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Startup Investoren Wert bestimmen?

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dezi
Beigetreten: 13.11.2006
Oldschool Grinder

Hi,
bei Startups ist es ja nicht unüblich nach/in einer eigenfinanzierten erfolgversprechenden Seed-Phase auf Kapitalsuche zu gehen.
Welche Methoden/Faktoren bestehen um den Wert des Unternehmens festzulegen? Darauf bezieht sich ja das, was ein Investor als Gegenwert zu seinem Geld erhält. Also wie viel ist die Idee, die erste Umsetzung und das Potential wert? Was ist eine faire Beteiligung? Gibt es da Vermittler, die einen in den Verhandlungen mit erfahrenen Investoren unterstützen?
Was/Wo sollte ich unbedingt mal nachlesen, wenn ich mich zu dem Thema schlau machen möchte?
Vielen Dank!

e: ich habe den anderen thread zum Thema Startup gesehen. Mir geht es nicht darum wo man Kapital beschafft, sondern wie man den Wert des Startups auslotet und diesen in den Verhandlungen mit Investoren am besten verkauft.


Antwort
Zitat
17 Antworten

Interessante Frage!

Also meiner Meinung nach richtet sich der Value eines Startups vor allem nach der Geschäftsidee bzw. nach dem potentiellen Markt.
Um es platt auszudrücken ist das Startup in der "Startup-Phase" gerade mal so viel Wert wie sein Inventar, alles andere ist Abschätzung und Prognose.

Man kann aber auch sagen, dass selbst die beste Geschäfteidee wertlos ist, wenn diese nicht vernünftig und professionell umgesetzt wird. Die beste Idee steht und fällt mit dem Team, welches sich dahinter verbirgt.

Soweit meine Einschätzung. Habe leider selber zu wenig Ahnung von der Materie. (also das geschriebene mit Vorsicht genießen ;) )

so far..


Antwort
Zitat
dezi Themenstarter
dezi
Beigetreten: 13.11.2006
Oldschool Grinder

Naja, Idee und Startup sind ja eher zwei verschiedene paar Schuhe.
Startup bedeutet ja, dass eine Idee schon in einen umfangreichen Businessplan umgemünzt wurde und erste Schritte in der Umsetzung da sind.
Daran lässt sich doch schon enorm viel ablesen: Gründerskills, Erfahrung, Umsetzungsvorhaben, mittel/langfristige Planung... Das ganze was im Businessplan auftaucht hat idR auch Hand und Fuß. Man orientiert sich an branchenähnlichen Unternehmen usw. Zwar hast Du recht, dass das Abschätzung und Prognose ist, aber eben nicht über den Daumen gepeilt - wie es sich bei deiner Formulierung anhört - sondern solide untermauert.

Hier ist das im Prinzip schon gut erklärt http://www.gruenderszene.de/allgemein/unternehmensbewertung-erstellen-startup

Letztlich bedeutet Diskontierung also nichts anderes, als den Prozess der Verzinsung auf den Kopf zu stellen. Oder noch anders: errechnet wird, zu welchem Betrag das eingebrachte Kapital bei einer Verzinsung von 50 Prozent pro Jahr in vier Jahren anwächst, sondern im Gegenteil, was ein bestimmter Betrag in vier Jahren zum heutigen Zeitpunkt wert ist, wenn 50 Prozent als Maßstab für die Wertentwicklung angesetzt werden.

Bleibt die Frage wie man einen fairen zukünftigen Unternehmenswert errechnet bzw. wie man sich möglichst gut in den Verhandlungen mit Investoren positioniert.

- möglichst hoher Unternehmenswert im Jahr X
- möglichst schnell schwarze Zahlen schreiben
- als möglichst risikoarm eingestuft werden, durch Zusammensetzung des Teams, Erfahrung, Marktsegement, erste Erfolge etc.

Es könnte z.B. Sinn machen erst mal einen kleinen Investor ins Boot zu holen, der aus der Branche kommt und neben Geld auch Know-How einbringt(stärkeres Team). Dann könnte man mit einem Prototyp auf Marketing-Tour gehen (Skills zeigen, erste Verträge einfädeln --> Risiko sinkt + Zeit von Investition des Investors bis zu schwarzen Zahlen wird kürzer). Dann sucht man Kapital für die eigentliche Expansion. Funktioniert natürlich nicht in jedem Segment...

Jemand Erfahrung oder weiterführende Literatur? :)


Antwort
Zitat

Ich hab selber ein kleines Startup (www.smartgis.at) und habe mich schon mit dem Thema Investoren beschäftigt:

Auf Startup - Sicht gibt es Dinge die für das Suchen von Investoren spricht: 1. Geld (klaro) und 2. Know How (auch nicht unwichtig). Dem gegenüber steht halt immer die Tatsache, dass Geld vom Investor langfristig immer das "teuerste" Geld ist, weil es letztendlich Eigenkapital ist. Je besser der Laden läuft, desto teurer wird das Geld. Wenn die Idee floppt, dann kann man das Risiko abfangen. Klingt komisch - ist aber so...

Aus Investoren - Sicht stellt sich halt immer die Frage - wie kann ich die beste Rendite erzielen. Die die Bewertung ist halt immer sehr subjektiv. Die meisten Investoren streuen ihr Risiko. 10x investiert, 3 Firmen pleite, 5-6 Firmen so naja und 1-2 starten voll durch == Gewinn!


Antwort
Zitat

Original von dezi
Naja, Idee und Startup sind ja eher zwei verschiedene paar Schuhe.
Startup bedeutet ja, dass eine Idee schon in einen umfangreichen Businessplan umgemünzt wurde und erste Schritte in der Umsetzung da sind.
Daran lässt sich doch schon enorm viel ablesen: Gründerskills, Erfahrung, Umsetzungsvorhaben, mittel/langfristige Planung... Das ganze was im Businessplan auftaucht hat idR auch Hand und Fuß. Man orientiert sich an branchenähnlichen Unternehmen usw. Zwar hast Du recht, dass das Abschätzung und Prognose ist, aber eben nicht über den Daumen gepeilt - wie es sich bei deiner Formulierung anhört - sondern solide untermauert.

Hier ist das im Prinzip schon gut erklärt http://www.gruenderszene.de/allgemein/unternehmensbewertung-erstellen-startup

Letztlich bedeutet Diskontierung also nichts anderes, als den Prozess der Verzinsung auf den Kopf zu stellen. Oder noch anders: errechnet wird, zu welchem Betrag das eingebrachte Kapital bei einer Verzinsung von 50 Prozent pro Jahr in vier Jahren anwächst, sondern im Gegenteil, was ein bestimmter Betrag in vier Jahren zum heutigen Zeitpunkt wert ist, wenn 50 Prozent als Maßstab für die Wertentwicklung angesetzt werden.

Bleibt die Frage wie man einen fairen zukünftigen Unternehmenswert errechnet bzw. wie man sich möglichst gut in den Verhandlungen mit Investoren positioniert.

- möglichst hoher Unternehmenswert im Jahr X
- möglichst schnell schwarze Zahlen schreiben
- als möglichst risikoarm eingestuft werden, durch Zusammensetzung des Teams, Erfahrung, Marktsegement, erste Erfolge etc.

Es könnte z.B. Sinn machen erst mal einen kleinen Investor ins Boot zu holen, der aus der Branche kommt und neben Geld auch Know-How einbringt(stärkeres Team). Dann könnte man mit einem Prototyp auf Marketing-Tour gehen (Skills zeigen, erste Verträge einfädeln --> Risiko sinkt + Zeit von Investition des Investors bis zu schwarzen Zahlen wird kürzer). Dann sucht man Kapital für die eigentliche Expansion. Funktioniert natürlich nicht in jedem Segment...

Jemand Erfahrung oder weiterführende Literatur? :)

ok, da gebe ich dir größtenteils Recht. Es bleibt halt immer abzuwägen, welche Entscheidung die wohl realistischste ist.

Zu den Investoren mit Know-How: Die werden Business-Angels genannt. Vielleicht googelst du einmal dazu (vielleicht weißt du es aber auch schon).
BA's beteiligen sich an Startups mit ihrem Kapital und ihrem Know-How. Sie kommen idR aus dem selben oder einem ähnlichen Segment.

mfg

ps: guter thread! ;)


Antwort
Zitat
DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007
Oldschool Grinder

Vorsicht bei Business Angels ;) Ich habe dabei, wie wohl immer im Beraterleben, auch viele schlechte kennen gelernt.
Ich finde den Thread ansonsten auch gut.


Antwort
Zitat
zeegro
Beigetreten: 28.10.2006
BlackMember

Original von DrStrothmann
Vorsicht bei Business Angels ;) Ich habe dabei, wie wohl immer im Beraterleben, auch viele schlechte kennen gelernt.
Ich finde den Thread ansonsten auch gut.

kannst du dazu was sagen?


Antwort
Zitat
DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007
Oldschool Grinder

Ich komme aus dem Bereich Sanierung und Restrukturierung von Unternehmen. Nicht als Berater, sondern als der Verantwortliche vor Ort, der Krisen, die aus falscher Beratung oder falscher Unternehmensführung entstehen, beseitigen darf. Meiner Erfahrung nach sind viele ehemalige TopManager oder ehemalige Unternehmensberater als "Business Angel" unterwegs. Ich habe bisher drei als "Begleiter" bei ehemaligen Startups kennen gelernt. Alle haben in Summe gute Ideen gehabt, auch viel Erfahrung von Ihren Bereichen. Aber das Entscheidende sind Umsetzungen und Handwerkszeug, wie ich Strategien umsetze. Hier fängt für mich Coaching / Hilfe an. Was nützt die beste Idee, das schönste Startup Projekt, der beste Business Angel an der Hand, wenn das beschaffte Kapital dann sinnlos verbrannt wird?
Mein Ansatz ist da ein anderer: Wenn schon Business Angel, dann soll dir der Partner nicht nur den Weg zum Kapitalmarkt sichern oder schaffen, sondern das Fundament für eine Unternehmensentwicklung mit gestalten. Eigentlich sind Business Angels per Definition mehr als reine Kapitalgeber. Gründer sind in der Regel eben keine extrem erfahrenden Kaufleute, Juristen, Personaler, Marketingexperten oder Produktionsheinis (und was auch immer noch). Das was Gründer von Typen wie ich es bin unterscheidet, ist eben, das sie neben Ideen und Visionen vieles einfach ausblenden können. Das wiederum ist der Grund, warum Leute wie ich es bin keine Gründer sind.

Am Ende ist es wie immer im Leben: du bekommst Kontakte, Hilfe teilweise (Geld ist keine Hilfe, nur ein Anschupser) und musst eben versuchen deinen Weg zu finden. Hinzu kommt, das wir über Kapitalhilfen reden. Da möchte früher oder später ein Geldgeber Rendite sehen.


Antwort
Zitat
dezi Themenstarter
dezi
Beigetreten: 13.11.2006
Oldschool Grinder

Ja, da ist viel Wahres dabei. Man muss schon sehr gut überleben wie man Geld besorgen möchte/was da Sinn macht. Input ist gut, aber die Entscheidungsprozesse werden natürlich auf der anderen Seite auch schwerer je mehr Input vorhanden ist... Das ist alles komplex.
Mir geht es erst mal darum überhaupt festzusetzen wie viel das Startup wert ist. Das ist ja in jeglichen Verhandlungen eine entscheidende Variable. Wäre cool, wenn jemand noch etwas zur Festsetzung dieses Wertes sagen könnte.


Antwort
Zitat
IBeatGTA
Beigetreten: 07.05.2009
PokerStrategist

Ich würde mich mal damit beschäftigen, wie der finanzielle Ausgang von Startups in dem Bereich bislang war und wie der Investor sein Risiko strukturiert hat.

Anglo-amerikanisch geprägte Angels gehen von
- 60% komplett versunkener Investments
- 20 bis 30% break-even INV
- 10 bis 20% profitable INV
aus.

Daraus kannst Du schließen, daß die 10-20% Winner die 60% Nieten + anständige Rendite bezahlen müssen und das letztendlich profitable INV prospektiv verzehnfachen kann. Wenn Du dann den o.g. eigenen Bereich zu Rate ziehst, siehst Du, ob das Startup mehr abwerfen muß (niedrige Erfolgsrate+Assets nicht liquidierbar) oder weniger abwerfen darf (höherer mind. break-even-Anteil+marktfähiges Anlagevermögen).

Schönes Wochenende!


Antwort
Zitat
dezi Themenstarter
dezi
Beigetreten: 13.11.2006
Oldschool Grinder

Danke. :)
Gibt es dazu Datenbanken, gesamt oder sogar für Branchen aufgeschlüsselt? Wo finde ich die failed Startups?

Das betrifft ja aber eher die Verzinsung - also das was das Startup an Geld einsammeln kann, Konditionen, Zuschläge, Abschläge...
Dem muss doch aber trotzdem ein Unternehmenswert zugrunde liegen. Der grundsätzliche, branchentypische "finanzielle Ausgang" ist imo nur einer von vielen Faktoren für die Ermittlung des Unternehmenswerts.
Was ist da noch entscheidend?


Antwort
Zitat
sManTosHa
Beigetreten: 18.03.2005
PokerStrategist

Hallo,

pauschal kann man das dir leider nicht sagen. Es gibt verschiedene Arten ein Unternehmen zu bewerten und entsprechend auch jeweils verschiedene Vertreter der verschiedenen Arten. Wenn du für einen ersten Überblick dich reinlesen möchtest, dann geht das auf Wikipedia. Ist allerdings auf jeden Fall ein recht großes Gebiet. Einfacher ist es über einen ausführlichen Online-Rechner. Allerdings sind so ermittelte Werte immer nur erste Anhaltspunkte und oft sehr unterschiedlich von dem was tatsächlich bei Firmenübernahmen gezahlt wird. Es kommt im Einzefall stark auf individuelle Szenarien an, so kann eine Brancheninterne Übernahme für den Käufer sehr teuer sein, auch wenn das Übernahmeobjekt hoch verschuldet ist. Hier können langfristig die Marktanteile die man durch den gekauften Kundenstamm gewinnt sehr viel wert sein.

Wenn du einen Investor beteiligst, ist es in der Regel ähnlich. Dort kann es Faktoren geben die Due Diligence oder Unternehmensbewertung nicht beachten. Wenn dein Investor beratend in deinem Unternehmen tätig sein soll, oder wenn seine Kontakte unabdingbar als Starthilfe für dich sind, wird das mit Sicherheit in seine Argumentation bei den Verhandlungen einfließen. Und es ist durchaus fair dass er dann mehr Anteile bekommt.

Die Privatautonomie ermöglicht hierbei noch eine starke Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten bei den Verträgen. So kann man vertraglich festlegen dass du 5% zurückbekommst wenn du bestimmte Unternehmensziele erreichst. Mit zunehmender Komplexität ist es da natürlich schwierig eine mathematischen Wert zu ermitteln. Jedoch kommt es gerade bei Startups vielmehr auf die Verhandlungen an. Vielleicht hat dein Investor sich mit seiner Frau gestritten und gönnt dir an dem Tag einfach nichts? Vielleicht besteht für dich zu deinem Unternehmen ein sehr hoher emozionaler Wert und deshalb fällt es dir schwer dich von Anteilen zu trennen (sie werden teurer)?

Es ist also zwangsläufig wie viele hier es bereits gesagt haben subjektiv. Der wichtigste Tip ist wohl: sei dir bewusst wo deine Schmerzgrenze ist und bereite dich sehr auf die Verhandlung und auch individuell auf den Investor vor. Je mehr gute Argumente du hast desto besser.

Nicht alle Investoren gehen nach Schema-F vor mit ihrer Portfoliostreuung und errechnen tatsächlich Risiken und Gewinnwahrscheinlichkeiten (gerade auch bei Online-Startups). Wenn du aber weisst dass dein Investor es eben doch tut, dann weisst du ja worauf du dich einstellen musst.


Antwort
Zitat

Es gibt Webseiten da kannst du dich an Start UPS beteiligen.
Am besten mal googlen, die Mitarbeiter und die Geschäfts Idee. Ist das Fundament des Projekts, da sollte man sich alles gut überlegen. Und nichts Hals über Kopf in eine Idee, nur weil man sie toll findet investieren.


Antwort
Zitat
zeegro
Beigetreten: 28.10.2006
BlackMember

Original von DrStrothmann
Ich komme aus dem Bereich Sanierung und Restrukturierung von Unternehmen. Nicht als Berater, sondern als der Verantwortliche vor Ort, der Krisen, die aus falscher Beratung oder falscher Unternehmensführung entstehen, beseitigen darf. Meiner Erfahrung nach sind viele ehemalige TopManager oder ehemalige Unternehmensberater als "Business Angel" unterwegs. Ich habe bisher drei als "Begleiter" bei ehemaligen Startups kennen gelernt. Alle haben in Summe gute Ideen gehabt, auch viel Erfahrung von Ihren Bereichen. Aber das Entscheidende sind Umsetzungen und Handwerkszeug, wie ich Strategien umsetze. Hier fängt für mich Coaching / Hilfe an. Was nützt die beste Idee, das schönste Startup Projekt, der beste Business Angel an der Hand, wenn das beschaffte Kapital dann sinnlos verbrannt wird?
Mein Ansatz ist da ein anderer: Wenn schon Business Angel, dann soll dir der Partner nicht nur den Weg zum Kapitalmarkt sichern oder schaffen, sondern das Fundament für eine Unternehmensentwicklung mit gestalten. Eigentlich sind Business Angels per Definition mehr als reine Kapitalgeber. Gründer sind in der Regel eben keine extrem erfahrenden Kaufleute, Juristen, Personaler, Marketingexperten oder Produktionsheinis (und was auch immer noch). Das was Gründer von Typen wie ich es bin unterscheidet, ist eben, das sie neben Ideen und Visionen vieles einfach ausblenden können. Das wiederum ist der Grund, warum Leute wie ich es bin keine Gründer sind.

Am Ende ist es wie immer im Leben: du bekommst Kontakte, Hilfe teilweise (Geld ist keine Hilfe, nur ein Anschupser) und musst eben versuchen deinen Weg zu finden. Hinzu kommt, das wir über Kapitalhilfen reden. Da möchte früher oder später ein Geldgeber Rendite sehen.

wie sehen eig in der Regel die Verträge mit BAs aus? Sie investieren Summe x und erhalten Anteile x%. Ist die Einlage dann als Kredit zu sehen? Also bekommen sie ihre Summe wieder und behalten darüber hinaus x%?


Antwort
Zitat
DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007
Oldschool Grinder

Es kommt drauf an. Von Kredit über Eigenkapital bis hin zu Schuldverschreibungen habe ich schon alles gesehen. Ist auch ein wenig von der Gesellschaftsform abhängig und wie lange der BA investiert sein möchte oder eine Finanzierung "besorgt".


Antwort
Zitat
jotha
Beigetreten: 20.04.2006
Elite Grinder
zeegro
Beigetreten: 28.10.2006
BlackMember

Bin gerade dabei GuV (pro-forma) zu erstellen und gucke mir zum Vergleich viele BPs von Startups an. Imo haben alle völlig irreale Zahlen, die viel zu positiv bewertet sind, was den Umsatz etc angeht^^.

Ist das die Regel? Das sollte doch jeder Investor erkennen, dass es evtl zu positiv gerechnet ist?

andere Frage: wie bestimme ich aufgrund meiner fiktiven Daten einen Unternehmenswert, sodass ich x% für einen Wert x€ an einen Investor verkaufen kann. Klar habe ich mir die "Berechnungsmodelle" angeguckt aber so wirklich komme ich auf die Daten nicht klar weil ich halt keine Anhaltspunkte habe. Ich will nun auch keinen genauen Wert, sondern nur ne Einschätzung was für beide Seiten in etwa fair wäre.


Antwort
Zitat
dezi Themenstarter
dezi
Beigetreten: 13.11.2006
Oldschool Grinder

Original von zeegro
Bin gerade dabei GuV (pro-forma) zu erstellen und gucke mir zum Vergleich viele BPs von Startups an. Imo haben alle völlig irreale Zahlen, die viel zu positiv bewertet sind, was den Umsatz etc angeht^^.

Ist das die Regel? Das sollte doch jeder Investor erkennen, dass es evtl zu positiv gerechnet ist?

andere Frage: wie bestimme ich aufgrund meiner fiktiven Daten einen Unternehmenswert, sodass ich x% für einen Wert x€ an einen Investor verkaufen kann. Klar habe ich mir die "Berechnungsmodelle" angeguckt aber so wirklich komme ich auf die Daten nicht klar weil ich halt keine Anhaltspunkte habe. Ich will nun auch keinen genauen Wert, sondern nur ne Einschätzung was für beide Seiten in etwa fair wäre.

zu 1: Warum sind die Daten unrealistisch? Woran misst Du das? Deine Einschätzung? Bei Profis, die investieren wird eh nachgerechnet u hinterfragt. Im Prinzip muss man ja auch realistische Werte für die eigene Planung ermitteln. Für alle anderen gilt vielleicht, dass man auf nem Basar auch nicht mit nem "realistischen" Preis das Feilschen anfängt

zu 2:
Beschäftigt mich auch immer noch. Aber im Prinzip läuft es wohl auf das hinaus, was sManTosHa weiter oben geschrieben hat:

Original von sManTosHa
Hallo,

pauschal kann man das dir leider nicht sagen. Es gibt verschiedene Arten ein Unternehmen zu bewerten und entsprechend auch jeweils verschiedene Vertreter der verschiedenen Arten. Wenn du für einen ersten Überblick dich reinlesen möchtest, dann geht das auf Wikipedia. Ist allerdings auf jeden Fall ein recht großes Gebiet. Einfacher ist es über einen ausführlichen Online-Rechner. Allerdings sind so ermittelte Werte immer nur erste Anhaltspunkte und oft sehr unterschiedlich von dem was tatsächlich bei Firmenübernahmen gezahlt wird. Es kommt im Einzefall stark auf individuelle Szenarien an, so kann eine Brancheninterne Übernahme für den Käufer sehr teuer sein, auch wenn das Übernahmeobjekt hoch verschuldet ist. Hier können langfristig die Marktanteile die man durch den gekauften Kundenstamm gewinnt sehr viel wert sein.

Wenn du einen Investor beteiligst, ist es in der Regel ähnlich. Dort kann es Faktoren geben die Due Diligence oder Unternehmensbewertung nicht beachten. Wenn dein Investor beratend in deinem Unternehmen tätig sein soll, oder wenn seine Kontakte unabdingbar als Starthilfe für dich sind, wird das mit Sicherheit in seine Argumentation bei den Verhandlungen einfließen. Und es ist durchaus fair dass er dann mehr Anteile bekommt.

Die Privatautonomie ermöglicht hierbei noch eine starke Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten bei den Verträgen. So kann man vertraglich festlegen dass du 5% zurückbekommst wenn du bestimmte Unternehmensziele erreichst. Mit zunehmender Komplexität ist es da natürlich schwierig eine mathematischen Wert zu ermitteln. Jedoch kommt es gerade bei Startups vielmehr auf die Verhandlungen an. Vielleicht hat dein Investor sich mit seiner Frau gestritten und gönnt dir an dem Tag einfach nichts? Vielleicht besteht für dich zu deinem Unternehmen ein sehr hoher emozionaler Wert und deshalb fällt es dir schwer dich von Anteilen zu trennen (sie werden teurer)?

Es ist also zwangsläufig wie viele hier es bereits gesagt haben subjektiv. Der wichtigste Tip ist wohl: sei dir bewusst wo deine Schmerzgrenze ist und bereite dich sehr auf die Verhandlung und auch individuell auf den Investor vor. Je mehr gute Argumente du hast desto besser.

Nicht alle Investoren gehen nach Schema-F vor mit ihrer Portfoliostreuung und errechnen tatsächlich Risiken und Gewinnwahrscheinlichkeiten (gerade auch bei Online-Startups). Wenn du aber weisst dass dein Investor es eben doch tut, dann weisst du ja worauf du dich einstellen musst.

Was wirklich realistisch ist, ist wohl schwer zu ermitteln. Wahrscheinlich ergibt sich ein Anhaltspunkt am ehesten durch Verhandlung mit mehreren möglichen konkreten Investoren. Businessangel sind ja auch durchaus begeisterte Unternehmer und stehen einem da, wenn man Glück, hat mit Rat zur Seite. Bei IHK u Co kann man evtl. auch mal nachfragen, ob die helfen oder vermitteln können.


Antwort
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