Hier mal ein Bericht von der Wirtschaftswoche vom 09. Oktober 2012:
Wie bei Berichten über Poker muß man sich auch hier selbst eine eigene Meinung bilden.
Einerseits wird z. B. bemängelt, dass der Spread so gering ist, dass der Broker gar nichts verdienen kann. Andererseits wird der Zins bzw. ein Roll-Over-Kurs über Nacht als zu hoch angesehen.
Auch die Verkäuferdarstellungen z. B. bei den Demo-Konten sind wohl so ähnlich in jeder Branche üblich. Jeder will sein Produkt als im Verhältnis einfach, günstig und ... darstellen. Ein Bericht eines Journalisten muß ggf. auch entsprechend "reißerisch" sein, damit er gedruckt und beachtet wird. Damit wird verkauft.
Trotzdem werden hier Möglichkeiten aufgezeigt, wie der Broker auf Dauer sein Geld verdienen kann und muß. Irgendwo muß es ja auch ein tragbares Geschäftsmodell sein.
Das mit der Refinanzierung über die Futures ist mMn gar nicht so einfach wie dargestellt. Der Dax-Future z. B. ist 25 EUR pro Punkt schwer. Wenn jetzt ein einzelner Kunde einen Auftrag für 3 oder 4 EUR pro Dax Punkt im CfD-German30 handeln will, kann der Broker nicht einfach über einen Dax-Future entsprechend hedgen. Es fehlen ja 21 bzw. 22 EUR pro Punkt. Er muß allso zuerst verschiedene Kundenaufträge zeitgleich bzw. zeitnah gegeneinander aufrechnen und nur 25 EUR CfD-German30 mit einem Future sichern. Oder er sichert sich nur ungefähr mit einem leichteren EuroStoxx50-Future ab. Es bleibt aber immer nur eine Annäherung und ein zeitliches Risiko.
Wie schon mehrfach aufgezeigt gibt es eben verschiedene Stellschrauben für den Ertrag des Brokers: Transkationsgebühren, Spread, abweichende Kurse zum echten Underlying, Finanzierungszinsen, Ausführungszeiten, Re-Quotes bei stärkeren Kursveränderungen, ...
Gesetzliche Verstöße sind natürlich zu unterbinden. Ich denke auch, dass seriöse Partner einen Kunden nicht in ein Produkt treiben. Genauso bin ich der Meinung, dass angehende Trader selbst entscheiden bzw. entscheiden wollen.
Ich bin mal gespannt auf weitere Kommentare, Anmerkungen und Meinungen hier.