Original von zeegro
Bin gerade dabei GuV (pro-forma) zu erstellen und gucke mir zum Vergleich viele BPs von Startups an. Imo haben alle völlig irreale Zahlen, die viel zu positiv bewertet sind, was den Umsatz etc angeht^^.
Ist das die Regel? Das sollte doch jeder Investor erkennen, dass es evtl zu positiv gerechnet ist?
andere Frage: wie bestimme ich aufgrund meiner fiktiven Daten einen Unternehmenswert, sodass ich x% für einen Wert x€ an einen Investor verkaufen kann. Klar habe ich mir die "Berechnungsmodelle" angeguckt aber so wirklich komme ich auf die Daten nicht klar weil ich halt keine Anhaltspunkte habe. Ich will nun auch keinen genauen Wert, sondern nur ne Einschätzung was für beide Seiten in etwa fair wäre.
zu 1: Warum sind die Daten unrealistisch? Woran misst Du das? Deine Einschätzung? Bei Profis, die investieren wird eh nachgerechnet u hinterfragt. Im Prinzip muss man ja auch realistische Werte für die eigene Planung ermitteln. Für alle anderen gilt vielleicht, dass man auf nem Basar auch nicht mit nem "realistischen" Preis das Feilschen anfängt ♦
zu 2:
Beschäftigt mich auch immer noch. Aber im Prinzip läuft es wohl auf das hinaus, was sManTosHa weiter oben geschrieben hat:
Original von sManTosHa
Hallo,
pauschal kann man das dir leider nicht sagen. Es gibt verschiedene Arten ein Unternehmen zu bewerten und entsprechend auch jeweils verschiedene Vertreter der verschiedenen Arten. Wenn du für einen ersten Überblick dich reinlesen möchtest, dann geht das auf Wikipedia. Ist allerdings auf jeden Fall ein recht großes Gebiet. Einfacher ist es über einen ausführlichen Online-Rechner. Allerdings sind so ermittelte Werte immer nur erste Anhaltspunkte und oft sehr unterschiedlich von dem was tatsächlich bei Firmenübernahmen gezahlt wird. Es kommt im Einzefall stark auf individuelle Szenarien an, so kann eine Brancheninterne Übernahme für den Käufer sehr teuer sein, auch wenn das Übernahmeobjekt hoch verschuldet ist. Hier können langfristig die Marktanteile die man durch den gekauften Kundenstamm gewinnt sehr viel wert sein.
Wenn du einen Investor beteiligst, ist es in der Regel ähnlich. Dort kann es Faktoren geben die Due Diligence oder Unternehmensbewertung nicht beachten. Wenn dein Investor beratend in deinem Unternehmen tätig sein soll, oder wenn seine Kontakte unabdingbar als Starthilfe für dich sind, wird das mit Sicherheit in seine Argumentation bei den Verhandlungen einfließen. Und es ist durchaus fair dass er dann mehr Anteile bekommt.
Die Privatautonomie ermöglicht hierbei noch eine starke Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten bei den Verträgen. So kann man vertraglich festlegen dass du 5% zurückbekommst wenn du bestimmte Unternehmensziele erreichst. Mit zunehmender Komplexität ist es da natürlich schwierig eine mathematischen Wert zu ermitteln. Jedoch kommt es gerade bei Startups vielmehr auf die Verhandlungen an. Vielleicht hat dein Investor sich mit seiner Frau gestritten und gönnt dir an dem Tag einfach nichts? Vielleicht besteht für dich zu deinem Unternehmen ein sehr hoher emozionaler Wert und deshalb fällt es dir schwer dich von Anteilen zu trennen (sie werden teurer)?
Es ist also zwangsläufig wie viele hier es bereits gesagt haben subjektiv. Der wichtigste Tip ist wohl: sei dir bewusst wo deine Schmerzgrenze ist und bereite dich sehr auf die Verhandlung und auch individuell auf den Investor vor. Je mehr gute Argumente du hast desto besser.
Nicht alle Investoren gehen nach Schema-F vor mit ihrer Portfoliostreuung und errechnen tatsächlich Risiken und Gewinnwahrscheinlichkeiten (gerade auch bei Online-Startups). Wenn du aber weisst dass dein Investor es eben doch tut, dann weisst du ja worauf du dich einstellen musst.
Was wirklich realistisch ist, ist wohl schwer zu ermitteln. Wahrscheinlich ergibt sich ein Anhaltspunkt am ehesten durch Verhandlung mit mehreren möglichen konkreten Investoren. Businessangel sind ja auch durchaus begeisterte Unternehmer und stehen einem da, wenn man Glück, hat mit Rat zur Seite. Bei IHK u Co kann man evtl. auch mal nachfragen, ob die helfen oder vermitteln können.