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Es gibt viele Blogs in diese Richtung. Hier mein Favorit: http://www.mrmoneymustache.com/
Einfach mal nach financial freedom, finanzielle unabhängigkeit und ähnliche einschlägige Begriffe googlen, da wirst du viel finden.
Ist also nichts neues, auch wenn ich jetzt die Seriösität dieser Story nicht einschätzen kann. Mich würde eher interessieren, wie sie es geschafft haben so in die Medien zu kommen!? Durch die neuen Blogleser lässt sich sicherlich auch nett Kohle verdienen.
Ignorieren wir mal das konkrete Beispiel & das extreme Ziel, mit Mitte 30 in Rente zu gehen.
2 Wahrheiten stecken drin, die für viele Deutsche höchst relevant sind:
1. Live below your means -> Eine vernünftige Sparrate haben.
2. Invest wisely -> Eine vernünftige Anlagestrategie haben.
Ad 1 - Sparrate:
Gerade viele Akademiker haben perfekte Voraussetzungen für 1, nutzen sie aber nicht:
Im Studium lebt man von wenig Geld - und bekommt dann quasi mit dem ersten richtigen Job eine Mega-Gehaltserhöhung.
Das ist DIE beste Gelegenheit, um mit einem der besten Habits anzufangen:
Einen hohen %-Satz jeder Gehaltserhöhung auf die Sparrate draufzuschlagen.
Beispiel:
- Im Studium kommt man mit 750€ aus
- Erstes Gehalt sagen wir mal 2.000€ netto
- Wenn man sein Budget "nur" verdoppelt (auf 1.500€) und halt erstmal auf den neuen PC, den fetten Urlaub, den neuen TV, die deutlich größere Wohnung etc. verzichtet, dann kann man als Absolvent direkt eine Sparrate von 500€ pro Monat haben.
- Wenn man in der Folge jedes Jahr 3,5% nach Inflation mehr spart (= moderate Gehaltserhöhung) und so anlegt, dass man 5,5% Rendite p.a. nach Inflation hat, dann ist man nach ...
- 20 Jahren >300k heutiger Kaufkraft
- 26 Jahren >500k heutiger Kaufkraft
- 35 Jahren >1 Mio heutiger Kaufkraft
Ob man dann wirklich die finazielle Unabhängigkeit mit 40 erreicht oder nicht, das hängt von vielem ab - der Karriere, wie die Investments laufen, wieviel Geld man für Kinder ausgibt ...
In jedem Falle aber kann der Versuch dorthinzugelangen (der nicht zu extrem sein sollte, d.h. keine krassen Einbussen an Lebensqualität), zu viel Flexibilität führen. Ob man diese Flexibilität für Frührente, ein Eigenheim, oder die alternative Traumkarriere (die mehr Risiken hat oder weniger Geld bringt) einsetzt - das kann man ja in 10-15 Jahren immer noch entscheiden.
Ad 2 - Anlagestrategie:
Deutsche haben zu wenig Aktien, Lebensversicherungen sind teuer und intransparent, Fehler bei der Bewertung von Risiko auf lange Zeiträume etc.pp.
-> wird hier im Forum ja oft diskutiert bzw. die Leute hier im Forum machen den Fehler schon mal seltener.
Wie soll ich 90% sparen um danach 9Jahre davon zu leben?? Selbst bei 100k - ich kann mit 10k nicht leben. Zumindest in keiner stadt wo man einen job hat, der einen 100k gibt? Und selbst dann, 9Jahre "rumreisen" und von 10k im Jahr leben halte ich auch für schwer, a usse rman hält sich ausschließlich in S/O Asien auf?!
Das eine gute sparrate einen frühere rentenbeginn bescheren kann ist logisch..
Es war ein Beispiel.
Du kannst ja eine eigene Rechnung aufmachen.
Wichtig ist:
- die Sparrate können gerade viele Akademiker recht leicht deutlich erhöhen - sich schnell an einen teureren Lebensstil zu gewöhnen ist v.a. psychologischer Natur
- eine gute Anlagestrategie bringt zumindest 1-3% mehr als das, was die meisten Deutschen machen - und diese 1-3% machen über 20, 25 Jahre sauviel aus
Ich kenne jemanden der sein Studium nach paar Vorlesungen abgebrochen hat und zusammen mit seiner Lebensgefährtin in eine kleine Wohnung gezogen ist. Beide haben hart gearbeitet aber sehr viel Geld im Monat gespart. Das Geld wurde ausschließlich in Optionen angelegt. Der Nickname im Internet ist Bimbesverwalter - ein 50er - Hier seine eigene Geschichte.
Und wo lebt er jetzt? Aber eine halbe Mio brauch man schon auf der hohen Kante dafür!? Er rechnet mit 8% Rendite. 40000€ -> 25% Runter->30.000€, und das wird doch schon knapp, wenn man davon ausgeht, dass man KK etc selbst tragen muss, oder?!
Original von scrappyyyy
Und wo lebt er jetzt? Aber eine halbe Mio brauch man schon auf der hohen Kante dafür!? Er rechnet mit 8% Rendite. 40000€ -> 25% Runter->30.000€, und das wird doch schon knapp, wenn man davon ausgeht, dass man KK etc selbst tragen muss, oder?!
Fast jeder Beitrag mit finanzieller Unabhängigkeit beginnt mit Sparsamkeit anfangen und durchdenken bzw. Anspruchsdenken überdenken. Machen wir eine genauere Grobrechnung:
40.000 EUR brutto
02.000 EUR Beitrag freiwillig versichert in gesetzlicher Krankenkasse
08.200 EUR Steuer laut Grundtabelle
29.800 EUR also ca. 2.500 EUR / Monat netto verbleiben zur freien Verfügung.
Das liegt über dem durchschnittlichen Nettoeinkommen von 2.000 EUR/Monat.
http://www.cecu.de/durchschnittsgehalt.html
Wem das nicht als finanzielle Unabhängigkeit genügt, stellt überdurchschnittliche Ansprüche. Wie dieser Durchschnittsververdiener auch, sollte der FU-ler davon etwas zum Inflationsausgleich / höhere Rente zurücklegen.
Außerdem wurde das Kapital erwirtschaftet während man nach seinen Ansprüchen ganz normal gelebt hat. Also wird das bei gleichem Verhalten weiter steigen.
Er lebt noch ganz normal in D. Sein Kapital ist immer weiter angewachsen, so dass er heute mehr Geld hat als viele andere und weit über dem Durchschnitt liegt. Am Ende ist es immer die gleiche Frage: was bin ich bereit zu investieren? Oder anders: welcher Komfort reicht mir wirklich. Jotha hat es schon ganz gut dargestellt.
Original von jotha
Original von scrappyyyy
Und wo lebt er jetzt? Aber eine halbe Mio brauch man schon auf der hohen Kante dafür!? Er rechnet mit 8% Rendite. 40000€ -> 25% Runter->30.000€, und das wird doch schon knapp, wenn man davon ausgeht, dass man KK etc selbst tragen muss, oder?!Fast jeder Beitrag mit finanzieller Unabhängigkeit beginnt mit Sparsamkeit anfangen und durchdenken bzw. Anspruchsdenken überdenken. Machen wir eine genauere Grobrechnung:
40.000 EUR brutto
02.000 EUR Beitrag freiwillig versichert in gesetzlicher Krankenkasse
08.200 EUR Steuer laut Grundtabelle
29.800 EUR also ca. 2.500 EUR / Monat netto verbleiben zur freien Verfügung.Das liegt über dem durchschnittlichen Nettoeinkommen von 2.000 EUR/Monat.
http://www.cecu.de/durchschnittsgehalt.html
Wem das nicht als finanzielle Unabhängigkeit genügt, stellt überdurchschnittliche Ansprüche. Wie dieser Durchschnittsververdiener auch, sollte der FU-ler davon etwas zum Inflationsausgleich / höhere Rente zurücklegen.Außerdem wurde das Kapital erwirtschaftet während man nach seinen Ansprüchen ganz normal gelebt hat. Also wird das bei gleichem Verhalten weiter steigen.
Kapertragssteuer Flat 25%. (aber Günstiger Rechnung)
Gibt es einen Blog von ihm? Würde mal interessieren wie er 08/09 gelebt hat. Ob seine Optionen da auch Ertrag gebracht haben.
Strothmann was für eine Rendite erzielst du aktuell so im Schnitt? 13/14. Ist da 8% realistisch?
5% ist das auf daue rnicht realistischer?
Da man da doch eher weniger Risiko eingehen will, da es die Existenz Grundlage bildet?
Original von scrappyyyy
Gibt es einen Blog von ihm? Würde mal interessieren wie er 08/09 gelebt hat. Ob seine Optionen da auch Ertrag gebracht haben.
Strothmann was für eine Rendite erzielst du aktuell so im Schnitt? 13/14. Ist da 8% realistisch?
5% ist das auf daue rnicht realistischer?
Da man da doch eher weniger Risiko eingehen will, da es die Existenz Grundlage bildet?
Auch wenn ich nicht angesprochen wurde. Derzeit mache ich mit einem kleinen Depot 1-3 % pro Monat als Short-Puter und CoveredCallWriter.
Allerdings muss ich meinen Anfangsverlust aus der noch nicht ausgereiften Strategie aufholen. Das war eine viel zu hohe Short-Position ausgerechnet bei dem bestlaufendsten Wert (Continental) die ich da (noch) nicht gerollt und auch zu spät Verlust realisiert habe.
Bei einem stärkeren Einbruch der Marktes zu einem ungünstigen Zeitpunkt werde ich nicht alle Optionen rollen können, zu viel Aktien eingebucht bekommen und somit auch Verluste realisieren müssen. Dafür bin ich aber jetzt besser gewappnet ohne anderes Vermögen hier einbringen zu müssen. Das soll bewusst mehr Trading und Risiko sein. Die Margins werden schon sehr ausgereizt.
Maus mit Rechtsklick ziehen??? be mir passiert da nichts
Wie aktiv managest du dein Depot?
Danke für den Link DrStrothmann, hast/ hattest du denn privaten Kontakt zu ihm nach dem Studium?
Seine Geschichte hört sich natürlich erstmal toll an aber mit extra Nachtschichten etc. hat er in den paar Jahren bis zur FU wohl auch fast so viel gearbeitet wie andere in der doppelten Zeit und das obwohl er ja anscheinend eine eigene Familie hat. Da braucht man eben auch privat viel Glück oder aber man unterstellt wirklich alles diesem einen Ziel und lässt so manches auf der Strecke.
Würde mich interessieren, ob du Einblicke hattest wie er das damals privat/zeitlich gemanaged hat.
Danke für den Link zu dem Thread von Bimbesverwalter. Schon inspirierend sowas zu lesen.
Original von scrappyyyy
Maus mit Rechtsklick ziehen??? be mir passiert da nichts![]()
Wie aktiv managest du dein Depot?
Sorry, das mit dem ausblenden habe ich dann gelassen.
Ich bin ja jeden Tag am Rechner und habe das Brokerkonto offen. Angucken tue ich früh so um 10 Uhr und dann 16 Uhr bis 17 Uhr 30 als Handelsschluss deutsche Optionen sowie neuerdings abends so 21-22 Uhr Handelsschluss USA. Man muss das aber nicht so häufig tun.
Derzeit weite ich auf die großen Werte in USA aus und generiere damit USD. Die Ausweitung ist insofern für mich interessant, weil dort der Markt auch Put-Verkauf von vielen Werten mit wöchentlichem Verfall am Freitag möglich ist; eben nicht nur Verfall jeden 3. Freitag im Monat.
Die USD kann ich dann ganz gut für Las Vegas im Juni gebrauchen ohne beim Broker zum Mittelkurs die Währung tauschen zu müssen. Mal sehen wie viel noch zusätzlich erforderlich ist und was ich einfach vom Brokerkonto auf mein Konto bei der Bank of America überweise.
Mit 500k ist es imo nicht getan. Man muss ja monatlich Kapital entnehmen. Was tut man bei Wirtschaftskrisen? Die kann man dann ja nicht einfach aussitzen. Einen Rentenanspruch erwirbt man auch nicht. D.h. man ist abhängig von seinen eigenen Skills am Aktienmarkt. Vom Zeitaufwand ist es bestimmt mit einem 400€ Job vergleichbar.
Original von limpinbarney
Mit 500k ist es imo nicht getan. Man muss ja monatlich Kapital entnehmen. Was tut man bei Wirtschaftskrisen? Die kann man dann ja nicht einfach aussitzen. Einen Rentenanspruch erwirbt man auch nicht. D.h. man ist abhängig von seinen eigenen Skills am Aktienmarkt. Vom Zeitaufwand ist es bestimmt mit einem 400€ Job vergleichbar.
Ich habe dem widersprochen und die Frage nach dem Anspruch der finanziellen Unabhängigkeit gestellt und eine Rechnung aufgestellt, dass damit ein durchschnittliches Einkommen erzielt wird und dort wie der Durchschnittsverdiener auch Geld für eine höhere Rente / einen zusätzlichen Inflationsausgleich abzuzweigen ist.
Mit deiner Aussage:
Mit 500k ist es imo nicht getan.
sagst Du also aus, dass du den Anspruch hast, die finanzielle Unabhängigkeit über dem Durchschnitt zu sehen. Jedem eben seins.
Außerdem kann man bei so einem Betrag das Risiko ohne weiteres streuen, z. B.:
- zwei kleine Eigentumswohnungen für je 50.000 EUR zur Vermietung
- unternehmerische Betätigung wie Photovoltaikanlage oder Containerkauf (Dr. Strothmann)
...
Diese Beispiele sind z. B. ausgleichende Faktoren in einer Krise. Im Boom läuft Container gut, in der Krise steigt der Wert der Immobilie entweder durch Inflation oder niedrigen Zinsfuss und Photovoltaik hat garantierte regelmäßige Abnahme durch den Staat über 20 Jahre.
Die Immobilien drücken durch die Abschreibung die Steuer ein bischen.
Als Beispiel: Ich habe 2003 ein ETW für ca. 80.000 EUR und 555 EUR Nettokaltmiete erworben. Seit diesem Monat sind es 842 EUR.
Ich meinte damit eigentlich die Varianz.
Aus einem Jahr 2008/09 geht niemand ohne Verluste raus, egal ob Eigentumswohnung oder nicht. Jemand, der für das Alter spart und die Krise dementsprechend aussitzt, ist das herzlich egal. Wenn ich aber meinen Lebensunterhalt davon bestreiten muss, dann realisiere ich Verluste durch zwingende Entnahme.
Ich brauche also einen entsprechenden finanziellen Puffer und kann nicht strikt mit x% pa rechnen.
- die Faustregel "4% Safe Withdrawal Rate" berücksichtigt die 50%+ Drawdowns in den großen Crashes - s. z.B.:
http://www.schwab.com/public/schwab/nn/articles/Is-the-4-Percent-Rule-Still-Appropriate
- bei den meisten Frührentnern ist durchaus der Income Stream nicht = 0, sondern z.B. macht man ein paar Freelancer-Gigs, auf die man Bock hat; in Krisen kann man die theoretisch hochskalieren
- aus Vorsicht kannst du ja auch mit 3% Withdrawal rechnen
- das wichtigste imo: Es geht nicht (nur) um das digitale "Frührente oder nicht", sondern darum, dass auch ohne Frührente deine Flexibilität mit einer hohen Savings Rate & guter Anlagestrategie viel höher ist; die Flexibilität kann man z.B. nutzen für ...
- Selbstständigkeit ohne Risiko
- Jobwechsel ohne Risiko
- paar Jahre früher Rente vs. mehrere Jahrzehnte früher Rente
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