Aktualisiert am 12 März 26 von

Neuropsychologie des Pokerns (3) - Dopamin, Energie und Konzentration

Video (EN): Klicke hier

Einleitung

In diesem Artikel

  • Wie ein Neurotransmitter namens Dopamin dein Gemüt kontrolliert
  • Warum ein gesunder Dopaminspiegel für dich als Pokerspieler wichtig ist
  • Auf welche Weise du einen gesunden Dopaminspiegel erreichen kannst

Wann hörst du mit dem Tilten auf? Die Begriffe Poker und Profit würden so viel besser harmonieren, wenn du nur endlich aufhören könntest, unnötig Chips zu verschleudern. Du verbringst soviel Zeit mit Lernen und der Vorbereitung der Sessions, mit Diskutieren und Analysieren und versuchst immer, deinen Skill zu verbessern, um deine Gegner richtig auseinander zu nehmen.

Und doch findet oft mindestens einmal pro Session ein Stack den Weg in die Mitte und von dort direkt in die Hände des Gegners. Und währenddessen beobachtest du das ganze mit einer Mischung aus Entsetzen und Verwunderung und fragst dich, warum du gerade diesen Spielzug gemacht hast, von dem du weißt, dass er ganz sicher nicht der richtige war. Dieses Phänomen ist nur allzu real und bekannt, und doch verstehen die meisten Pokerspieler die ursächlichen physiologischen Mechanismen nicht, die dieses Verhalten hervorrufen.

Dein Tilt, deine Stimmung, dein Energielevel, deine Anspannung und Angst, sogar dein Geschlechtstrieb, werden von einem Neurotransmitter namens Dopamin geregelt und sind eine physische Reaktion auf Stress, die deinen Vorfahren geholfen hat, zu überleben und zu dem pokerspielenden Cyborg zu werden, der du heute bist.

Wie Dopamin im Gehirn arbeitet

Das Gehirn so wie du es kennst, ist eine Ansammlung von Zellen, die Neuronen heißen, und deren Zellkörper und Erweiterungen an andere Neuronen anknüpfen. Bündel dieser Verbindungen an bestimmten aktivierten Nervenbahnen sind zu konzeptionellen Leitungen organisiert. Dopamin spielt zwar nur bei einigen wenigen dieser Nervenbahnen eine Rolle, dafür ist seine Aktivität aber jedes Mal von großer Bedeutung. Als motorische Schleife bezeichnet man die motorische Nervenbahn durch eine subkortikale Region namens Basalganglion, die deine physische Verfassung beeinflusst und durch körperliche Aktivität verändert wird.

Die limbische Schleife läuft durch das limbische System, die für Emotionen zuständige Region in deinem Subkortex, und streckt sich bis hin in deine Frontallappen. In Teil 4 werden wir außerdem einige Belohnungs-Nervenbahnen besprechen, die Dopamin dazu benutzen, dass du dich nach einem Gewinn gut fühlst und nach einer Niederlage bedrückt und potentiell obsessiv.

Wie du dich erinnerst ist Dopamin in den Frontallappen deines Gehirns hoch aktiv. Deine Fähigkeit rational zu denken, zu planen, vorherzusehen und souverän zu bleiben, kommen alle durch die Aktivität des Dopamins. Einen ausreichenden Spiegel dieses Neurotransmitters zu behalten ist nicht nur für deinen Erfolg beim Poker entscheidend, sondern auch für dein allgemeines physisches und mentales Wohlbefinden. Wie du vielleicht schon erraten hast, wirkt das Dopamin nicht alleine, sondern direkt und indirekt im Verbund mit seinen Pendants.

Norepinephrin ist ein Hormon, das aus Dopamin synthetisiert wird. Tatsächlich wurde bei der Entdeckung angenommen, dass dies die Hauptfunktion des Dopamin ist. Mittlerweile wissen wir es aber besser und schätzen seine Komplexität und Vielfalt. Die Beziehung zwischen diesen beiden Neurotransmittern ist dennoch sehr wichtig und für dein Pokerspiel relevant.

Die Fight-or-flight Reaktion

Deine Vorfahren, die vor ungefähr 150.000 – 250.000 Jahren als Homo Sapiens unterwegs waren, verdankten ihr Überleben hauptsächlich ihrer Reaktion auf Stress. Wenn sie mit einer Gefahr oder einem anderen substantiellen Stressfaktor, der sie zum Angriff oder zur Verteidigung zwang, konfrontiert wurden, lief in ihren Körpern das sogenannte „Kampf oder Flucht“-Programm ab.

Sobald sich dein Körper auf eine entscheidende Reaktion vorbereitet, entweder anzugreifen oder wegzulaufen, wird Norepinephrin ausgeschüttet, was eine Erhöhung des Blutdrucks und Blutflusses zur Folge hat. Außerdem wird eine hohe Menge Glukose ausgeschüttet, um deine Reaktion zu stimulieren und dein Körper auf ernsthafte Gefahr vorzubereiten. Genau diese Reaktion hat es deinen Vorfahren ermöglicht, ihre Beute zu verfolgen und ihr Abendessen zu erlegen.

Wenn sich ein Raubtier anschlich, konnten sie schnell fliehen und die Gefahr umgehen. Diese Abläufe waren also entscheidend für das Überleben deiner evolutionären Vorgänger und sind es noch heute. (Un-)glücklicherweise laufen die selben Prozesse auch heute noch in deinem Körper ab. Allerdings dürften die Stressfaktoren heutzutage ganz andere sein als die deiner Vorfahren. Dein Körper ist zum Überleben ausgerichtet, und da das bloße Überleben heute eine recht einfache Sache ist, werden diese Reaktionen in relativ trivialen Situationen ausgeführt.

Das letzte Mal als du dich mit einer geliebten Person gestritten hast, hast du sehr wahrscheinlich einige der folgenden Symptome gezeigt. Dein Herz hat angefangen schneller zu schlagen, vielleicht hast du auch geschwitzt und leicht gezittert. Du hast den unkontrollierbaren Drang verspürt, deine Aussagen immer weiter zuzuspitzen bis hin zu einer Bewegung zu oder weg von deinem sozialen Gegenüber. Das ist im Grunde die gleiche Reaktion, die auch dein Körper zeigt, wenn du mit einem Stressfaktor am Pokertisch konfrontiert wirst.

Mit solch einer dramatischen Reaktion ist es dann auch kein Wunder, wenn du deine Stacks vertiltest, indem du falsche Folds oder noch schlimmer, unprofitable Bets und Raises spielst. Diese von Stress herbeigeführten biologischen Prozesse haben Vor- und Nachteile, die du durch Wissen in ihren Auswirkungen ausgleichen kannst.

Mit Blut vollgepumpt und zu allem bereit kann dein erhöhter Norepinephrinspiegel deinem Gehirn am Pokertisch helfen. Der Erregungszustand, in dem du dich in diesem Moment befindest, erhöht deine Konzentration und Aufmerksamkeit. Du fühlst dich wacher und geistesgegenwärtiger, was einem dumpfen Autopilot-Spiel im Halbschlaf sicher vorzuziehen ist. Wie du aber feststellen wirst, birgt eine übermäßige Anspannung aber Risiken und dieser hohe Erregungszustand macht dich gegenüber weiteren Stressauslösern am Pokertisch anfälliger.

BEISPIEL

Ein Beispiel verdeutlicht das vielleicht am besten. Du spielst 5/10 No-Limit Hold'em an einem 6-max Tisch. Eigentlich sogar an vier Tischen gleichzeitig. Klingt profitabel? Das kann es natürlich sein, aber was wäre, wenn du gerade ein Preflop All-In mit QQ gegen AK verloren hast?

Keine Panik, das kommt sehr häufig vor und an Coinflips preflop hast du dich schon lange gewöhnt. Dein Spiel geht ohne große Veränderung weiter. 30 Sekunden später gehst du erneut preflop All-In. Dieses Mal mit KK und du verlierst gegen AA deines Gegners. Jetzt schmerzt es schon etwas deutlicher. „Mein typisches Pech eben“ könntest du denken. Vielleicht änderst du jetzt deine Sitzposition. „Immer noch alles wie gehabt“ denkst du, aber dein Gehirn spürt die Auswirkungen schon. Es kann bei diesem Level von neuronaler Aktivität nicht unterscheiden zwischen einem möglichen Angreifer hinter der nächsten Ecke und dem Verlust von zwei Coinflips am Pokertisch.

Es sind einfach zu viele Stressfaktoren, die eine Reaktion auslösen und den Körper zu Reaktionen zwingen. Nichtsdestotrotz spielst du weiter dein A-Game und bleibst gelassen. Nachdem zwei Minuten vergangen sind triffst du ein Set und freust dich schon darauf, deine Verluste wieder reinzuholen. Du check/callst am Flop und Turn und checkraist dann den River, den dein Gegner sofort callt. Dein kurzer Augenblick voller Freude verwandelt sich in blankes Entsetzen, als dein Gegner ein größeres Set zeigt und gewinnt. Deine Reaktion dazu fällt nun doch dramatischer aus, vielleicht wendest du deinen Blick vom Monitor ab und ziehst eine Grimasse. Deine Schultern ziehst du weiter an den Hals heran und krümmst dich nur bis ein paar Zentimeter über die Tastatur. Dein Puls steigt noch ein kleines bisschen an.

Als professioneller Pokerspieler schüttelst du dich einmal kurz und spielst weiter dein A-Game. Aber dein Körper hat schon jetzt andere Pläne. Er hat ohne dein Wissen angefangen, große Mengen Norepinephrin auszuschütten. Auf einmal fühlst du dich viel dynamischer und doch angespannt, aufmerksam und aufgeregt – vielleicht zu aufgeregt. Du spielst weiter und ob du es bemerkst oder nicht, triffst du deine Entscheidungen schneller, drückst schneller auf die Buttons und denkst nicht mehr so genau nach. Vielleicht schaffst du es weiter profitabel zu spielen, aber mit Sicherheit nicht so profitabel wie noch vor Beginn deiner Session.

Dieses Beispiel mag vielleicht nicht zu 100% auf dich zutreffen. Vielleicht reicht deinem Körper ein Stack, um diese Reaktion hervorzurufen, vielleicht aber auch zehn Stacks. Das ist bei jedem unterschiedlich. Dein Skill-Level und deine physiologische Grundverfassung können hier große Unterschiede ausmachen. Nichtsdestotrotz sind dein Körper und dein Gehirn realen physischen Veränderungen unterworfen, die von den Geschehnissen am Pokertisch hervorgerufen werden und dein Spiel und deine daraus resultierenden Gewinne nachhaltig beeinflussen. Es ist von entscheidender Bedeutung zu verstehen, wie das genau vor sich geht. So kannst du nicht nur dein Spiel dementsprechend ausrichten, sondern auch die Einflüsse dieser Mechanismen verstehen und dein Optimum als Pokerspieler erreichen.

Die Bedeutung eines gesunden Dopaminspiegels

Dabei ist sportliche Betätigung wichtig, nicht nur aus allgemeinen gesundheitlichen Gründern, sondern weil sie als Athlet unerlässlich ist – und ja, Pokerspieler sind im Grunde Athleten. Okay, man muss vielleicht keine Runden laufen oder Andere körperlich übertrumpfen, aber dennoch ist besonders Onlinepoker sowohl geistig als auch körperlich äußerst anspruchsvoll. Ich muss dich wohl nicht davon überzeugen, dass Onlinepoker für Geist und Körper anstrengend ist – das wirst du schon wissen. Als Athlet wirst du auch dementsprechend trainieren? Du trainierst doch, oder? Wenn die Antwort darauf kein von Herzen kommendes „Ja“, gefolgt von einem Fist-Pump, ist, dann wird es für dich höchste Zeit in Wallung zu kommen.

Du hast bereits lesen können, dass Dopamin das motorische System beeinflusst. Dieses Leitungssystem reicht bis in den Frontallappen, weswegen körperliche Aktivität allgemein den Dopaminspiegel in unseren Frontallappen erhöhen sollte. Glücklicherweise ist das auch genau das, was tatsächlich passiert. Es wurde sogar bewiesen, dass bereits 10 Minuten Gehen ausreichen, um sein Energielevel für die nächsten 1-2 Stunden zu erhöhen, während man selber Anspannung und Trägheit abbaut. Das Gehen sollte zwar kein lockerer Sonntagsspaziergang sein, ein kilometerlanges Wettrennen muss es aber auch nicht sein. Eine Geschwindigkeit wie die, mit der man sich jeden Morgen auf den Weg ins Büro macht, ist völlig ausreichend.

Moment mal! Du musst ja gar nicht jeden Morgen ins Büro. Ich hatte ja ganz vergessen was für ein Glück du hast. Trotzdem wird ein bisschen Bewegung deine motorischen Leitungen im Gehirn stimulieren und dein Trägheit durch Ausschüttung von Dopamin für Stunden wegblasen und deine mentale und körperliche Energie steigern. Und das alles nur durch ein bisschen Gehen. Stell dir erstmal vor, was du mit regelmäßigen Besuchen im Fitnessstudio, Schwimmen, Laufen, Radfahren, Ballspielen, Klettern oder anderen Aktivitäten erreichen kannst. Eine Sache, die man in Fitnessstudios sicher lernen kann ist, dass man definitiv ein neues und besseres Selbst erreichen kann.

Negative Seiten

Jetzt könntest du folgendes fragen: „Aber Ali, wenn Dopamin mit der Synthese von Norepinephrin zu tun hat, hätte dann nicht ein erhöhter Dopaminspiegel die Folge, dass auch der Norepinephrinspiegel und damit die negativen physiologischen Folgen für unser Pokerspiel steigen?“ Guter Einwand, aber ein erhöhter Dopaminspiegel bedeutet nicht automatisch ein Mehr an Norepinephrin.

Wie du bereits gelernt hast, ist Dopamin in viele verschiedene Leitungssysteme involviert. In der Tat kann ein gesunder Dopaminspiegel Stress reduzieren, dein Selbstvertrauen stärken, die Stimmung verbessern und die Belastbarkeit steigern. Ein regelmäßiges Sportprogramm kann dich gegenüber Stressfaktoren widerstandsfähiger machen und somit die Kampf oder Flucht-Reaktion verhindern. Es ist noch nicht bekannt, ob das durch eine tatsächliche Reduzierung des physiologischen Levels von Stresshormonen geschieht oder durch Schaffung einer Grundlage, die ihnen gegenüber widerstandsfähiger ist. Sicher ist aber, dass ein aktiver Lebensstil einen höheren Dopaminspiegel zur Folge hat, Anspannung und Angst reduziert und die Widerstandsfähigkeit erhöht.

Dopamin kann nun also Tilt abwehren helfen. Aber was kann es noch? Wie beim Serotonin profitiert auch hier die Pharmaindustrie von Medikamenten, die den Dopaminspiegel erhöhen. Der Hauptgrund dafür ist, dass Dopamin die Stimmung verbessert. Ein gesunder Dopaminspiegel lässt dich glücklicher, kontrollierter und rationaler sein. Zusätzlich zur Steigerung der Selbstkontrolle kannst du auch mit gesteigerter Aufmerksamkeit und Konzentration rechnen. Es gibt also einiges, auf das man sich mit einem Dopaminschub freuen kann. Aber was passiert wenn der Dopaminspiegel zu tief ist?

Außer den Gegenteilen der oben genannten Aspekte, also einer verminderten Konzentration und Aufmerksamkeit, Verlust von Selbstkontrolle und erhöhter Anfälligkeit für Stressfaktoren, gibt es noch weiter Auswirkungen. Depressionen sind sehr häufige Resultate von niedrigen Dopaminspiegeln. Außerdem ist man antriebsloser und unkoordinierter. Um es noch einmal zu wiederholen: Körperliche Aktivität aktiviert Dopamin in deinen motorischen Nervenbahnen, hebt deine Stimmung und fördert weitere Aktivitäten. Das ist wie ein Schneeball-Effekt. Sobald du dich von der Couch herunter bewegst, mit dem Gehen beginnst, spürst du vielleicht das Bedürfnis zu Joggen, danach Fußball oder ähnliches zu spielen und motiviert dich dazu, aktiver zu werden und allgemein höhere Energielevel zu erreichen.

Ungesund niedrige Dopaminspiegel können auch negative Auswirkungen auf das episodische Gedächtnis haben. Das ist das Gedächtnis, mit dem du dich an autobiographische Ereignisse erinnerst wie zum Beispiel vergangene Zeiten, Orte und Daten. Im Pokerkontext kann das bedeuten, dass deine Erinnerung an den Kontext einer Pokerhand getrübt ist. Das könnte sehr wichtig sein. Wenn du dich an mehr Faktoren einer Hand gegen einen bestimmten Gegner von vor zwei Tagen erinnert hättest, wäre die Analyse seiner Range entscheidend anders ausgefallen. Oder du hättest vielleicht einen anderen Eindruck deines eigenen Images, das eben dieser bestimmte Gegner von dir hat. Und noch wichtiger ist, dass zu wenig Dopamin deine Handlungsfunktionen beeinträchtigt.

Die Handlungsfunktion ist ein angenommenes Konzept darüber, wie dein Gehirn funktioniert. Es sind Mechanismen höherer Ordnung, die angewandt werden, um wichtige kognitive Prozesse und gedankliche Flexibilität zu steuern. Kognition bezieht sich hierbei auf Gedanken und Informationsverarbeitung. Somit können es reduzierte Dopaminspiegel erschweren, abstrakt zu denken, Regelmäßigkeiten zu erkennen, die korrekten Aktionen auszuführen und zu verhindern, falsche Aktionen zu ergreifen. All das spielt beim Pokern eine große Rolle.

Um auf die Schnelle mehrere abstrakte Konzepte zu verarbeiten, während man kontextuelle Hinweise aus vorigen Händen einbezieht um einen Read aufzustellen, und diese Informationen dazu nutzt daraus eine Regel herzuleiten, die die eigene Handlung beeinflusst, und schließlich zu garantieren, dass man eine vernünftige und keine irrationale Handlung ausführt, ist komplett abhängig vom Dopaminspiegel.

Um genauer zu sein sind es, wie du dich sicher erinnerst, unsere Frontallappen, die das Dopamin dazu verwenden, komplexe Gedankengänge abzuschließen, die ein profitables Pokerspiel erfordert.

Jetzt kannst du sicher verstehen, warum und auf welche Art und Weise Dopamin für deinen Erfolg beim Poker eine so große Rolle spielt. Was kann außer körperlicher Aktivität noch unternommen werden, um den Dopaminspiegel dauerhaft auf ein gesundes Level zu bringen? Was kann noch getan werden, um sicherzustellen, dass unsere Entscheidungen beim Poker aus der richtigen Verfassung heraus getroffen werden?

Mittel und Wege zu einem gesunden Dopaminspiegel

Zum einen kann die Tageszeit einen großen Einfluss darauf haben. Nach dem Aufwachen bist du im niedrigsten Energie- und Stimmungslevel des ganzen Tages. Beide steigen dann bis zum Nachmittag an und sinken dann wieder ab, bis du ins Bett gehst. Daraus könntest du folgern, dass der späte Morgen bis zum frühen Abend die beste Zeit ist, um sein A-Game abliefern zu können. Das ist generell auch nicht falsch.

Aber dazu gibt es noch mehr zu sagen, denn deine Physiologie spricht auch noch ein Wörtchen mit. Studien haben gezeigt, dass es Morgen- und Nachtmenschen gibt. Die ersten erledigen intellektuelle Aufgaben am Morgen besser, die letzteren eher am Abend. Durch Übung und Analyse kann du rausfinden, zu welchem Typ du gehörst. Allgemein lässt sich sagen, dass unabhängig von der Physiologie, der späte Morgen und der frühe Nachmittag die Zeit ist, in der du am beruhigtesten und am entspanntesten bist.

Es gibt aber noch andere Weg, um seinen Dopaminspiegel unter eine gesunde Marke zu drücken. Stress, egal ob als Folge sozialer oder anderer Probleme, kann ihn reduzieren. Schlechte Ernährung, Schlafmangel, Drogen, Alkohol, Koffein und auch Zucker senken deinen Dopaminspiegel. Dieser eine Kaffee mit dem Donut vor einer Session ist also nicht die beste Idee. Auch Isolation kann den Dopaminspiegel senken und generell die Aktivität in den Frontallappen reduzieren.

Dazu gehört auch, dass ein niedriger Dopaminspiegel deinen Geschlechtstrieb behindert. Und was kann man dagegen tun? Sex hebt deinen Dopaminspiegel und deine Stimmung. Du solltest also mehr Sex haben, was sicher kein Problem sein wird. Auch bestimmte Nahrungsmittel können helfen. Mandeln, Avocados, Bananen und Milchprodukte, Limabohnen, Kürbiskerne und Sesamkörner steigern den Dopaminspiegel. Halte dich also von Süßigkeiten fern und schau dich mal im nächsten Bioladen um.

Zusammenfassung

Wir haben es doch alle schon erlebt: Wir waren niedergeschlagen und lethargisch, launisch und gespannt, empfindlich und gestresst. Energie ist schwer zu erlangen, besonders wenn es an den Tischen nicht besonders gut läuft. Es ist ein Stück harte Arbeit, sich wieder richtig zu motivieren. Einen hoch intensiven Sport- und Arbeitsplan durchzuziehen und sich gesund zu ernähren erfordert Zeit und Disziplin.

Zu deinem Glück dreht sich der nächste Teil dieser Serie genau um die Faktoren Motivation und Disziplin. Bis dahin kannst du dich an der Tatsache erfreuen, dass das Hochkriegen des eigenen Hinterns und die Verbesserung deiner mentalen Verfassung sowie die Steigerung deiner Pokergewinne eine eigene Wissenschaft ist. Es ist ein Zahlenspiel, in dem du dein Wissen als Waffe benutzt und Dopamin das Ziel ist.

Wenn du dir nun alles was in den nächsten Tagen passieren könnte vorstellst, dann hab Spaß daran, denn obwohl eine Menge Arbeit vor dir liegt, fängt alles nur mit ein paar Metern Gehen an. Du wirst doch nicht immer noch vor dem Computer sitzen. Oder doch?