Aktualisiert am 12 März 26 von

Notes

Mit dem Auswerten von Showdowns hast du Informationen über die Preflop- und Postflop-Spielweise deines Gegners gesammelt. Um diese Informationen möglichst sinnvoll nutzen zu können, solltest du sie systematisch in Notes festhalten.

Ein strukturiertes Template und Abkürzungssysteme fördern hierbei die schnelle Lesbarkeit und helfen dir, schnell die richtige Note zu finden.

Erstelle ein Note-Template

Ein Template hilft dir, deine Notes schnell und in der immer gleichen Struktur aufzuschreiben. Du solltest es im Vorfeld erstellen und kannst es dann immer wieder kopieren. Auf diese Weise sehen deine Notes formal immer gleich aus, sind übersichtlich und leicht lesbar. 

 

Eine Note sollte folgende Informationen enthalten, daher ist es sinnvoll, diese direkt in dein Template zu übernehmen:

 

Für die folgende Spielsituation könnte eine Note so aussehen:

$25 NL Hold'em (6 handed) 100BB Stacks

Preflop: Hero is Button with AdQd
UTG raises to $0.75, 2 folds, Hero calls $0.75, 2 folds

Flop: ($1.85) As8d3h (2 players)
UTG bets $1.50, Hero calls $1.50

Turn: ($4.85) 3d (2 players)
UTG bets $4.00, Hero calls $4.00

River: ($12.85) 7s (2 players)
UTG bets $11.00, Hero calls $11.00

Villain shows: 4d5d

Verwende Abkürzungssysteme

Abkürzungen in Notes zu verwenden ermöglicht es dir, diese schnell lesen und verstehen zu können. Schnelle Lesbarkeit ist besonders wichtig, da du während des Spielens nur sehr wenig Zeit hast, um deine Notes zu lesen. Verwende dabei ein System, dass für dich gut funktioniert und verständlich ist. Wie das genau aussieht bleibt dir überlassen.

Besonders wichtig sind dabei Abkürzungen für unterschiedliche Board-Texturen. Dafür hat sich das folgende System bewährt:

 

Abkürzungssystem für verschiedene Board-Texturen
 Board-Textur Flop Turn River Abkürzung
Rainbow Flop K72r
2-suited Flop K72s
Monotone Flop K72m
2-suited Flop mit
dritter Suit am River
K72s35s
2-suited Flop mit 2s Turn K72s2s
2-suited Flop mit 3s Turn
und 4s River
K72s2s5s
Rainbow Flop mit BD-FD am Turn K72r3s
2-suited Flop mit BD-FD am
Turn und Flop-Flush hittet am River
K72s3ss9s
2-suited Flop mit BD-FD am
Turn und 3ss BD-FD am River
K72s3ss9ss

Andere Abkürzungen könnten beispielsweise FD (Flushdraw), SD (Straightdraw), BD-FD/-SD (Backdoor-Flush-/Straightdraw) sein. Auch Aktionen lassen sich Abkürzen: OR (Openraise), RR (Reraise) und vieles mehr ist möglich. Hier solltest du dein eigenes, für dich leicht lesbares System entwickeln.

Ordne Notes nach Situationen

Die Informationsmenge wird mit steigender Anzahl von Notes schnell unübersichtlich. Dagegen hilft ein System, das Notes nach Situationen ordnet und es dir dadurch ermöglicht, schnell die richtige Note zu finden. Folgendes System der Einteilung in drei Situationen hat sich in der Praxis bewährt:

  • As PFR = Dein Gegner ist der Preflopaggressor in einem single raised Pot
  • As Caller = Dein Gegner hat ein Openraise gecallt oder gelimpt und dann gecallt.
  • RR = Reraised Pot: Hierunter fallen Situationen, in denen dein Gegner in einem Pot gespielt hat, in dem gereraised wurde. Sowohl als Caller, als auch als Preflopaggressor.

Du kannst diese Kategorien entweder als Überschriften voranstellen und alle Notes, die darunter stehen, fallen in diese Kategorie. Oder du schreibst vor jede Note ein Kürzel wie z.B. [AsPFR].

Durch dieses System findest du während des Spielens schnell die passenden Informationen. Wenn du beispielsweise geopenraised hast und dein Gegner callt, kannst du dir alle Notes durchlesen, vor denen [As Caller] steht.

Am Ende jeder Session solltest du untersuchen, ob du zu einem Spieler mehrere Notes mit gleichem oder sehr ähnlichen Inhalt gesammelt hast. Diese kannst du dann möglicherweise übersichtlich zusammenfassen. 

Beschreibe Aktionen deines Gegners

Die Note, die du nach der Analyse eines Showdowns erstellst, sollte folgende Informationen enthalten:

  • Beschreibung: Die Aktion(en) deines Gegners
  • Schlussfolgerungen und Hypothesen: Was du über deinen Gegner (seine Spielweise) lernst
  • Adaption: Mögliche zukünftige Anpassungen gegen diesen Gegner

Zuerst beschreibst du die Aktion(en) deines Gegners und ziehst im nächsten Schritt Schlussfolgerungen und stellst Hypothesen auf. Im letzten Schritt notierst du, wie du aufgrund dieser Informationen in Zukunft gegen ihn spielen solltest.

Beschreibung: Die Aktion(en) deines Gegners

Du notierst dir die Aktionen deines Gegners auf jeder Street und fasst sie im Anschluss zusammen:

Preflop:

 

Dein Gegner hat 45s aus UTG geopenraised. Wenn ihm 45s gut genug für ein Openraise aus UTG ist, wird er wahrscheinlich auch bessere suited Connectors, also 45s+, openraisen. Du kannst dir folgende Note aufschreiben:

- Openraise 45s+ UTG

Am Flop:

Dein Gegner c-bettet einen Gutshot auf einem trockenen A83 Board, das fast keine Draws ermöglicht:

- C-bets Gutshot (45s) 80% PS on A83r UTGvsBU

PS steht hier für Potsize: Dein Gegner hat fast Potsize gebettet oder genauer 80% PS. Zusätzlich solltest du angeben, welche Positionen gegeneinander spielen.

Am Turn:

Dein Gegner trifft am Turn einen Backdoor-Flushdraw und doublebarrelt 80% Potsize.

- Doublebarrel A83r3s mit Backdoorflushdraw (45s) 80% PS

Am River:

Dein Gegner trifft nicht und blufft ein drittes Mal mit großem Betsizing: Er tripplebarrelt.

- Tripplebarrel A83r3s7 missed Backdoorflushdraw (45s) 80% PS

Fasse gesammelte Informationen zusammen

Wenn du die gesammelten Informationen zusammenfasst, könnte deine Note folgendermaßen aussehen:

Formuliere Aussagen über die Spielweise deines Gegners

In diesem Schritt ziehst du Schlussfolgerungen und stellst Hypothesen über die Spielweise deines Gegners auf, die sich aus der Anaylse des Showdowns ergeben haben oder ergeben könnten.

Eine mögliche Schlussfolgerung aus der Hand könnte sein, dass dein Gegner zu viel blufft. Du hast zwar nur eine Hand gesehen, aber diese könnte ein Indiz dafür sein.

- Tripplebarrel 80% PS Axxr with Backdoorflushdraw on blank Runout when misses -> bluffhappy?

Das Fragezeichen am Ende der Aussage sagt dir, dass du noch nicht sicher bist. Es ist eine Vermutung. Du solltest in Zukunft mehr darauf achten, wie oft dein Gegner blufft, um deine Vermutung entweder bestätigen zu können oder zu verwerfen. Sobald sich dein Read bestätigt, kannst du das Fragezeichen löschen. Solltest du den Read verwerfen, löschst du deine Hypothese einfach.

Zusätzlich ist sein Betsizing interessant: Er c-bettet sehr groß, nämlich 80% Potsize. Falls er immer so groß c-bettet, erhältst du dadurch keine Information. Sobald du ihn aber in einer ähnlichen Situation mit anderen Händen kleiner c-betten siehst, ist der Read, wie groß er mit seinen Draws c-bettet, viel wert.

- Tripplebarrel 80% PS Axxr with turned Backdoorflushdraw on blank Runout -> bets bigger with air?

Der zweite Teil deiner Note ist eine mögliche Schlussfolgerung aus dieser Hand die du noch überprüfen musst: du achtest in Zukunft genauer auf sein Betsizing mit verschiedenen Händen.

Notiere Adaptions als Handlungsanweisung

Du musst beim Lesen einer Note auf einen Blick erkennen wie du dein Spiel an deinen Gegner anpassen solltest: sollst du mehr oder weniger callen/raisen/3xbetten, etc.? Formuliere eine klare Handlungsanweisung an dich selbst und stelle die Grundlage dieser an den Anfang:

-> Bluffhappy -> calldown lighter

Dein Gegner blufft viel und daher callst du ihn lighter. In diesem Fall weißt du bereits, dass dein Gegner viel blufft. Da dir in der Beispielhand diese Sicherheit bei der Schlussfolgerung fehlt, kannst du auch noch keine sicheren Adaptions formulieren und würdest diese mit einem Fragezeichen versehen.

Deine gesamte Note würde folgendermaßen aussehen:

As PFR: - openraise 45s+ EP - Trippelbarrel dry Axx with turned backdoorflushdraw on blank Runout -> Bluffhappy? -> calldown lighter? -> bets bigger with air?

Zusammenfassung:

Damit du deine Notes während des Spielens schnell lesen kannst solltest du ein Template erstellen, Abkürzungssysteme verwenden und Notes nach Situationen ordnen:

  • As PFR = Dein Gegner ist der Preflopaggressor in einem single raised Pot
  • As Caller = Dein Gegner hat ein Openraise gecallt oder gelimpt
  • RR = Reraised Pot: Hierunter fallen Situationen in denen dein Gegner in einem Pot gespielt hat in dem gereraised wurde. Sowohl als Caller, als auch als Preflopaggressor

Folgende Informationen solltest du in einer Note festhalten:

  • Beschreibung: Die Aktion(en) deines Gegners
  • Schlussfolgerungen und Hypothesen: Was Du über die Spielweise des Gegners lernst
  • Adaption: Mögliche Anpassungen an deinen Gegner aufgrund der gewonnnen Erkenntnisse