Prokrastination - Ein ewiges Laster?
Nach der Talkrunde über Prokrastination mit IronPumper, Samy89 und KTU ist in unserem Forum eine rege Diskussion mit einer Vielzahl von Meinungen entstanden.
IronPumper, Samy89 und KTU haben sich vor Kurzem zu einer Talkrunde zusammengefunden, um das Thema Prokrastination zu besprechen, denn der Begriff ist in letzter Zeit ziemlich häufig im selben Atemzug mit dem Thema Mindset zu hören.
Das Aufschieben spielt aber natürlich nicht nur im Bereich Poker eine Rolle, sondern lässt sich auch im Privat- oder Arbeitsleben immer wiederfinden. Das ist natürlich kein Dauerzustand und oft kann man es sich überhaupt nicht leisten, einen Berg an Aufgaben anzusammeln.
Darum haben die Drei für euch in einem Video ihre eigenen Lösungsansätze vorgestellt, woraufhin einige PokerStrategen in den Kommentaren sowie im Forum eifrig mitdiskutiert und ihre ganz eigenen Umgangsweisen veranschaulicht haben.
Ein Thema, viele Meinungen

Die Schuld dafür, dass wir unsere To-do-Liste mal wieder gekonnt ignorieren, tragen oft ungenaue Zielsetzungen oder das Gefühl von einer Aufgabe erschlagen zu werden. Schiebt man die Aufgabe beiseite, so verstärkt man das eigene Verhalten durch die kurze Spannungsreduktion negativ und belohnt sich zugleich oft positiv, indem man eine Aufgabe erledigt, die weniger anstrengend ist.
IronPumper selbst sagt, dass er seit Jahren gegen dieses Problem kämpft, er es zwar immer besser in den Griff bekommt, es für ihn jedoch eine "never ending story" ist.
KTU schlägt deshalb die Einrichtung von Kontrollmechanismen vor, welche uns auch davor bewahren können, für unser "Future Ich" unrealistische Ziele zu planen. Unsere Coaches sind sich also einig, dass erst einmal ein Bewusstsein für den Status quo geschaffen werden muss, um seinen Aufgaben und Zielen Herr zu werden.
Ein Blick auf die Ursachen

Für Samy89 spielen aber auch kulturelle und gesellschaftliche Einflüsse eine Rolle. Seiner Meinung nach unterscheidet sich der "natürliche Workflow" des Menschen von den Anforderungen der heutigen Arbeitswelt sowie Moral, was in einer schnelleren Ermüdung und letztendlich in Resignation und Prokrastination endet.
Darum ist für ihn in Momenten der Schwäche primär Kontinuität wichtig, um auch den eigenen Maßstäben gerecht werden zu können. Unsere Coaches plädieren also für realistische Zielsetzungen, die nicht den Zeitrahmen des Möglichen sprengen und Durchhaltevermögen in belastenden Situationen.
Was sagt ihr?
Viele PokerStrategen stimmen mit den Meinungen unserer Coaches überein und haben auch einige konstruktive Ansätze mitnehmen können. Da es im Leben
selten einen Königsweg gibt und es ohne gute Diskussionen doch ziemlich langweilig wäre, gab es aber natürlich auch Gegenwind und andere Vorschläge von euch:
Unser Mitglied hat sich mit als Erstes in die Diskussion eingeschaltet und war einer ganz anderen Meinung:
Wie bereits in meinem Kommentar zu eurem Potcast angekündigt, habe ich eine komplett andere Meinung zum Thema "Prokrastination verhindern/bekämpfen" und dementsprechend auch einen anderen Lösungsansatz.
Richtig ist, dass man zunächst ein Bewusstsein für das "Problem" entwickeln muss. Hat man diesen ersten Schritt gemacht, dann folgt als zweiter Schritt eine Umprogrammierung des Unterbewusstseins. Hierzu muss man sich als erstes darüber im Klaren werden, was man genau will. Beim Thema "Prokrastination" z. B. so etwas wie "Ich erledige meine Aufgaben stets wie geplant". Der Schritt der Umprogrammierung ist dann sehr einfach und schnell vollzogen. Es gibt dafür mehrere Methoden.
Fazit: Das wir unsere Verhaltensweisen nicht verändern können, weil sie seit Urzeiten fest in uns verankert sind, ist ein weitverbreiteter Irrglaube!
Für scheint Prokrastination selbst ein gar nicht so großes Problem zu sein und vielleicht sollte man sich viel mehr darauf fokussieren, das Leben bewusst zu genießen.
Dazu gehört wohl auch, die eigenen, manchmal unproduktiven Verhaltensweisen bis zu einem gewissen Grad zu akzeptieren:
Die Frage, die sich jeder stellen sollte: Will er das wirklich komplett verhindern/bekämpfen? Zum Roboter werden, der sich selbst ausbeutet?! Keine gute Idee ...
Ich sehe das in unserer Gesellschaft viel zu oft, die Leute beuten sich systematisch selbst aus, indem sie sich mit irgendwelchen NLP-Strategien und Affirmationen zur produktiven Maschine machen. Das mag auch kurz- bis mittelfristig gut funktionieren aber auf Dauer ist da einfach der Burnout vorprogrammiert. Ein wenig Prokrastination ist völlig okay, das macht uns zum Menschen, wir sind eben keine Maschinen. Ich glaube, dass es auch genau das ist, worauf die Jungs hinaus wollten/was sie meinten.
Manchmal ist es einfach okay zu prokrastinieren, man sollte das nicht zu schwarz und weiß sehen. Solange man sich jeden Tag hinsetzt und seine Arbeit macht, was auch immer es ist, ist alles okay. Prokrastination ist nur ein Problem, wenn man eben gar nicht an seinen Zielen arbeitet.
Was haltet ihr von den Ansätzen unserer Coaches und PokerStrategen? Welche Meinung und Lösungsansätze vertretet ihr? Diskutiert jetzt mit ihnen in unserem Forum:



