Aktualisiert am 12 März 26 von

Turn Bet vs Value Check Behind 1.0

Einleitung

In diesem Artikel

  • Gründe für Bet und check behind
  • Faustregeln
  • Wann solltest du behinchecken?

Ihr habt Position und die Initiative am Turn. Der Gegner checkt.

Die Frage ist nun ob ihr bettet oder "check behind Turn, call River" spielt. Diese Fragestellung ist äußerst komplex. Im folgenden Text wollen wir beide Alternativen gegeneinander abwägen und Grundregeln präsentieren, an denen man seine Entscheidung orientieren sollte.

Gründe für check-behind

1. Ihr vermeidet einen toughen check-raise. Ein check-raise ist dann tough, wenn ihr nicht genau sagen könnt, ob ein Calldown oder ein Fold korrekt ist. Toughe check-raises kommen üblicherweise von aggressive-tricky Spielern. Logischerweise kann ein check-raise auch nur dann tough sein, wenn eure Hand weder besonders stark (easy call) noch besonders schwach ist (easy fold). Mathematisch gesehen reduziert ein tougher check-raise euren EV auf nahezu 0!

2. Ihr induziert einen Bluff am River von einer schlechteren Hand, die gegen eine Turn Bet gefoldet hätte.

3. Ihr induziert einen weak River call von einer Hand, die gegen eine Turn Bet gefoldet hätte.

Gründe für Bet

1. Eine bessere Hand könnte folden.

2. Eine schlechtere Hand könnte callen, sowohl am Turn als auch am River. Dies ist natürlich vor allem mit solchen Händen interessant, die stark genug für eine River value bet sind.

3. Ihr gebt einer schlechteren Hand, die gegen eine Turn bet foldet, keine free Card. Wichtig: Je größer der Pot, desto gefährlicher ist es, dem Gegner eine free Card zu geben.

4. Ihr bringt eine Hand zum folden, die eigentlich genug Outs für einen Call hätte. Sehr häufig ist dies der Fall, wenn das Board am Turn 3 Karten desselben Suits hat. Der Gegner foldet hier häufig eine kleine Karte dieses Suits.

Faustregeln

Aus oben genannten Faktoren lassen sich ein paar grobe Faustregeln ableiten.

Grundregel 1

Ein Turn check behind kommt nur in Frage, wenn die Chance, dass man hinten liegt relativ groß ist, man aber dennoch unimproved guten Gewissens eine River Bet callen kann.

Grundregel 2

Ein Turn check behind kommt nicht in Frage, wenn die Chance besteht, dass der Gegner am Turn eine bessere Hand foldet.

Grundregel 3

Ein Turn check behind kommt meistens nicht in Frage, wenn man falls der Gegner am Turn callt, am River erneut for value betten kann. D.h. ein Turn check behind kommt nicht in Frage, wenn ihr glaubt, dass ein Gegner häufig mit einer schlechteren made Hand einen Calldown macht.

Grundregel 4

Je größer der Pot ist, desto weniger kommt eine Turn check behind in Frage. Denn je größer der Pot, desto höher sind die Kosten, wenn ihr dem Gegner mit einer Hand die er eigentlich gefoldet hätte eine free Card gebt.

Grundregel 5

Der größte Vorteil von einem Turn check-behind ist das Vermeiden von toughen check-raises. Wenn die Chance, dass der Gegner check-raist groß ist und zudem ein check-raise uns vor eine sehr schwierige Entscheidung stellen würde, sollten wir einen check-behind in Erwägung ziehen.

Gegnertypen

Anhand der o.g. Grundregeln lässt sich folgendes ableiten:
Gegen einen tricky, agressive Gegner sollte man häufiger check-behind spielen. Gegen einen loose, passive Gegner sollte man fast nie check-behind spielen.

Check-behind ja oder nein - ein Test


Hinweis: Die angegebenen Punkte sind nur Richtwerte. D.h. je nach Situation und Gegner kann ein Faktor auch mehr oder weniger Punkte wert sein als angegeben.

1) Besteht die Chance, dass der Gegner am Turn eine bessere Hand foldet? +3 Punkte

2) Wenn der Gegner euch am Turn check-raist bzw. den River donkbettet, habt ihr dann einen leichten Calldown oder einen leichten Fold? +2 Punkte

3) Wenn der Gegner eure Turn bet callt und River checkt, könnt ihr dann value betten? +2 Punkte

4) Check-raist der Gegner häufig? Falls ja, wenn der Gegner euch am Turn check-raist, oder aber den River donkbettet, habt ihr dann eine toughe Entscheidung, da der Gegner auch gerne blufft? -2 Punkte

5) Wenn ihr am Turn check behind macht, ist die Chance groß, dass der Gegner unimproved mit einer schlechteren Hand in euch reinblufft? -1 Punkt

Ergebnis

Habt ihr 0 oder mehr Punkte, so solltet ihr betten. Habt ihr eine negative Punktzahl, solltet ihr check-behind spielen.

Beispiel
Der Klassiker

Euer Gegner ist tricky-tight-aggressive. Ihr habt KQo. Ihr raist first in vom Mp2. Euer Gegner in der BB callt.

Flop: K 7 2 rainbow.
BB checks, Hero bets, BB calls.

Turn: A
BB checks, Hero ???

Gegen wir mal unseren Test durch:

1) Nein: 0 Punkte
2) Nein: 0 Punkte
3) Nein: 0 Punkte
4) Ja: - 2 Punkte
5) Ja: - 1 Punkt

Gesamt: - 3 Punkte, daher check-behind.