Aktualisiert am 06 Juli 26 von

Wie spielst du kleine Pocketpairs und Sets?

Einleitung

In diesem Artikel

  • Implied Odds vor dem Flop
  • Linebalancing mit getroffenem Set
  • Wie du ein unimprovtes Pocketpair spielst

Im No-Limit Holdem genießen sie einen hohen Stellenwert, können aber dennoch für arge Probleme sorgen – die Rede ist von Pocketpairs. Wie agierst du preflop und wie agierst du postflop, wenn du kein Set getroffen hast?

Was ist der beste Weg, um mit einem getroffenen Set am Flop den größtmöglichen Value zu extrahieren? Genau darum geht es in diesem Artikel.

Welche Pocketpairs werden behandelt?

Es gibt 13 mögliche Arten von Pocketpairs (22-AA). Starke Hände wie AA-QQ jedoch haben eine eigene Spielweise, da sie preflop häufig gut genug für ein All-In sind und postflop meistens als Overpair dastehen. Deren Spielweise soll hier nicht das Thema sein.

Das Spiel mit JJ/TT ist meistens ein grenzwertiges. Einerseits sind sie preflop oft sehr starke Hände, die postflop aber extrem schwer zu spielen sind, sofern du nicht dein Set triffst. Ob du diese Hände preflop passiv oder aggressiv spielst, hängt natürlich von vielen Variablen ab. Dennoch sind diese Hände grundsätzlich als stark anzusehen und sollen hier nicht behandelt werden.

Du wirst in diesem Artikel vielmehr lernen, wie du die kleinen Pocketpairs 22-99 spielst. Diese Hände haben zwar ein gutes Entwicklungspotenzial, wenn du am Flop ein Set triffst, aber kaum Showdownvalue, wenn eben das nicht geschieht. Und selbst wenn, wird es für dich schwer, drei Streets damit zu überstehen.

Gibt es Unterschiede?

Die erste Frage, die du dir natürlich stellen wirst: Spiele ich denn 22 und 99 gleich? Da gibt es doch Unterschiede?

Richtig! Es gibt einige Unterschiede zwischen 22 und 99 (beziehungsweise den dazwischen liegenden Pocketpairs). Natürlich ist die Equity von 99 deutlich höher, das heißt, die Hand hat preflop einen deutlich höheren Stellenwert, da sie unterm Strich natürlich wesentlich mehr Hände schlägt als 22.

Auch postflop gibt es einige Unterschiede. Triffst du dein Set, hat sich das Problem meistens erledigt. Dennoch gilt auch hier: Mit einem 9er-Set kannst du niedrigere Sets schlagen, mit 22 wird das eng.

Solltest du unimproved bleiben, ist es für den weiteren Verlauf deiner Hand natürlich von enormer Wichtigkeit zu wissen, wo du stehst und was deine Hand wert ist:

  • mit 99 hältst du ab und an noch ein Overpair
  • mit 99 schlägst du kleinere Pocketpairs, die dich gecallt haben
  • mit 99 schlägst du drawing Hands, die etwas getroffen haben (bspw. A6o auf 6xx oder 56s auf 5xx)

Du darfst also nicht davon ausgehen, dass sich dein Spiel am Flop bereits erledigt hat. Mit einem Set versuchst du natürlich Value zu extrahieren, aber ohne Hit kannst du nicht einfach contibet/fold spielen. Mit Händen wie 99-66 kannst du häufig genug noch die beste Hand halten, mit niedrigeren Pocketpairs wird das schwerer.

Was bedeutet das für dich? Im Preflopspiel wird sich, wie du gleich sehen wirst, nicht viel ändern. Das liegt einfach daran, dass Pocketpairs im No-Limit Hold'em eine unglaublich gute Playability haben und du gegen die meisten Gegner auch mit einem Set 2er sehr gut dastehst. Jedoch sollte dir immer klar sein, dass es zwischen den verschiedenen Pocketpairs Unterschiede gibt und du mit 99 auch ohne Hit eines Sets die Hand eher gewinnen kannst als mit einem deutlich kleineren Pocketpair.

Wie spielst du vor dem Flop?

Du bist first in

First in solltest du beim Shorthanded-Game meistens eine leichte Entscheidung haben: Raise. Sollte niemand vor dir Aggression gezeigt haben, machst du mit einem Openraise nichts verkehrt. Sollte einer deiner Gegner callen, so hast du am Flop die Initiative und kannst den Pot häufig genug durch eine Continuationbet gewinnen. Ebenso ist klar, dass du in einem von 8,5 Fällen dein Set triffst und damit eine sehr starke Hand hältst.

Beim Fullring-Game ist die Sache nicht ganz so einfach. Auch hier hast du die Möglichkeit, aus früher Position zu raisen. Im Gegensatz zum Shorthanded-Game hast du jedoch die Option, zu limpen. Die Frage dabei ist, inwiefern du dieses Play balancen kannst/willst.

Solltest du ausschließlich mit Pocketpairs limp/call spielen, so bist du relativ leicht durchschaubar. Des Weiteren würdest du meistens out of Position spielen. Spätestens ab der middle Position jedoch sollte das Raise first in Standard sein.

Vor dir haben Spieler gelimpt

Solltest du beim Shorthanded-Game bereits Limper in der Hand haben, ist es immer ein Vorteil, wenn du bereits Informationen über sie gesammelt hast. Auch hier ist ein Raise häufig angebracht.

Solltest du ebenfalls nur limpen, hast du einige Nachteile:

  • Du kannst die Hand preflop nicht gewinnen.
  • Du kannst die Hand nicht durch eine Continuationbet als Preflopaggressor gewinnen.
  • Du kannst nur bei einem Set profitabel weiterspielen, da du bei einem Limp deinerseits davon ausgehen kannst, mindestens zu dritt am Flop zu stehen (der Big Blind wird mindestens checken), was equitytechnisch für kleine/mittlere Pocketpairs natürlich schlecht ist.
  • Hinter dir kann jemand raisen. Somit kannst du nur auf Setvalue callen und weißt selten, ob du die nötigen Implied Odds hast, da du deine Hand recht offenlegst.

Beim Fullring-Game sieht die Sache etwas anders aus. Du hast dort meistens höhere Implied Odds und kannst dir demnach auch häufiger mal den Flop anschauen. Wenn du raist, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass du Coldcaller bekommst.

Die Foldequity ist geringer, sollten hinter dir noch viele Spieler agieren können. Zudem hast du in größeren Pötten ohnehin selten vor, ohne Set weiterzuspielen.

Dementsprechend ist an FR-Tischen ein Mitlimpen eher möglich, auch wenn oben genannte Nachteile in einem gewissen Maße auch hier gelten.

Vor dir wurde geraist

Häufig wurde bereits vor dir geraist und du musst dir nun ein geeignetes Play mit deinem Pocketpair überlegen.

Hier hast du beim Fullring-Game eine recht einfache Entscheidung: Call. Es gibt die Call20-Regel, die besagt, dass du und dein Gegner noch mindestens dass 20-Fache des ursprünglichen Raises als Reststack haben müsst, damit du die nötigen Implied Odds bekommst. Logischerweise wirst du deinen Gegner nicht bei jedem Hit stacken.

Bei normalen Stacksizes ist das natürlich gegeben. Beträgt das Raise 4 BB bei Stacks von 100 BB, so hättest du quasi eine Call25–Situation.

Unter gewissen Umständen spricht auch nichts gegen eine 3-Bet, dafür solltest du aber schon über einige Reads auf deine Gegner verfügen.

Problematisch wird es aber beim Shorthanded-Game. Theoretisch hat auch hier die Call20-Regel ihre Berechtigung, jedoch musst du hier weitaus mehr auf Position und Gegner achten.

Folgende Unterschiede sind zwischen Fullring und Shorthanded zu beachten:

  • Ein Raise im FR aus einer frühen Position ist meist eine starke Hand. Demnach hast du höhere Implied Odds, solltest du dein Set treffen, da du häufig voll ausbezahlt wirst. Beim Shorthanded-Game muss ein Raise aber nicht unbedingt eine sehr starke Hand bedeuten, so dass deine Implied Odds sinken.

  • Beim Shorthanded-Game wird wesentlich häufiger gestealt, da der Cutoff bzw. der Button öfters first in agieren kann. Hältst du hier ein kleines Pocketpair, sinken deine Implied Odds noch weiter, da die Range eines First-in-Steals vom Button sehr groß ist. Zudem musst du natürlich den Rest der Hand out of Position spielen und hast somit ohnehin Probleme mit deiner Valuemaximierung.

  • Beim Fullring-Game hast du wesentlich häufiger Multiwaypötte. Es kommt also ab und zu vor, dass du beispielweise in einem 4-handed Pot dein Set triffst und somit viel Value von mehreren Spielern extrahieren kannst. Beim Shorthanded-Game befindest du dich jedoch wesentlich häufiger in Heads-up-Situationen. Auch durch diesen Umstand sinken deine Implied Odds.

  • Da beim Shorthanded-Game weniger Spieler in der Hand sind, steigt der Wert jeder Hand. Du kannst also mit 77 öfters die stärkste Hand halten als bei einem 10-handed Game.

Beim Shorthanded-Game ist es besonders wichtig für dich, Position zu haben.

Dies gilt zwar auch grundsätzlich, ist aber besonders wichtig wenn du mit einer sehr starken Hand, wie einem Set, Value extrahieren willst.

Zudem ist der Gegner und seine jeweilige Position wichtig. Bei einem tighten Spieler, der aus UTG raist, hast du natürlich höhere Implied Odds als bei einem loosen Spieler, der nahezu immer vom Button stealt.

Hältst du nun ein low Pocketpair und vor dir wird geraist, hast du drei Möglichkeiten:

  • Fold
  • Call
  • 3-Bet

Unter gewissen Umständen käme ein Fold mit einem sehr schwachen Pocketpair wie 22-33 in Frage. Gründe könnten sein:

  • Du siehst wenig Foldequity gegen Villain, solltest du 3-betten.
  • Du gibst dir wenig Implied Odds gegen Villain, wenn du callst.
  • Du musst out of Position spielen.
  • Du musst Heads-up spielen.

Dennoch solltest du im Zweifel lieber callen oder 3-betten, und wenn du es nur als Bluff tust.

Solltest du callen, hast du am Flop zwei mögliche Situationen. Entweder du triffst dein Set, dann geht es darum, wie du gegen Villain am meisten Value extrahieren kannst. Solltest du dein Set nicht treffen, bräuchtest du entsprechende Reads, ob du eventuell durch einen Move (Bluff; z.B. floaten) den Pot dennoch gewinnen könntest.

BEISPIEL 1

PartyPoker $25 NL Hold'em (5 handed)

Stacks & Stats
BB ($23.03) (30/11/0.6/28/132) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
SB ($16.72)
BU ($31.59)
MP ($52.97) (16/12/1.9/22/341) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
Hero ($49.07)

Preflop: Hero is CO with 6, 6
MP raises to $1.00, Hero calls $1.00, 2 folds, BB calls $0.75.

Flop: ($3.10) Q, T, K (3 players)
BB bets $2.25, MP calls $2.25, Hero folds.

Turn: ($7.60) 4 (2 players)
BB bets $5.00, MP folds.

Final Pot: $12.60.

MP ist ein relativ tighter Spieler. Er raist hier aus mittlerer Position first in. Du hältst mit 66 ein kleines Pocketpair und callst auf Setvalue.

Ein Call ist profitabel, da Villain hier durchaus eine starke Hand halten kann. Du kannst dir durchaus einige Implied Odds geben. Zudem hast du Position, so dass du im Falle eines Treffers deine Hand gut spielen kannst.

Hinter dir agieren noch die Blinds, die eventuell durch gute Pot Odds angelockt werden und ebenfalls mit einsteigen könnten. Gerade der Big Blind scheint dafür ein geeigneter Kandidat zu sein.

Eine 3-Bet deinerseits wird Villain hier selten mit einer schwächeren Hand callen. Es wäre letztlich eine Bluff-3-Bet. Auf eine 4-Bet müsstest du ohnehin folden. Somit ist Call eine gute Wahl.

Am Flop hittest du jedoch nicht, du bist in einem 3-handed Pot und das Board kann gut jemand getroffen haben. Du foldest demnach.

Wann solltest du ein kleines Pocketpair nach einem Raise callen?

  • Du siehst nicht genügend Foldequity bei einer 3-Bet.
  • Du gibst dir gute Implied Odds im Falle eines Treffers.
  • Du spielst in Position.
  • Hinter dir agieren eventuell noch loose Spieler, die öfter mit in die Hand einsteigen, wodurch deine Implied Odds noch größer werden.

Die aggressivste Variante ist natürlich eine 3-Bet. Du versuchst damit, die Hand preflop zu entscheiden und den Pot möglichst direkt einzusammeln. Gerade gegen loose Gegner eignet sich eine 3-Bet hier mehr, da diese Spieler sehr viel first in raisen, aber bei einer 3-Bet häufig vorsichtiger werden und selten mit weak Hands 4-betten. Da die Range eines First-in-Raises von einem loosen Spieler relativ hoch ist, kannst du dir zudem nicht häufig genügend Implied Odds geben.

BEISPIEL 2

PartyPoker $25 NL Hold'em (5 handed)

Stacks & Stats
BB ($23.52)
BU ($22.50) (32/16/3.7/22/561) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
CO ($30.88)
MP($13.56)
Hero is SB ($27.07)

Preflop: Hero is SB with 5, 5
2 folds, BU raises to $1.00, Hero raises $3.25, 1 fold, BU calls $3.25.

Flop: ($6.75) T, 2, 2 (2 players)
Hero bets 5.00$, BU folds

Du hältst hier im Small Blind mit 55 eine recht starke Hand, die du auf einen Steal vom Button nicht unbedingt weglegen willst. Ein Call käme zwar in Frage, jedoch ist Villain recht loose. Er wird hier eine weite Range haben und dich meistens nicht ausbezahlen, solltest du dein Set treffen. Zudem müsstest du out of Position spielen.

Da seine Range so groß ist, hast du jedoch die Chance, den Pot preflop mitzunehmen. Solltest du dennoch gecallt werden, kannst du noch deine Continuationbet anbringen. Sollte der Button 4-betten, gibst du die Hand auf.

Wann solltest du ein kleines Pocketpair nach einem Raise 3-betten?

  • Du siehst die Möglichkeit, den Pot preflop mitzunehmen.
  • Du siehst die Möglichkeit, den Pot durch eine Continuationbet am Flop mitzunehmen.
  • Du möchtest gegen Villain ungerne postflop einen Move anbringen, da du die Foldequity als gering ansiehst und somit ein Call preflop unprofitabler wird.
  • Du gibst dir wenig Implied Odds für einen Call.
  • Du spielst out of Position.

Betrachtest du nun alle Punkte, sind folgende Fragestellungen von Bedeutung:

  • Ist Villain loose oder eher tight?
  • Hast du Position (absolut wie relativ)?
  • Wenn du 3-bettest, hast du genügend Foldequity?
  • Wenn du callst, hast du genügend Implied Odds?
  • Wenn du foldest, verschenkst du langfristig Value?
 Ein Gegner 3-bettet

Was geschieht nun aber, wenn du dich für ein Raise entschieden hast und daraufhin ge-3-bettet wirst?

BEISPIEL 3 (3-bet)

PartyPoker $25 NL Hold'em (6 handed)

Stacks & Stats
BB ($33.26)
BU ($22.40)
SB ($19.08)
CO ($54.37)
MP ($43.04)
Hero ($26.51)

Preflop: Hero is UTG with 3 , 3
Hero raises to $1.00, 2 folds, BU raises to $3.00, 2 folds, Hero…

Eine Standardsituation. Du hältst in UTG ein kleines Pocketpair und raist first in. Du willst den Pot entweder preflop gewinnen, ihn durch eine Continuationbet am Flop einsacken oder durch einen Hit am Flop Villain stacken.

Ein großes Risiko gehst du nicht ein, denn am Flop steht deine Entscheidung bereits fest: Bei einem Hit gehst du broke, ohne Hit gibst du die Hand bei Widerstand unverzüglich auf. Wie ganz oben bereits erwähnt, ist 33 grundsätzlich eine schwache Hand, die unimproved am Flop eher wenig Showdownvalue hat.

Nun bekommst du aber eine 3-Bet vom Button, der hier unknown ist. Wie immer hast du 3 Möglichkeiten zur Auswahl:

  • Fold
  • Call
  • 4-Bet

4-bet/fold ist gegen Unknown ein gewagtes Spiel. Diesen Move kannst du mit any 2 Cards machen, somit verwandelt sich dein Spiel in einen puren Bluff. Im Gegensatz zu AK/QQ, die du auch gelegentlich 4-bettest und mit denen du dann einen Push callen kannst, bist du mit 33 nahezu immer way behind und kannst einen Push nicht callen.

Dementsprechend musst du dir überlegen, ob es mal Zeit ist, einen Bluff heranzuziehen. Da du jedoch aus UTG geraist hast und von einem unbekannten Spieler ge-3-bettet worden bist, gibt es wenige Gründe hier gleich massive Aggression auszupacken. Somit bleiben dir die anderen beiden Alternativen: Call oder Fold.

Du gehst natürlich weiter davon aus, dass du die Hand nur im Falle eines Hits weiterspielen kannst. Wie sehen deine Odds dafür aus? Du musst 2$ callen. Der Button hat einen Gesamtstack von 22$. Wenn du callst, hast du bereits einen 6$-Pot, Button hat noch 19$ left. Also kannst du die bereits im Pot vorhandenen 4$ + 19$ gewinnen, sprich 25$. Du bekommst Odds von 1 zu 12,5. Die Wahrscheinlichkeit für einen Hit am Flop liegt bei ca. 1 zu 7,5.

Das sieht auf den ersten Blick profitabel aus, jedoch weißt du, dass es die Call20-Regel gibt. Ganz einfach deshalb, weil du Villain nicht jedes mal stacken kannst, wenn du hittest.

Du musst also abwägen, ob du genügend Implied Odds hast:

  • Du bekommst Pot Odds von 1 zu 12,5, erfüllst also nicht die Call20-Regel.
  • Villain ist unknown und kann vom Button mit einer weiten Range 3-betten.
  • Gegen Unknown willst du ungern moven, beispielsweise durch ein Bluffraise, du wirst den Pot unimproved also selten gewinnen.
  • Du musst den Rest der Hand out of Position spielen, somit wird es schwer, Value zu extrahieren, indem du Villain All-in bekommst.
  • Du bist last to act. Es wird kein weiterer Spieler mehr in die Hand einsteigen, der deine Implied Odds verbessern könnte.

Somit kommst du zu dem Ergebnis, dass du wohl kaum genügend Implied Odds gegen Unknown haben dürftest. Unimproved gibst du die Hand durch check/fold am Flop meistens auf, bei einem Hit müsstet du out of Position wohl checkraisen, da du natürlich spätestens am River All-in sein willst. Dementsprechend ist ein Fold wohl die beste Alternative.

BEISPIEL 4 (Squeeze)

PartyPoker $25 NL Hold'em (6 handed)

Stacks & Stats
BB ($25.78)
BU ($56.33)
SB ($32.20)
CO ($16.45)
MP ($33.91)
Hero ($30.47)

Preflop: Hero is UTG with 5, 5
Hero raises to $1.00, 2 folds, BU calls $1.00, 1 fold, BB raises to $4.00, Hero…

Wieder sitzt du in frühester Position und raist dein Pocketpair first in. Der Button callt diesmal nur und der Big Blind squeezt (er 3-bettet, nachdem es bereits einen Coldcaller gegeben hat). Beide Gegner sind unknown.

Auch hier bleiben dir nun die Varianten Call or Fold. Preflop kannst du davon ausgehen, dass bei einem Call deinerseits meistens der Button ebenfalls callen wird. Er bekommt sehr gute Odds und hat zudem Position auf dich.

Du sitzt postflop jedoch im Sandwich. Du hast zwar Position auf den 3-Better, musst jedoch vor dem Button agieren. Die Pod Odds sind relativ gut. Wenn der Button immer callt, hast du keine Probleme. Wie sähe es aus, wenn der Button nun foldet?

Du investierst 3$. Der Pot wäre ohne deine 3$ bereits 6$ groß. Dein Restack wäre 22$. Du könntest somit 28$ gewinnen, was Pod Odds von 1 zu 9 entspricht.

Grundsätzlich sehen diese Odds natürlich nicht gut aus, jedoch sprechen folgende Punkte für einen Call:

  • Die Odds von 1 zu 9 bekommst du nur im schlechtesten Fall. Callt der Button, sieht es weitaus günstiger aus.
  • Du könntest dich im Multiwaypot befinden und eventuell zwei Gegner stacken.
  • Der Big Blind zeigt mit seinem Raise aus den Blinds gegen zwei schon Stärke. Im Falle eines Hits könntest du häufig voll ausbezahlt werden.
  • Du hast Position auf den 3-Better, könnest somit gut Value extrahieren

Allerdings solltest du auch die negativen Seiten nicht ausser Acht lassen:

  • Du hast keine Ahnung, ob der unknown Button tatsächlich callt.
  • Du kannst im 3-Bet-Pot schlecht moven, du musst also hitten.
  • Der unknown Squeezer kann auch eine Art Squeezeplay (Bluff) betreiben, das heißt er muss hier nicht zwanghaft eine sehr starke Hand halten. Demnach würden dir die Implied Odds fehlen.

Somit sieht es nach einer knappen Sache aus, am Ende entscheidest du dich aber auch hier wohl eher für einen knappen Fold.

Wenn du wüsstest, dass der Squeezer ein sehr tighter Spieler und der Button ein sehr looser, so könntest du die oben genannten Punkte eher anführen und eventuell einen profitablen Call finden.

Wenn du von Unknown eine 3-Bet bekommst, musst du dir also folgende Fragen stellen:

  • Hast du genügend Implied Odds?
  • Können noch weitere Spieler in die Hand einsteigen oder bist du last to act?
  • Spielst du im Multiwaypot oder Heads-up?
  • Wäre bei einem Call die Call20-Regel knapp erfüllt?
  • Wie groß ist die Range von Villain? Wirst du ihn häufig genug All-in bekommen können?
  • Hast du Position auf Villain?

Wenn du diese Punkte kurz durchgehst, solltest du meistens die richtige Entscheidung treffen. In einem 3-Bet-Pot ist die Wahrscheinlichkeit grundsätzlich größer, Villain All-In zu bekommen. Jedoch muss es auch häufig genug gelingen und ohne Reads auf Villain ist das meist schwer einzuschätzen.

Deswegen ist ein grundsätzlicher Fold gegen eine 3-Bet, gerade out of Position, vertretbar. In Position und mit einigen Reads ist ein Call sicherlich manchmal profitabel.

Wie spielst du nach dem Flop?

Postflop kannst du zwei Situationen unterscheiden: Entweder du hast getroffen und kannst somit eine sehr starke Hand vorweisen, oder aber du hast nicht getroffen und stehst nur mit einem kleinen Pair am Flop und hast mit ziemlicher Sicherheit einige Overcards auf dem Board.

Wenn du getroffen hast

Triffst du am Flop dein Set, ist deine Hand recht klar definiert. Du willst, wenn möglich, All-In kommen und wirst dein Set am Flop, egal wie das Board aussieht, nahezu niemals aufgeben.

Dein weiteres Vorgehen ist dabei natürlich sehr stark von folgenden Faktoren abhängig:

  • Befindest du dich in einem raised Pot oder in einem 3-Bet Pot?
  • Bist du der Preflopaggressor oder ist es dein Gegner (wer hat die Initiative)?
  • Spielst du in Position oder out of Position?
  • Befindest du dich im Heads-up oder spielst du im Multiwaypot?
  • Ist das Board drawheavy oder drawless?
  • Wer ist/sind dein/deine Gegner?
  • Stackgrößen

Du musst nun berücksichtigen, dass du mit deinem Set All-in kommen willst. Das geht aber nur, wenn auch dein Gegner eine einigermaßen vernünftige Hand hat.

RAISED ODER 3-BETTET POT?

Hier kommt ganz klar die Preflopaction zum Tragen. In erster Linie ist die Potgröße entscheidend, die in einem 3-bettet Pot natürlich um einiges höher ist. Du kannst an der einen oder anderen Stelle eventuell einen Gang zurückschalten, da eine normale Bet bereits reicht, um einen großen Pot zu spielen.

Ideal ist es natürlich, wenn du ein Set in einem 3-bettet Pot triffst, da du hier deinen Gegner am leichtesten All-in bekommst. Neben der Potgröße ist weiter anzunehmen, dass Villain als Preflop-3-Better oder Coldcaller ebenfalls eine starke Hand halten dürfte.

WER IST PREFLOPAGGRESSOR?

Die Frage nach der Initiative ist von enormer Wichtigkeit. Bist du selbst der Preflopaggressor, so kannst du gleich mit normalen Valuebets beginnen oder im Falle einer Donkbet von Villain mit einem Valueraise. Du verrätst deine Hand nicht, da du durch deine Preflopaction bereits Stärke demonstriert hast und das nun auch im Falle eines für dich schlechten Boards fortsetzen würdest. Villain wird dich hier häufig auf einen (Semi-)Bluff setzen, mit dem du noch mal versuchen könntest, unimproved den Pot zu gewinnen.

Preflopaggressor zu sein hat den Vorteil, direkt betten zu können, jedoch den Nachteil, dass du häufiger nicht ausbezahlt wirst, da Villain eventuell selber auf einer drawing Hand sitzt, das Board verfehlt hat und keinen Move gegen dich wagen möchte.
Ist Villain der Preflopaggressor, musst du aufpassen deine Hand nicht direkt zu verraten. Positionsabhängig verrät ein Checkraise oder ein direktes Raise in Position durchaus Stärke und wird Villain häufig zum Aufgeben seiner Hand bewegen.

IN ODER OUT OF POSITION

Egal worüber man beim Pokern spricht, die Position ist immer ein entscheidender Faktor. In Position kannst du dir erstmal anschauen, wie Villain verfährt und dir dann überlegen, ob ein direktes Raise am Flop schon Sinn macht. Out of Position hast du diese Möglichkeit oft nicht. Meistens musst du am Flop schon checkraisen, um den Pot einigermaßen groß zu bekommen und am Turn die Initiative übernehmen zu können. Spielst du nur check/call und checkst am Turn, wird sich Villain zu häufig den Checkbehind nehmen und du musst am River in einen kleinen Pot donken, der dann maximal nur noch gecallt wird.

HEADS-UP ODER MULTIWAY?

Selbstverständlich triffst du ein Set am liebsten in einem Multiwaypot. Du bekommst hier wesentlich häufiger große Pots zustande und kannst eher straight forward spielen, da meistens irgend jemand irgendwas getroffen hat. Zudem ist natürlich in einem Multiwaypot der Pot am Flop schon um einiges höher.

Deswegen lohnt es sich nahezu immer, in einem Multiwaypot sein Set straight forward zu spielen, auch da viele Hände gegen dich spielen und somit auch viele Outs haben. Du musst also auch gleichzeitig protecten.

WET ODER DRY BOARD?

Sicherlich ebenso eine wichtige Frage, die entscheidend dafür ist, ob du protecten musst oder ob du dir eventuell ein Slowplay leisten kannst. Klar ist, dass du durch Protection auch den Pot aufbaust, somit ist es nahezu nie verkehrt.

Jedoch solltest du dir schon überlegen, ob du auf einem drawless Board auch mal etwas ruhiger an die Sache herangehen willst, wenn du kaum schlechtere Hände siehst, die dich auf dem Board ausbezahlen.

Außerdem solltest du betrachten, ob das Board unter diesen Umständen drawheavy ist. In einem 3-bettet Pot im Heads-up sollte dir ein Board 4 5 7 nicht soviel Angst machen wie im Multiwaypot, der nur einmal geraised wurde, da hier wesentlich öfter drawing Hands unterwegs sind. Grundsätzlich solltest du im Heads-up Game den Gegner nicht zu oft auf Draws setzen, die eigentlich recht unwahrscheinlich sind.

DEIN GEGNER

Wenn du dir nun überlegst, wie du am besten dein Geld in die Mitte bekommst, spielt natürlich auch Villain eine entscheidende Rolle. Ist er eine Callingstation und kannst du gegen ihn leicht bet/bet/bet spielen? Ist er sehr aggressiv, so dass du ihn vielleicht am Turn checkraisen könntest, da er sehr häufig am Turn 2nd-barrelt?

Ist er ein guter Gegner der seine starke Hand protectet oder ist er ein looser Spieler der einfach nur bluffen will. Die Kenntnis über Villain ist mitentscheidend, wenn du ihn All-in bekommen willst.

STACKGRÖSSEN

Natürlich braucht dein Gegner auch eine angemessene Stackgröße, die du ihm abnehmen kannst. Da deine Implied Odds aber vor allem dein Preflopspiel ausmachen, musst du dies auch schon vorher berücksichtigt haben. 

All diese Punkte musst du berücksichtigen. Ideal ist natürlich die Kombination, dass du Preflopaggressor im 3-bettet Multiwaypot bist, zudem in Position gegen Fullstack-Callingstations auf einem drawless Board. Leider kommen solche Situationen nur selten vor, aber man darf ja mal träumen.

BEISPIEL 5

PartyPoker $25 NL Hold'em (6 handed)

Stacks & Stats
MP ($26.26)
CO ($28.11)
UTG ($53.61)
BB ($24.77) (28/12/0.4/28/181) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
SB ($22.30) (32/13/1.2/31/456) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
Hero ($28.15)

Preflop: Hero is Button with 7 , 7
3 folds, Hero raises to $1.00, SB raises to $3.00, BB calls $3.00, Hero calls $3.00

Flop: ($9.00) 7, 2, 2 (3 players)
SB bets $3.50, BB calls $3.50, Hero calls $3.50

Turn: ($19.50) J (3 players)
SB bets $4.00, BB calls $4.00, Hero raises to $13.00

Eine Hand, wie sie besser kaum laufen kann. Preflop machst du einen normales Raise vom Button mit deinem Pocketpair und kannst nach der 3-Bet vom Small Blind sowie dem Coldcall des Big Blinds leicht auf Setvalue callen.

Am Flop triffst du natürlich ideal, also arbeitest du mal kurz die Punkte ab:

  • Befindest du dich im raised Pot oder in einem 3-bettet Pot?

    Der Pot ist 3-bettet und somit schon recht groß.

  • Bist du der Preflopaggressor oder ist es Villain (wer hat die Initiative)?

    Du bist kein Preflopaggressor, was in diesem Fall nicht sonderlich schlimm ist.

  • Spielst du in Position oder out of Position?

    Du befindest dich in Position, der SB sowie der BB müssen vor dir agieren.

  • Befindest du dich im Heads-up oder spielst du im Multiwaypot?

    Du hast zwei Gegner in der Hand, von denen du Value extrahieren kannst.

  • Ist das Board drawheavy oder drawless?

    Das Board ist für dich vollkommen drawless. Vorteil könnte sein, dass zwei -Karten liegen, die deinem Full House aber ohnehin nichts anhaben können.

  • Wer ist/sind dein/deine Gegner?

    Zwei Callingstations, die wohl viel callen werden, aber selber kaum aggressiv werden.

  • Stackgrößen

    Beide haben nahezu volle Stacks.

Nahezu alle Punkte sehen hier gut aus. In dieser Situation kannst du nicht viel falsch machen. Den Flop callst du nur, da du nicht protecten brauchst. Durch den 3-bettet Pot läufst du auch nicht Gefahr, nur um einen Minipot spielen zu müssen. Selbst durch den Call hast du am Turn schon einen 20$ Pot. Mit einem Raise würdest du die beiden eventuell vertreiben. In dieser Situation ist Slowplay möglich, da du hoffst, dass einer der beiden seine Hand am Turn noch verbessert (z.B. durch einen Flush, AK hittet etc.).

Am Turn wirst du wieder mit einer Minbet konfrontiert. Jetzt agierst du aber und raist recht minimal. Dein Ziel ist hier einzig und allein, mindestens einen der beiden All-in zu bekommen. Wenn beide nichts haben sollten, wirst du ohnehin nicht viel mehr abkassieren. Aber am Turn solltest du Potbuilding betreiben, damit du am River All-in pushen kannst, ohne eine Potsizebet oder gar Overbet hinlegen zu müssen.

Sicherlich wäre auch hier ein Call denkbar, da aufgrund des 3-handed Pots der Pot schon recht groß ist. Für ein Raise spricht jedoch, dass eventuell Draws noch callen könnten, die am River wohler check/folden könnten.

Dieses Beispiel liefert natürlich den Idealfall, der leider nur sehr selten vorkommt.

Im nächsten Beispiel hast du eine ähnliche Situation, in der sich nur zwei Bedingungen ändern:

  • Die Preflopaction
  • Das Board
BEISPIEL 6

PartyPoker $25 NL Hold'em (6 handed)

Stacks & Stats
MP ($26.26)
CO ($28.11)
UTG ($53.61)
BB ($24.77) (28/12/0.4/28/181) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
SB ($22.30) (32/13/1.2/31/456) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
Hero ($28.15)

Preflop: Hero is Button with 7 , 7
3 folds, Hero raises to $1.00, SB calls $1.00, BB calls $1.00

Flop: ($3.00) 7, 6, 8 (3 players)
SB checks, BB checks , Hero bets $2.50, SB calls $2.50, BB calls $2.50

Turn: ($10.50) J (3 players)
SB checks, BB checks, Hero...?

Preflop hast du eine ähnliche Situation wie im vorherigen Beispiel, nur dass der Small Blind diesmal nicht raist, sondern nur callt. Ebenso callt der Big Blind. Das Board ist diesmal nicht ganz ungefährlich für dein Set, es ist sehr drawheavy und gerade gegen zwei Villains nicht einfach zu spielen.

Beide checken zu dir, du machst eine 5/6 Potsizebet, die auch durchaus Potsize betragen könnte. Beide callen.

Am Turn kommt eine Blank. Kein Draw wird vervollständigt, beide checken wieder zu dir. Keiner der beiden scheint seine Hand protecten zu wollen. Bei Callingstations hat das aber nicht unbedingt viel zu bedeuten.

Dennoch kommt Slowplay natürlich überhaupt nicht in Frage. Ebenso gibt es keinen Grund hier anzunehmen, hinten zu liegen. Du musst hier hart protecten und darfst keinesfalls Freecards verteilen. Deswegen ist die einzig vernünftige Line bet/call Turn.

BEISPIEL 7

PartyPoker $25 NL Hold'em (6 handed)

Stacks & Stats
MP ($22.10)
CO ($76.35)
UTG ($33.08)
BB ($25.33)
SB ($27.72) (26/23/4.2/27/289) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
Hero ($25.09)

Preflop: Hero is Button with 3 , 3
3 folds, Hero raises to $1.00, SB raises to $3.00, BB folds, Hero calls $3.00

Flop: ($6.50) 3, A, J (2 players)
SB bets $4.50, Hero calls $4.50

Turn: ($15.50) 2 (2 players)
SB bets $10.00, Hero raises to $17.59

Preflop raist du vom Button aus und bekommst eine 3-Bet. Du callst sie in diesem Fall, da Villain sehr aggressiv ist und du im Falle eines Hits um einen großen Pot spielen könntest. Villain ist auch postflop sehr aggressiv und hat des öfteren versucht, durch eine 2nd-Barrel am Turn seine Gegner rauszubetten. Zudem spielst du in Position.

Am Flop hittest du dein Set auf einem guten Board. Das Board ist drawless, zudem kann Villain hier häufig ein Ass getroffen haben.

Standardmäßig kommt die Continuationbet, die du nur callst. Mit einem Raise würdest du zu häufig schlechtere Hände vertreiben.

Der Turn birgt ebenfalls kaum Gefahr. Villain barrelt erneut und du raist diesmal All-in. Das machst du nicht, weil du protecten musst. Villain wird hier fast nie zwei :c-Karten halten.

Aber dein Ziel ist es, All-in zu kommen, durch deinen verbliebenen Reststack ist Villain eigentlich genötigt, unseren push zu callen. Alternativ wäre auch hier ein weiterer Calldown denkbar. Es ist beides möglich.

BEISPIEL 8

PartyPoker $25 NL Hold'em (6 handed)

Stacks & Stats
BU ($33.98)
MP ($44.33)
CO($13.56)
UTG ($22.23)
BB ($54.51)
Hero ($24.69)

Preflop: Hero is SB with 4 , 4
UTG raises to $1.00, 2 folds, BU calls $1.00, Hero calls $1.00, 1 fold

Flop: ($3.35) 8 A 4 (3 players)
Hero checks, UTG bets $3.00, BU folds, Hero raises to 10.00$, UTG calls $10.00

Turn: ($23.35) 6 (2 players)
Hero bet $13.69 (All-in), UTG folds

Du hältst 44 im Small Blind gegen zwei unknown Villains. Preflop bekommst du gute Odds und kannst klar auf Setvalue callen.

Am Flop hittest du dein Set, jedoch spielst du out of Position und musst zuerst agieren. Du hast zwei Gegner auf einem 2-suited Board, aber es gibt hier keinen Grund reinzudonken. Grundsätzlich ist eine Donk möglich, sofern du dies auch mit anderen Händen balanced.

UTG macht seine Contibet, woraufhin der Button foldet. Nun checkraist du.

Durch diesen Move zeigst du relativ deutlich deine starke Hand, jedoch kommt genau hier das Problem zum Tragen, dass du keine Position hast. Durch den c/r baust du den Pot auf und erkaufst dir am Turn die Initiative.

Alternativ hätte es folgendermaßen ausgesehen:

BEISPIEL 9

PartyPoker $25 NL Hold'em (6 handed)

Stacks & Stats
BU ($33.98)
MP ($44.33)
CO($13.56)
UTG ($22.23)
BB ($54.51)
Hero ($24.69)

Preflop: Hero is SB with 4 , 4
UTG raises to $1.00, 2 folds, BU calls $1.00, Hero calls $1.00, 1 fold

Flop: ($3.35) 8 A 4 (3 players)
Hero checks, UTG bets $3.00, BU folds, Hero calls $3.00

Turn: ($9.35) 6 (2 players)
Hero checks, UTG checks

River: ($9.35) 6 (2 players)
Hero bets $6.00,…

Zu häufig nimmt sich Villain den Checkbehind am Turn und du musst am River donken. Diese Bet fällt natürlich aufgrund der geringen Potgröße kleiner aus. Abgesehen davon protectest du nicht ausreichend vor einem theoretisch möglichen Flushdraw.

Letztlich ist es klar, dass auch Villain eine recht starke made Hand besitzen muss, um All-in zu gehen. Deswegen lohnt sich out of Position ein Checkraise mehr, als auf ein Checkraise am Turn zu hoffen, das gegen unknown leider zu selten zustande kommt.

BEISPIEL 10

PartyPoker $25 NL Hold'em (6 handed)

Stacks & Stats
MP ($21.32)
UTG ($32.91)
BB ($33.87)
SB ($25.00)
BU ($17.87)
Hero ($27.77)

Preflop: Hero is CO with 6 , 6
UTG raises to $1.00, MP calls $1.00, Hero calls $1.00, 1 fold, SB calls $1.00, BB calls $1.00

Flop: ($5.00) 6 K 2 (5 players)
SB checks, BB checks, UTG bets $3.00, MP calls $3.00, Hero raises to $14.00

Eine nahezu perfekte Situation. Preflop kannst du auf Setvalue callen und triffst im Multiwaypot dein Set auf einem drawless Board. Zudem spielst du in Position.

Die Frage ist nun, callst du oder raist du? Das Problem ist einfach, dass du durch einen Call den hinter dir agierenden Small Blind und Big Blind ebenfalls hervorragende Odds geben würdest. Zwar brauchst du offensichtlich nicht zu protecten, doch du stehst hier immerhin gegen 4 Hände. Jede dieser Hände könnte Outs gegen dich haben, was in der Summe eher dafür spricht, straightforward zu spielen.

Als Beispiel: UTG hält AA, MP callt mit TT und SB hält 34o und bleibt aufgrund der guten Odds im Rennen. Somit würden hier glatte 8 Outs gegen dich stehen.

Natürlich ist das hart formuliert, und ein Slowplay wäre in diesem Falle nicht der größte Fehler. Jedoch solltest du immer im Hinterkopf behalten, dass dir viele Hände mit kleinen Draws letztlich auch sehr gefährlich werden können.

In diesem Fall raist du also und willst versuchen, direkt am Flop All-in zu kommen.

BEISPIEL 11

PartyPoker $25 NL Hold'em (6 handed)

Stacks & Stats
BB ($23.15)
UTG ($24.55)
MP ($71.81)
CO ($23.55) (40/22/3.9/35/132) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
BU ($22.12) (22/12/2.7/29/459) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
Hero ($26.09)

Preflop: Hero is SB with 2 , 2
2 folds, CO raises to $1.00, BU calls $1.00, Hero calls $1.00, 1 fold

Flop: ($3.50) 5, 2, K (3 players)
Hero checks, CO bets $3.00, BU raises to $7.50, Hero...

Out of Position floppst du dein Set und checkst erstmal. Der CO macht seine Contibet und der Button raist. Nun hast du zwei Möglichkeiten: 3-betten und möglichst All-in kommen oder nur callen.

Ein Raise hat haptsächlich zwei Gründe: Du willst zum einen protecten und zum anderen den Pot aufbauen.

In dieser Situation ist das Board recht drawless, du kannst davon ausgehen, dass beide Villains nicht sonderlich viele Outs gegen dich haben. Potbuilding ist in dieser Situation kaum nötig. Wenn du callst und der Cutoff ebenso, hast du bereits einen 26$ Pot am Turn. Balancen brauchst du hier auch nichts, da solche Situationen sehr selten vorkommen und deine beiden Gegner ohnehin nicht die frischesten zu sein scheinen.

Beide Villains sind postflop jedoch sehr aggressiv, so dass du davon ausgehen kannst, dass einer der beiden am Turn nochmals bettet und du dann selber All-in pushen kannst.

Eine mögliche Line für diese Hand wäre also:

  • check/call Flop
  • checkraise All-in Turn

Du hast gesehen, dass es gerade ohne Initiative und out of Position nicht sonderlich einfach ist, jeweils die richtige Line zu finden. Solange du selber der Preflopaggressor bist, bietet sich bet/bet/bet an. Du kannst dort nicht viel verkehrt machen.

Wenn du nicht getroffen hast

Natürlich kommt es sehr häufig vor, dass du nicht getroffen hast. Nur in einem von 8,5 Fällen triffst du dein Set, das heißt du bist ziemlich häufig unimproved.

Natürlich hast du weitere Möglichkeiten auf deiner Seite den Pot zu gewinnen wie beispielsweise die Continuationbet.

Aber auch ohne Bluffs kann die Hand eventuell gewonnen werden. Wie bereit oben bei den Unterschieden zwischen kleinen und mittleren Pocketpairs erwähnt, musst du mit einem mittleren Paar am Flop nicht zwangsweise hinten liegen.

Deswegen folgen nun Gedanken dazu, wie du mit solchen Situationen umgehen solltest:

STANDARDBEISPIEL

PartyPoker $25 NL Hold'em (6 handed)

Stacks & Stats
MP ($25)
CO ($25)
UTG ($25)
BB ($25)
SB ($25) Hero ($25)

Preflop: Hero is Button with 8 , 8
UTG raises to $1.00 2 folds, Hero calls to $1.00, 2 folds

Flop: ($2.25) 3, 3, K (2 players)
UTG bets $1.50, Hero

Die folgenden Gedanken beziehen sich also auf diese oder ähnliche Situationen.

Die Position

Selbstverständlich solltest du Pocketpairs in Position in erster Linie auf Setvalue callen. Da du nicht openlimpen solltest, wärst du out of Position meistens in einem 3-bettet Pot oder hättest, sofern dein Gegner nur gecallt hätte, selber die Initiative. Die wahrscheinlichste Möglichkeit ist demnach ein Blind Defend, bei dem du dein Pocketpair aus den Blinds heraus gecallt hast und somit postflop out of position agieren musst. Deswegen beziehen sich die Beispiele auf das Spiel in Position. Am Ende wird noch einmal kurz auf das Spiel out of Position eingegangen.

Deine Möglichkeiten

Schau dir nun oben aufgeführte Situation an: Du hast preflop in Position mit deinem Pocketpair gecallt und stehst nun Heads-up unimproved am Flop. Dein Gegner macht standardmäßig seine Continuationbet. Was machst du?

Wie nahezu immer hast du deine drei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Fold
  • Call
  • Raise

Ein Fold wäre die einfachste Entscheidung. Du entscheidest dich nur bei einem Hit weiter zu spielen, da du nicht getroffen hast, foldest du. Die Hand wäre somit für dich vorbei und verloren.

Solltest du dich für ein Raise entscheiden, so hast du meist auch noch eine zusätzliche Entscheidung in Abhängigkeit von Villain zu treffen. Sollte er folden, hast du die Hand zwar gewonnen, aber was machst du bei einem Call bzw. bei einer 3-Bet?

Entscheidest du dich für einen Call, wirst du garantiert eine weitere Entscheidung am Turn treffen müssen. Wenn Villain zu dir checkt, checkst du ebenso oder bettest du? Wenn Villain den Turn bettet, foldest du dann, callst du erneut oder raist du jetzt?

DER FOLD

Wie bereits erwähnt, hättest du bei einem Fold eine recht einfache Entscheidung getroffen und wärst mit der Hand fertig. Du stellst dir aber nun die Frage, ob du vielleicht die beste Hand gefoldet hast.

Was traust du Villain zu? Hast du Stats und Reads oder spielst du hier gegen Unknown? Hast du dir eventuell preflop schon Gedanken über den weiteren Verlauf gemacht? Sollte Villain ein so tighter Spieler sein, dass du ihm beinahe nur Premiumhände aus früher Position zutraust, so hast du vielleicht ausschließlich auf Setvalue gecallt und dich darauf eingestellt, ohne Hit die Hand sofort aufzugeben.

Du gehst also davon aus, dass du hinten liegst und gleichzeitig kaum eine Möglichkeit siehst, Villain von einer besseren Hand runter zu bluffen. Stehen diese beiden Faktoren für dich fest, so ist ein Fold logischerweise die richtige Entscheidung.

Wie sieht das aber bei loosen Spielern aus, gegen die du dich durchaus noch vorne siehst?

DAS RAISE

Solltest du in diesem Spot raisen, stellt sich natürlich die Frage, was du damit erreichen willst.

Ein Raise hat grundsätzlich zwei verschiedene Zwecke: Zum einen raist du for Value, da du von einer schwächeren Hand ausbezahlt werden willst. Zum anderen raist du um Foldequity zu erzielen und eventuell eine bessere Hand zum Folden zu bewegen.

Schau dir dafür noch mal den tighten UTG-Raiser an. Du traust ihm eine starke Hand zu und entscheidest dich für ein Raise. For Value kann dieses Raise nicht sein, da du dich ja wie erwähnt meistens hinten siehst. Aber kannst du mit einem Raise Hände wie bspw. QQ/JJ zum Folden bewegen? Diese Frage musst du dir stellen, denn wenn du letztlich nicht dieser Meinung bist, welchen Sinn hat dann dein Raise?

Solltest du aber der Meinung sein, Villain ist tatsächlich in der Lage hier eine stärkere Hand direkt wegzulegen, macht ein Bluffraise durchaus Sinn.

Noch problematischer wird die Situation allerdings, wenn du gegen einen recht loosen Villain spielst. Und zwar einenGegner, dem du preflop wesentlich schlechtere Hände zutraust. (An dieser Stelle sei noch einmal erwähnt, dass du in diesem Fall praktisch auch preflop hättest 3-betten können. In diesem theoretischen Fall hast du dich aber für einen Call in Position entschieden)

Wie wird Villain auf ein Raise deinerseits reagieren? Ist er so loose, dass er sogar mit schlechteren Händen callen würde und du somit for Value raist? Oder heißt das gleichzeitig, dass du ihn hier niemals von einer besseren Hand herunter bekommst?

Nimmst du an, dass Villain sehr häufig 2nd-barreln wird, ist ein direktes Raise vielleicht angebrachter. Du erzielst Foldequity und nimmst Villain die Möglichkeit solange zu bluffen, bis du die Hand aufgeben musst. Es ist natürlich verdammt schwierig, deine Hand in Relation zu Villains Range zu setzen und somit zu entscheiden, wie weit du mit deiner Hand gehen möchtest.

Standardmäßig sollte bei einer 3-Bet von Villain, egal wie du diesen Spieler einschätzt, die Hand für dich gelaufen sein. Interessant wird es daher eher bei einem Call.

Am Turn musst du demnach ebenfalls versuchen, deinen Gegner auf eine Range zu setzen. Klar ist jedoch, dass die Foldequity gegen einen loosen Spieler, der den Flop bet/call spielt, nicht gerade rosig ist und du im Normalfall einen bereits sehr großen Pott hast. Somit solltest du meistens auf eine weitere Bet verzichten und hoffen, günstig zum Showdown zu gelangen.

DER CALL

Die letzte Option ist der Call. Mit einem Call bleibst du in der Hand, erzielst aber natürlich keine Foldequity. Du kannst die Hand nicht sofort gewinnen und musst eine weitere Entscheidung am Turn treffen. Dies mag zwar logisch klingen, verbunden damit ist aber auch, dass du bereits einen Plan für den Turn haben musst, wenn du am Flop callst.

Welche Möglichkeiten hast du am Turn?

Sollte dein Gegner erneut betten, hättest du zwar theoretisch 3 Möglichkeiten, aber ein Raise sollte die Ausnahme sein. Du kannst dich hier nie eindeutig vorne sehen und somit nicht for Value raisen. Solltest du dich von einem Raise viel Foldequity versprechen, so bräuchtest du schon recht eindeutige Reads, da eine 2nd-Barrel durchaus Stärke demonstriert.

Blieben dir also die Optionen Call und Fold. Gegen einen recht tighten Spieler, von dem du eventuell sogar weißt, dass er recht selten 2nd-barrelt bzw. nur, wenn er auch eine made Hand hält, ist ein Fold eine denkbare Option. Du magst zwar denken, die Line call Flop / fold Turn mag weak erscheinen, letztlich hast du aber wenig investiert und bist dir aufgrund deiner Reads recht sicher, hinten zu liegen. Du hast deiner Meinung nach ausreichende Informationen über Villains Hand erhalten und siehst deine Hand nun am Turn als die zweitbeste an. Somit kannst du folden.

Wenn du erneut callst, begibst du dich in eine way ahead / way behind Situation. Gegen einen recht tighten Gegner macht dies wenig Sinn. In diesem Fall musst du Villain als sehr loose und aggressiv einschätzen und ihm für seine neuerliche Bet wenig Credit geben. Genau wie bei dem Call am Flop der Plan für dein Turnplay stehen sollte, so muss bei einem erneuten Call am Turn auch der Plan für dein Riverplay stehen. Spielst du wirklich way ahead / way behind? Setzt du deinen Gegner häufig genug auf solch schwache Hände, mit denen er eventuell sogar dreimal barrelt, so dass du mit deiner recht schwachen made Hand noch mal eine Bet am River callen könntest und dabei häufig genug noch vorne liegst?

Und genau hier kommt ein großes Problem:

Wenn du nicht vorhast, am River aufgrund des bereits groß gewordenen Pots erneut zu callen, obwohl du annimmst dass Villain auch hier recht häufig bluffen wird, so solltest du schon am Turn aufgeben. Entscheidest du dich aber aufgrund eines sehr loosen Gegners für dein way ahead / way behind-Prinzip, so solltest du auch den River callen.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, dass Villain zu dir checkt. Du hast die Möglichkeiten eines Checkbehinds oder aber einer Bet. Solltest du betten, so läuft es letztlich auf einen Float hinaus. Ein Float ist ein Bluff und somit ist es auch hier dein Ziel, Villain von einer eventuell stärkeren Hand zu bekommen.

Solltest du der Meinung sein, dass Villain recht aggressiv ist und dich eventuell am Turn Bluff-Checkraisen könnte oder aber am River eine Bluffbet feuern könnte, du dich aber meistens noch vorne siehst, so solltest du lieber den Turn behind checken und den River callen.

Hast du es mit einem eher tighten Spieler zu tun, musst du dir die Frage stellen ob Villain hier eine stärkere Hand folden kann. Auch hier gilt natürlich, solltest du Foldequity sehen, dann solltest du auch floaten.

OUT OF POSITION

Angeführt wurde bereits, dass du relativ selten out of Position mit einem kleinen Pocketpair spielst/spielen solltest.

Du kannst deine Hand in einen puren Bluff verwandeln und donkbet/fold spielen, jedoch bekommst du von vielen Gegnern einen Bluffraise, da der Preflopaggressor seine Overcards nicht aufgeben will. Du foldest somit die beste Hand, denn callen kannst du dieses Raise natürlich nicht.

Ebenso besteht die Möglichkeit des Checkraises, das natürlich ebenfalls ein Bluff ist, jedoch mehr Foldequity verspricht. Der Nachteil ist natürlich, dass er wesentlich teurer ist und somit auch wesentlich häufiger funktionieren muss.

Aber auch hier besteht die Möglichkeit des check/calls. Solltest du den Flop check/call spielen und den Turn donken, so wäre dies quasi ein Float out of Position. Er bietet sich vor allem gegen recht aggressive Spieler an. Gegen Spieler die häufig bluffen hättest du somit am Flop die Continuationbet eingesackt. Wenn du weißt, dass dieser Spieler zwar häufig den Turn mit Air 2nd-barreln würde, nach deiner Donkbet aber selten raisen wird, da er sich damit beinahe committen würde, ist diese Spielweise durchaus angebracht.

Gegen tightere und passivere Spieler jedoch, bei denen du nicht davon ausgehst, dass sie mit Air 2nd-barreln, kannst du einfach check/folden. Du trägst somit deine eventuell beste Hand günstig zum Showdown und siehst dich bei einer Turnbet des tight-passiven Spielers hinten.

MULTIWAY

Die beschriebenen Situationen beziehen sich hauptsächlich auf das Spiel Heads-up ab dem Flop. Solltest du einen Multiwaypot haben, hast du natürlich mehrere Hände gegen dich, die besser sein könnten oder zumindest viele Outs haben. Dadurch sinkt deine Foldequity und du solltest vorsichtiger agieren.

Anwendungen

Natürlich sind die beschriebenen Szenarien sehr allgemein gehalten und sollen nur Denkansätze liefen.

Am besten für dich ist natürlich, wenn du genaue Reads und Stats von Villain hast, also einschätzen kannst womit er preflop raist, wie häufig er Flop und Turn bettet und wie häufig er Hände auch aufgeben kann. Werte wie Went to Showdown spielen natürlich gerade bei den Floatversuchen eine große Rolle.

Zudem sind die Aktionen, die sich auf das Turn- und Riverplay beziehen, natürlich abhängig vom Board. Kannst du bei dieser Karte bluffen, oder ist es eine Karte die wohl offensichtlich an der Situation nichts geändert hat?

Selbstverständlich spielen auch dein Image sowie deine History am Tisch mit in die Entscheidungen hinein. Hast du häufiger mal gefloatet, solltest du unimprovte Pocketpairs häufiger direkt aufgeben. Warst du zuletzt sehr aggressiv, siehst dich aber vorne, solltest du eher versuchen, den Showdown zu erreichen und am Turn checken.

Entscheidend ist natürlich wie immer auch die Deception bzw. das Balancing. Wenn du beispielsweise die Line „check/call Flop, check Turn“ nur mit kleinen Pocketpairs spielst, mit denen du nicht getroffen hast, so könnte das ein aufmerksamer Gegner durchaus mitkriegen und auf einmal häufiger 2nd-barreln. Nutzen könntest du dies dann, indem du auch mit einem getroffenen Set diese Line spielst (und dann natürlich den Turn checkraist).

Das gleiche gilt natürlich für jegliche Floatversuche, auch hier solltest du mit starken made Hands eine ähnliche Line wählen.

Ebenfalls ist es natürlich wichtig, dass du nicht direkt zu viele Hände aufgibst. Du weißt, dass du statistisch gesehen nur ca. jedes 8,5te mal ein Set triffst. Wirfst du also 7mal direkt deine Hand am Flop weg, so wirst du beim achten mal seltener ausbezahlt.

Zusammenfassung

Du hast nun viele Ansätze zum Preflopplay mit Pocketpairs sowie dem Postflopplay gesehen. Logischerweise kannst du nicht jedes Mal alle möglichen Punkte durchgehen und daraufhin die beste Entscheidung treffen, jedoch solltest du sie wenn möglich im Hinterkopf haben und ab und an durchchecken, wenn die Situation etwas enger wird.

Das Preflopspiel kannst du üben. Die entscheidenen Fragen richten sich wie immer nach der Foldequity bzw. den Implied Odds. Auf Dauer sollten sich deine Fehler dort minimieren.

Mit einem getroffenen Set hast du am häufigsten Probleme, solltest du out of Position spielen und nicht die Initiative haben. Hier ist es sehr wichtig, dass du deine Valuelines mit anderen Lines balanced. Dies ist natürlich von dir selber und deinem Spiel abhängig. Bluffraist du häufig den Flop, kannst du auch dein Set direkt raisen. Floatest du lieber, solltest du auch mit einem Set den Flop nur callen (sofern es das Board zulässt).

Ein unimprovtes Pocketpair ist meistens keine starke Hand, aber sie muss auch nicht immer hinten liegen. Gegen verschiedene Gegner hast du verschiedene Möglichkeiten, solltest dir aber bewusst sein, dass ein einfacher Call bzw. check/call nicht falsch sein muss. Du musst die Hand nicht immer zwanghaft am Flop entscheiden, beispielsweise durch Bluffraises. Diese sind teuer und vertreiben natürlich schlechtere Hände, bessere Hände werden meistens in der Hand bleiben.

Was du benötigst, ist die Information über Villains Hand. Wenn du durch eine 2nd-Barrel also die Information bekommst, dass du meistens hinten liegst, ist die Variante check/call Flop, check/fold Turn eine recht günstige, die sich zudem hervorragend balancen lässt.