssten die doch viel eigenkapital hinterlegen, weil sie marktrisiken haben?

Angenommen, man bekommt immer den preis zu dem man auch handeln wollte ( wenn das nicht so ist, ist es schon ein skandal finde ich), dann seh ich in beiden Fällen keine Möglichkeit und keinen Nutzen darin, den Kurs irgendwie zu manipulieren.


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