IronPumper im Weekend-Interview
PokerStrategy.com-Coach IronPumper lebt schon seit vielen Jahren in Kambodscha. Wir haben ihn zum Interview getroffen und ihn über sein Leben in Asien befragt.

PokerStrategy.com: Du bist ein echter Profi und es hat dich sogar ins ferne Asien getrieben. Respekt, dass du das durchgezogen hast! Welche Dinge gefallen Dir in Kambodscha besser als in Deutschland?
IronPumper: Die Frauen, das Wetter und die niedrigeren Lebenshaltungskosten, sowie ein lockerer Vibe.
PokerStrategy.com: Gibt es auch etwas, was du an Deutschland vermisst?
IronPumper: Weihnachten! Die Einheimischen geben sich zwar alle Mühe Weihnachten nach Kambodscha zu bringen, um uns "Expats" und die Touristen glücklich zu machen. Es gelingt aber nicht so richtig und Weihnachtsstimmung kommt zumindest bei mir nicht auf.
Dafür gibt es hier aber andere Feste, die in Deutschland unbekannt sind. Bald steht das "Khmer New Year" an und das wird sicherlich wieder ein großes Party-Spektakel!
Ansonsten vermisse ich natürlich meine Familie und Freunde.
Zum Glück haben mich meine besten Freunde hier schon mehrfach besucht. Einem gefällt es sogar so gut, dass er schon vier mal vorbeigekommen ist. Im Juni heiratet mein Bruder – Gott steh ihm bei! – und da bin ich natürlich auch nochmal in Deutschland. Insofern ist es weniger schlimm als man es sich vorstellt.
"Asiatische Frauen sind cooler und deutlich lockerer!"
PokerStrategy.com: Hast du eine kurze, coole Geschichte oder Anekdote für uns, die so in Kambodscha passiert ist, aber niemals in Deutschland möglich wäre?
IronPumper: Auf die Frage könnte ich zwei Tage am Stück antworten!
Generell sind die Frauen hier cooler und weniger oft von dem erzkonservativen Feminismus-Virus befallen. Natürlich gibt es in Deutschland auch coole Frauen und ich hab sogar welche in Deutschland gefunden gehabt. Aber im Schnitt sind sie in Kambodscha deutlich lockerer. Asiatische Frauen waren übrigens nicht wirklich mein Typ bevor ich hierher bin. Das war damals eine „Business only“-Entscheidung.
Insgesamt will ich hier jetzt nicht mehr weg. Das liegt aber auch am asiatischen „Vibe“. Schwer zu beschreiben, wenn man es noch nicht erlebt hat. Es ist alles etwas lockerer und die Menschen sind entspannter und besser gelaunt. Mir gefällt’s jedenfalls.
Auf der anderen Seite ist eine Sache in Asien ganz anders: „Money ist King“! Wenn ich beispielsweise in Deutschland mit meinem Motorbike ohne Helm von der Polizei aufgehalten und sich dann auch noch herausstellen würde, dass ich meinen Führerschein vergessen habe, na dann "Gute Nacht"!
Hier ist das schon öfters passiert und meine Linie ist einfach und effektiv: Ich lächle einfach, entschuldige mich auf Khmer - das ist hier die Landessprache, welche ich mit Hilfe von Unterrichtsstunden lerne - damit die Burschen wissen, dass ich kein Tourist bin, den sie nun abzocken können. Ich zieh dann so um die 1 bis 2 Dollar raus. So können sie sich ein paar Anchors - das beliebteste Bier in der Gegend - kaufen und das ewige Rumstehn am Straßenrand ist auch nicht ganz so langweilig. Danach werden noch nette Floskeln ausgetauscht, ich verabschiede mich und meine Fahrt geht ohne Trouble und ohne Führerschein weiter!
PokerStrategy.com: Dein Name bei uns ist "IronPumper". Was stemmst du eigentlich beim Bankdrücken?
IronPumper: Gar nicht mal so viel: 105kg ist mein Rekord bei einer Wiederholung.
Trainingsgewichte sind natürlich viel niedriger. Zur Zeit stemme ich 3 mal 80kg mit jeweils 8 Wiederholungen. Das sind keine hohen Werte – natürlich drücke ich mehr, als der Durchschnittsbürger, der nicht regelmäßig ins Gym läuft. Aber beim Fitnessbodybuilding geht es eigentlich auch nicht primär um Kraft, sondern um Aesthetics.
Freunde von mir, die Powerlifting betreiben, bei dem es hauptsächlich um Kraft geht, lächeln natürlich über meine Leistungen bei den gängigen Grundübungen. Aber das ist schon ok so, denn wie gesagt hab ich da einen anderen Fokus.
"Zeitmanagement und Goalsetting sind sehr wichtig!"
PokerStrategy.com: Man merkt dir an, dass du ein sehr gutes Zeitmanagement hast. Ich erinnere mich an viele Skype-Gespräche, wo du gesagst hast: Bin off, muss spielen etc. Zeitmanagement ist eine Sache die wohl vielen auf Theorie-Ebene sehr klar ist, wo es an der Umsetzung aber sehr oft scheitert. Hast du hier ein paar praktische Tipps, wie man es schafft sich tatsächlich an seine Pläne zu halten?
IronPumper: Ja, in der Tat halte ich Zeitmanagement in Verbindung mit Goalsetting sehr wichtig für Erfolg in jedem Bereich.
Wichtig ist, dass man seine Tagesgestaltung nicht nach Gefühl durchführt, sondern der Tag tatsächlich Punkt für Punkt durchgeplant ist. Dies kann mit Hilfe einer täglichen Todo-Liste geschehen oder mit einem wöchentlichem „Guide“.
Das verfolgt man nicht zu statisch, sondern sieht es eher wie einen Gameplan an. Wenn es einen guten Grund gibt, von seinem Plan abzuweichen, dann macht man das natürlich auch. To-Do-Listen dürfen also nicht zu einem Gefängnis werden, sonst bleibt die Flexibilität auf der Strecke und die ist ja gerade als Pokerprofi oft sehr wichtig.
PokerStrategy.com: Hast du ein Beispiel dafür, wie eine gute Playernote bei dir aussieht?
IronPumper: Nichts besonderes – also ich habe schon ein persönliches Notelayout mit verschiedenen Kategorien. Aber noch wichtiger als Hand-Historys niederzuschreiben sind generelle Anmerkungen, wie beispielsweise „Kann nicht dünn valuebetten“, „ehrlich am River“, „verteidigt OOP zu viel gegen Cbets“, „versteht Range Asymmetrie nicht“, …
So bekommt man schnell Informationen darüber auf welchem Level jemand spielt. Lange detaillierte Notes kann man Ingame sowieso oft nicht wirklich erfassen.
PokerStrategy.com: Hast du dich mit weiteren PokerStratey.com-VIPs in Kambodscha getroffen und existiert dort eine kleine Pokercommunity?
IronPumper: Eine große Pokercommunity wie in Thailand existiert noch nicht, aber sie ist im Kommen und wächst. Auch gibt es hier viele Casinos, in denen Poker immer beliebter wird. Ich selber habe schon etliche Grinder getroffen und mit dem PokerStrategen xanotheronex habe ich mich sogar sehr gut angefreundet. Wir haben uns damals im Gym kennengelernt und haben zusammen Party gemacht. Wir wohnen jetzt nicht mehr in der gleichen Stadt, aber auch hier in Phnom Penh hat er mich schon zwei mal besucht, was immer im absoluten Party-Marathon endete. Selber ist er auch ein sehr erfolgreicher Pokerprofi auf SSNL und MSNL, was cool ist – denn so hab ich auch hier jemanden, mit dem ich mich mal über Poker austauschen kann.
Im Reitsport sehr aktiv und präsent
PokerStrategy.com: Und die letzte Frage: Bist du schonmal auf einem Elefanten geritten?
IronPumper: Hehe, da verwechselst du Kambodscha mit Thailand!
In Thailand, da ist Elefantenreiten sehr beliebt. Paar Kumpels von mir, die auch schon in Thailand gelebt haben, berichteten, dass diese Ungetüme von ihren „Herren“ sogar zum Strand geführt werden, wo dann Touristen gegen ein paar Baht eben mal so ein Tier reiten dürfen.
Hier in Kambodscha ist das eher eine Seltenheit. Ich bin also noch nicht auf einem Elefanten geritten, wobei ich aber natürlich trotzdem indirekt im Reitsport sehr aktiv und präsent bin....[EDIT bei HannesZ: User auf eigenen Wunsch deaktivert].
PokerStrategy.com: IronPumper, vielen Dank für das Interview!
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