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Unsicherheit bzgl. Geldanlage

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EllosKimmos
Beigetreten: 06.09.2008
PokerStrategist

Hallo zusammen,

ich hoffe, mit meiner Anfrage nicht direkt ausgelacht oder verspottet zu werden, verzeiht mir meine Unwissenheit.

Durch eine Erbschaft erhalte ich in naher Zukunft eine mittlere 5-stellige Summe, welche mir überschrieben wird.
Das Geld liegt aktuell bei der Commerzbank, weshalb ich dort vor einigen Tagen zu einem Beratungssgespräch aufgeschlagen bin, um mir mal die Möglichkeiten anzuhören.
Ich habe mich (zugegebenermaßen) in der Vergangenheit nie großartig mit Geldanlagen beschäftigt bis auf Bausparverträge und ein Depot bei Flatex, bei dem ich - den Tipps eines Freundes folgend - ganz erfolgreich in Einzelaktien investiert bin, allerdings eher als Spaß an der Sache und nicht unbedingt mit Ziel, möglichst viel Rendite rauszuschlagen.

Der Berater hat mich dann mehr oder weniger vom "VermögensManagement Balance" der Commerzbank überzeugt, fand die Streuung in ETF und Renten ganz spannend und sicherlich ohne großartiges Risiko.
Etwas stutzig bin ich allerdings bei meiner anschließenden Recherche bei den dargestellten Gebühren und Kosten geworden:

https://www.commerzbank.de/wertpapier/de/research/fonds/fondsportraet/A0M16S.html

"KlassikDepot/StartDepot Kosten des Wertpapierkaufs von 250 EUR und während der Haltedauer (pro Jahr) von 220,00 EUR* an. Für den Wertpapierverkauf fallen keine Kosten an. Bei einer angenommenen Haltedauer von 5 Jahren belaufen sich die voraussichtlichen Gesamtkosten auf 1350,00 EUR und reduzieren die Rendite um durchschnittlich 2,70% pro Jahr. Die Gesamtkosten setzen sich aus Dienstleistungskosten (der Bank und fremde) von 867,52 EUR inklusive Zahlungen an die Bank (Vertriebsvergütungen) von 617,52 EUR und Produktkosten (nach Zahlung an die Bank) von 482,48 EUR zusammen."

Das hat im Gespräch leider keine Erwähnung gefunden, weshalb ich mich ein wenig veralbert fühle.

Meine Frage an die Experten hier im Forum:
Kann sich das bei diesen Kosten überhaupt lohnen oder zahle ich im Zweifelsfall sogar drauf?
Gibt es Alternativen - bspw. die direkte Investiton in ETF - welche mich deutlich sparsamer fahren lassen?
Falls ja, das ganze dann lieber über einen Direkt-Broker als über eine Bank?

Ich würde zukünftig gern ruhig schlafen können, ohne alle 5 Minuten die Kurse zu checken.
Ziel ist also, wie oben bereits geschrieben, nicht unbedingt die höchste Rendite sondern ein stabiles Wachstum.

Ich danke euch vorab! :f_love:


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21 Antworten
beni
Beigetreten: 17.10.2006
BlackMember

Sei nicht so faul, sondern mache dich kundig. Bei den Kosten ist das obige Angebot natürlich Schwachsinn. Als Pokerspieler Angst vor Kursschwankungen haben ist irgendwie traurig, aber gut, hier kannst du anfangen:

https://www.wertpapier-forum.de/topic/49689-investieren-für-einsteiger/


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AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010
BlackMember

Wenn du schlau bist, dann bezahlst du die 2,7% pro Jahr nicht an deine Bank für quasi nichts! Die muss man ja auch erstmal schlagen...

Ich empfehle:
ETF - MSCI World
ETF - DAX

Damit hast du kaum Gebühren und bist gut aufgestellt bei 50.000€. Falls du noch zusätzlich Geld sparen willst, gibt es auch günstig Sparpläne. Gute Erfahrungen habe ich mit der Diba:
https://www.ing-diba.de/wertpapiere/etf/


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Coach
mnl1337
Beigetreten: 14.01.2008
Elite Grinder

DAX ist Quatsch. Diversifikation ist das Stichwort.
ETF ist aber sehr richtig. Mach dich schlau zu dem Thema und kehr der Bank den Rücken zu. Würde anfangs erstmal jeden Monat 1k oder so in MSCI World 70% und MSCI Emerging Markets 30% investieren und den Rest auf Bankkonto lassen. So hast du quasi kaum Volatilität auf die gesamte Summe und kommst langsam in das Thema rein. Wenn du dich besser auskennst, kann man weiter sehen.


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Zitat
AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010
BlackMember

Gegen Trump und die USA haten und dann 45% des Vermögens in den USA und 2,5% in Deutschland investieren. Nicht schlecht...

Gerade als in Deutschland lebende Person sollte man sich überlegen etwas mehr auch in Deutschland zu investieren, weil es auch indirekt uns wieder zu Gute kommt. Kann man natürlich nicht in Prozenten messen. Abgesehen davon performt der DAX auch super und mit den 30 größten deutschen Unternehmen macht man keinen Fehler. Das ist Diversifikation! Man muss ja nicht gleich 50/50 machen.

Verstehe auch nicht, warum du vorschlägst pro Monat 1k zu investieren und so über 2 Jahre Geld ohne Zinsen auf dem Konto zu lassen. Macht keinen Sinn! Außer du kannst hellsehen.


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Zitat
Izzet
Beigetreten: 27.03.2006
Oldschool Grinder

Dass Banken ihr Verkaufsgespräch als "Beratung" verkaufen und dabei vierstellige Summen verschweigen ist eigentlich schon kriminell.


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DaKeinho
Beigetreten: 12.03.2007
PokerStrategist

Home bias sollte man bei Investments halt immer vermeiden, dadurch dass du in DE arbeitest ist dein Vermögen bereits erheblich durch die wirtschaftliche Situation hier abhängig. Stichwort Diversifikation ist auch quatsch wenn der Vergleichswert der deutlich stärker diversifizierte MSCI World ist. Dass der DAX in der Vergangenheit gut performt hat lässt auch nicht zuverlässig auf die Zukunft schließen. Die Frage die man sich stellen sollte ist ja auch: Ist zu erwarten, dass der DAX den MSCI World Performance mäßig schlagen kann, so dass ein höheres Risiko und Mehraufwand gerechtfertigt sind?

DAX Investments kann man natürlich auch als Unterstützung der heimischen Wirtschaft betrachten wie du es tust, das höhere Risiko muss man sich dann aber leisten können und sich dessen bewusst sein. Hab btw. auch nen kleinen zusätzlichen DAX Anteil gewählt.


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Zitat
AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010
BlackMember

Unsicherheit und Risiko ist bei Trump auch hoch und daher habe ich "nur" 20% in den USA investiert. Finde das schon hoch. Aber 45% USA und 2,5% Deutschland hört sich für mich falsch an. Muss aber natürlich jeder selbst entscheiden.


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Zitat
Coach
mnl1337
Beigetreten: 14.01.2008
Elite Grinder

Was hat das mit Trump zu tun? Es geht hier ums passive investieren. Da ist egal ob der Messias oder der Teufel an der Macht ist.
Wenn Deutschland nur 2.5% der globalen Marktkapitalisierung hat, dann ist das eben so.
Wie DaKeinho schon sagt sollte man eher weniger in DE investieren da man hier durch den Job usw schon lokale Risiken hat.
Die 1k monatlich waren nur ein Vorschlag da OP neu im Geschäft ist und ihm Kapitalerhalt wichtig ist. Das hat er deutlich betont. Nen 30-70% Cashanteil und ein langsamer Einstieg macht also viel Sinn.


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Zitat
beni
Beigetreten: 17.10.2006
BlackMember

Home Bias gibt es aber da die Deutschen insgesamt vergleichsweise wenig Aktien halten müssten die Preise hier dann attraktiver sein.


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AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010
BlackMember

Original von mnl1337
Was hat das mit Trump zu tun? Es geht hier ums passive investieren. Da ist egal ob der Messias oder der Teufel an der Macht ist.
Wenn Deutschland nur 2.5% der globalen Marktkapitalisierung hat, dann ist das eben so.
Wie DaKeinho schon sagt sollte man eher weniger in DE investieren da man hier durch den Job usw schon lokale Risiken hat.
Die 1k monatlich waren nur ein Vorschlag da OP neu im Geschäft ist und ihm Kapitalerhalt wichtig ist. Das hat er deutlich betont. Nen 30-70% Cashanteil und ein langsamer Einstieg macht also viel Sinn.

Du bist auch so jemand der Kinder dafür bezahlt um im Kongo Blutdiamanten für dich aus den Bergwerken zu holen, natürlich nur passiv, oder? Jenach Führer steigt natürlich das Risiko von Investitionen in entsprechenden Ländern. Würdest du zur Zeit in Venezuela mit Maduro investieren?

Umso mehr wir jedenfalls in unserem eigenen Land investieren, umso besser und weniger anfällig sind wir in der Zukunft! Du unterstützt dann lieber jemanden der auf fallende deutsche DAX-Konzerne setzt, natürlich auch wieder nur passiv.

Übrigens liegt unser Anteil am Weltwirtschaftsbip bei 4% und der USA bei knapp über 20%. Warum daraus dann 2,5% und 45% machen, wäre doch eine schlechte Diversifikation, selbst wenn man nicht in seinem Heimatland mehr investieren wollen würde?


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Malte265
Beigetreten: 08.11.2006
PokerStrategist

Original von AyCaramba44
Unsicherheit und Risiko ist bei Trump auch hoch und daher habe ich "nur" 20% in den USA investiert. Finde das schon hoch. Aber 45% USA und 2,5% Deutschland hört sich für mich falsch an. Muss aber natürlich jeder selbst entscheiden.

Z.B. 0% China hört sich für mich aber auch falsch an, dafür dass es das zweithöchste BIP der Welt hat (nach den USA).
Für ein global diversifizertes Portfolio (was das einzig sinnvolle ist), kommt man also um Emerging Markets nicht drum herum.

Zum Thema "1k monatlich investieren": Für die allerersten Monate kann das sinnvoll sein, wenn OP sich noch etwas mehr Wissen aneignen möchte oder seine Asset Allocation gründlich überdenken will. Wenn man so allerdings 50k ("mittlere fünfstellige Summe") langsam investiert, hat man bei 7% Rendite p.a. nach 50 Monaten 58k (nach Steuern).
Wenn man die 50k aber direkt auf einen Schlag investiert (ich sage nicht, dass man das tun sollte), hat man nach 50 Monaten 62,7k.

Zum Thema Trump: Beim passiven Investment ist ein langer Anlagezeitraum ja einer der Grundaspekte. Wir legen also auf mindestens 15-20 Jahre an und Trump wird jetzt voraussichtlich noch 2 Jahre Präsident sein. Es fällt also effektiv nicht ins Gewicht, was er da jetzt verbockt. Im Gegenteil: Wenn du davon ausgehst, dass Trump jetzt gerade die Kurse drückt, kaufen wir die nächsten 2 Jahre ja billiger ein und werden danach von steigenden Kursen profitieren (hypothetisch).


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AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010
BlackMember

Aufstrebende Märkte machen häufig Sinn, sind für mich aber kein Muss bei kleineren Investionsbeträgen. Ist zudem häufig auch noch eine persönliche Sache, welche Länder man unterstützen möchte. Ich rate jedenfalls mit dem MSCI World und dem Dax als Deutscher anzufangen. Weitersehen kann man dann immer noch.

Auf der einen Seite will ja mnl1337 auch erstmal mit 1000€ anfangen und auf der anderen Seite von Anfang an in mehrere ETFs investieren. Dann könnte man ja auch erstmal nur mit dem MSCI World anfangen um zu "schauen". Im Grunde ist das eine Grundsatzentscheidung und wenn man sich für A entschieden hat als Geldanlage, dann kann man auch jetzt sein komplettes Geld investieren. Außer natürlich er kann hellsehen...

Egal wie man es übrigens genau macht, man ist schonmal weiter als 90% der Deutschen. Die entweder teuer von der Bank abgezockt werden oder gar nicht in Aktien investiert sind.


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herbsch
Beigetreten: 27.06.2007
BlackMember

Ich fürchte die Diskussion hat die Unsicherheit von op nicht wirklich genommen:-(


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Mahlzahn
Beigetreten: 21.05.2006
Elite Grinder

OP sollte sich nicht von der wirschen Diskussion hier verwirren lassen und sich im Wertpapier Forum in einfache ETF Portfolios einlesen. Das war bisher der beste Hinweis ;)


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knorki
Beigetreten: 10.07.2008
PokerStrategist

+ Aycarambas posts hier überlesen.

wird ihm beim stöbern im Wertpapierforum aber wohl auffallen


Antwort
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AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010
BlackMember

Original von herbsch
Ich fürchte die Diskussion hat die Unsicherheit von op nicht wirklich genommen:-(

Warum? Wird sind uns doch alle einig das ETFs die richtige Wahl sind!


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EllosKimmos Themenstarter
EllosKimmos
Beigetreten: 06.09.2008
PokerStrategist

Wow, vielen Dank für die vielen Rückmeldungen und die angeregte Diskussion! :f_love:

Ich habe kommende Woche nochmal einen Termin bei meinem "Berater" und werde ihn mal darauf ansprechen.
Aus dem ETF-Thread hier im Unterforum habe ich auch schon ein paar interessante Anstöße mitgenommen, ebenfalls aus dem Wertpapier-Forum.

Der Weg wird also defintiv in Richtung selbst gemanagementes Portfolio gehen, muss mich nur noch für einen Broker entscheiden.
Werde mir also wie geraten vorerst alles aufs Cash-Konto packen und mich dann langsam an verschiedene Werte rantasten.


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SebiH
Beigetreten: 16.08.2006
PokerStrategist

Den Termin bei dem Betrüger würde ich ehrlich gesagt garnicht erst wahrnehmen.
Klingt platt und nach Stammtisch, ist aber leider die Wahrheit.


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Zitat
Dorfzocker75
Beigetreten: 01.09.2008
Elite Grinder

Informiere dich auch mal nach peer to peer Krediten. Mintos ist eine gute Plattform dafür. Zumindest ein kleinen Teil von deinem Vermögen würde ich in p2p investieren.


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