Bluffs (1) - Preflop
Einleitung
In diesem Artikel
- Die Grundlagen des Bluffens
- Verschiedene Bluffs vor dem Flop
- Wichtige Faktoren
Bluffs sind ein wichtiges Werkzeug, um im Pokergeschäft überleben zu können. Zusammen mit Value- und Protectionbets bilden sie eine der wichtigsten Grundlagen des Standardrepertoires, sie dienen für Spielzüge mit einem positiven Erwartungswert und das Balancing.
Du wirst nun ein paar Situationen vorgeführt bekommen, in denen du den Sinn und die Erfolgsaussicht von Preflop-Bluffs abschätzen sollst, um zukünftig in deinem eigenen Spiel solche Spots noch genauer zu betrachten und eventuelle Spots auszunutzen.
Grundlagen des Bluffens
Zuerst muss geklärt werden, wie sich ein Bluff definiert.
„Das Ziel eines Bluffs ist es, durch eigene Aggression eine bessere Hand aus dem Pot zu drängen!“
Die volle Konzentration liegt hierbei auf reinen Bluffs, die somit ausschließlich der Foldequity dienen. Spielzüge, bei denen du noch eine adäquate Equity besitzt (Semibluffs) sind nicht direkter Bestandteil dieses Artikels. Dieses Thema wurde bereits differenziert betrachtet.
Es geht also darum, gezielt Spots zu suchen, in denen du durch den alleinigen Aufbau von Foldequity deinen Gegner zu einem Rückzug zwingen musst. Dafür müssen natürlich viele Rahmenbedingungen erfüllt sein, folgende Gesichtspunkte sollen nun näher erläutert werden:
- Der/Die Gegner
- Die eigene Hand (Card-Removal-Effekt)
- History/Image
- Balancing/Deception
Bei den grundliegenden Fragen wie „Kann ich in diesem Spot bluffen?“ oder „Habe ich einen positiven Erwartungswert, wenn ich bluffe?“ muss selbstverständlich die Vorraussetzung erfüllt sein, dass du dir ein anständiges Bild über deinen Gegner machst.
Wichtig sind für diese Betrachtungen einfach die Stats. Über eine angemessene Samplesize vermitteln sie dir einen klaren Überblick über das Verhalten des jeweiligen Spielers. Preflop sind dies in erster Linie Werte, die dir zeigen, wie dein/e Gegner auf ein aggressives Verhalten reagieren (VPIP, fold-to-3bet, fold-to-4bet, fold-SB/BB-to-steal etc.).
Hier brauchst du jeweils die richtigen Werte, um grobe Abschätzungen treffen zu können. In den verschiedenen Szenarien wird auch jeweils der „vorbereitende Bluff“ behandelt. Dies bedeutet, dass es natürlich sinnvoll ist, einen Spieler zu 3-betten, der zwar niemals auf 3-Bets foldet, aber zu über 80% am Flop aufgibt. Auch diese Werte musst du berücksichtigen, schließlich planst du deine Hand und sollest bei solchen Moves durchaus wissen, ob du auf den späteren Straßen deine Geschichte weiter erzählen kannst beziehungsweise deine Gegner dir glauben.
Auch wenn viele glauben, dass die eigene Hand nicht entscheidend für den Erfolg eines Bluffs ist, so ist sie dennoch ein ausschlaggebender Faktor.
Betrachte drei Beispiele, in denen du in Position einen loosen Spieler bluff-3-bettest, der ab und an deine 3-Bet callt.
J
Mit dieser Hand wirst du selten den Flop treffen. Du begibst dich damit zwangsläufig in –EV-Spots.
A
Die Playability einer solchen Hand ist ebenfalls nicht sonderlich ideal, selbst ein Toppair am Flop wird dich selten glücklich machen, sofern dein Gegner selbst aggressiv wird. Dafür ist der Kicker recht schwach.
Jedoch hast du hier einen Card-Removal-Effekt erzielt. Denn dadurch dass du selbst ein Ass hältst, ist es unwahrscheinlicher, dass Villain ebenfalls eines hält. Daher hat deine Bluff-3-Bet mit Ax einen viel höheren Erwartungswert und eine höhere Foldequity als ein Resteal mit J4o.
Näheres zum Card-Removal-Effekt findest du hier (Absatz 4 der Kolumne).
5
Mit dieser Hand erzielst du keinen Card-Removal-Effekt, aber du hast ein anderes Ass im Ärmel. Sollte dein Gegner tatsächlich callen, so kannst du mit dieser Hand häufig einen brauchbaren Flop treffen, auf dem du in Position gut spielen kannst. Daher darfst du dieser Hand eine gute Playability zuschreiben.
Bei jedem deiner Spielzüge zählen die Tablehistory sowie dein Image. Es ist nicht nur wichtig, wie du deine Gegner einschätzt, sondern du musst ebenfalls überlegen, wie diese dich wahrnehmen.
Sind bereits ein paar Bluffs gegen gewisse Gegner geplatzt, solltest du eventuell etwas zurückschrauben. Hast du ein tightes Image, müssen dir die Gegner etwas Credit geben, umso höher wird deine Foldequity sein.
Diese Fähigkeiten wirst du im Laufe deiner Pokerkarriere lernen, aber es ist wohl eines der wichtigsten Kriterien eines Bluffs, diese nicht gerade an einem falschen Zeitpunkt zu starten.
Die zwei Faktoren sind entscheidend dafür, dass du überhaupt bluffst. Es macht naturgemäß Sinn, gegen Spieler zu bluffen, die zu häufig ihre Hand wegwerfen. Dennoch solltest du bedenken, dass du auch deswegen bluffst, damit deine starken Hände ausbezahlt werden.
Du möchtest nicht lesbar werden, ob du in einem Spot for Value bettest, bluffst oder semibluffst. Das heißt Deception.
Um deine Lines zu balancen, brauchst du für die jeweiligen Moves Handgruppen und ebenso Gegner, die auch häufiger mal mitdenken.
Gäbe es im Poker keine Blinds und keine mitdenkenden Gegner, so bräuchtest du auch nicht zu bluffen, sondern könntest nur deine Aces und Kings spielen. Damit hättest du ein garantiertes +EV-Play. Dies ist aber logischerweise Utopie.
In der Realität kannst du nicht nur die ganz starken Hände raisen oder stealen, da man dich genau auf diese Hände setzen kann. 3-bettest du nur 2%, sind dass nur AA/KK und ab und an QQ/AK. Dagegen können deine Gegner optimal spielen.
Alleine aus diesen Gründen ist es wichtig, Bluffs in dein Spiel einzubauen.
Näheres zu Deception findest du hier (und folgende).
Arten des Preflopbluffs
Welche Bluffs gibt es preflop?
- Loose Steals aus late Position
- Loose 3-Bets in late Position
- Bluff-3-Bets out of Position
- Squeeze-Play
- Bluff-4-Bet
Bei jeder Option wirst du etwas über die mathematischen Hintergründe erfahren, die benötigte Foldequity sowie über die fortführende Spielweise postflop.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100)
Preflop: Hero is Button with 9

3 folds, Hero raises to $4.00, ...
Ein looser Steal braucht keine starke Hand. First in am Button solltest du gegen die Blinds eine recht hohe Foldequity erzielen.
Die Mathematik ist dabei sehr abhängig von deiner Raisesize. Die gewählte Größe von 4 Big Blinds ist recht hoch, auch wenn sie im Einsteigerbereich empfohlen wird.
Theoretisch kannst du schon mit 2 Big Blinds stealen, ideal sind aber 2,5 bis 3 Big Blinds. Je nach Höhe der Raisesize variiert selbstredend auch die Foldequity. Auf ein Minraise wird erfahrungsgemäß weniger gefoldet als auf eine Openraise mit 4BB (was auch logisch ist, da zumindest der Big Blind hervorragende Odds bekommt).
Raisesize: 4BB => zu gewinnen 1BB + 0,5 BB => benötigte Foldequity (4/(4+1,5))=72,7%
Raisesize: 3BB => zu gewinnen 1BB + 0,5 BB => benötigte Foldequity (3/(3+1,5))=66,66%
Raisesize: 2,5 BB => zu gewinnen 1BB + 0,5 BB => benötigte Foldequity (2,5/(2,5+1,5))=62,5%
Raisesize: 2 BB => zu gewinnen 1BB + 0,5 BB => benötigte Foldequity (2/(2+1,5))=57,1%
Die benötige Foldequity fällt natürlich durch eine Verringerung der Raisesize.
Welche Foldequity erzielst du? Hast du eine aussagekräftige Samplesize über das Spielverhalten deiner Gegner gesammelt, so kannst du es theoretisch durch die Multiplikation der fold-to-SB/BB Steal Werte ermitteln.
SB: fold-SB-to Steal 84%
BB: fold-BB-to-Steal 81%
Foldequity = 0,84 * 0,81 = 68%
Nicht berücksichtigt dabei sind natürlich alle oben genannten Faktoren (History, Image, …) sowie mathematisch nicht aufschlüsselbare Nebeneffekte (SB kann gegen Raises aus early Position evtl. immer folden, defendet aber sehr aggressiv gegen BU-Openraises).
Die wichtigsten Werte:
- VPIP: Wie häufig geht dein Gegner grundsätzlich mit, um sich den Flop anzuschauen?
- folded-SB/BB-to-steal: Wie häufig gibt dein Gegner die Blinds auf?
- 3-bet-Wert: Wie häufig setzt sich dein Gegner durch eine 3-Bet zur Wehr?
Ein Openraise ist in dem Sinn nicht als vorbereitender Bluff geplant. Letztlich stehen dir alle weiteren Optionen zur Verfügung, wie eine Bluff-4-Bet preflop oder ein looser Call, um Postflop zu moven.
Der Card-Removal-Effekt ist hier sekundär, da du gegen eine riesige Range anläufst. Wenn die Blinds häufiger defenden, ist eine Hand mit Playability von Vorteil. 96s ist da schon ein Grenzfall.
Von Vorteil ist es selbstverständlich, wenn deine Gegner am Flop sehr häufig direkt check/folden, dadurch hast du die Option, am Flop einen möglicherweise erneut profitablen Bluff anzusetzen.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
Hero ($100)
SB ($100) (18 / 15 / 84 / 68 ) (VPIP ; PFR ; fold-SB-to-Steal ; fold-to-contibet Flop)
BB ($100) (15 / 6 / 87 / 56 ) (VPIP ; PFR ; fold-BB-to-Steal ; fold-to-contibet Flop)
Preflop: Hero is Button with X X
3 folds, Hero raises to $4.00, 1 fold, BB calls $4.00
Ein perfekter Spot. Zwei tighte Gegner die ihre Blinds selten defenden. Im schlimmsten Fall eines Calls hast du immer noch die Option, den Flop zu contibetten. Sie werden noch häufig genug Hände weglegen.
Solange diese Spieler nicht adapten und du tatsächlich (0,84*0,87) 73% Foldequity erzielst, kannst du hier any 2 stealen. Möglicherweise reichen auch 2,5 BB-Openraises und eventuell sogar Minraises aus. Beachte bei einer Variation der Raisesizes dennoch das Prinzip der Deception.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
Hero ($100)
SB ($100) (30 / 10 / 55 / 45 ) (VPIP ; PFR ; fold-SB-to-Steal ; fold-to-contibet Flop)
BB ($100) (25 / 21/ 79 / 51 / 9) (VPIP ; PFR ; fold-BB-to-Steal ; fold-to-contibet Flop ; % 3-bet aus dem BB)
Preflop: Hero is Button with X X
3 folds, Hero raises to $4.00, 1 fold, BB calls $4.00
Der Small Blind callt recht häufig, die Foldequity ist nicht groß (=>55%). Der Big Blind wird selten callen, 3-bettet aber 9% als Defend aus dem BB. Hier hast du mit akutem Widerstand zu rechnen.
Am Flop sind beide Gegner schwer von ihrer Hand zu trennen. Neben mangelnder Foldequity können also auch noch sehr schwere und teure Postflopspots mit möglichen multiple Barrels vor dir liegen. Deshalb solltest du deine Stealrange einschränken. Möglich sind natürlich dennoch alle Pocketpairs, suited Connectors, Ax-Hände etc.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100)
Preflop: Hero is Button with A

2 folds, CO raises to $4.00, Hero raises to $12.00,...
Loose 3-Bets in late Position haben recht viele Vorteile. In erster Linie hat dein Gegner meistens eine schwere Wahl, da er gerade out of Position nur sehr schwer 3-Bets callen kann.
Das Problem dabei ist jedoch, dass du sehr viel investieren musst, um den Pot direkt zu gewinnen.
Hierfür sind natürlich in erster Linie die Raisesize von Villain sowie die Höhe deiner 3-Bet entscheidend. Grundsätzlich sollte das dreifache des Openraises (OR) die erste Wahl sein, bei kleinen Bets solltest du etwas höher 3-betten, um dem Gegner nicht zu gute Odds für einen Call zu geben.
OR: 4$ ; 3-bet 12$ => 12$ um 5,50$ (4$+1$+0,50$) zu gewinnen => 12/(12+5,50) = 68,6% benötigte Foldequity
OR: 4$ ; 3-bet 14$ => 14$ um 5,50$ (4$+1$+0,50$) zu gewinnen => 14/(14+5,50) = 71,8% benötigte Foldequity
OR: 3$ ; 3-bet 9$ => 9$ um 4,50$ (3$+1$+0,50$) zu gewinnen => 9/(9+4,50) = 66,6% benötigte Foldequity
OR: 3$ ; 3-bet 11$ => 11$ um 4,50$ (3$+1$+0,50$) zu gewinnen => 11/(11+4,50) = 71% benötigte Foldequity
Wie du siehst, ist die benötige Foldequity abhängig von diesen beiden Werten. Je höher du die 3-Bet ansetzt, umso häufiger muss sie funktionieren. Je kleiner du sie ansetzt, desto häufiger wird sie gecallt.
Da du nun gerade gesehen hast, dass bei einigen Standardbeispielen die benötigte Foldequity zwischen 66% und 72% liegt, ist in erster Linie der fold-to-3-bet-Wert von Interesse. Liegt der über 72%, ist der Move alleine schon +EV.
Ebenso wichtig ist die Frage wie Villain ansonsten auf 3-Bets reagiert, was macht er also die übrigen X%? Callen? 4-betten? Auch dies ist wichtig für den vorbereitenden Bluff.
Am Flop wäre es gut zu wissen, wie häufig Villain am Flop aufgibt, sprich in 3-bettet Pots check/foldet. Dies nützt dir jedoch wenig, wenn er zu 70% auf 3-Bets foldet und zu 20% 4-bettet. Die Foldequity am Flop ist davon abhängig, wie häufig sich Villain in diese Spots begibt.
Wie gerade erwähnt, hast du postflop noch viele Optionen. 3-bettest du nicht zu hoch, kannst du am Flop und am Turn zweimal betten. Dadurch erzeugst du sehr viel Foldequity.
Diese Option musst du immer im Blick haben. Sollte also Villain am Flop zu 60% in 3-bettet Pots check/folden und zu über 60% am Turn check/folden, ist die 3-Bet preflop gut, auch wenn Villain preflop niemals auf eine 3-Bet foldet. Du wirst den Pot einfach häufig genug dort einkassieren.
Beispiel anhand dieses Spielers:
OR: 3$ ; 3-bet 12$ => 11$ um 4,50$ (3$+1$+0,50$) zu gewinnen => 11/(11+4,50) = 71% benötigte Foldequity
Villain foldet niemals auf 3-Bets, vermeintlicher –EV-Spot.
Flop: Pot (25,50$), Contibet 15$ => 37% benötigte Foldequity!
Villain foldet jedoch zu 60%. Dies ist ein Paradebeispiel für den vorbereitenden Bluff.
Eine wichtige Randbedingung ist die Abschätzung des Verhaltens der Blinds. Sind diese in der Lage, 3-Bets zu coldcallen oder gar light zu 4-betten, wird der Erwartungswert deines Moves wiederum geringer. Die Mitspieler, die noch in die aktuelle Hand eingreifen können, musst du immer im Auge behalten.
Welche Hände sind dafür geeignet? Idealerweise sollte auch hier ein Card-Removal-Effekt vorhanden sein, alternativ solltest du natürlich abschätzen ob ein Call nicht die bessere Variante ist. Sind die Blinds sehr loose, solltest du Pocketpairs und suited Connectors eher callen als 3-betten.
Für einen reinen Bluff sind daher Ax/Kx auch ohne nennbare Playability durchaus geeignet.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100) (20/10/80/45/10) (VPIP/PFR/foldto-3bet / foldto-Flopconti-3bPot / foldto-Turnconti-3bPot)
Hero ($100)
SB ($100) tight, keine Gegenwehr zu erwarten
BB ($100) tight, keine Gegenwehr zu erwarten
Preflop: Hero is Button with A

2 folds, CO raises to $4.00, Hero raises to $12.00,...
Ein perfekter Spot für eine 3-Bet. Dein Gegner foldet zu 80% auf 3-Bets, out of Position wird der Wert eher noch etwas größer sein. Die Blinds werden dir keinen Ärger machen, weder loose callen noch loose 4-betten.
Selbst wenn der Cutoff callen sollte, so foldet er zu 44% auf eine Flopbet. Wie du oben gesehen hast, muss die Foldequity kleiner als 40% sein. Somit hast du dort einen erneuten Bluffspot.
Ab dem Turn sieht sich Villain aber meist committed, dort kannst du aufgeben.
Deine Line sollte also 3-Bet preflop / contibet Flop / fold Turn lauten.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100) (16/12/50/28/56) (VPIP/PFR/foldto-3bet / foldto-Flopconti-3bPot / foldto-Turnconti-3bPot)
Hero ($100)
SB ($100) tight, keine Gegenwehr zu erwarten
BB ($100) tight, keine Gegenwehr zu erwarten
Preflop: Hero is Button with A

2 folds, CO raises to $4.00, Hero raises to $12.00,...
Zwar spielen auch hier die Blinds keine Rolle, jedoch ist der Gegner nicht gerade ideal für die 3-Bet. Auf den ersten Blick mag er zwar besser erscheinen als der Spieler in der vorherigen Hand, jedoch schauen die bedeutenden Stats anders aus. Preflop wird er zu selten folden, ebenso am Flop. Du kannst also hier schon abschätzen, dass du für die beiden Bluffs jeweils nicht die benötigte Foldequity erzeugen wirst. Da hilft auch der hohe Fold-Wert amTurn nix mehr.
Du solltest hier einen Fold finden.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
BU ($100)
SB ($100)
Hero ($100)
Preflop: Hero is BB with A

3 folds, BU raises to $4.00, 1 fold, Hero raises to $13.00,...
Hier erklärt sich jedoch der Grundsatz, warum du out of Position etwas höher 3-betten sollst (empfohlen wird das dreifache + 1 o. 2BB).
Bei den 3-Bets out of Position wird die Foldequity mit der Höhe der 3-Bet zunehmen. Es gibt dort jedoch ein gesundes Mittel, welche beide Faktoren berücksichtigt:
- Die Aggression erzeugt Foldequity.
- Sie muss jedoch nicht allzu häufig funktionieren.
Du könntest auch jedes Mal nur minraisen, das müsste dementsprechend selten klappen, aber die Foldequity ist deutlich geringer. Abgesehen davon wirst du recht häufig in gefährliche –EV-Spots postflop kommen und gleichzeitig deine Value-3-Bets nicht balancen können.
Daher willst du out of Position einen Tick mehr Foldequity erzeugen, weil die Gegner in Position eher eine 3-Bet callen werden. Also solltest du die Bet etwas höher ansetzen.
Ein weiteres Beispiel für diese Abwägung ist im Übrigen die Continuationbet, die im unraised Pot bei grob 2/3 des Pots liegen muss. Sie erzeugt eine gute Foldequity, muss nicht immer funktionieren und gleichzeitig kannst du mit made Hands Value extrahieren und protecten (bedenke immer das Balancing).
Interessant sind die gleichen Werte wie bei einer 3-Bet in Position.
Nun wird es etwas schwierig. Ohne jede Frage kannst du auch Out of Position Postflop bluffen, es zählen die gleichen Grundsätze wie in Position. Alternativ kannst du nur ein check/raise einbauen, um deine check/folds zu balancen.
Klar ist aber: Out of Position ist es immer schwer zu spielen. 3-bettet Pots machen dies nicht einfacher. Du solltest dich nicht zu häufig in diese Spots zu begeben. Daher ist es unerlässlich, gute Reads auf deinen Gegner zu haben.
3-bettest du im Small Blind, solltest du immer den Spieler im Big Blind berücksichtigen. Sitzt du im Big Blind bist du ohnehin last-to-act.
Deine Gegner werden in Position häufiger callen als out of Position. Es wäre also nicht von Nachteil, wenn du Hände mit guter Playability bevorzugst. Der Card-Removal Effekt ist zwar wichtig, aber A5o ist im 3-betted Pot schwerer zu spielen als 56s. Gerade Hände wie suited Connectors haben auch im 3-betted Pot eine mehr als brauchbare Playability, diese kannst du als Bluff-3-Bets vermehrt einstreuen. Nachteil ist allerdings der nicht vorhandene Card-Removal Effekt sowie varianzreiche Entscheidungen postflop. Floppst du einen Draw, kommst du nicht umhin, diesen aggressiv zu spielen.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
BU ($100) (25/22/74/50/37) (VPIP/PFR/foldto-3bet/foldto-Flopconti-3bPot/foldto-Turnconti-3bPot)
SB ($100)
Hero ($100)
Preflop: Hero is BB with 5

3 folds, BU raises to $4.00, 1 fold, Hero raises to $13.00,...
Guter Spot! Trotz mangelndem Card-Removal Effekt sollten die 3-Bet sowie die Continuationbet auf geeigneten Flops jeweils +EV sein. Durch deinen suited Connector bist du auch nahezu niemals dominiert, kannst aber häufig starke Hände treffen. Zudem scheint der Button häufig loose zu stealen, da kommst du nicht umhin, auch mal loose 3-Bets einzustreuen.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
BU ($100) (20/8/33/30/33) (VPIP/PFR/foldto-3bet / foldto-Flopconti-3bPot / foldto-Turnconti-3bPot)
SB ($100)
Hero ($100)
Preflop: Hero is BB with 5
3 folds, BU raises to $4.00, 1 fold, Hero raises to $13.00,...
Schlechter Spot! Dein Gegner callt viel zu häufig und lässt sich auch postflop von keinem Paar herunterbluffen. Dafür triffst du mit einem suited Connector nun auch nicht häufig genug. Hier würden sich eher lighte Value-3-Bets anbieten (z.B. KQ/AJ).
In erster Linie kannst du hier an einen Fold denken, außer du traust dir aufgrund einer guten Einschätzung des Gegners zu, diese Hand auch out of Position gut und erfolgreich zu spielen.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100)
Preflop: Hero is Button with A

1 fold, MP raises to $4.00, CO calls $4.00, Hero raises to $16.00,...
Ein Squeezeplay ist eine 3-Bet nach einem Openraiser und einem Caller. Die Vorteile liegen auf der Hand: du musst zwar etwas mehr in die 3-Bet investieren, kannst aber deutlich mehr gewinnen. Ebenso fällt es deinen Gegnern sehr schwer, einen Squeeze zu callen, da sie meistens keine guten Odds bekommen. Daher werden sie häufig folden oder 4-betten (bzw.pushen). Das macht deinen Bluff letztlich recht einfach.
Nachteile gibt es jedoch auch. Neben dem offensichtlichen Problem mit solch einem Play gleich zwei Gegner zu einem Fold bewegen zu müssen, würde im Falle eines Calls des Openraisers auch der Coldcaller sehr gute Odds bekommen. Daher hast du häufig zwei Gegner am Flop, sollte es soweit kommen.
Ebenso besitzt du im Falle eines Calls am Flop nur beschränkte Möglichkeiten, da der Pot deutlich größer ist als in einem normalen 3-betted Pot. Damit fällt häufig die Option 2nd Barrel am Turn beinahe schon weg, da sie einerseits nur noch als Push ausgeführt werden kann, andererseits aber kaum noch Foldequity erzeugt.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100)
Preflop: Hero is Button with A

1 fold, MP raises to $4.00, CO calls $4.00, Hero raises to $16.00, 2 folds, MP folds, CO calls $16.00
Flop: ($37.50) X X X (2 players)
CO checks, Hero bets $20.00, CO calls $20.00
Turn: ($67.50) X (2 players)
CO checks, Hero has only 64$ left...
Selbst bei einem relativ kleinen Squeeze auf das vierfache und keiner sonderlich großen Continuationbet hast du am Turn nicht mal mehr Potsize left.
Selbstverständlich ist es auch hier entscheidend, wie hoch das Openraise ausgefallen ist und wie hoch du deine 3-Bet ansetzt.
Bei einer normalen Raisegröße deiner Gegner solltest du in Position ca. das vierfache anvisieren, out of Position wiederum einen bis zwei Big Blinds drauf packen.
In Position:
Openraise / Coldcall / Squeeze / Blinds
4$ / 4$ / 16$ / 1,50$ => 16/(16+4+4+1,5) = 62,7% benötigte Foldequity
3$ / 3$ / 12$ / 1,50$ => 12/(12+3+3+1,5) = 61,5% benötigte Foldequity
Out of Position (Big Blind):
Openraise / Coldcall / Squeeze / Blinds
(Raise auf 18$): 4$ / 4$ / 17$ / 1,50$ => 17/(17+4+4+1,5) = 64,1% benötigte Foldequity
(Raise auf 14$): 3$ / 3$ / 13$ / 1,50$ => 13/(13+3+3+1,5) = 63,4% benötigte Foldequity
Im Big Blind gehört dir der gesetzte Blind nicht mehr, somit musst du zwar diesen Blind wieder abziehen (Raist du auf 18$, bezahlst du nur 17$ nach), jedoch solltest du das Raise höher ansetzen als out of Position.
Wie du aber siehst, sind diese Unterschiede marginal, die benötigte Foldequity bewegt sich im Bereich 61% bis 64%.
Hier geht es in erster Linie um Spielertypen, denn einen direkten „fold-to-squeeze-Wert“ gibt es nicht. Die Gegner sollten nicht sehr aggressiv sein, einen möglichst hohen fold-to-3-Bet-Wert haben (auch wenn dieser nicht direkt auf einen Squeeze übertragbar ist) und möglichst wenig 4-betten. Ebenso macht es wenig Sinn, einen 20/4-Spieler der aus UTG raist, zu squeezen.
In den Beispielen unten werden ein paar Spielertypen direkt betrachtet.
Nach einem Squeeze bleibt dir im Falle eines Calls nur die Bluffbet am Flop bzw. der Bluffpush am Turn. Es ist aber sehr schwierig, dies an den Gegnern festzumachen, denn ein hoher fold-to-Flop-Wert heißt nicht gleichzeitig, dass es ein guter Squeeze-Spot ist. Zum einen wird zu selten gecallt, zum anderen ist ein Squeeze-Spot ein anderes Szenario, Villain hat mehr Geld investieren müssen und wird hier seltener von seiner Hand loslassen. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit von Trap-Hands (QQ+) deutlich größer.
Wenn du genauer in die Thematik des Squeeze eintauchen willst, hier etwas Lektüre für dich:
Squeeze (1) – Gedanken zum Squeeze
Squeeze (2) – Gegen wen möchtest du squeezen?
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100) (19/16/55/55/44/7) (VPIP/PFR / ft-3bet/ft-Flopconti-3bPot/ ft-Turnconti-3bPot/4-bet)
CO ($100) (19/5/40/60/45/0) (VPIP/PFR / ft-3bet/ft-Flopconti-3bPot/ ft-Turnconti-3bPot/4-bet)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100)
Preflop: Hero is Button with X X
1 fold, MP raises to $4.00, CO calls $4.00, Hero...
Ein brauchbarer Spot. MP wird einiges openraisen, jedoch neigt er nicht dazu, viel zu 4-betten. Er scheint grundsätzlich nicht der Typ zu sein gegen loose Squeezes zu adapten, vor allem dann nicht, wenn noch ein passiver Spieler hinter ihm sitzt und er im Sandwich spielen muss.
Der Cutoff spielt zwar etwas seltsam, aber er kann seine Hände auch folden. Insgesamt wird die Foldequity isoliert betrachtet zwar nicht ausreichen, aber dafür hast du Postflop Vorteile, da du mit Initiative in Position spielen kannst.
Daher wäre hier ein Squeeze eine denkbare Option.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100) (28/25/64/49/30/19) (VPIP/PFR / ft-3bet/ft-Flopconti-3bPot/ ft-Turnconti-3bPot/4-bet)
CO ($100) (40/10/25/24/29/0) (VPIP/PFR / ft-3bet/ft-Flopconti-3bPot/ ft-Turnconti-3bPot/4-bet)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100)
Preflop: Hero is Button with X X
1 fold, MP raises to $4.00, CO calls $4.00, Hero...
Kein schöner Spot. Diesmal ist MP ein sehr aggressiver Spieler. Der hohe fold-to-3-bet-Wert sieht zwar im ersten Augenblick gut aus, jedoch ist sein 4-bet-Wert alarmierend. Dieser Gegner wird häufig in der Lage sein, über deinen Squeeze drüber zu pushen, ob nun als Bluff oder dünn for Value ist für dich egal (du squeezt hier als Bluff, hast also keine Möglichkeit einen Push zu callen).
Der Cutoff gefällt dir ebenfalls nicht, er zeigt schon klare Tendenzen einer Callingstation. Weder auf 3-Bets noch auf Barrels an Flop und Turn vermag er Hände wegzulegen. Somit ist die Mischung aus aggressivem MP und loosem Cutoff eine sehr prekäre, du solltest hier keinen pure Bluff starten.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
Hero ($100)
BU ($100)
SB ($100)
BB ($100)
Preflop: Hero is CO with A

2 folds, Hero raises to $4.00, BU raises to $12.00, 2 folds, Hero raises to $27.00,...
Eine Bluff-4-Bet machst du mit Händen, die du nicht auf eine 3-Bet hin callen möchtest, sondern erneut erhöhst, um auf einen Shove / 5-Bet zu folden.
Du solltest versuchen, die 4-Bet nicht zu hoch zu wählen, damit du dich nicht aus Versehen committest (die Odds für einen Call eines möglichen Pushes werden ziemlich gut sein).
Daher ein paar unterschiedliche Szenarien:
Cold-4-Bet
Raise / 3-Bet / 4-Bet
4$ / 14$ / 30$ => 30$ investiert um 19,50$ (14$+4$+1,50$) zu gewinnen ) => 30/(30+19,50) = 60,6% benötigte Foldequity
4$ / 11$ / 25$ => 25$ investiert um 16,50$ (11$+4$+1,50$) zu gewinnen ) => 25/(25+16,50) = 60,2% benötigte Foldequity
3$ / 9$ / 22$ => 22$ investiert um 13,50$ (9$+3$+1,50$) zu gewinnen ) => 22/(22+13,50) = 62% benötigte Foldequity
3$ / 12$ / 28$ => 28$ investiert um 16,50$ (12$+3$+1,50$) zu gewinnen ) => 28/(28+16,50) = 62,9% benötigte Foldequity
4-Bet nach Openraise
Raise / 3-bet / 4-bet
4$ / 14$ / 30$ => 26$ investiert um 19,50$ (14$+4$+1,50$) zu gewinnen ) => 26/(26+19,50) = 57,1% benötigte Foldequity
4$ / 11$ / 25$ => 21$ investiert um 16,50$ (11$+4$+1,50$) zu gewinnen ) => 21/(21+16,50) = 56% benötigte Foldequity
3$ / 9$ / 22$ => 19$ investiert um 13,50$ (9$+3$+1,50$) zu gewinnen ) => 19/(19+13,50) = 58,5% benötigte Foldequity
3$ / 12$ / 28$ => 25$ investiert um 16,50$ (12$+3$+1,50$) zu gewinnen ) => 25/(25+16,50) = 60,2% benötigte Foldequity
Du kannst also grob mit einer benötigten Foldequity von 56%-63% rechnen.
Wichtig hier ist der fold-to-4-bet-Wert. Liegt dieser über 60, wird der Move profitabel.
Ebenso ist aber das Gesamtbild des Gegners wichtig. Bluff-4-Bets machen in erster Linie Sinn, wenn du dich gegen Spieler zur Wehr setzen musst, die dich zu häufig aus dem Pot drängen. Der Move an sich mag sogar –EV sein, dennoch kann es für dein Spiel von Vorteil sein, um in den nächsten Runden weniger Resteals zu kassieren oder aber lighter mit Value-Händen 4-bet/callen zu können.
Völlig uninteressant ist der Move gegen Callingstations oder gegen Spieler mit einem geringen 3-bet-Wert. Wer nur 3% 3-bettet, der wird dich selten bluffen wollen. Es ist nicht sinnvoll, gegen eine solch tighte Range zu (bluff-) 4-betten.
Durch die Bluff-4-Bet ist die Hand im Grunde beendet. Sollte dein Gegner tatsächlich callen, was selten vorkommt, stehst du am Flop meistens blöd da. Du musst in Abhängigkeit des Boards entscheiden, ob du tatsächlich contibetten solltest.
Zu häufig sind Calls von 4-Bets Traps, sprich du läufst meistens in hohe Pocketpairs oder AK, ab und an AQ. Die Foldequity ist hier nicht mehr sonderlich hoch, nur wenige Gegner callen 4-Bets mit der Intention, am Flop einfach aufzugeben. Hast du jedoch solch einen Gegner in der Hand, ist die Entscheidung für die Bluff-4-Bet schon verkehrt gewesen.
Um Genaueres über die Bluff-4-Bets zu erfahren, kannst du dir folgende Kolumnen zu Gemüte führen:
Bluff-4-Bets (3) – Theorie III
Bluff-4-bets (4) – Out of Position
Bluff-4-Bets (5) – In Position
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
Hero ($100)
BU ($100) (25/19/11/51) (VPIP/PFR / 3-bet BU / ft4-bet)
SB ($100)
BB ($100)
Preflop: Hero is CO with A

2 folds, Hero raises to $4.00, BU raises to $12.00, 2 folds, Hero...
Ein guter Spot für eine Bluff-4-Bet. Die meisten Hände kannst du out of Position ohnehin nicht callen, daher bleiben dir in diesem Spot meist nur die Alternativen fold oder 4-bet. Der Gegner 3-bettet jedoch 11% auf dem Button und du wirst daraufhin in Zukunft weitere Probleme bekommen.
Auch wenn der ft4-bet-Wert nur bei 51% liegt (wie oben gesehen, bräuchtest du ca. 60-63%), ist der Move hier gut (je nach Hand natürlich), da du in den nächsten Runden weniger 3-Bets zu befürchten hast beziehungsweise kein Problem mehr damit haben wirst, mit starken Händen for Value zu 4-betten.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
Hero ($100)
BU ($100) (18/14/5/50) (VPIP/PFR/3-bet BU/ft4-bet)
SB ($100)
BB ($100)
Preflop: Hero is CO with A

2 folds, Hero raises to $4.00, BU raises to $12.00, 2 folds, ...
Hier sieht es nun anders aus. Der Gegner 3-bettet gerade mal 5% am BU, dies ist nicht sonderlich viel und ohne weitere Reads oder History kein Grund, hier den großen Bluff zu starten. Dass der ft4-bet-Wert ebenfalls sehr gering ist, liegt einfach daran, dass dein Gegner meist nur starke Hände 3-bettet, mit denen er auch broke gehen will.
Zusammenfassung
Du hast nun einen Überblick der häufigsten Preflopbluffs bekommen. Neben der zugrundeliegenden Mathematik wurden auch einige Randbedingungen veranschaulicht. Diese Faktoren musst du immer berücksichtigen.
Bedenke bei solchen Plays immer, dass die Gegner auch mal auf dich achten können, beherzige daher den Punkt Balancing/Deception. Wenn du nicht bluffst, wirst du auch seltener mit guten Händen ausbezahlst, zudem wirst du lesbarer und deine Gegner machen weniger Fehler.
Ein weiterer wichtiger Teilaspekt ist deine Equity. In den obigen Beispielen ging es nur um die Grundsätze des Bluffs, nicht aber um die des Semibluffs. Es gibt keine Hand, die du einzig und alleine aus Gründen der Foldequity preflop raist, eine gewisse Restequity hast du immer. Auch ein fehlgeschlagener Preflopbluff mit any 2 kann postflop Twopair, Trips, Straightdraws oder ähnliches treffen. Diesen Punkt musst du selbstverständlich immer im Hinterkopf haben.
Versuche also vermehrt überlegte Bluffs in dein Spiel einzubauen und spiele deine Edge aus.
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