Original von allizdoR
Macht euch bitte selbst den gefallen und berechnet den Zinseszinseffekt.
50€ jeden Monat
4% Rendite für Skeptiker, 6% für Optimisten und eine beliebige Zahl für Spekulanten
Anlagedauer: 67 Jahre, heutiges Alter und heutiges Alter +3 Jahre. Und wir reden weiter, ob Sparen für einen Studenten , bzw. junge Menschen Sinn macht.
Der Zinseszins ist ein superlinearer Effekt, also ist doch klar, dass vor allem die Anlagedauer entscheidend ist. 67 Jahre ist ziemlich heftig bzw. zeigt es auch das Problem auf: um voll vom Zinseszinseffekt zu profitieren, darf man über einen sehr langen Zeitraum nichts vom Angesparten abzwacken und es ist fraglich, ob eine Perspektive von 67 Jahren auch nur ansatzweise Sinn macht.
Zum Vergleich sollte man eher folgendes anschauen:
Student A spart 50€ jeden Monat bei 5% auf 5 Jahre. Nach dem Studium 700€ (als Durchschnitt, natürlich wird es Sprünge in der Sparrate entsprechend des anwachsendes Einkommens geben) jeden Monat ebenfalls bei 5% auf 25 Jahre. Nach dreißig Jahren hat Student A dann 423.296,66€ angespart.
Student B spart während des Studiums nichts an (5 Jahre), danach das gleich Spiel. Er hat nach dreißig Jahren 411.765,55€ angespart.
Man sieht schon, groß ist der Unterschied nicht. Student A hat nach dem Studium nämlich eine Summe von 3.405,17€ angespart gehabt. Effektiv hat Student A also einen Gewinn von lediglich 423.296,66€ - 411.765,55€ - 3.405,17€ = 8.125,94€ gemacht im Vergleich zu Student B (nach 30 Jahren!!!). Im Vergleich zur angesparten Summe ist das eher wenig, zumal viele andere Effekte hier gar nicht berücksichtigt sind.
Die Frage also ist eher, ob Sparen während des Studiums oder nicht und dafür später eine Sparsumme zu haben, die lediglich 2 bis 3 Nettolöhne kleiner ist. Ich finde wie schon geschrieben, dass in einem solchen Szenario, welches imo realistischer als das zitierte ist, das Sparen zum gegenwärtigen Nutzen in einem schlechten Verhältnis steht. Das muss aber jeder selbst wissen.