Standardlines: Wie spielst du in unraised Pots?
Einleitung
In diesem Artikel
- Bluffinduce geht vor Protection
- Alle Lines Heads-up out of Position und in Position
- Das Spiel im 3-handed Pot
Als TAG eröffnest du den Pot in einem Shorthanded-Game fast immer mit einem Raise. Trotzdem wirst du dich auch gelegentlich im unraised Pot wiederfinden, da selbst auf höheren Limits immer noch viele Gegner openlimpen und overlimpen. Du bekommst ein Freeplay im Big Blind, kannst in anderen Situationen nach 2 Callern profitabel overlimpen oder den Small Blind completen.
Ein Wort zu Standardlines
In der Bronze-Sektion wird dieses Thema im Artikel über Standardlines angesprochen. Die Standardline im HU im unraised Pot ist, ungeachtet der eigenen Karten den Flop zu betten und am Turn, je nachdem wie brauchbar die eigene Hand ist, noch einmal zu betten oder die Hand aufzugeben.
Der Grund dafür ist, dass dieser Bluff in nur ca. 1/3 der Fälle erfolgreich sein muss, um einen positiven Erwartungswert zu haben (Die genaue Prozentzahl hängt davon ab, ob der Small Blind Preflop gefoldet hat und – falls ja - welche SB-Struktur vorliegt). Da der Gegner meist auch nichts getroffen hat, kann man diese Foldequity als realistisch betrachten.
Das Spielen dieser Standardline ist in vielen Situationen auch gut, aber noch perfektionierbar, denn mit einer Spielweise +EV zu spielen, bedeutet ja nicht, dass so der maximale EV erreicht wird. Um dein Spiel im unraised Pot zu optimieren, solltest du in der Lage sein, Situationen zu erkennen, in denen andere Lines als die Standardbet eine bessere Spielweise darstellen.
In diesem Artikel werden alle sinnvollen Lines, die in einem unraised Pot spielbar sind, behandelt. Du lernst hier, wie du unter Berücksichtigung deiner Handstärke, der Gegner und des Boards die Line wählst, die dir den größten Erwartungswert beschert. Dabei wird auch beachtet, dass deine Lines balanced sind und dein Gegner nicht anhand deiner Line deinen Handtyp erraten kann.
Wie spielst du Heads-up?
Da du selbst kein Openlimping betreibst (einzige Ausnahme: Openlimp im SB gegen passive Fische), findest du dich im Heads-up im unraised Pot eigentlich nur im Big Blind wieder. Abhängig davon, ob der Limper von UTG-BU oder aus dem Small Blind kommt, spielst du postflop in Position (IP) oder out of Position (OOP).
Du bist Heads-up out of Position
Die Autobet OOP ist, wie gesagt, dann profitabel, wenn der Gegner in ca. 1/3 der Fälle foldet. Das mag im Durchschnitt für alle Gegner zutreffen, was es auch zu einer legitimen Standardline macht, aber es gibt auch Gegner, die sich um Pot Odds und Odds und Outs wenig kümmern und am Flop nahezu keine Hand folden. Gegen solche Gegner hat es dann keinen Sinn, Geld in den Pot zu investieren und sie für ihre schlechte Spielweise noch zu entlohnen.
Um einen entsprechenden Read zu bekommen, ist der Went to Showdown ein hilfreicher Maßstab. Er ist allerdings nur eingeschränkt nützlich, da er lediglich angibt, wie oft ein Gegner zum SD geht, wenn er den Flop sieht, nicht aber ob er bevorzugt am Flop, Turn oder River foldet.
Trotzdem solltest du eher geneigt sein, gegen Gegner mit hohem WTS den Flop Check/Fold zu spielen.
Eine genauere Angabe macht der Pokerace-Wert Fold to Flopbet. Dieser braucht allerdings wie der WTS eine große Samplesize, um aussagekräftig zu sein und macht außerdem keinen Unterschied zwischen einem raised und einem unraised Pot. Es kann sein, dass der Gegner gegen Raises sehr weak am Flop spielt, eine Bet im unraised Pot aber immer callt.
Genau wie der WTS ist aber auch ein geringer Fold to Flopbet-Wert (z.B. weniger als 25) ein Grund, Check/Fold zu spielen. Die meisten TAGs haben da einen Wert von 30-35%.
Noch wichtiger als die Stats zu betrachten (oft hat man z.B. keine brauchbare Samplesize), ist es einen Tableread zu bekommen, den Gegner also in vergleichbaren Situationen zu beobachten.
Neben dem Gegnertyp ist außerdem die Boardtextur zur Abschätzung der Foldequity wichtig. Je mehr Lowcards es bietet und je mehr Draws möglich sind, desto geringer ist meist die Foldequity, da der Gegner öfter zwei Overcards hält, die er nicht folden mag. Auf trockenen Boards mit einer Highcard wird der Gegner eher auf eine Flopbet folden.
- Hoher WTS des Gegners
- Niedriger Fold to Flopbet des Gegners
- Drawlastiges Board
- Lowcard Board
Villain: 40/10/1.5/45 (VP$IP / PFR / AF / WTS)
Preflop: Hero is BB with J
UTG calls, Hero checks.
Flop: 3


Hero checks, UTG bets, Hero folds.
Hier hat der Gegner fast immer zwei Overcards oder einen Gutshot gefloppt, wenn er kein Pair hat. Daher wird er selten direkt folden, da er annimmt, vorne zu liegen oder mindestens 6 Outs zu haben. Eine Flopbet erzielt zu wenig Foldequity, daher solltest du die Hand direkt aufgeben.
Schon alleine aus Balancing-Gründen musst du die Line Check/Raise im Repertoire haben, wenn du auch Check/Fold spielst. Sonst kann der Gegner immer profitabel den Flop betten, wenn du checkst. Er weiß, dass du auf eine Bet immer foldest, wenn du checkst.
Diese spieltheoretische Tatsache spielt in der Praxis allerdings keine übergeordnete Rolle, weil Gegner, die openlimpen, oft nicht in der Lage sind, sich korrekt an dein Spiel anzupassen und dich zu exploiten. Aber auch ungeachtet dieses Aspektes kann ein Checkraise am Flop im unraised Pot oft die beste Spielweise sein.
Genau wie viele TAGs machen auch andere Gegner IP eine Autobet auf einen Check. Das kannst du natürlich mit einem Checkraise ausnutzen.
Falls der Gegner sogar mit seiner gesamten Range den Flop bettet und weiterhin in der Lage ist, auf ein Checkraise (C/R) hoffnungslose Hände direkt zu folden, könntest du profitabel den Flop mit any two Cards Check/Raise spielen.
Während wir mit einer eigenen Autobet oft aus dem Pot geblufft werden (und sei es nur mit einem Call), gewinnst du mit einem C/R den sogar größeren Pot und läufst weniger Gefahr, selbst geblufft zu werden, da ein C/R wesentlich mehr Respekt einflößt als eine einfache Bet, die als Autobet angesehen werden könnte. Der C/R ist also als (Semi-)Bluff besonders dann geeignet, wenn der Gegner aggressiv genug ist, um selbst eine Autobet zu machen, aber wiederum nicht übertrieben aggressiv ist, dass er trotz eines C/R zu Rebluffs neigt.
Gut sind natürlich Boards, auf denen die meisten Hände der gegnerischen Range kein Pair und nicht viele Outs haben, also möglichst drawless und mit mindestens einer Highcard.
Aber von den Bluffs abgesehen ist deine Hauptintention mit C/R Flop natürlich Value. Im Wesentlichen lassen sich dabei 2 Intentionen zusammenfassen:
- Du spielst C/R, um wenigstens eine SB als Bluff vom Gegner einzusacken. Entweder for Value, indem du eine made Hand hast, mit der du runtergecallt werden willst, oder als Bluff, indem du mit einem C/R eine Extrabet durch seinen Bluff mitnehmen willst.
- Du checkst den Flop, um dem Gegner neben der Chance einer Bluffbet auch die Chance zu geben, am Turn eine zweitbeste Hand zu treffen, die dich ausbezahlen könnte. Somit kann C/R Flop auch gegen weake Spieler, die nicht unbedingt bluffbetten werden, die beste Spielweise sein.
Da der Pot sehr klein ist, überwiegt somit der Value der extra SB am Flop für einen Bluff oder wenn der Gegner Calldown spielt, bzw. von 2 BB, wenn der Gegner am Turn trifft, über das Risiko einer Freecard.
Wenn du mit einer made Hand am Flop C/R spielst, solltest du in aller Regel den Turn erneut betten, da du davon ausgehst, Favorit zu sein.
Mit Bluffs ist je nach Board zu entscheiden, ob es sich lohnt noch eine weitere Bet zu machen, oder die Hand aufzugeben. Callt der Gegner auf einem Board das wenige Gutshots und Overcards bietet, wird er oft nur mit Händen den Flop gecallt haben, die er auch nicht am Turn folden will (aufgrund der geringen Potgröße werden die Gegner nicht jedes Flopraise callen).
Sind viele schwache Draws und Overcards möglich, solltest du geneigter sein, deinen Bluff noch auf den Turn auszuweiten, da der Gegner dein Checkraise am Flop oft noch wegen der Pot Odds callen wird.
Als (Semi-)Bluff:
- Gegner macht Autobet, wenn zu ihm gecheckt wird.
- Gegner ist nicht showdown-bound.
- Board hat Gegners Range meist verfehlt.
Mit made Hands:
- Auf allen Boards, wenn Gegner eine Autobet macht.
- Auf trockenen Boards mit Highcard, die schwer zu treffen sind, wenn Gegner weak ist.
Villain: 35/13/2.2/36
Preflop: Hero is BB with J
UTG calls, Hero checks.
Flop: Q


Hero checks, UTG bets, Hero raises.
Villain macht immer eine Autobet im unraised Pot und hat dieses Board mit den meisten Händen seiner Range verfehlt. Er ist außerdem nicht sehr sd-bound und du bekommst ihn mit C/R Flop oft genug aus der Hand. Sollte der Gegner dein C/R callen, ist es am besten, die Hand am Turn aufzugeben, sofern kein J kommt. Wirst du auf diesem Flop auf nach deinem C/R gecallt, so wird der Gegner in der Regel nicht gewillt sein, seine Hand am Turn aufzugeben.
Villain: 35/13/2.2/36
Preflop: Hero is BB with J
UTG calls, Hero checks.
Flop: 4

(2,5SB)
Hero checks, UTG bets, Hero raises.
Da er immer eine Autobet macht, kannst du auch mit made Hands C/R spielen. Das Freecardrisiko ist gering und, selbst wenn er checkt, hat der Gegner hier meist nur 3 Outs, da er selten 2 Overcards oder einen guten Draw hält.
Villain: 40/10/0.3/35
Preflop: Hero is BB with K
UTG calls, Hero checks.
Flop: K


Hero checks, UTG bets, Hero raises.
Der sehr passive Gegner wird in aller Regel keine Autobet machen. Daher solltest du auf Boards, auf denen Protection möglich ist und auf denen der Gegner gut etwas getroffen haben könnte, nicht C/R spielen, da dies Value verschenkt. Dennoch bietet sich auf diesem Board ein C/R an, denn hier wird Villain oft nichts getroffen haben und meist direkt auf deine Flopbet folden.
Da Protection angesichts des Boards und der Potgröße vernachlässigt werden kann, solltest du mit deinem Toppair zunächst checken als eine Art Slowplay. Bedenke hierbei, dass nicht Bluffinduce im Vordergrund steht, sondern Slowplay, indem du Villain die Chance geben willst, am Turn eine zweitbeste Hand zu treffen, die dich ausbezahlen wird. Sollte er wider Erwarten doch etwas getroffen haben oder bluffen, so bleibt dein C/R for Value, um wenigstens eine extra SB einsacken zu können.
Die Rechtfertigung für diese Line ergibt sich wieder aus Balancing-Erwägungen. Die 'Standardline' mit Trash ist Bet Flop, C/F Turn. Diese Line spielst du also verhältnismäßig oft. Damit der Gegner nicht any two profitabel am Flop floaten kann (Bluffcall), um auf einen Check von uns am Turn den Pot mitzunehmen, musst du auch Bet Flop, Check/Raise Turn spielen, um Bluffcalls zu bestrafen. Außerdem kann diese Line auch der Valuemaximierung von guten Händen dienen.
Das Checkraise mit Initiative ist aus 2 Gründen für den unraised Pot besonders gut geeignet:
- Es ist sehr gut balanced (siehe oben).
- Eine Freecard zu vergeben, ist nicht schlimm, da Protection in kleinen Pötten keine Priorität hat und der Gegner oft keine Hand hat, so dass du noch davon profitieren kannst, wenn er sich am River zur zweitbesten Hand verbessert.
So bekommst du oft das Maximum von Trash, das auf eine erneute Turnbet gefoldet hätte, und auch das Maximum von schwachen made Hands, die einen direkten Calldown geplant haben.
Wenn du einen Read auf den Gegner hast, dass er zu Bluffcalls in der Lage ist, kannst du diese Line auch gut mit Air (oder Draws) spielen. Besonders dann, wenn du davon ausgehst, dass er direkt den Flop raist, wenn er etwas getroffen hat. Das gilt auch gegen moderat aggressive Gegner mit niedrigem WTS. Die sind oft in der Lage, schwache Made Hands am Turn zu bet/folden. Das ist aber eher die Ausnahme, denn in der Regel hast du mit einem für die Gegner 'fancy' wirkenden Move wenig Foldequity und solltest daher vor allem made Hands so spielen.
Der Move eignet sich besonders gegen aggressive Gegner, da diese nach deinem vermeintlichen weaken Check oft den Turn betten werden. Wenn der Gegner nicht weak ist, kann auch ein moderater WTS von Vorteil sein, weil diese Gegner oft eine brauchbare Hand haben, wenn sie sich den Turn angucken.
Es gibt auch einen speziellen Gegnertyp, der fast nie raist, aber fast immer bettet, wenn man zu ihm checkt. Das verrät einem allerdings der AF nicht, da dieser sich aus (Bet% + Raise%) / Call% errechnet. Um diese sehr geeigneten Gegner zu erkennen, braucht man einen Tableread.
Obwohl Protection keinen großen Value in kleinen Pötten hat, solltest du Boards bevorzugen, auf denen schwache Draws unwahrscheinlich sind und der Gegner selten viele Outs gegen die eigene Hand hat.
Als (Semi-)Bluff:
- Gegner bluffcallt.
- Gegner ist moderat aggressiv mit niedrigem WTS (weake TAGs).
Mit made Hands:
- Gegner bluffcallt.
- Gegner ist nicht weak und hat niedrigen WTS.
- Gegner ist aggressiv.
- Board bietet wenige Draws.
Villain: 30/15/1.5/32
Preflop: Hero is BB with T
UTG calls, Hero checks.
Flop: J


Hero bets, UTG calls.
Turn: K
Hero checks, UTG bets, Hero raises
Dieser Gegner wird Hände mit einem König preflop in der Regel von UTG raisen oder folden. Nachdem er den trockenen Flop callt, hat er oft ein kleines Pair. Dieses wird er angesichts seines moderaten AFs am Turn oft betten, auf unser Raise aber angesichts seines WTS oft folden. Gerade mit dem K am Turn könntest du repräsentieren, dass du am Turn etwas getroffen hast, das du for Value spielen möchtest.
Vorsicht: Dieser Move ist wegen des kleinen Pots sehr teuer und muss dementsprechend oft funktionieren.
Villain: 40/10/3/38
Preflop: Hero is BB with K
UTG calls, Hero checks.
Flop: K


Hero bets, UTG calls.
Turn: 6
Hero checks, UTG bets, Hero raises
Dieser Gegner ist loose, aggressiv und sd-bound. Er wird auf deinen Check am Turn sehr oft betten und wahrscheinlich jedes Pair downcallen. So erhältst du das Maximum von Pairs und Air. Sollte deine Hand stark genug für Bet/3-Bet sein, dann ist hier natürlich eine Bet am Turn vorzuziehen.
Das ist die Standardline für made Hands und Draws und sollte auch in den meisten Fällen gespielt werden. Mit Trash hingegen wirst du am Turn deinen Bluff auch oft aufgeben. Manchmal kann es aber auch gut sein, eine 2nd Barrel zu feuern, den Turn also nochmal als pure Bluff zu betten. Das ist auch aus Balancing-Gründen notwendig, da sonst deine Turnbet auf trockenen Boards immer deine Handstärke verrät.
Das ist besonders gegen notorische Flopcaller gut, die aber keinen hohen WTS haben. Dieser Read ist natürlich schwer zu bekommen. Einen Hinweis gibt der Folded to Turnbet - Wert bei Poker Tracker. Wenn der hoch ist (also z.B. >35%), sollte man in der Regel noch eine Bet am Turn investieren.
Ein niedriger Went to Showdown zusammen mit moderater Aggression spricht auch für ein 2nd Barrel. Diese Gegner hätten mit guten Händen oft schon am Flop geraist.
Wenn du einen Flop geblufft hast, der viele Overcard- und Gutshot-Draws ermöglicht, und am Turn kommt eine Highcard, solltest du ebenfalls geneigt sein, noch einmal zu betten. Diese Flops werden oft loose von Händen gecallt, die bei hohen Turnkarten aufgegeben werden.
Als Bluff:
- Gegner callt loose am Flop.
- Gegner hat hohen Fold to Turnbet-Wert.
- Gegner ist aggressiv und hat einen niedrigen WTS.
- Lowcard Flop mit Highcard am Turn.
Villain: 30/15/1.5/37
Preflop: Hero is BB with T
UTG calls, Hero checks.
Flop: 4


Hero bets, UTG calls.
Turn: K
Hero bets
Der Gegner wird diesen Flop mit einer weiten Range callen. Oft hat er einen Gutshot oder Overcards. Sehr viele dieser schwachen Holdings muss er am Turn auf den König aufgeben, daher solltest du hier eine weitere Barrel feuern.
Diese Line ist besonders mit marginalen made Hands sinnvoll. Da du in diesem Spot am Turn auch oft Check/Fold spielst, hast du gute Chancen, Bluffbets von Händen zu induzieren, die auf eine erneute Bet gefoldet hätten. Ein weiterer Vorteil dieser Line ist es, ein Raise zu vermeiden, auf das du eine schwierige Entscheidung hättest. Du willst weder weitere 2 BB in den kleinen Pot investieren, noch die beste Hand folden.
Da Protection eine untergeordnete Rolle spielt, kannst du die Line auch mit Händen spielen, die potenziell viele Outs gegen sich haben, trotzdem bieten sich aber besonders trockene Boards an, auf denen du mindestens ein mittleres Paar hast.
Der Gegner sollte möglichst aggressiv sein, so dass er schwächere Hände auf Checks von dir selbst 2x for Value bettet und Air nach Möglichkeit blufft.
Um diese Line zu spielen, solltest du allerdings sicher sein, keine klare „Doppelvaluebet“ am Turn und River zu haben. Weiterhin solltest du gute Chancen sehen, einen Bluff zu induzieren. Die Angst vor einem Raise sollte nicht das einzige Argument sein, weil du sonst zu oft Valuebets am Turn verpassen wirst. Wenn die genannten Bedingungen nicht gegeben sind, ist Bet/Fold (gegen passive) oder Bet/Calldown (gegen sehr aggressive) oft die bessere Wahl.
Wenn du am Turn mit Initiative Check/Call spielst, solltest du unimproved am River je nach Karte und je nachdem, ob du dem Gegner eine letzte Barrel zutraust, nochmal Check/Call oder Check/Fold spielen.
Mit marginalen Made Hands
- Du hast keine klare Doppelvaluebet.
- Du hättest auf ein Raise eine schwierige Entscheidung.
- Gegner ist aggressiv (Bluffinduce) und valuebettet hart.
- Gegner bluffcallt.
Villain: 50/10/2/35
Preflop: Hero is BB with 8
UTG calls, Hero checks.
Flop: 8


Hero bets, UTG calls.
Turn: A
Hero checks, UTG bets, Hero calls.
Der Gegner ist loose und aggressiv. Er kann den Flop mit vielen Händen gecallt haben. Am Turn hast du auf diese Karte keine gute Chance, 2x von einer schlechteren Hand gecallt zu werden, und außerdem eine schwere Entscheidung auf ein Raise, weil der Gegner bluffen könnte und du noch einen kleinen Flushdraw hältst. Wegen der Scarecard hast du aber Chancen, einen Bluff zu induzieren. Die Vorteile überwiegen hier die Nachteile, eventuell eine Freecard für eine Hand mit vielen Outs zu geben.
Auch einen direkten Calldown ab Flop zu spielen, kann in manchen Situationen optimal sein. Das ist besonders dann gegeben, wenn schlechtere Hände kaum Outs haben und der Gegner oft das Board komplett verfehlt und zu Bluffs neigt.
Je nach Limping-Range des Gegners kannst du bei vielen Boards sicher sein, dass er verfehlt hat. Wenn du nun selbst ein höheres Pair getroffen hast und der Gegner somit meist nahezu drawing dead ist, bringt eine Bet oft nichts. Du willst dem Gegner die Chance geben, entweder zu bluffen oder zu einer 2nd best Hand zu improven.
Diese Line ist dem C/R am Flop überlegen, wenn angesichts des Boards und der gegnerischen Range wenig schlechtere Hände denkbar sind, die auf C/R downcallen könnten. Weiterhin solltest du davon ausgehen können, dass keine bessere Hand foldet.
Nur wenn der Gegner übertrieben sd-bound ist, solltest du in solchen Situationen selbst betten, besonders, wenn du dir Calldowns von Highcard-Händen ausrechnest. Eine weitere Möglichkeit wäre es, in vergleichbaren Situationen mit starken Made Hands auch Check/Call Flop spielen mit der Intention, am Turn oder River ein C/R zu platzieren.
Checkt der Gegner den Flop behind, kannst und solltest du den Turn nochmal checken, um ihm die erneute Chance zu geben, eine Bluffbet zu machen. Viele Gegner können der 2. Chance auf einen Bluff nicht widerstehen.
Mit Made Hands:
- Gegner hat meist wenig Outs gegen dich.
- Gegner würde auf eine Bet oft direkt folden.
- Gegner neigt zu Bluffs.
- Das Board ist trocken und für die Limping-Range des Gegners schwer zu treffen.
Villain: 40/20/2,6/36
Preflop: Hero is BB with 2

MP calls, Hero checks.
Flop: 3


Hero checks, MP bets, Hero calls.
Turn: 6
Hero checks, MP bets, Hero calls.
River: 9
Hero checks, MP bets, Hero calls.
Der Gegner wird Pocket Pairs und A-high-Hände im Regelfall preflop raisen und Hände mit einer 3 folden. Daher wird er hier selten getroffen haben. Auf eine Bet unsererseits wird er angesichts seines WTS oft direkt folden, was nicht in deinem Interesse ist, da er selten Outs gegen dich hat. Deshalb ist es hier am besten, einen direkten Calldown ab Flop zu spielen in der Hoffnung, Bluffs zu induzieren. Außerdem verlierst du so gegen bessere Hände am wenigsten.
Du bist Heads-up in Position
Da du als TAG quasi nie openlimpst (wie gesagt, eventuelle Ausnahme wäre ein Openlimp im SB gegen passive BB), kommt diese Situation nur vor, wenn du im Big Blind sitzt und der Small Blind completet.
Die Standardline mit made Hands ist Call Flop, Raise Turn. Das ist gerade im unraised Pot gut, da der Gegner oft selbst eine wertlose Hand hat, die er auf ein Flopraise direkt folden würde. Daher sollte man geneigt sein, mit seinen guten Hände ein Raise bis zum Turn oder River zu verzögern.
Wenn du im unraised Pot IP mit einer Bet konfrontiert bist, spielst du häufig gegen einen pure Bluff (wie du ihn auch machen würdest).
Aus dieser Überlegung ergibt sich die optimale Spielweise für Draws und Air. Wenn du eine Hand ohne SD-Value hast, willst du möglichst kosten-nutzen-effektiv bluffen. Das Verhältnis von investierten Bets in Abhängigkeit von der Potgröße soll in einem möglichst guten Verhältnis zur erzielten Foldequity (FE) stehen.
Mit Call Flop, Raise Turn würdest du ganze 2,5BB investieren, um einen kleinen Pot zu gewinnen. Außerdem kannst du gerade im unraised Pot nicht davon ausgehen, dass der Gegner zu 100% den Turn bettet, nachdem er den Flop gebettet hat. Die erneute Bet kann also schon Stärke bedeuten. Call Flop, Raise Turn bietet also ein eher schlechtes Kosten/FE-Verhältnis. Du kannst daher mit Draws oder Air häufig schon den Flop raisen.
Das muss natürlich, wenn Balancing in der gegebenen Situation wichtig ist, auch gelegentlich mit made Hands durchmischt werden.
Um einzuschätzen, wie oft die Bet des Gegners ein pure Bluff ist, solltest du seine Limping-Range mit dem Board vergleichen. Wenn es unwahrscheinlich ist, dass er etwas getroffen hat, kannst du am Flop attackieren.
Das anschließende Turnplay ergibt sich unter anderem aus der Boardstruktur. Wenn der Flop trocken war und eine Highcard enthielt, wird der Gegner selten den Flop callen, um am Turn zu folden, weil er dann in aller Regel ein Pair hat. Dann kannst du Hände, die Outs gegen sein Pair haben, am Turn behindchecken. Du spielst in dieser Situation also eine Kombination aus einem Bluff mit unmittelbarer Foldequity am Flop und einem Freecard-Raise.
Auf Boards, auf denen du dem Gegner zutraust, sich mit vielen Händen nochmal den Turn anzugucken, ist natürlich eine weitere Bet auch als Bluff angebracht. Das ist besonders auf Boards der Fall, auf denen viele Overcards und Gutshots möglich sind.
Eine weitere Möglichkeit zu bluffen besteht darin, den Flop zu floaten (Bluffcall), um den Turn zu betten, wenn der Gegner checkt. Das ist aber nur dann dem Raise überlegen, wenn du weißt, dass der Gegner selten eine 2nd Barrel am Turn feuert.
Mit Air/Draws:
- Gegner hat oft einen pure Bluff (macht Autobet).
- Board ist schwer zu treffen für die gegnerische Limping-Range.
Villain: 40/20/1.5/36
Preflop: Hero is BB with 4
SB calls, Hero checks.
Flop: 3


SB bets, Hero raises, SB calls.
Turn: K
SB checks, Hero checks.
Villain wird aufgrund seines PFR Hände, die einen K oder ein A enthalten, meist preflop raisen, daher wird er auf diesem Board oft einen pure Bluff spielen. Diesen kannst du mit einem Raise am Flop oft direkt zum Folden bringen.
Wenn der Gegner trotz seines relativ geringen WTS diesen Flop callt, wirst du ihn selten am Turn von seiner Hand bluffen können und du solltest den Turn behindchecken. So verhinderst du auch, im Falle eines Raises deine 4 Outs für deinen Gutshot folden zu müssen.
Villain: 40/20/1.5/36
Preflop: Hero is BB with 3
SB calls, Hero checks.
Flop: 6


SB bets, Hero raises, SB calls.
Turn: K
SB checks, Hero bets.
Mit dem starken Draw benötigst du noch weniger Foldequity als mit einem pure Bluff. Da du hier schon mit einem Raise am Flop gute Foldequity hast, brauchst du im unraised Pot oft nicht bis zum Turn warten. Callt der Gegner auf diesem Flop dein Raise, kann es durchaus sein, dass er am Turn foldet, weil er eine weite Range von schwachen Draws und potenzielle Livecards haben könnte, daher ergibt es hier Sinn, den Turn noch einmal zu betten.
Manchmal ist es gar nicht nötig den Flop zu raisen, um den Gegner zu bluffen. Wenn du vom Gegner vermutest, dass er pure Bluffs zwar am Flop betten kann, aber am Turn in der Lage ist, aufzugeben, kannst du den Flop mit any two callen mit dem Plan, am Turn zu betten, wenn der Gegner checkt. Bettet er erneut, solltest du in dem Fall aufgeben.
Um diesen Read zu bekommen, reichen Stats in der Regel auch nicht aus, sondern du musst auf deine Beobachtungen zurückgreifen (Notes machen!).
Dieses Play bietet sich, genauso wie der Bluffraise am Flop, besonders auf Boards an, von denen du annehmen kannst, dass der Gegner sie mit seiner Completing-Range in der Regel verfehlt hat. Der Vorteil ist, dass die effektiven Kosten im Mittel sogar geringer sind als bei einem Bluffraise, weil du am Flop nur eine SB investierst und die BB am Turn fast nie verlierst, weil der Gegner gegen deine Turnbet meist folden wird.
Mit Air/Draws:
- Gegner hat oft einen pure Bluff (macht Autobet), gibt diesen aber am Turn meist auf.
- Board ist schwer zu treffen für die gegnerische Limping-Range.
Villain: 28/14/2/35
Preflop: Hero is BB with 4
SB calls, Hero checks.
Flop: 3


SB bets, Hero calls.
Turn: 3
SB checks, Hero bets
Wenn du in diesem Spot einen Read hast, dass der Gegner nicht blind 2nd barreln wird, hast du beste Chancen, dass er am Turn Check/Fold spielt, weil er den Flop sehr oft verfehlt hat.
Viele Gegner, z.B. auch Tags, betten entweder selbst im unraised Pot, oder spielen Check/Fold. Wenn du glaubst, es mit so einem Spieler zu tun zu haben, dem du im unraised Pot weder Check/Call noch Check/Raise zutraust, kannst du deine guten Made Hands in der Hoffnung slowplayen, dass der Gegner noch zu einer 2nd best Hand am Turn improvet oder einen Bluff versucht. Dies bietet sich besonders auf trockenen Boards an, wenn du ein höheres Pair getroffen hat, da die eigene Hand dann wenig verwundbar ist und Freecards nicht schaden.
Seine Raises zu verzögern und zu slowplayen, bietet sich wegen der geringen Potgröße besonders im unraised Pot an. Wie schon oft erwähnt, überwiegt Bluffinduce über Protection. Wenn der Gegner dann den Turn bettet, könntest du auch mit dem Raise bis zum River warten, je nachdem wie oft du einen Pure Bluff vermutest. Dies ist besonders dann der Fall, wenn die Turnkarte ihm wahrscheinlich nicht geholfen hat.
Auch wenn die Line verdächtig aussieht und stark nach Slowplay riecht, werden die meisten Gegner in der Regel keine made Hand folden, wenn sie am Turn etwas getroffen haben.
Mit guten made Hands:
- Gegner hat oft einen pure Bluff (macht Autobet auf den Check am Flop).
- Board ist schwer zu treffen für die gegnerische Limping-Range.
Villain: 30/13/1.8/35
Preflop: Hero is BB with Q
SB calls, Hero checks.
Flop: 3


SB checks, Hero checks.
Turn: J
SB bets, Hero raises
Der Gegner wird in der Regel jedes Pair selbst betten und selten Check/Raise spielen. Da du hier selbst Top-Twopair hast, hat der Gegner das Board sehr oft verfehlt. Er wird nur selten eine Hand haben, mit der er Check/Call oder Check/Raise spielen kann. Da du nicht protecten musst, kannst du den Flop behindchecken und hoffen, dass der Gegner am Turn trifft oder dort versucht zu bluffen, nachdem du scheinbare Schwäche gezeigt hast. Den Jack kann er hier gut getroffen haben oder zumindest einen Draw gemacht haben, daher solltest du nun den Turn raisen. Wäre eine Blank gekommen (z.B. eine 2), könntest du mit deinem Raise bis zum River warten, da er in diesem Fall öfter einen Bluff hält, den er ruhig fortsetzen darf, wenn ihm danach beliebt.
Noch mehr als OOP bietet sich in Position der direkte Calldown an, da du so volle Kontrolle über die Hand hast und nicht riskierst, Value oder eine Freecard zu verschenken. Die Gründe für diese Line sind dieselben wie in im Abschnitt zum Calldown out of position. Du solltest so in "Way ahead/Way behind"-Situationen spielen, mit dem Unterschied, dass es weniger schlimm ist, wenn der Gegner Outs gegen dich hat, da der Pot kleiner ist.
Mit made Hands:
- Gegner hat meist wenige Outs gegen dich.
- Gegner würde auf ein Raise oft nur bessere Hände callen.
- Das Board ist trocken und für die Limping-Range des Gegners schwer zu treffen.
Preflop: Hero is BB with K
SB calls, Hero checks.
Flop: A


SB bets, Hero calls down.
Villain hat hier meist eine Hand, die keine Outs gegen dich hat und auf ein Raise meist direkt folden würde, daher sollten wir ihm die Chance geben, weiter zu bluffen, und direkt einen Calldown spielen.
Wie spielst du im 3-handed Pot?
Du wirst dich auch oft 3-handed im unraised Pot am Flop wiederfinden. Diese Situation tritt ein, wenn du im Big Blind sitzt und vorher 2 Gegner limpen, oder wenn du im SB nach einem Limper completest. Somit bist du am Flop entweder als Erster oder als Zweiter dran.
Mit made Hands und Draws solltest du in aller Regel selbst betten. Wenn vor dem Flop keiner geraist hat, liegst du in den meisten Fällen vorne, wenn du ein beliebiges Pair getroffen hast. Lediglich OOP mit Bottompair no Kicker auf einem leicht zu treffenden Board gegen loose Gegner kann es manchmal besser sein, die Hand aufzugeben.
Wenn bereits ein Gegner gecheckt hat, solltest du jede Hand mit SD-Value betten. Dies kann auch Ace high oder King high sein, wenn bei den Limping-Ranges der Gegner und dem Board davon ausgegangen werden kann, oft genug die beste Hand zu halten.
Im 3-handed Pot ist allerdings eine Autobet mit Air nicht angebracht. Obwohl angesichts des etwas größeren Pots mit >25% weniger Foldequity benötigt wird, sind die Chancen zu gering, den Pot gegen zwei Gegner direkt zu gewinnen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist allerdings auch im unraised Pot eine Bluffbet lohnenswert, diese werden nun vorgestellt.
Ein Bluff gegen zwei Gegner kann profitabel sein, wenn die Gegner nicht showdown-bound sind und das Board schwer zu treffen ist und außerdem wenige Hände mit vielen Outs möglich sind. Besonders trockene Boards mit Low- und Highcards bieten sich dafür an. Obwohl dieser Move auch OOP eingestreut werden kann, ist die Foldequity besonders hoch, wenn bereits ein Gegner gecheckt hat, von dem wir wissen, dass er eine brauchbare Hand selbst gebettet hätte. Dies trifft auf alle aggressiveren Gegner ohne hohen WTS zu, z.B. Tags. Dann haben wir effektiv nur noch einen Gegner im Pot, den wir mit unserer Bet zum Folden bringen müssen.
Mit made Hands und Draws:
- In der Regel: Jedes Pair/starken Draw ungeachtet des Boards und der Gegner.
- In der Regel: Highcard-Hands auf Boards, auf denen du oft vorne liegst.
Mit Air:
- Gegner sind wenig showdown-bound.
- Board wurde oft verfehlt.
- Ein Gegner, der meist keine spielbare Hand hat, wenn er nicht selbst bettet, hat bereits gecheckt.
Preflop: Hero is BB with 6
MP calls, SB calls, Hero checks.
Flop: 2


SB checks, Hero bets
Auf diesem Board ist Hero auch ohne Pair Favorit, da es von den Limpern oft verfehlt wurde. Du solltest daher den Flop betten, um deine Hand zu protecten bzw. den Pot schon direkt zu gewinnen.
SB: TAG
MP: unknown
Preflop: Hero is BB with 2
MP calls, SB calls, Hero checks.
Flop: 4


SB checks, Hero bets
Nachdem der Tag den Flop nicht selbst bettet, wird er fast immer auf eine Bet folden. Daher musst du nur noch den MP aus der Hand bekommen, der den Flop meist verfehlt hat und selten eine Overcard oder einen Draw hält. Deine Foldequity sollte hier über 25% liegen und somit für einen Bluff ausreichend sein.
Mit entsprechenden Reads kann es die beste Spielweise sein, auch 3-handed am Flop C/R zu spielen. Das ist immer dann der Fall, wenn du gute Chancen siehst, dass der Gegner, der zuletzt an der Reihe ist, betten könnte. Wenn schon zwei Gegner gecheckt haben, betten viele Spieler in Position zu 100%. Dies ist aus ihrer Sicht auch sinnvoll, da sie viel Foldequity haben. Dieser Logik kannst du aber einen Strich durch die Rechnung machen.
Wenn du diesen Read hast, bzw. der Gegner allgemein aggressiv ist, kannst du mit made Hands und auch gelegentlich mit Draws oder Air C/R spielen. Für made Hands bieten sich besonders Hände an, die eine Freecard nicht fürchten müssen, also höhere Pairs auf trockenen Boards. In diesem Fall kannst du wie im Heads-up auch sogar davon profitieren, wenn durchgecheckt wird, da du den Gegnern so die Chance gibst, zu einer zweitbesten Hand am Turn zu improven, mit der sie noch 2-3 BB zahlen müssen.
Auf Boards, die der Limper selten getroffen hat, bietet sich das Play auch als Bluff an. So gewinnst du eine SB mehr als mit einer eigenen Bet und verringerst die Chance, einen Rebluff zu kassieren. Eine Bet zu bluffraisen, fällt den Gegnern wesentlich leichter, als auf ein C/R zu bluff-3-betten, dafür fehlt es in der Regel an Mut. Generell musst du im 3-handed Flop aber bedenken, dass der Pot eine SB größer ist und dass auch 2 Gegner gegen dich Outs haben. Somit ist eine Freecard umso gefährlicher und du musst dir noch sicherer sein, dass du dir mit diesem Play nicht schadest.
Mit made Hands:
- Der Gegner in Position wird oft betten.
- Das Board bietet wenig Draws und Overcards.
Mit Air:
- Der Gegner, der schon gecheckt hat, wird fast immer folden.
- Der Gegner in Position wird oft betten und ist nicht sd-bound.
- Das Board ist schwer zu treffen für den Limper.
MP: 35, 18, 2, 35
SB: TAG
Preflop: Hero is BB with 7

MP calls, SB calls, Hero checks.
Flop:2


SB checks, Hero checks, MP bets, SB folds, Hero raises
Der Tag wird meist selbst betten, wenn er ein Pair getroffen hat. Der MP ist aggressiv und wird sehr oft betten, wenn beide zu ihm checken. Daher kann man zumindest diese eine Bet noch einsammeln und for Value checkraisen. Wäre es wahrscheinlicher, dass der TAG ein Low- oder vor allen Dingen ein Midpair getroffen hat, dann wäre es sinnvoller, Bet/3-Bet zu spielen, weil deine Hand dafür stark genug ist.
Preflop: Hero is BB with 8
MP calls, SB calls, Hero checks.
Flop: 2


SB checks, Hero checks, MP bets, SB folds, Hero raises
In der Limping-Range des MP liegen selten Kings und 2en, daher wird er hier sehr oft nicht getroffen haben. Neben der Option einer Bluffbet kannst du den Flop auch checkraisen, da MP sehr oft betten wird. So zeigst du mehr Stärke, verringerst die Chance eines Rebluffs und gewinnst eine SB mehr gegen Trash.
Fazit
Neben den Standardmoves gibt es noch eine große Menge an Alternativlines, die unter bestimmten Voraussetzungen den höheren Erwartungswert haben. Für die Entscheidungsfindung sind Reads und die History wichtig. Entscheidend ist es außerdem, dass du dich fragst, was du eigentlich mit der konkreten Hand in der gegebenen Situation erreichen möchtest und kannst.
Das unterscheidet sich im unraised Pot gegenüber anderen Situationen: Die Besonderheiten im unraised Pot sind zunächst die geringe Potsize. Das führt dazu, dass Bluffinduce häufig einem auf Protection ausgelegten Spiel vorzuziehen ist. Die zweite Besonderheit ist, dass die Gegner selbst oft als Bluff betten, was dir Rebluffs ermöglicht. Mit Hilfe dieses Artikels kannst du dein Spiel im unraised Pot perfektionieren und für jede Situation die optimale Line wählen.
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