Nach dem Flop - Ein Gegner hat vor dem Flop erhöht
Einleitung
In diesem Artikel
- Mit starken gemachten Händen gibst du Gas
- Starke Draws nach Pot Odds oder manchmal aggressiv
- Mittelstarke gemachte Hände vertragen keinen großen Pot
Es kommt nicht oft vor, dass du vor dem Flop eine Erhöhung mitgehst. Der Grund dafür ist, dass es selten profitabel ist. Du willst die Kontrolle in der Hand haben und das hast du nicht, wenn du passiv spielst.
Mit welchen Händen kommst du in diese Situation?
Dass du vor dem Flop die Erhöhung eines Gegners mitgehst, kommt z.B. mit kleinen Paaren vor. Diese sind für den größten Teil der Fälle verantwortlich, in denen du dich in die generell nicht gute Situation begibst, eine Erhöhung vor dem Flop nur mitzugehen. Sie sind sehr einfach zu spielen, da sie nach dem Flop entweder wenig bis nichts wert sind oder dir eine Hand geben, mit der du auf jeden Fall All-In kommen möchtest.
Gleichzeitig ist es für deinen Gegner schwer zu erkennen, wie stark dein Blatt wirklich ist, wenn du denn triffst. Deine beiden Karten verbinden sich nur mit genau einer Gemeinschaftskarte. Man kann aus der Struktur oder Textur der Flopkarten kaum ableiten, was du auf der Hand hältst. Eine Straße oder ein Flush oder auch ein Flushdraw sind einfacher zu erkennen.
Nach dem Starting-Hands-Chart sind Paare auch die einzigen Blätter, mit denen du eine Erhöhung mitgehst. Doch es gibt weitere Ausnahmen. Die erste Ausnahme tritt dann ein, wenn die Erhöhung nur minimal ausfällt, die zweite wenn vor dir schon mehrere Spieler die Erhöhung mitgegangen sind.
In diesen Fällen, besonders wenn du in Position auf den Aggressor bist, kannst du auch einmal mit Blättern wie 76 in Herz oder 89 in Karo mitgehen, also verbundenen Karten in der gleichen Farbe, so genannten suited Connectors. Du und dein Gegner sollten aber volle Stacks haben.
Du brauchst nicht mit spekulativen Händen mitgehen, wenn dein Gegner nur einen halben Stack oder noch weniger hat. Er hat nicht das Geld, um dich hinreichend auszubezahlen. Als allgemeine Empfehlung kann gelten, dass du bei 100 Big Blinds großen Stacks eine Erhöhung von bis zu 4, maximal 5 Big Blinds mitgehen kannst, wenn schon zwei Spieler die Erhöhung mitgegangen sind.
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Du bist im BU
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Relativ einfach: Ein Blick ins Chart genügt beinahe. Du und der Spieler im CO haben volle Stacks. Du gehst mit gemäß der Call20-Regel. Sie besagt, dass du mit Paaren eine Erhöhung mitgehst, wenn dein Gegner noch mindestens das 20-fache der Erhöhung in seinem Stack hat. Das ist hier nicht ganz gegeben, aber knapp und es können ja noch die Blinds einsteigen.
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Du bist im CO
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Dieses Mal ist es schon schwerer. Du hast einen suited Connector, 67s, und die Erhöhung ist relativ klein. Zudem sitzt du in Position auf den Spieler, der erhöht hat, und es werden wohl noch weitere Spieler einsteigen. Daher kannst du ruhig einen Blick auf den Flop riskieren.
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Du bist im SB
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Im Small Blind mit 89s oder einem anderen suited Connector eine Erhöhung mitzugehen, ist fast eine Todsünde. Du hast keine Position mit einem spekulativen Blatt und bist in der Defensive. Du kannst das nicht profitabel spielen.
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Du bist im CO
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Diese Situation ist knapp. Einerseits sind schon zwei Spieler vor dir mitgegangen und die Erhöhung beträgt nur drei Big Blinds. Andererseits kommen hinter dir noch Spieler und du bist nicht sicher in Position auf alle Spieler. Du kannst mitgehen, machst aber auch nichts falsch, wenn du es nicht tust.
Downloads
Das Starting-Hands-Chart als PDF-Datei
Die Odds-Tabelle als PDF-Datei
Welche Blätter möchtest du treffen?
Wir haben schon festgestellt, dass du meist mit kleinen Paaren und manchmal mit suited Connectors wie 76s oder 98s eine Erhöhung mitgehst. Dementsprechend ist der Bereich an Blättern, die du treffen und dann weiterspielen möchtest, stark begrenzt. Du willst starke gemachte Hände wie einen Drilling oder zwei Paare treffen oder starke Draws, Flushdraws oder einen OESD.
Die fünf Kategorien an möglichen Blättern kennst du bereits aus den anderen Strategieartikeln:
- Wertlose Blätter
Alle Blätter, die nichts von Wert ergeben. - Schwache Draws
Schwache Draws wie ein Gutshot sind ebenfalls so gut wie wertlos, wenn du eine Erhöhung mitgegangen bist. - Starke Draws
Starke Draws sind Flushdraws oder OESDs, Draws mit 8 Outs oder mehr. - Mittelstarke gemachte Hände
Zu dieser Kategorie gehören Toppaare mit mittlerem oder kleineren Kicker oder auch kleinere Paare. Du liegst damit manchmal vorne, kannst aber nicht viel Action vertragen. Sobald es teuer wird, bist du draußen. - Starke gemachte Hände
Je nach Gemeinschaftskarten ist jedes Blatt ab zwei Paaren eine starke gemachte Hand und sollte dementsprechend gespielt werden.
Die Struktur der Gemeinschaftskarten ist in dieser Spielsituation weniger von Bedeutung als z.B. in dem Fall, dass du vor dem Flop erhöht hast. Du spielst nur starke gemachte Hände und, wenn möglich und sinnvoll, starke Draws weiter.
Von Interesse sind die Gemeinschaftskarten z.B. dann, wenn du einschätzen musst, ob du dein Blatt slowplayst, d.h. nicht setzt oder erhöhst, um die Stärke deines Blatts zu verschleiern.
Für ein Slowplay dürfen keine starken Draws möglich sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass dein Blatt noch überholt wird, muss gering sein. Außerdem solltest du nur einen oder zwei Gegner haben. Ist das nicht gegeben, spiel offensiv, außer vielleicht wenn du ein Full House oder einen Vierling hast.
Die Fragen, die wir in diesem Artikel also klären müssen, sind:
- Wann lohnt sich Slowplay mit einer starken gemachten Hand?
- Wann spielst du starke Draws passiv und wann aggressiv?
- Was machst du mit mittelstarken gemachten Händen wie einem kleineren Überpaar, wenn du z.b. mit einem Paar Achten vor dem Flop mitgegangen bist und der Flop 327 zeigt?
Wie spielst du am Flop?
Die interessanteste und gewinnträchtigste Situation ist die, in der du am Flop eine sehr starke gemachte Hand triffst. Das können ein Drilling sein, eine fertige Straße, ein Flush oder sogar ein Full House. Zwei Paare gehören häufig auch dazu, sind aber deutlich schwächer und verwundbarer.
Wie du damit spielst, insbesondere ob ein Slowplay in Betracht kommt, hängt von der Gegnerzahl und der Drawlastigkeit der Gemeinschaftskarten ab. Ein weiterer entscheidender Aspekt ist deine relative Position. Bist du vor oder nach dem Gegner / den Gegnern an der Reihe?
Das kommt vor, wenn du in den Blind-Positionen eine Erhöhung mitgehst oder erst in den Pot limpst und anschließend hinter dir erhöht wird. Triffst du dann am Flop eine starke gemachte Hand, bleiben dir drei Optionen:
- Du setzt.
- Du schiebst, um zu erhöhen, wenn dann ein Gegner setzt (check/raise).
- Du schiebst und wenn ein Gegner setzt, gehst du den Einsatz erst einmal nur mit (check/call).
Wenn du schiebst, dann in der Absicht, dem Gegner die Möglichkeit zu geben, selbst etwas zu setzen - die dir schon bekannte Continuationbet. Ob er diese Chance aber auch tatsächlich nutzt, hängt von einigen Faktoren ab.
Ist er ein vernünftiger Spieler, dann kennst du diese Faktoren, denn du spielst genauso. Im Artikel zum Spiel als Aggressor wurden sie aufgeführt: Er setzt, wenn er ein gutes gemachtes Blatt, einen starken Draw hat oder wenn er nur sehr wenige Gegner hat.
Je mehr Gegner du hast und je drawlastiger die Gemeinschaftskarten sind, desto eher solltest du selbst setzen. Bei drei Gegnern wird auch ein aggressiver Spieler nur selten bluffen. Und da er häufig den Flop verpasst, wird er viel zu oft nichts machen.
Noch schlimmer wird es, wenn der Flop viele Draws zulässt. Der Aggressor wird noch seltener eine Continuationbet anbringen und gleichzeitig steigen noch die Chancen, dass ein Blatt wie ein Drilling noch überholt wird.
Bist du aber allein mit dem Aggressor, ist ein Slowplay schon eher möglich. Du kannst checkraisen, das bedeutet, erst zu schieben und dann zu erhöhen. Ist der Flop ungefährlich, kannst du auch nur schieben und dann einen Einsatz mitgehen.
Du kannst da ruhig ein wenig kreativ werden. Du musst nicht immer checkraisen, sondern kannst auch gegen sehr aggressive einen kleinen Einsatz setzen, weil sie das gerne als Aufforderung verstehen, eine Erhöhung anzubringen.
Der einfachste Fall ist der, in dem vor dir jeder schiebt. Dann setzt du. Der Spieler, der vor dem Flop erhöht hat und deshalb am ehesten einen Einsatz hätte bringen müssen, hat es nicht getan. Jetzt musst du ran, denn anders kommt kaum Geld in den Pot.
Wenn aber der Aggressor eine Continuationbet setzt, wird es interessant. Dann kommen wieder die Gemeinschaftskarten zum Tragen. Insbesondere ist die Frage wichtig, wie drawlastig die Gemeinschaftskarten sind und wie sehr es dich schmerzt, deine Gegner den Turn sehen zu lassen.
Es ist nie falsch, direkt am Flop zu erhöhen. Sind keine guten Draws möglich, die dein Blatt noch überholen können, ist ein Mitgehen denkbar.
Einen Flush und zwei Paare solltest du immer aggressiv spielen. Du hast oft einen niedrigen Flush bzw. niedrige zwei Paare. Dagegen kann dein Gegner viele Outs haben und du musst dein Geld dann in die Mitte stellen, wenn du das beste Blatt hältst.
Straßen eignen sich schon besser für ein Slowplay, sofern keine Flushdraws möglich sind.
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Du bist im BU
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Ein gutes Beispiel für eine Situation, in der ein Slowplay Sinn ergibt. Der Flop ist nicht drawlastig. Er sieht ungefährlich aus und es liegt ein Ass. Das ist einer der Flops, die du im Artikel zum Spiel als Aggressor als sehr gute Flops für eine Continuationbet kennen gelernt hast. Das ist einfach ein idealer Flop, den viele Spieler nutzen werden, um einen Einsatz anzubringen, selbst wenn sie nichts getroffen haben.
Dein Gegner im Beispiel hat zudem noch in früher Position erhöht. Er hat häufig ein Ass oder so etwas wie ein Paar Zehner oder Buben. Wenn du hier seinen Einsatz nur mitgehst, sind die Chancen gut, dass du von all diesen Blättern noch weiteres Geld erhältst.
Würdest du direkt erhöhen, kann er viel zu viele Blätter weglegen, z.B. ein Paar Zehner. Es ist nicht nötig, schon am Flop Gas zu geben. Der Pot ist am Turn $8 groß. Setzt dein Gegner noch einmal, ist er am River $20 groß und ihr beide habt noch $15 übrig. Du kannst also auch noch bis zum River gegen ein Ass All-In kommen, wenn du am Flop nur mitgehst.
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Du bist im BU
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In diesem Beispiel hast du zwar mit dem Flush ein starkes Blatt getroffen, doch jede höhere Pik-Karte hat einen Draw auf einen besseren Flush. Wie schon erwähnt, musst du mit so einem Flush direkt Gas geben und versuchen, alles Geld sofort in die Mitte zu stellen.
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Du bist im SB
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Hier ist es knapp. Weißt du, dass der Button sehr aggressiv ist, kannst du ein Checkraise versuchen, schieben und dann erhöhen. Ist er das nicht, dann setz selbst. Es sind so viele Gegner mit im Spiel, dass kaum einer etwas setzen wird, und du möchtest keine kostenlose Turnkarte verteilen. In solchen Situationen ist es immer besser, selbst die Initiative zu übernehmen.
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Du bist im SB
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Eine ähnliche Situation wie zuvor, nur dieses Mal bist du allein mit dem Aggressor. Er wird in dieser Situation fast immer eine Continuationbet setzen, weshalb du ein Checkraise anbringen kannst.
Wie du mit Karten spielst, die den Flop verpasst haben, ist schnell erzählt. Du spielst sie nicht weiter. Ganz selten, wenn du nur gegen den Aggressor stehst und er keine Continuationbet macht, kannst du einen Bluff versuchen. Gegen zwei Gegner solltest du schon etwas vorzeigen können.
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Du bist in MP2
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Nicht viel zu sagen. Vor dem Flop spielst du, wie es am besten ist. Am Flop hast du nichts und gibst auf.
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Du bist im BU
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Dein Blatt ist in diesem Beispiel nicht viel wert, allerdings schiebt der Aggressor und es ist auch kein weiterer Spieler in der Hand. Entweder stellt er dir eine Falle oder er gibt auf. Da ein Spieler häufiger den Flop verfehlt, als dass er ein Monster trifft, wird dein Gegner hier häufiger sein Blatt aufgeben, als eine Falle stellen.
Deshalb kannst du setzen und schauen, ob er wirklich aufgeben wollte. Erhöht er oder geht er mit, brauchst du es nicht weiter versuchen. Entweder stellt er eine Falle oder glaubt dir deinen Bluff nicht. In beiden Fällen ergibt es keinen Sinn, weiteres Geld zu investieren.
Mit starken Draws greift ein ähnliches Prinzip wie in Pötten, in denen vor dem Flop niemand erhöht hat. Aggressives Spiel lohnt sich meist nicht, da sich deine Gewinnchancen nur zwischen 25 und 45 Prozent bewegen.
Allerdings hast du gute Möglichkeiten, den Pot in einer späteren Setzrunde zu gewinnen und sogar noch mehr Geld hereinzuholen, falls dein Gegner eine starke Hand hält. Hat er zum Beispiel ein Toppaar oder ein Überpaar und dein Draw kommt am Turn an, bekommst du häufig noch mindestens einen Einsatz von ihm, bevor er aufgibt. Oft bekommst du sogar noch sein ganzes Geld. Was das für dein Spiel bedeutet, hast du schon im Artikel zu den implied Pot Odds erfahren.
Als Faustregel gilt auch hier: Du musst im Regelfall noch das Doppelte deiner Investition am Flop in den späteren Setzrunden gewinnen können, um einen großen Einsatz in Potnähe mitgehen zu können. Du und dein Gegner müssen also noch ausreichend Geld übrig haben. Du solltest aber keine Einsätze mitgehen, die ernsthaft über der Potgröße liegen.
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Du bist im BU
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Wie man im Pokerjargon sagt: "easy Call", was bedeutet, dass du in dieser Situation mitgehen kannst. Du bist in Position auf deinen Gegner, hast einen starken Draw und dein Gegner kann, da er aus früher Position erhöht hat, gut ein starkes Blatt halten, mit dem er am Turn oder am River weiteres Geld investieren wird, selbst wenn dein Flush ankommt.
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Du bist im BU
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In diesem Fall ist Aussteigen ganz klar die beste Alternative. Dein Gegner setzt fast das Doppelte des Pots. Der große Einsatz allein ist schon Grund genug, um dich aus dieser Situation zu verabschieden. Hinzu kommt aber noch, dass dein Draw nicht sonderlich stark ist.
Im Artikel zum Thema Outs und Odds hast du den Begriff der discounted Outs kennen gelernt. Im Beispiel oben musst du deine Outs klar discounten, denn es ist ein Flushdraw möglich. Die Kreuz-Acht oder Kreuz-Drei geben dir zwar eine Straße, komplettieren aber auch den möglichen Flushdraw. Sie sind keine sauberen Outs. Deine Siegchancen sinken damit deutlich.
Es wär also verschwendetes Geld, hier große Geldbeträge auf eine geringe Gewinnchance zu setzen.
Blätter dieser Kategorie sind am schwersten zu spielen. Du hast zwar etwas auf der Hand, dass du manchmal auch nur ungern weglegen möchtest. Andererseits aber ist dein Blatt nie stark genug, um damit größere Action zu vertragen.
Manchmal liegst du vorn, aber um das herauszufinden, kann es schnell teuer werden. Gemäß der Regel: Große Pötte für starke Blätter und kleine Pötte für schwache Blätter, willst du mit mittelstarken Blättern wie einem Toppaar oder kleinerem Paar keine großen Pötte aufbauen, sondern möglichst billig über die Setzrunden zum Showdown kommen. Potcontrol ist hier sehr wichtig und auf einen gegnerischen Einsatz hin ohne zu Zögern auszusteigen, ist mit diesen Trouble-Blättern selten verkehrt.
Das Problem ist zudem, dass du dir nie sicher sein kannst, wo du stehst. Liegst du noch vorn gegen deinen Gegner, hat er dennoch häufig gute Outs, um sich am Turn oder am River ein besseres Blatt zu ziehen.
Sind außer dir noch weitere Spieler die Erhöhung mitgegangen, dann ist es besser, mittelstarke gemachte Blätter auf eine Continuationbet hin aufzugeben.
Den Grund kennst du bereits: Je mehr Gegner, desto seltener ist eine Continuationbet ein Bluff. Hat ein Spieler vor dem Flop erhöht und setzt am Flop in z.B. drei Spieler hinein, dann hat er häufiger wirklich ein starkes Blatt.
Bist du allein mit dem Aggressor, ändert sich zunächst wenig. Auch dann solltest du auf eine Continuationbet hin aufgeben. Selbst wenn du momentan vorn liegst, kann dein Gegner dich noch überholen, und es wird zu teuer für dich, dein Blatt zum Showdown zu tragen. Besonders wenn der Gegner in früher Position erhöht hat, hält er meist ein starkes Blatt, das du ihm auch glauben solltest.
Hat er hingegen in mittlerer oder später Position erhöht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du noch vorne liegst. Bei ungefährlichen, wenig drawlastigen Gemeinschaftskarten kannst du eine Continuationbet auch einmal mitgehen. Feuert dein Gegner am Turn weiter, bist du raus, denn das ist dann zu selten ein Bluff.
Eine andere Möglichkeit ist die, direkt am Flop zu erhöhen. Steigt dein Gegner sofort aus, ist das ideal. Erhöht er ein weiteres Mal, weißt du wenigstens, wo du stehst, und kannst beruhigt das schlechtere Blatt weglegen.
Geht er deine Erhöhung mit, ist Vorsicht angesagt. Setzt er am Turn, dann steig lieber aus. Schiebt er, ist es besser, ebenfalls zu schieben. Er muss mit irgendwas am Flop mitgegangen sein und das ist dann doch recht oft ein starkes gemachtes Blatt.
Anders sieht es aus, wenn die Gemeinschaftskarten viele Draws zulassen. Dann solltest du gegen einen Gegner immer direkt am Flop erhöhen. Dein Spielzug zielt dann darauf ab, direkt zu gewinnen. Steigt dein Gegner nicht aus, hat der Zug versagt. Du solltest dann im weiteren Verlauf keine größeren Geldbeträge mehr investieren.
Entweder kommst du sehr billig zum Showdown oder du bist draußen.
Ohne Position auf den Gegner bietet es sich oft an, die Hände selbst anzuspielen. Auch gegen mehrere Gegner ist dies ein gutes und günstiges Mittel, um herauszufinden, wo du stehst. Erhöht jemand, kannst du aufgeben, unabhängig davon wer es ist. Geht jemand mit, kannst du am Turn neu entscheiden, ob du noch einmal anspielst oder aufgibst.
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Du bist im BB
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Hier lohnt es sich nicht, weiteres Geld zu investieren. Du hast zwar ein Überpaar, aber fast jedes Blatt deines Gegners hat gute Chancen, dich noch zu überholen, wenn es nicht schon jetzt gegen dich vorne liegt. Viel lieber würdest du hier das Pik-Ass halten. Mit dem kleinen Paar Siebenen kannst du hingegen keinen Blumentopf gewinnen.
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Du bist im BB
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Hier hast du weniger Gegner und die Gemeinschaftskarten bieten sehr viel weniger Draws. Am besten ist es, selbst einen Einsatz abzufeuern und zu schauen, ob die Gegner aussteigen. Erhöht jemand, bist du draußen. Geht jemand mit, musst du dir am Turn überlegen, ob es sich lohnt, die Karten weiterzuspielen.
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Du bist in MP1
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Gegen einen Spieler aus früher Position brauchst du nicht weiterspielen. Ab und an hast du vielleicht noch das beste Blatt, aber gegen die meisten Blätter, mit denen dein Gegner erhöht, siehst du alt aus. Es wäre ein Verlustgeschäft, weiteres Geld zu investieren.
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Du bist im CO
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In dieser Situation sieht es schon um Welten besser für dich aus. Du hast nicht nur ein, wenn auch schwaches, Überpaar, sondern auch noch einen OESD. Deine Karten sind zu stark, um sie kampflos aufzugeben.
Du kannst den Einsatz auf jeden Fall mitgehen. Du liegst gegen einen Spieler, der in mittlerer Position erhöht hat, weitaus häufiger noch vorne im Vergleich zum Gegner aus dem Beispiel zuvor, der in früher Position erhöht hat. Und selbst wenn du nicht vorne liegst, ist da noch dein OESD.
Manchmal kann es auch sinnvoll sein, direkt am Flop zu erhöhen. Dafür ist dein Blatt aber schon fast wieder zu gut. Erhöht dein Gegner dann nämlich ein weiteres Mal, musst du leider aussteigen und ein an sich schönes Blatt weglegen.
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Du bist im BU
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In diesem Beispiel erhöhst du am besten. In den Gemeinschaftskarten liegen einige Draws, auch ein wahrscheinliches Ass hat hier noch einen Gutshot. Fällt am Turn eine höhere Karte als eine Neun, z.B. ein König oder eine Dame, dann dürftest du dich auch nicht mehr wirklich wohl mit deinen Karten fühlen.
In einer solchen Situation ist es immer besser, direkt zu erhöhen. Erhöht der Gegner weiter, weißt du sicher, dass du geschlagen bist. Geht er nur mit, kannst du je nach Turnkarte entscheiden.
Wie spielst du am Turn?
Am Turn spielst du nach ähnlichen Prinzipien wie am Flop. Hast du eine starke gemachte Hand, spielst du aggressiv oder übernimmst spätestens jetzt die Initiative. Hast du am Flop ein Slowplay gemacht, also passiv gespielt, musst du jetzt Action machen.
Eine Ausnahme besteht dann, wenn dein Gegner selbst so aggressiv ist, dass du mit weiterem Slowplay eher sein gesamtes Geld in den Pot bekommst. Viele Spieler auf den kleineren Limits sind aber zu passiv dafür und es ist ein häufig gemachter Fehler, zu viel Slowplay zu betreiben.
Hast du am Flop einen Draw gespielt und kannst ihn am Turn komplettieren, dann spiel immer aggressiv. Vor allem wenn dein Gegner in Position auf dich sitzt, ist es ein großer Fehler nicht anzuspielen.
Mit wertlosen Blättern und schwachen Draws spielst du wie gehabt. Macht dein Gegner Action, steigst du aus. Einzige Ausnahme: Ihr seid nur zu zweit am Turn und du hast einen Draw. Hat dein Gegner am Flop schon geschoben oder schiebt er jetzt angesichts von Gemeinschaftskarten, die er sehr wahrscheinlich verpasst hat, dann kannst du evtl. einen Bluffversuch unternehmen.
Die Hauptvoraussetzung dafür ist wie immer: Dein Gegner muss in der Lage sein, oft genug auszusteigen. Klebt er an seinen Karten oder kann er doch etwas getroffen haben, das er selbst nicht anspielen mag, dann lohnt sich der Bluff nicht. Vor allen Dingen, wenn ihr schon am Flop nur zwei oder drei Spieler wart, kann sich der Versuch lohnen.
Geht er deinen Einsatz mit, hast du zumindest eine kleine Rückversicherung durch deinen Draw, der am River noch ankommen kann. Bluffe niemals, wenn du keine solche Rückversicherung hast, irgendwie doch noch am River das beste Blatt zu halten.
Mit mittelstarken gemachten Händen ist das Spiel am Turn schwierig. Bist du in Position am Flop einen Einsatz mitgegangen, dann steig am Turn auf einen erneuten Einsatz hin aus. Schiebt dein Gegner hingegen, solltest du besser setzen. Auf eine Erhöhung seinerseits bist du wie gehabt draußen.
Der Grund dafür, dass du setzt, ist der, dass die Spielweise "Am Flop setzen, am Turn schieben" (bet Flop, check Turn) bei jemandem, der vor dem Flop erhöht hat, oft auch darauf hindeutet, dass er kein gutes Blatt hält und keinen weiteren Bluffversuch starten, sondern aufgeben will.
Anders sieht es aus, wenn er am Flop gesetzt hat, du anschließend erhöht hast und er die Erhöhung mitgegangen ist. Spielt dein Gegner am Turn aggressiv, dann steig ohne zu zögern aus. Das ist oft eine stümperhafte Falle eines starken Blatts.
Auch wenn dein Gegner nur schiebt, ist Vorsicht angeraten. Am besten schiebst du ebenfalls und wartest den River ab. Ein Einsatz lohnt sich in der Konstellation selten. Du vertreibst nur schlechtere Blätter und bezahlst bessere unnötig aus.
Hat dein Gegner Position auf dich, gibt es zwei Möglichkeiten. Hat er den Flop nicht attackiert, solltest du die Gelegenheit nutzen, am Turn einen Einsatz zu bringen.
Hast du schon vorher am Flop gesetzt und dein Gegner ist den Einsatz mitgegangen, dann ist am Turn fast immer die Zeit gekommen, dein Blatt aufzugeben. Es klingt für dich vielleicht unlogisch, aber wenn du am Turn noch einmal setzt, dann wird dich kaum ein schlechteres Blatt ausbezahlen. Man sagt: Du verwandelst deine Hand in einen Bluff.
Es ist egal, dass du zwar irgendwie eine gemachte Hand hast, die auch einmal einen Showdown gewinnen kann. Wenn du setzt, dann ist das eigentlich ein Bluff. Schlechtere Blätter werden kaum mitgehen und der einzige Nutzen ist, dass du bessere Blätter zur Aufgabe zwingst. Das ist per Definition ein Bluff.
Wenn viele Draws möglich sind, kann evtl. noch Gelegenheit sein, noch einmal zu setzen. Auch wenn du deinen Gegner früher schon dabei beobachtet hast, dass er gerne am Flop einen Einsatz mitgeht, am Turn aber dann oft aussteigt, ist ein erneuter Einsatz denkbar. Es sind wenige Situationen, in denen du weiterspielen kannst.
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Du bist im SB
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Keine Perfekte Turnkarte. KQ hat dich jetzt geschlagen, vielleicht gibt dein Gegner auch aus Angst vor diesen Karten auf. Dennoch ist deine Hand weiter sehr stark und es gibt viele schlechtere Hände, die dich auszahlen könnten. Würde dein Gegner erhöhen, könntest du bequem All-In gehen.
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Du bist im MP1
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Der Spieler in UTG1 hat am Flop deinen Einsatz bezahlt. Das kann eine Menge bedeuten. Er könnte einen Draw mit KQ, Q9 oder 89 halten. Auch könnte er einen Buben oder nur eine Zehn halten, selten ein starkes Blatt wie zwei Paare oder einen Drilling.
Am Turn kommt ein zweiter Bube und dein Gegner setzt plötzlich. Es schlägt dich eigentlich kaum ein sinnvolles Blatt, allenfalls JT. Deshalb siehst du dich hier ganz klar vorn und willst so viel Geld wie möglich in den Pot bringen. Nach seinem Einsatz von $7 kannst du All-In gehen.
Seinen Einsatz nur mitzugehen, ist unklug. Er blufft selten, sondern hat oft wirklich etwas. Selbst einen Straightdraw wird er nur ungern weglegen. Am River können aber noch ein paar unschöne Karten kommen, wie z.B. eine Zehn. Stell dein Geld am besten jetzt in die Mitte, denn jetzt ist die perfekte Gelegenheit dafür.
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Du bist im BU
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Hier hast du am Flop ein Slowplay betrieben. Nachdem der Gegner am Turn schiebt, musst du natürlich setzen. Der Pot soll schließlich größer werden. Hätte dein Gegner in der selben Größenordnung gesetzt, hättest du nur mitgehen können. Wäre der Einsatz kleiner gewesen, wäre eine Erhöhung gut, da du ja bis zum River alles Geld in der Mitte haben möchtest.
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Du bist im BU
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Hier triffst du nun am Turn deinen Flush. Es ist nicht ganz verkehrt, noch einmal nur mitzugehen, da du wenigstens von Flushdraws nicht mehr geschlagen werden kannst. Dennoch ist eine Erhöhung besser, da du ja noch alles Geld von ihm haben willst.
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Du bist im BU
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Hier ist es sehr grenzwertig. Du kannst dir nicht sicher sein, ob du am River noch einmal Geld von deinem Gegner bekommst. Nur mit einem Flushdraw allein ist es stark angeraten, an dieser Stelle wegen der fehlenden Pot Odds auszusteigen.
Da du in diesem speziellen Beispiel zusätzlich zu deinem Flushdraw noch einen Straightdraw hast, ist das Mitgehen okay. Wäre die Turnkarte die Kreuz-Zwei oder sogar die Karo-Sieben, die ein Full House möglich macht, müsstest du unbedingt aussteigen.
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Du bist im BB
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In diesem Beispiel hast du dich am Flop für einen Einsatz entschieden und ein Spieler, der nicht der Aggressor war, geht mit. Da der Bube nicht sinnvoll mit den Karten verbindet, mit denen dein Gegner am Flop mitgegangen sein kann, liegst du womöglich immer noch vorne.
Dein Gegner kann ein kleineres Paar oder einen Draw halten. Du kannst es dir nicht erlauben, diesen Blättern eine kostenlose Riverkarte zu geben. Zudem weißt du nur, woran du bist, indem du setzt.
Daher setzt du auf jeden Fall. Erhöht er, bist du draußen. Geht er mit, steht dir am River noch einmal eine Entscheidung bevor. Wäre die Turnkarte ein Pik oder ein Ass, könntest du dir den Einsatz hingegen sparen. Es wäre dann zu wahrscheinlich, dass diese Karte deinem Gegner geholfen hat.
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Du bist im BU
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Auch hier ist es knapp. Weißt du von deinem Gegner, dass er sehr viele Showdowns sieht und wenig weglegt, kannst du noch einmal setzen. Gegen einen besseren Gegner bist du meist geschlagen. Er würde ohne Position mit einem Draw nicht nur mitgehen und hält daher meist eine gemachte Hand.
Das nächste Problem ist, dass er gemachte Blätter, die du schlägst, oft einfach weglegt, solche, die dich schlagen, aber nicht. Also schiebst du und schaust dir den River an, um dort eine erneute Entscheidung zu treffen.
Wie spielst du am River?
In der letzten Setzrunde hat sich immer noch nichts geändert. Hast du eine starke gemachte Hand, spielst du aggressiv. Wertlose Blätter und Draws, die nicht angekommen sind, gibst du auf.
Einzig die mittelstarken gemachten Hände bereiten dir wieder etwas Kopfzerbrechen. Wie du spielst, hängt von der Action in den vorherigen Setzrunden ab.
Wenn du die Möglichkeit hast, ohne einen weiteren Einsatz zum Showdown zu kommen, dann nutze sie. Wenn du setzt, anstatt dir den Showdown anzusehen, passiert das, was wir schon für den Turn besprochen hatten: Du verwandelst dein Blatt viel zu häufig in einen Bluff. Es gibt schließlich kaum schlechtere Blätter, die dich ausbezahlen. Das ist nur der Fall, wenn du eine starke gemachte Hand hältst.
Jetzt ist die Frage, wie du vorgehst, wenn dein Gegner setzt und du bist in Position auf ihn. Verlief die Runde so, dass du am Turn gesetzt hast, er mitgegangen ist und jetzt am River plötzlich setzt, dann gib lieber auf, außer der Einsatz ist sehr klein. Du bist zu selten vorn bei dieser Spielweise.
Anders sieht es aus, wenn die Runde so verlief: Dein Gegner hat am Flop gesetzt und du bist mitgegangen. Am Turn schiebt ihr beide. Am River setzt er. Wenn der Einsatz nicht zu hoch ist, also etwa die halbe Potgröße oder weniger beträgt, dann geh mit. Bei höheren Beträgen musst du schon wieder zu oft vorne liegen, um ein Mitgehen profitabel werden zu lassen.
Hast du keine Position auf deinen Gegner, sondern er auf dich, dann gibt es mehrere Möglichkeiten. Hast du am Flop gesetzt oder erhöht und auch am Turn gesetzt, dann ist es unwahrscheinlich, dass dein Gegner noch einmal mit schlechteren Karten einen Einsatz mitgeht oder selbst setzt. In diesem Fall schiebst du einfach. Setzt dein Gegner, kannst du relativ bedenkenlos aussteigen.
Habt ihr am Turn hingegen beide geschoben, dann ist es besser, am River noch einmal einen kleineren Einsatz von etwas weniger als halber Potgröße zu bringen. So verhinderst du einen größeren Einsatz seitens deines Gegners und wirst vielleicht noch von schlechteren Blättern ausbezahlt.
Das nennt man eine Blockbet. Wenn er erhöht, bist du auf jeden Fall hinten und somit draußen.
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Du bist im SB
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Keine schöne Riverkarte. Dennoch solltest du hier selbst alles Geld in die Mitte bringen. Du hast noch $11 am Tisch und der Pot ist schon $28 groß. Schiebst du, wird dein Gegner kaum noch mit einem schlechteren Blatt setzen und selbst wenn er setzt, kommst du hier nicht mehr aus dem Pot. Er kann aber gut mit einem schlechteren Blatt deinen Einsatz mitgehen.
Diese Situation nennt man im Pokerjargon ein negative Freeroll. Kommt am River eine Karte, die deinem Gegner gut ein besseres Blatt beschert haben kann, dein Blatt ist aber so stark und der Pot so groß, dass du auf jeden Fall ein All-In deines Gegners mitgehen würdest, dann setze selbst.
Schiebst du nur, kann dein Gegner mit all seinen schlechteren Blättern, die dich ausbezahlt hätten, ebenfalls schieben und kostenlos den Showdown sehen. Mit besseren Blättern wird er aber setzen und du musst ihn ausbezahlen.
Immer wenn in einem großen Pot ein Draw am River ankommt und du so oder so nicht mehr von deinen Karten loskommst, dann setze selbst.
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Du bist im BU
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Hier sieht die Situation anders aus. Am Flop und am Turn hast du ein Slowplay betrieben und bist die gegnerischen Einsätze mitgegangen. Du hast also noch nicht viel über deine Karten verraten. Dein Gegner kann auch gut und gerne eine mittelmäßiges Paar Asse bei dir vermuten. Am River kannst du nun erhöhen.
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Du bist im BU
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Die Situation ist einfach. Schon am Turn war es grenzwertig, den Einsatz mitzugehen. Am River kannst du aber nichts vorweisen. Dir bleibt zwangsweise nur eine Möglichkeit: Aussteigen.
Würde dein Gegner schieben, solltest du das auf keinen Fall als Einladung für einen Bluff sehen. Bluffe niemals in der oben gezeigten Situation. Deine Spielweise sieht schon stark nach dem Flushdraw aus und du kannst am River kaum ein gutes Blatt repräsentieren.
Hier mit seinem nicht angekommenen Flushdraw zu bluffen, ist einer der schwerwiegendsten Fehler, den Spieler auf den kleineren Limits begehen. Wenn du Pech hast, schiebt dein Gegner sogar in der Absicht, dich zu einem Bluff zu animieren. Die Situation ist nämlich perfekt für einen so genannten "Check/Call for Bluffinduce". Fall nicht darauf herein!
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Du bist im BB
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Bei dieser Riverkarte bleibt dir kaum etwas, als zu schieben. Zwar sind bis auf zwei Gutshots keine Draws angekommen, aber deswegen noch einmal zu setzen, hat keinen Sinn. Schlechtere Blätter gehen nicht mit, bessere geben nicht auf.
Die wenigsten Gegner auf den kleinen Limits setzen hier am River noch einmal, wenn sie zweimal mit einem Draw nur mitgegangen sind. Setzt dein Gegner, wird er dich in den meisten Fällen geschlagen haben. Sofern er nicht sehr sehr wenig setzt, steigst du deshalb aus.
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Du bist im BU
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Die Herz-Zwei ist keine gute Karte für deinen Gegner, um zu bluffen. Er hat in einer solchen Situation tatsächlich öfter eine starke gemachte Hand, also ein Paar, das nun zum Full House geworden ist.
Ohne weitere Informationen über den Gegner solltest du hier immer aussteigen. Er hat zu oft ein besseres Blatt. Hätte er hingegen geschoben, könntest du noch einmal einen kleinen Einsatz von halber Potgröße bringen, denn so schlecht ist dein Blatt nun auch wieder nicht.
Zusammenfassung
Wie man es dreht und wendet, in Texas Hold'em vor dem Flop eine Erhöhung mitzugehen, ist selten eine gute Idee. Das Spiel lebt von Aggressivität. Du machst Gewinne, wenn du konsequent aggressiv und gute Karten spielst.
Allerdings gibt es Ausnahmen, in denen es doch profitabel ist, eben doch eine Erhöhung mitzugehen. Dann aber bist du immer darauf aus, ein wirklich starkes Blatt zu treffen. Gehst du mit einem Paar vor dem Flop eine Erhöhung mit, dann spekulierst du fast ausschließlich auf den Drilling.
Mach auf keinen Fall den Fehler, dich in dein Blatt zu verlieben, wenn es nach dem Flop nur ein schwaches Überpaar ergibt. Das ist nicht die Sorte Spielsituation, die du suchst und die dir großartigen Profit einbringt. Eher noch wirst du dir viel Ärger und Kopfzerbrechen einhandeln, wenn du nicht sehr schnell lernst, wie du mittelstarke Blätter weglegst.
Der letzte Artikel dieser Einführungsreihe in die Bigstackstrategie behandelt nun die Spielsituation, in der niemand vor dem Flop erhöht hat.
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