Preflop: Blindsteals - Wie an die Gegner anpassen?
Einleitung
In diesem Artikel
- Wie du dein Openraising-Range im BU anpasst
- Wie du dein Openraising-Range im SB anpasst
- Wann du openlimpen kannst
Die Blinds sind der Grund, warum es bei Texas Hold’em überhaupt Action gibt. Ohne Blinds könnte einfach jeder Spieler auf AA warten und es käme kein Spiel zustande. Die Blinds geben überhaupt erst eine Motivation, preflop Geld in die Mitte zu schieben, weil sie eigentlich das primäre Angriffsziel eines Openraises sind.
Somit stellt zunächst jedes Openraise einen Angriff auf das Geld dar, was durch die Blinds bereits im Pot ist. Per Definition hat es sich eingebürgert, dass man bei einem Openraise vom Cutoff oder von späterer Position von einem so genannten Blindsteal spricht.
Blindsteals gegen zufällige Hände
Am Openraising-Chart (ORC) siehst du, dass deine Handrange für ein Openraise vom Cutoff bis zum SB massiv ansteigt. Während du am Cutoff gemäß Chart 25% deiner Starthände raist, sind es am Button ca. 38% und im SB sogar ca. 60%.
Als Grundvoraussetzung für ein Openraise gilt ja eigentlich, dass du dir gegen alle Hände hinter dir, welche als random Hand zu betrachten sind, einen positiven Erwartungswert gibst. Dieser setzt sich aus der Equity gegen Hände hinter dir, deiner Position und der Playability deiner Hand zusammen. Die Kombination dieser Faktoren entscheidet, ob eine Hand bis zum Showdown mit einem positiven Erwartungswert spielbar ist. In der Regel hat eine Hand, die im ORC gelistet ist, auch ein Equityedge gegen dahinter folgende Hände.
Aber nicht jede Hand im Openraising-Chart hat eine EQ-Edge gegen eine zufällige Hand. Ab dem Button und besonders im SB tauchen auch Hände im ORC auf, die keine echte EQ-Edge gegen random Hands mehr haben. Die Hand T4 suited ist zum Beispiel im Chart unter SB aufgelistet. Sieht man sich aber im Equilator die Equity gegen eine random Hand anschaut, ergibt sich folgendes Bild:
Equity Gewonnen UnentschiedenVerloren Hand
Spieler 1: 46,530% 44,204% 4,653% 51,143% T4s
Spieler 2: 53,470% 51,143% 4,653% 44,204% Zufall
T4s hat gegen eine random Hand nur 46,5% EQ. Warum raist man out of Position eine Hand, die nicht einmal gegen eine random Hand eine EQ-Edge hat und riskiert sogar noch eine 3-Bet? Der Grund ist, dass du deinen Small Blind bereits investiert hast, den du kampflos aufgeben würdest. Außerdem könnte der Gegner seinen Big Blind auch folden und du gewinnst den Pot noch vor dem Flop. Die Foldequity, die durch ein Raise erzeugt wird, rechtfertigt dabei ein Raise mit einer Hand, die keine EQ-Edge hat. Selbst wenn im Mittel der Erwartungswert eines Raises leicht negativ ist, kann dabei aus dem SB ein Openraise sinnvoll sein, sofern der EV höher ist als bei einem Fold.
In diesem Artikel wollen wir uns im Wesentlichen vier Fragen zu einem Openraise widmen:
- Wie passt du deine Openraising-Range an, wenn du keine Foldequity der Blinds hast?
- Wie passt du deine Openraising-Range an, wenn du einen sehr aggressiven SB hinter dir hast?
- Wie passt du deine Openraising-Range an, wenn du eine überdurchschnittlich hohe Foldequity der Blinds hast?
- Unter welchen Voraussetzungen kannst du im SB auch mal openlimpen?
Wie passt du deine Range an?
In Kurzform sieht die Anpassung deiner Range folgendermaßen aus:
- Keine Foldequity -> tighter Raisen, im SB gegen Loose passive Gegner einen Openlimp in Erwägung ziehen
- Viel Foldequity -> looser raisen
- Sehr aggressive Blinds = hohe 3-Bet-Gefahr -> tighter Raisen
- Loose passive Big Blind -> Openlimping mit bestimmten Händen
Diese Handlungsanweisungen setzen voraus, dass du eine Ahnung hast, wie hoch die Foldequity und die 3-Bet-Freudigkeit der Blinds ist. Aber woher weißt du überhaupt, welche Foldequity du bei einem Stealraise hast? Oder wie hoch die Gefahr einer 3-Bet ist? Wie so oft kann man hierbei nicht in die Köpfe der Gegner hineinschauen, aber es gibt zumindest einige Anhaltspunkte, die dir Hinweise auf die Foldequity geben können.
Ein guter Anhaltspunkt zur Bewertung der Foldequity ist der Elephant/Pokertracker-Wert Fold Big Blind to Steal. Dieser Wert gibt an, wie oft der Gegner gegen ein Stealraise, also ein Openraise vom CO oder Button, seinen Big Blind foldet. Mehr Informationen dazu findest du hier: Shorthanded-Stats - Empfehlungen für Small Stakes Hold'em
Die meisten TAGs haben dort einen Wert zwischen 45-55%. Auch wenn dieser Wert nicht explizit angibt, wie oft der Gegner gegen ein Raise in einer spezifischen Situation foldet, kann man folgende Annahmen treffen:
- Hat der Gegner einen sehr geringen Fold BB to Steal (<40%), so hast du weniger Foldequity, als nach dem ORC angenommen.
- Foldet der Gegner seinen BB gegen ein Steal signifikant höher (>60%) so hat man bessere Chancen auf einen Fold als angenommen.
Sei hier aber auf der Hut, dieser Wert ist erst ab einer Samplesize von mehr als 1000 Händen einigermaßen aussagekräftig.
Oft hast du nicht die erforderliche Samplesize, um eine signifikante Aussage bezüglich des Fold BB to Steal bekommen. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, die Foldfreudigkeit der Blinds einzuschätzen.
Gegner ist ein Fisch: Der VP$IP ist auch schon nach relativ wenigen Händen aussagekräftig. Wenn ein Gegner nach beispielsweise 100 Händen einen VP$IP von 65% hat, so kann man davon ausgehen, dass er im BB nahezu keine Hand für eine SB folden wird.
Gegner ist ein Rock: Hier kann man den Umkehrschluss ziehen. Wenn jemand in einem 6max-Game einen VP$IP von z.B. nur 18% hat, so kannst du von einer erhöhten Foldequity bei einem Stealraise ausgehen.
Stell dir vor, du raist mit AA vom Button, der BB callt. Du bettest alle Streets durch, gewinnst die Hand auf einem 99862 Board und der Gegner zeigt dir 63o. Wenn der Gegner also schon eine der schlechtmöglichsten Hände wie 63o gegen ein Stealraise defendet, kannst du davon ausgehen, dass er im Big Blind gegen ein Stealraise jede Hand callt und deine Foldequity Null ist.
Die 3-Bet-Gefahr lässt sich wiederum direkt vom Preflopraise-Wert (PFR) ableiten. Hat ein Gegner einen explizit hohen PFR (>25%), so kannst du davon ausgehen, dass er auch gegen Buttonraises im SB mehr 3-Betten wird als ein TAG. In der Preflop-Matrix im Heads-up-Display des Pokerstrategy Elephants kannst du sogar am Tisch explizit anzeigen lassen, wie häufig ein Gegner aus welcher Position 3-bettet.
Nachdem wir nun geklärt haben, welche Informationen du beim Stealraise berücksichtigen solltest, wollen wir nun angehen, wie du dieses Wissen konkret in dein Preflopspiel einbauen kannst.
Wie passt du deine Openraising-Range am Button an?
Generell haben die meisten Hände, die du vom Button openraist, eine EQ-Edge gegen eine random Hand. Da aber am Button noch zwei Gegner hinter dir kommen, sind besonders K8o, K7o, Q6s, K3s-K2s die Hände, die besonders grenzwertig sind, da sie geringe bis schlechte Playability haben.
Mit A high hast du eventuell Showdownvalue. Mit Q9o oder JTo hast du hingegen eine passable Playability, zwar keinen SD-Value, aber du kannst gute Draws treffen und kannst vor allen Dingen den Wert von Outs auf deine Holecards besser abschätzen.
Somit wirst du mit K7o und K8o und auch Q6s am Flop auf ein Checkraise oder auf eine Bet, falls SB 3-betten sollte, direkt folden müssen, ohne zu wissen, ob es vielleicht die beste Hand war. Auch die Suitedness von Q6s steigert die Playability nur marginal, weil du nach einem Buttonraise fast immer Heads-up am Flop stehst, was den Wert der Suitedness senkt.
8
/ K
7
/ Q
6
/ K
2
1) SB is (38/25/2,2/42) (VP$IP, PFR, AF, WTS), BB Fisch
Hero folds - Hier kommen direkt beide negativen Faktoren zum Tragen: ein BB, der als Fisch fast keine Hand folden wird, und ein SB, die sehr 3-bet-freudig aussieht und dies vielleicht auch gern mit 76s und ähnlichen Händen macht. Durch die schlechte Playability deiner Hand solltest du dich gar nicht erst in so eine Situation begeben und deine Hand preflop folden.
Tipp: Siehst du beim BB preflop keine Foldequity, solltest du einen Blick auf sein Postflopspiel werfen. Bemerkst du, dass er am Flop zu fit or fold neigt, so kannst du auch gegen ihn normal nach Chart raisen. Bedenke aber, dass solche Gegner eher selten anzutreffen sind und du einen entsprechenden Read benötigst.
2) SB TAG, BB TAG
Hero raises - Gegen zwei TAGs hast du eine realistische Chance, dass beide folden. Außerdem wirst du auch seltener Kopfschmerzen durch 3-Bets bekommen, so dass du deine Hand hier raisen solltest.
3) SB unknown, BB (21/15/1,6/39)
Hero raises - Durch den Rock im Big Blind hast du eine gute Chance, die Hand ohne Flop zu gewinnen. Gegen unknown im SB solltest du auch keine Anpassungen vornehmen und einfach nach Chart spielen.
4) SB und BB unknown
Hero raises - Ohne Informationen über deine Gegner solltest du generell einfach nach Chart spielen. Abweichungen nimmst du nur vor, wenn du Informationen hast, die dich evt. vom Raisen abhalten werden.
5) SB (42/14/0,9/44), BB (47/19/1,7/41)
Hero raises or folds - In diesem Spot betreten wir langsam aber sicher die absolute Grenzregion. Die Gegner sind zwar nicht übermäßig aggressiv, aber scheinen auch nicht foldfreudig. Hier eine Hand wie K7o zu spielen, dürfte vom EV gegen +-0 tendieren. Und wenn der EV von Raise und Fold hier einerlei ist, macht es im Großen und Ganzen keinen Unterschied, was du in diesem Spot tust. Der einzige Unterschied ist die Varianz, die durch ein Raise natürlich höher als bei einem Fold ist. Du kannst hier also selbst entscheiden, ob du deiner Bankroll größere oder kleinere Swings bescheren möchtest.
Folgende Hände sind am Button mit Vorsicht zu genießen: K7o, K8o, K2s, K3s und Q6s. Falls die Bedingungen schlecht sind, solltest du diese Hände lieber folden.
K9o, Q7s und K4s+ sind hingegen immer gut genug für ein Openraise am Button.
Spezielle Anpassung bei einer 1/3 SB Struktur
In diesem Fall solltest du K7o und K8o und Q6s, K2s, K3s als Standard am Button folden, es sei denn, die Blinds sind besonders foldfreudig. Da du mit einem Steal weniger gewinnen kannst, solltest du auch weniger beim Stealen riskieren.
Spezielle Anpassung bei einer 2/5 SB Struktur
Bei dieser Blindstruktur solltest du K7o am Button folden, aber sonst normal nach ORC spielen.
Bisher haben wir geschrieben, dass du etwas tighter am Button raisen solltest, wenn du keine Foldequity der Blinds und/oder eine hohe Gefahr für eine 3-Bet siehst. Es kann natürlich auch vorkommen, dass die Blinds besonders tight sind. In diesem Fall kannst du natürlich im Umkehrschluss am Button auch etwas looser raisen.
Hero is Button with 65s, 54s, 43s, 86s, 75s, T9o
SB TAG, BB Rock (21/15/1,8/40/FoldBB 65)
Wenn vom SB keine besondere 3-Bet/Gefahr ausgehst und du beim BB eine überdurchschnittlich hohe Foldequity siehst, kannst du besonders suited Connectors oder One-Gapper, die laut ORC zu schwach für ein Raise sind, am Button openraisen. Generell solltest du diese loosen Raises nur mit Händen mit guter Playability machen, da du dich so im Falle von Gegenwehr am Flop eher in komfortableren Situationen befindest, in denen du besser weißt, wo du stehst.
Spielst du gegen tighte Blinds, solltest du mit suited Connectors oder One-Gapper sowie T9o etwas looser als im ORC am Button raisen. Du solltest hierbei den Bogen aber nicht überspannen, denn die Gegner werden auch oft genug Hände haben, die sie spielen wollen. Sollte dies der Fall sein, willst du am Flop wenigstens mit einer einigermaßen spielbaren Hand dastehen.
Wie passt du deine Openraising-Range im Small Blind an?
Im Small Blind beträgt die Openraising-Range nach ORC etwa 60% deiner Hände. Du hast im Gegensatz zum Button nur noch einen Gegner hinter dir und hast bereits einen Einsatz in Form des Small Blinds erbracht. Viele Hände in deiner Range haben nun keine Equityedge mehr gegen eine random Hand.
Wenn du nun gegen Gegner unterwegs bist, die keinerlei Hände im Blindwar folden oder gar gern die Finger am Raise-Button haben, kannst du dir schnell eine blutige Nase holen, wenn du zu loose im SB openraist. Auch hier ist natürlich der Umkehrschluss möglich, dass du gegen einen zu tighten BB noch looser raisen kannst.
5
(47% EQ vs Random)
Du hast hier eine Hand ohne Equityedge gegen eine random Hand. Außerdem müsstest du postflop mit schlechter Playability out of Position weiterspielen.
a) BB is (53/11/1,1/42/FoldBB 13)
Hero folds - Gegen einen loose passiven Spieler wie hier wirst du preflop kaum Foldequity erzeugen können. Postflop wirst du dann oft bet Flop und bet Turn spielen, weil du nach einem Flopcall dennoch die Hoffnung hast, er könnte eine bessere Hand folden. Oft wirst du dennoch gecallt und feuerst am River eine 3rd Barrel oder gibst die Hand auf, um dir dann K high am Showdown zeigen zu lassen.
Hinzu kommt, dass du mit J5o auch nur selten Monster bekommen kannst, die dir gegen schlechte Gegner große Pötte bringen. Gerade gegen Fische ist die größte Edge eines TAGs, dass er sich in Situationen begibt, die schon preflop eine Edge aufweisen. Du solltest Situationen vermeiden, in denen du automatisch als Außenseiter ins Rennen gehst und obendrein oop eine schlechte Playability hast. Darum solltest du hier folden.
b) BB is (24/18/2,4/37/FoldBB 50)
Hero raises - Gegen einen TAG hast du wiederum Foldequity. Darum ist ein Raise hier profitabel.
c) BB is (38/24/2,2/41/FoldBB 29)
Hero folds - Hier hast du nicht nur geringe Foldequity, sondern auch noch eine hohe 3-Bet-Gefahr. Der Gegner wird auch vielleicht gern 76s preflop 3-betten und du läufst sogar noch Gefahr, postflop die beste Hand folden zu müssen, ohne etwas dagegen machen zu können. Gerade gegen LAGs solltest du preflop im SB tighter raisen.
d) BB is (45/14/1,7/35/FoldBB 34)
Hero raises or folds - Hier befinden wir uns nun im Grenzbereich. Du hast wenig Foldequity, dafür aber einen Gegner, der nicht sehr showdownbound ist und am Flop oder auch am Turn noch folden könnte. Der EV eines Raises dürfte hier gegen 0 gehen, so dass es relativ egal ist, ob du raist oder foldest.
Bei geringer Foldequity und/oder hoher 3-Bet-Gefahr solltest du im SB besonders die Hände mit schlechter Playability tighter openraisen. Dies betrifft besonders Q high und J high mit schlechtem Kicker, die eine besonders schlechte Playability haben.
Q4o, Q5, J5o, J6o und T6o solltest du unter diesen Voraussetzungen folden. Auch bei suited Händen mit Q oder J high kannst du den erforderlichen Kicker um ein bis zwei Karten nach oben setzen, da die Suitedness in Blindwars eine geringer Rolle spielt als in Multiwaypötten.
Hände mit besserem Straightpotenzial und damit besserer Playability solltest du hingegen nach wie vor nach Chart spielen.
Hero is SB with 7
BB is (21/13/1,9/35/FoldBB 65)
Hero raises - Diesmal haben wir den umgekehrten Fall. Einen Rock in der BB. Damit hast du eine hohe Foldequity und geringe 3-Bet Gefahr. In diesem Fall kannst du auch Hände raisen, die nach ORC ein Fold wären, da die erhöhte Foldequity die schlechte Equity deiner Hand überkompensieren.
Hast du Grund zu der Annahme, dass dein Gegner zu tight seinen BB defended kannst du looser im SB openraisen. Gegen Rocks kannst du aus der SB nahezu jede Hand openraisen. Bei einer Foldequity von >66% wäre ein Raise sogar +EV, wenn deine Hand eine Equity von Null hätte. Dies ist natürlich nicht realistisch, soll aber zeigen, dass du bei passabler Foldequity auch die schlechtesten Hände profitable im SB openraisen kannst.
Szenario : Hero is SB with 5

a) BB is (34/25/2,3/42/FoldBB 20)
Hero folds - 54s sieht ganz nett aus, hat aber keine gute Equity gegen eine random Hand. Gerade wenn du keine Foldequity und obendrein noch eine hohe 3-Bet-Gefahr hast, willst du nicht unbedingt oop gegen die Wand rennen. Darum solltest du preflop folden.
b) BB is (22/14/2,0/37/FoldBB 61)
Hero raises - Hier gilt das gleiche wie oben mit 75o gezeigt. Der Big Blind ist zu tight und wird darum auf jeden Fall looser als nach ORC geraist.
c) BB is (53/06/0,8/39/FoldBB 18)
Hero openlimps - Nun zum Sonderfall. Du hast keine Foldequity, aber dennoch eine Hand mit sehr guter Playability. Du hast Potenzial und kannst Straights und Flushes machen, was dir postflop vielleicht mal einen großen Pot bescheren kann. Außerdem scheint dein Gegner hier deutlich träge bei der Bedienung des Raise-Buttons zu sein.
Da du für einen Openlimp Pot Odds von 3 zu 1 hast, solltest du diese Hand einfach nur limpen, um einen günstigen Blick auf den Flop zu riskieren. Selbst wenn du am Flop stets eine Autobet machst, ist diese profitabler als ein Openraise. Eine Autobet am Flop kostet das gleiche wie ein Openraise, hat im Gegensatz zum Preflopraise aber Foldequity. Bedenke aber, dass eine Autobet am Flop gegen einen Fisch nicht immer das beste Spiel ist. Schau dir dazu den Gold-Artikel
Wie spielst du in unraised Pots? an.
Falls das Raise dann wider Erwarten doch kommen sollte, ist es auch keine Schande, deine Hand dann zu folden. Ein Raise aus dem BB gibt dir Pot Odds von 3 zu 1. Dies sind die gleichen Pot Odds, die du beim Defenden deines Big Blinds bekommen würdest. Du bräuchtest hier ca. 35% Equity, um deine Hand callen zu können. Gingen wir davon aus, dass der Gegner aber nur die Top 10% seiner Hände raist, hättest du gegen diese Range nur 32% Equity. Somit ist limp/fold gegen gewisse Gegner durchaus eine spielbare Line, auch wenn es komisch aussieht. Diese Line kommt besonders bei einer 2/3 SB Struktur oft vor, weil du dann wegen der guten Odds deine Standards für einen Openlimp deutlich senken kannst. Folglich stehst du aber gegen ein Raise dann noch schlechter da als mit 54s, so dass limp/fold noch klarer werden kann, wenn ein loose passiver Gegner plötzlich aufwacht.
Fazit
Das ORC stellt das Fundament des Preflopspiels dar. Da aber ein Chart nicht explizit auf verschiedene Gegnertypen eingehen kann, musst du gerade bei Stealraises eine gewisse Flexibilität an den Tag legen, wenn du bestimmte Reads auf deine Gegner hast. In diesem Artikel wurde dir gezeigt, auf welche Reads du achten solltest und wie du deine Openraising-Ranges deinen Reads entsprechend anpassen kannst.
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