Einführung in die Arbeit mit ProPokerTools
Einleitung
In diesem Artikel
- Wie du die Equity spezieller Hände berechnest
- Wie du die Equity von Handranges berechnest
- Wie du die Playability auf folgenden Streets berechnest
Das Verständnis von Equity und Playability in verschiedenen Spielsituationen ist unerlässlich, um das eigene Spiel zu verbessern. Leider gibt es für Omaha HI noch kein vergleichbar funktionales Programm wie den Equilator für Texas Hold‘em.
Was ist ProPokerTools?
Die Seite www.propokertools.com stellt einen mächtigen Simulator für Fragen zur Verfügung, die der Equilator für Hold'Em beantwortet. Er bietet neben der Möglichkeit, die Equity von Händen und Handranges gegeneinander zu berechnen, auch eine Funktion, mittels derer die Playability von Händen auf späteren Streets dargestellt werden kann.
Die Nutzung von ProPokerTools ist kostenfrei. Es besteht die Möglichkeit, einen Account zu erstellen, der verschiedene Funktionen freischaltet. Die wichtigste hierbei ist allerdings, dass angemeldete Benutzer bei den Berechnungen bevorzugt bearbeitet werden, was zu kürzeren Wartezeiten führen kann.
Simulate – Equity berechnen
Wichtig zur Berechnung von Equities im Omaha Hi ist der Menüpunkt Simulator. Dort findest du eine Auswahl von Simulatoren verschiedener Spielvarianten, u.a. Texas Hold’em und Razz. Wähle dort den Link Omaha Hi Simulator aus und du kommst zu folgender Eingabemaske.
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Eingabemaske des ProPokerTools Omaha-Simulators
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Die Eingabe im Simulator ist textbasiert. Es ist also notwendig, die Hände manuell in Textform einzugeben. Die Syntax ist allerdings sehr einfach und auf der rechten Seite neben dem Eingabefeld erklärt. Unterhalb der Eingabe befinden sich Beispiele für Simulationen und rechts unten werden die letzten durchgeführten Simulationen aller Benutzer angezeigt.
Die Syntax sieht folgendermaßen aus:
- Eine Hand besteht aus bis zu 8 Zeichen, die jeweils die einzelnen Kartenwerte und –farben bezeichnen.
- A, K, Q, J, T bezeichnen die Karten von Ass bis zur Zehn.
- Die restlichen Zahlen werden durch ihre entsprechende Ziffer angegeben.
- Die kleinen Buchstaben s, h, d, c bezeichnen die Farben Spade (Pik) , Heart (Herz), Diamond (Karo) und Club (Kreuz).
Die Bezeichnung AhQd8h7c steht also für die Hand A



Vergleichen wir einmal A







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Equity von A
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Neben exakten Händen lassen sich auch Handranges über vielfältige Möglichkeiten eingeben. Die einfachste ist hierbei das Weglassen einer Farbbezeichnung.
Die Hand AA67 beschreibt zum Beispiel alle möglichen Kombinationen von Aces mit den Beikarten 67, also von rainbow bis hin zu doublesuited. Es ist auch möglich, nur teilweise Farbbeschränkungen anzugeben wie zum Beispiel bei AAs6s7.
Der mächtigste Platzhalter ist das *. Das dient als beliebige Variable für Kartenwerte – nicht für Farben - innerhalb der Hand. So bezeichnet zum Beispiel QQ** sämtliche Kombinationen, die mindestens zwei Damen beinhalten, also von QQ23 rainbow über QQQQ hin zu AAQQ. Das Sternchen kann auch in Kombination mit Farben verwendet werden. Ah*h** steht für alle Kombinationen mit einem suited Ace in Herz.
Weitere Platzhalter sind:
- B – für große Karten (A,K,Q,J)
- M – für mittlere Karten (T,9,8,7)
- Z – für kleine Karten (6,5,4,3,2)
- W – für Wheel-Karten (A,2,3,4,5)
- L – für niedrige Karten (low-cards) (A,2,3,4,5,6,7,8)
- N – für hohe Karten (no-low-cards) (9,T,J,Q,K)
L und N sind in der Anwendung eher für Hi/Lo-Spiele gedacht.
Die Hand AsBhLsLh beschreibt also eine Hand mit einem suited Ace und einer weiteren großen suited Karte mit zwei kleinen Beikarten. Eine der beschriebenen Hände aus dieser Range wäre zum Beispiel AsQh5s4h.
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Equity der Range A
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Weiter interessant ist oftmals ein Vergleich einer Hand mit einer Range der equitystärksten Hände, was durch eine Prozentangabe in der Handeingabe realisiert werden kann. Folgendes Beispiel vergleicht die Midrundown-Hand T987 mit den stärksten 25% aller Starthände.
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Equity der Top-25% vs. T987
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Im Eingabefeld Board lassen sich über die schon beschriebene Syntax Flop und Turn eingeben und die Equity auf den entsprechenden Straßen berechnen. Folgendes Beispiel zeigt die Equity einer random AA Hand gegen eine Rundown-Hand, die das Board getroffen hat, einmal für den Flop, einmal für den Turn.
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Equity von AA** vs. einen Rundown mit Hit am Flop und Turn
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Graph – Playability berechnen
Neben der reinen Equity-Berechnung bietet ProPokerTools die Funktion Graph. Diese Funktion vergleicht sämtliche möglichen Kombinationen der nächsten Straße und zeigt ihre Verteilung mit ihrer Equity. Vergleichen wir als Beispiel einmal die starke Rundown-Hand JsTh9d7s mit random Aces.
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Equity von AA** vs. Rundown
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Die reine Preflop-Equity zeigt den leichten Vorteil von AA**, aber auf wie vielen Flops lassen sich die Hände gut spielen, also mit einer guten Equity weiterspielen? Dieses Wissen ermöglicht vor allem in reraised Pots und für Short- und Midstacks sehr gute Möglichkeiten zur Analyse der eigenen Entscheidungen.
Die Graph-Funktion unterhalb des Eingabefeldes zeigt nun die folgenden zwei Graphen.
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Equityverteilung der Hände am Flop
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Der linke Graph beschreibt die Verteilung der Equity von AA** am Flop gegenüber der JT97-Hand. Man sieht, dass AA in 50% der Flops mehr als 60% Equity hat, in 30% der Flops über 80% und nur in rund 25% der Fälle unter 40%.
JsTh9d7s im rechten Graph hat hingegen nur in 10% der Flops mehr als 77% Equity gegen AA**, in 35% mehr als 50% und in 50% der Fälle weniger als 40%.
Aus diesen Informationen lassen sich zusammen mit einer guten Einschätzung der gegnerischen Hände sehr viele Informationen gewinnen, z.B. wann Contibets erfolgversprechend sind und mit welchen Händen 3-Bets/4-Bets preflop Sinn machen.
Die Erstellung dieser Graphen ist auch mit Ranges möglich. So zeigt folgender Graph die zu erwartende Equityverteilung von AA**, KK** am Turn gegen eine kleine Auswahl möglicher Holdings beim Gegner und einem Q


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Equityverteilung von AA**, KK** am Turn
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Fazit
Das Arbeiten mit der Seite www.propokertools.com ersetzt nahezu vollständig ein eigenes Equity-Programm. Vor allem das Experimentieren mit der Graph-Funktion kann dein Spiel nachhaltig verbessern. Die Equity-Berechnung zur Überprüfung der eigenen Entscheidungen ist elementar, um das eigene Gefühl für Entscheidungen während des Spielens zu entwickeln.
Da im Omaha aufgrund von Redraws, Freerolls und Blockern das Zählen von cleanen Outs in vielen Fällen in der kurzen Zeit an den Tischen nicht möglich ist, ist es unerlässlich, dies durch eigenes Experimentieren zu testen.
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