Aktualisiert am 12 März 26 von

Die Tugenden des Pokerspielers

Einleitung

Um ein guter Pokerspieler zu werden, bedarf es so einiger Tugenden. Dieser Artikel zählt sie auf, und beschreibt, warum sie gerade für das Pokerspiel so wichtig sind.

Die Tugenden

Geduld

Geduld beim Pokern hat mehrere Bedeutungen:

  • Warten auf gute Starthände (strikte Befolgung des Charts).
  • Warten auf den Gewinn eines Pots. Wer schon lange keinen Pot mehr gewonnen hat, der ist möglicherweise anfällig dafür, auch bei schlechten Bedingungen auf dem Flop und danach zu lange in der Hand zu bleiben.
  • Geduld beim Aufstieg in den Limits. Man sollte sich nicht künstlich unter Druck setzen, sondern gemäß des von uns propagierten Bankrollmanagements voranschreiten.

 

Disziplin

Erfolg im Pokern ist eng verbunden mit Disziplin in der Befolgung von Bankrollmanagement, Zeitmanagement und dem disziplinierten Studium der Theorie. Disziplin benötigt man auch bei der Befolgung strategischer Prinzipien in der Hand, auch wenn man lieber seinen Emotionen und Trieben freien Lauf lassen würde.

 

Gelassenheit

Wer lernt, Bad Beats, Downswings und Niederlagen gelassen hinzunehmen und als notwendigen Teil des Spiels / unabwendbares Schicksal zu akzeptieren, der ist auf gutem Weg zur Meisterschaft. Übermäßiger Ärger, Frust und Verzagtheit sind ihm fremd. Er besitzt stets kühlen Kopf und ist Herr seiner Sinne.

 

Fleiß

Wer alle wichtigen Pokerbücher durchgearbeitet hat, der lese sie noch ein zweites und die besten davon ein drittes Mal.

 

Objektivität (Selbstkritik)

Selbstgefälliges Ausruhen führt zur Stagnation. Selbst gute Spieler besitzen diverse Leaks, die es zu schließen gilt. Das Streben nach Perfektion macht den wahren Meister aus. PokerTracker ist ein gutes Tool, um Schwachstellen aufzuspüren. Zur Objektivität gehört auch, zu erkennen, auf welches Limit man tatsächlich gehört. Siehe hierzu den Artikel The Peter Principle.

 

Gesunder Optimismus, Courage

Letztlich ist Poker eine Art Kampf mit Gewinnern und Verlierern. Effektive Bluffs und mutige Value-Bets gehören zum Repertoire des Könners. Permanente Angst, dass man die Nuts gegen sich hat, lähmt das Spiel. Wer zu verzagt ist, kann niemals den perfekten tight-agressiven Stil zelebrieren.

 

Sportsgeist

Man sollte ein guter Verlierer sein können. Nur dann wird man nicht von Bad Beats beeinträchtigt und lässt sich von Rachegedanken die Sinne vernebeln. Letzlich ist das auch eine Stilfrage. Schlimm sind die Leute, die ihre Gegner beschimpfen.

 

Wirtschaftliche Vernunft

Nur die Achtung vor dem Geld und die strikte Einhaltung des Bankrollmanagements gewähren Erfolg im Pokern. Zocker und Hasardeure sind wirtschaftlich unvernünftig und daher unsere Kunden.

 

Konzentrationsfähigkeit

Manchmal sind hochkomplexe Entscheidungen zu treffen. Das gelingt nur dem, der auch wirklich bei der Sache ist. Hat man seine Starthand gefoldet, sollte die Konzentration nicht nachlassen. Nun heißt es, die Gegner zu beobachten. Die Kunst besteht natürlich darin, auch noch nach vier Stunden voll da zu sein. Schafft man das nicht, ist eine Pause angesagt.

 

Nervenstärke

Wenn sich der Pot richtig füllt, beansprucht das die Nerven. Am besten dran ist jener, der Spannungssituationen nicht als Bedrohung sondern als Stimulus empfindet.

 

Bescheidenheit, Demut

Vielen Profis ist eines gemein: Sie sind demütig geworden aufgrund der Menge bereits erlebter Downswings. In den Phasen des Erfolgs wissen sie, dass der nächste bereits auf sie wartet, hinter der nächsten Ecke, mit einer Keule in der Hand. Man sollte sich gerade am Beginn seiner Karriere von schnellen Erfolgen niemals täuschen lassen und übermütig werden.