Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Vone im Weekend-Interview

Zum nächsten Weekend-Interview haben wir uns diese Woche den neuen Coach Vone geschnappt. Er berichtet unter anderem über sein Fernstudium, das Kartfahren und den Ring der Macht!

PokerStrategy.com: Hi Vone, du bist Student an einer Fernuni. Was studierst du dort und wie kam es zu dieser Wahl? Wieso bist du nicht an eine normale Universität?

Vone Weekend Interview 1
Vone in der Home Uni

Vone: Ich studiere Wirtschaftswissenschaften an der Fernuni Hagen. Wenn ich ehrlich bin, dann fiel die Wahl auf diese Uni, weil es mit den Fristen sehr knapp wurde. Zudem stand für meine Freundin noch nicht fest, in welche Stadt sie ziehen würde. Und, da man als Pokerspieler ja an keinen Ort gebunden ist, wollte ich das mit der Uni auch so beibehalten und flexibel bleiben.

Angefangen mit dem Studium habe ich, weil ich wissen wollte wie Märkte funktionieren - also wie sich z.B. Preise bilden. Jetzt nicht mit dem Hintergedanken, an der Börse reich zu werden. Ich wollte aber wenigstens verstehen, was die da machen.

PokerStrategy.com: Eine Fernuni bietet natürlich sowohl Vorteile als auch Nachteile. Siehst du es im Allgemeinen eher als Vorteil oder als Nachteil von zuhause aus zu studieren?

Vone: Das kommt ganz auf den Typ Mensch an. Die vorhandene Flexibilität kann gut oder schlecht für einen sein. Ist man aber zielstrebig, hat viel Selbstdisziplin und lässt sich nicht leicht ablenken, ist das die perfekte Wahl. Gerade, weil man eben relativ viel Zeit hat. Allein schon z.B. die Zeit, die man durch den Weg zur Uni spart. Das summierrt sich ja alles. Wenn man pokert, muss man sich aber ständig mit dieser Ablenkung auseinandersetzen, da es schon verlockend ist, die eine oder andere Uni-Stunde gegen eine Pokersession zu tauschen. Deswegen mache ich das mittlerweile so, dass ich mir einen virtuellen Tag oder eine Woche zurecht lege. Also sage, von dann bis dann ist Uni und erst dann ist Zeit für Freunde treffen etc. Was auch lustig ist: Alle dachten am Anfang immer, dass ich ja stets Zeit haben muss und waren deswegen leicht eingeschnappt, wenn ich z.B. auf ein spontanes Mittagessen verzichtet habe.

Ein riesiger Nachteil ist zudem aber wohl die potentielle Selbstisolation. Es dauert halt länger, Kommilitonen zu finden, was dann wieder blöd wird, wenn man mal etwas nicht verstanden hat. Dann ist man nämlich in Foren unterwegs und guckt sich Lehrvideos an, anstatt einfach eine normale Antwort zu bekommen.

Also abschließend würde ich sagen, dass die Fernuni wohl für vielleicht 3 von 10 Leuten das Richtige ist. Der Rest schafft es entweder gar nicht oder muss mehr Zeit einplanen.

"Typischer Fisch", "Stilblüten-Thread "und "1-Stack-BRM"

PokerStrategy.com: Wie bist du damals zum Pokern gekommen?

Vone: Oh, das erzähl ich immer gerne, weil es total Banane ist. Mit Poker in Kontakt gekommen bin ich während des Zivildienstes. Ich war der typische Fisch und hätte Aussagen von mir direkt im "Stilblüten-Thread-eurer-RL-Friends" posten können, á la "Ich spiele nicht online, weil da kann ich meinem Gegenüber nicht ansehen, ob er blufft". Die Anfänge waren dann total chaotisch. Bedingt dadurch, dass man als Zivi etwas mehr Geld hat, als mit einem normalen Minijob, landete auch mehr Geld beim Online Poker und verblieb blöderweise dort auch.

Viele Wochenenden habe ich etwas eingecasht und dann viel zu hohe Limits gespielt. "1-Stack-BRM" lässt grüßen. Dann hab ich mir aber, als ich 650 Euro im Minus war, endlich an den Kopf gefasst und nochmal mit einer kleinen Einzahlung auf den kleinsten Limits und mit viel Content angefangen. Dann klappte es auch.

PokerStrategy.com: Neben dem Pokern hast du auch Kartfahren als Hobby. Gibt es in deiner Familie Rennfahrer über die du dazu gekommen bist?

Vone Weekend Interview 2
Vone: Schon als Baby ein Rennfahrer

Vone: Nee, eventuell mein Vater vor etwa 10 Jahren. Aber das hat sich auch gelegt. Der fährt jetzt quasi wie mein Opa und jedes Mal, wenn meine Mutter geblitzt wird, herrscht immer großes Gelächter, weil sich jeder fragt: "Wie, wenn man nur maximal 45 km/h in der Stadt fährt?". Also von daher gibt es keine Rennfahrer in der Familie.

Das mit dem Kartfahren fing so an, dass meine Freunde es vorgeschlagen hatten und ich an dem Tag irgendwie gar keine Lust hatte. Wieso weiß ich nicht mehr. Dann fuhren wir auch noch 60km aus Hamburg raus und dort angekommen wunderte ich mich, wieso wir nicht mit unserer halbwegs großen Gruppe einfach mehrere Karten auf einmal kaufen und nicht jede Fahrt einzeln buchen. Die Antwort war dann nur "Wir wissen ja nicht, wie lange wir bleiben und lass uns erstmal gucken, wie oft wir fahren". Wie halbwegs schlau diese Worte waren, wusste ich zu dem Zeitpunkt nicht und ich nahm immer noch an, wir würden den ganzen Tag dort verbringen.

Schon nach der ersten Fahrt, welche "nur" 10 Minuten dauerte, war ich komplett angefixt, aber auch schon ziemlich fertig. Jeder, der schonmal gefahren ist, wird mir da wohl zustimmen können. Allein schon in der Kurve bei Max-Speed das Lenkrad zu halten, macht einfach unendlich Spaß, ist aber auch ordentlich anstrengend da ganz ungewohnte Kräfte auf einen wirken. Aufpassen muss man nur, wenn man dann wieder ins eigene Auto steigt und man in den ersten Minuten das Gefühl hat, dass das Lenkrad defekt ist, weil es sich so leicht bewegen lässt.

Nun ja, an dem Tag fuhren wir insgesamt 2 mal 10 Minuten und jeder war dann schon geschafft. Mittlerweile kann ich ein bisschen länger fahren. Was noch austeht ist das 60-Minuten-Rennen. Ich bin mir aber noch nicht sicher, ob ich den Muskelkater dafür in Kauf nehmen möchte.

PokerStrategy.com: Betreibst du das professionell und ist das nicht sehr teuer?

Vone: Nein, wie gesagt nur zum Spaß. Klar ist es nicht ganz günstig, aber mittlweile nehmen wir dann die maximale Anzahl an Karten auf einmal, weil wir ja wissen, dass wir wiederkommen und so spart man dann noch ein paar Euro. Ausserdem hat sich mein ganzes Umfeld relativ gut aufs Kartfahren eingeschossen, deswegen werden die Karten dann Querbeet zu beispielsweise Geburtstagen verschenkt.

PokerStrategy.com: Welchen Stellenwert hat Poker im Augenblick in deinem Leben?

Vone: Es nimmt schon einen relativ großen Batzen ein. Zum einen bietet es ja die allseits bekannten Vorteile, außerdem macht es in der Regel auch Spaß. Gerade, weil es eben stark dymnamisch ist und man somit immer am Ball bleiben muss. Wenn man gerade mal nicht spielt, gibt es natürlich abseits der Tische auch noch genug, was man machen kann. Da ich jetzt Videos produzieren darf, nimmt das natürlich auch noch Zeit in Anspruch, da man nicht selten den ganzen Tag im Hinterkopf darüber nachdenkt, wie man das Video besser machen könnte bzw. wie man bestimmte Sachen gut vermitteln kann. Ich versuche es z.B. mit guten Vergleichen. Bei diesen habe ich das Gefühl sie eignen sich sehr gut und mit diesen sollte es sogar möglich sein, Pokerfremden etwas zu erklären. Stichwort "SHC sind Rezepte" und nicht jedes Rezept ist gut für dich bzw. verträgst du nicht.

"Lieber zu schlecht als zu gut"

PokerStrategy.com: Was denkst du, hindert viele Pokerspieler daran, von der Stelle zu kommen?

Vone Weekend Interview 3
Vone beim Online-Grind

Vone: Dazu vielleicht mal ein Beispiel aus der Praxis. Ich war mal in einer "Lerngruppe" und voller Vorfreude auf eine Content-Offensive. Leider wurden meine Erwartungen nicht ganz erfüllt, denn der Chat war quasi nur eine Ansammlung von Suckout-Storys und die hat man vor allem, wenn man seine Royal-Flushes nicht mehr zählt, weil man wohl schon über 20 hatte, zu genüge selbst erlebt. Wichtig ist nur, dass die Entscheidung z.B. vor einem All-in gut war. Aber alles, was danach kommt, ist egal. So, wenn man jetzt sich aber beschwert, weil man ja ausgesuckt wird, verschiebt man die Verantwortung für die eigene Winrate eben nicht mehr auf seinen eigenen Skill, sondern auf sein vermeintliches "riesiges Pech". Deswegen hört man auf zu lernen, weil man ja sowieso nichts ändern kann. Diese falsche Einstellung hindert viele voranzukommen, da sie denken, sie seien schon gut und müssten nichts mehr lernen. Deswegen bezeichne ich mich lieber als zu schlecht als zu gut.

PokerStrategy.com: Ein weiteres Hobby von dir ist auch Counterstrike. Bist du in dem Spiel auch so ein Profi wie Samy89?

Vone: Das müsste man in einem "1on1 for Skins" klären. Nee Quark, ich habe gerade erst wieder angefangen. Das letzte Counterstrike, ist zurzeit das Spiel, was ich am liebsten Spiele. Zum Selbstschutz habe ich immer nur eins gleichzeitig, weil ich dazu neige, viel Zeit in so etwas zu investieren. Man kann ja sogar hier viel abseits der Server machen, also z.B. Tutorials anschauen.

"Lockt das nicht Inkasso-Sauron an?"

PokerStrategy.com: Nehmen wir einmal an, du bekommst für einen Tag den Ring aus "Der Herr der Ringe", der dich unsichtbar macht, wenn du ihn trägst. Wofür würdest du diese Macht nutzen?

Vone: War das nicht so, dass wenn man den anlegt zwar unsichtbar, aber auch langsam von dem Ring besessen wird und zudem noch Inkasso-Sauron anlockt? Dann würde ich mir das nochmal überlegen. Aber nehmen wir mal an, der würde quasi nur den Vorteil der Unsichtbarkeit bewirken, dann hätte ich den gut gebrauchen können. Zum Beispiel als ich in der 6. Klasse bei einem Kumpel zum Mittagessen war und ich mich bei der Mutter mit den Worten "Vielen Dank, das hat sehr gut geschmeckt" bedanken wollte. Und Sie nur meinte "Das glaub ich dir nicht", weil es ihr selber nicht geschmeckt hatte. Da wär ich gern direkt abgehauen!

Oder ich würde mich bei meinen Villians an den PC schleichen und die Notes über mich lesen. Oder endlich mal klären, wieso meine Freundin immer nur dann nicht ans Handy geht, wenn es wichtig ist!

PokerStrategy.com: Vone, Vielen Dank für das tolle Interview und weiterhin viel Erfolg an den Tischen!

Die bisherigen Coaching-Videos von Vone:

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