Das Postflopspiel (3): Die Initiative zurückerobern
Vor dieser Lektion solltest du bereits gelesen haben:
- Das Preflopspiel (1): Openraising
- Preflop-Strategie (1): Openraising-Charts
- Das Postflopspiel (1): Als Preflopaggressor
- Das Postflopspiel (2): Gegen den Preflopaggressor
In der letzten Lektion hast du gelernt, wie du gegen eine Continuationbet deines Gegners spielst.
In dieser Lektion geht es um weitere Situationen, in denen du nicht der Preflopraiser warst. Du kannst in ihnen entweder mit einer Donkbet out of Position die Initiative übernehmen, oder du erhältst sie, wenn dein Gegner auf eine C-Bet verzichtet. Schließlich gibt es noch die Situation, in der ein Pot vor dem Flop nicht geraist wurde. Alle diese Möglichkeiten behandelt diese Lektion.
Außer für den Fall des unraised Pot nehmen wir immer an, dass die Hand heads-up ist.
Donkbetten
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Die erste Entscheidung, die du am Flop treffen musst, ist ob du donkbetten willst. Grundsätzlich solltest du Donkbets auf dry Boards vermeiden. Diese Boards treffen deine perceived Range nicht und machen einen Bluff deshalb nicht glaubhaft. Solltest du das Board jedoch tatsächlich getroffen haben, bedarf es keiner Valuebet, denn dein Gegner übernimmt dies in der Regel für dich.
Auf einem draw-lastigen ("wet") Board solltest du standardmäßig mit einer balanced Range donkbetten. Zu dieser Range gehören sowohl gute Draws als auch Monster (Twopair, Sets, etc.). Denkt dein Gegner jedoch mit, so wird er deine Range als stark empfinden.
Deswegen ist es ratsam, gegen diese Gegner die eigene Donkbetting-Range zu depolarisieren und zu schwächen. So kannst du alle Hände betten, die du nicht check/folden möchtest. Das sind im Grunde alle Paare oder bessere Hände, zudem Draws inklusive Gutshots. Hierdurch bekommst du mehr Value für deine starken Hände und es wird einfacher, den schwächeren Teil deiner Range zu verteidigen. Wenn du checkst, ist deine Range capped und sie kann leicht attackiert werden. Gegen einen mitdenkenden Gegner, der dies zu seinem Vorteil nutzen kann, macht es deshalb Sinn, keine Hände in der Checking-Range zu behalten, mit denen man nicht angegriffen werden will.
| Grundsätzlich solltest du Donkbets auf dry Boards vermeiden. Auf wet Boards solltest du eine balanced Range bestehend aus guten Draws und Monstern donkbetten. |
| Gegen einen guten Gegner kannst du (wiederum hauptsächlich auf wet Boards) alle Hände donkbetten, die du nicht check/folden willst. Bette mit einem Paar oder einer besseren Hand sowie mit Gutshots oder besseren Draws. |
Eine ausgelassene Continuationbet attackieren
Ein weiteres Szenario ist, dass dein Gegner nicht c-bettet. In diesem Fall kannst du annehmen, dass seine Range schwach ist. Sie kann zwar schwache oder mittelstarke Valuehände beinhalten, aber sie ist fast sicher capped, das heißt: Sie enthält keine Monster. Aus diesem Grund bietet es sich in dieser Situation an, den Pot zu attackieren. Ausgenommen hiervon können Spots sein, in denen die effektive Stack-to-Pot-Ratio so niedrig ist, dass dein Gegner nicht auf jeder Street eine Bet spielen kann. In diesem Fall könnte er sich dazu entscheiden, sein Monster auf dem Flop zu checken, um dich entweder zu einer Bluffbet zu verleiten oder darauf zu hoffen, dass du deine Hand verbesserst und ihn auf Turn und River bei zwei verbleibenden Bets ausbezahlst.
Grundsätzlich solltest du wenigstens ein Mal den Pot angreifen, wenn dein Gegner auf eine Continuationbet verzichtet. In den meisten Fällen solltest du zudem weiterbarreln, solange sich das Board nicht unangenehm entwickelt (sodass du eine gute Hand nicht mehr glaubhaft mit einer Bet repräsentieren kannst) oder das Play aufgrund der Stats deines Gegners (wenn er zum Beispiel gerne bluffcatcht und ungern foldet) keinen Sinn macht.
Wenn du nach einer ausgelassenen C-Bet zwei oder gar drei Mal barreln willst, solltest du immer darüber nachdenken, ob deine Line konsequent erscheint und deinem Preflopspiel sowie den Karten auf Turn und River entspricht. Da deine Range aufgrund der Dynamiken vor dem Flop bei einem wet Board viele Draws enthält, ist ein Herocall von einem mitdenkenden Gegner wahrscheinlich, wenn Draws nicht ankommen. In diesem Fall solltest du deine Blufffrequenz niedriger gestalten und am River gleichzeitig dünner valuebetten.
Das Spiel im unraised Pot
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Ganz anders sieht es aus, wenn vor dem Flop nicht geraist wurde. Du solltest grundsätzlich nie openlimpen, deshalb kann dieser Spot nur auftreten, nachdem du in Position overlimped, den Small Blind completed oder im Big Blind gecheckt hast. Außerdem nehmen wir an, dass der Pot multiway gespielt wird, da dies in unraised Pots in der Regel der Fall ist.
Wenn nun am Flop zu dir gecheckt wurde, kannst du den Pot immer dann attackieren, wenn du das Board getroffen hast (mit einem Paar oder besser bzw. mit einem Gutshot oder besser) und immer dann, wenn du glaubhaft eine starke Hand repräsentieren kannst. Dies wird bei den meisten Boards ohne Ass der Fall sein. Wenn ein Ass ausgeteilt wurde, kannst du es nicht repräsentieren, weil du vor dem Flop nicht geraist hast.
Wenn du bei deinem Stab gecallt wirst, solltest du nur for Value weiterbetten und deine Bluffs aufgeben. In limped Pots folden deine Gegner nur ungern, wenn sie etwas getroffen haben. Wenn sie dich nun callen, dann haben sie in der Regel auch etwas getroffen. Grundsätzlich gilt also die Regel, dass du in limped Pots nicht auf Floats treffen wirst.
Zusammenfassung
In dieser Lektion hast du gelernt:
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