Aktualisiert am 12 März 26 von

Grundlagen: Die drei Arten einer Bet

Im Poker hast du die Möglichkeit zu betten. Mit einer Bet verfolgst du das Ziel, Geld zu gewinnen. Dies kann auf drei Arten geschehen:

  • Die Valuebet: Du bettest, um von schlechteren Händen ausbezahlt zu werden
  • Die Bluffbet: Du bettest, um bessere Hände zum Folden zu bringen
  • Deadmoney einsammeln: Den Gegner eine schlechtere Hand mit Outs folden lassen

Diese drei Arten zu Betten wirst du nun genauer kennenlernen.

Die Valuebet

Eine Valuebet ist eine Bet, bei der du mit der besseren Hand bettest und von einer schlechteren Hand gecallt wirst.

Um eine Valuebet zu spielen, sind also zwei Dinge notwendig: Dein Gegner hat eine schlechtere Hand und bezahlt dich mit dieser aus.

 

Du stehst am Flop und hast Toppair. Du gehst von vielen Assen in der Range deines Gegners aus und du weißt, dass Hände wie AQ, AJ oder AT kaum aufgeben werden. Diese Hände dominierst du mit AK. Du setzt eine Valuebet, damit diese schlechteren Hände dich ausbezahlen.

Bettest du K5o gegen JTo auf einem K43r-Flop ist das keine Valuebet, da diese schlechtere Hand nicht callen wird und du somit kein Geld verdienst.

 Bei einer Valuebet bettest du mit der besseren Hand und wirst von einer schwächeren Hand gecallt.

Die Bluffbet

Bei einer Bluffbet bettest du mit der schwächeren Hand, um eine bessere Hand zum Folden zu bringen.

Bettest du A3 auf einem 774r-Flop und dein Gegner foldet KT, war das keine Bluffbet. Dein Gegner hat keine bessere Hand gefoldet.

Ein gutes Beispiel für eine Bluffbet ist ein Flop mit einer hohen Karte, sei es ein Ass oder ein König, wobei dein Gegner preflop deine Erhöhung nur mitgegangen ist. Du gibst deinem Gegner häufig kleine Pocketpairs und gehst davon aus, dass er sehr viele davon auf diesem Board weglegen muss. Du selbst hältst nichts, kannst aber davon ausgehen, häufig bessere Hände zum Aufgeben zu zwingen. Du kannst hier eine Bluffbet platzieren.

 Bei einer Bluffbet bettest du mit der schwächeren Hand und bringst eine bessere Hand zum Folden.

Deadmoney einsammeln

Beim Einsammeln des Deadmoneys bettest du, um den Pot zu gewinnen. Zudem möchtest du erreichen, dass dein Gegner Outs foldet.

Als Deadmoney wird das Geld bezeichnet, was sich bereits im Pot befindet. Dies sind zu Beginn jeder Hand die Blinds. Im Verlaufe der Hand kann weiteres Geld hinzukommen, möglicherweise durch Mitgehen der Mitspieler (Limps) oder Erhöhungen (Raises, 3-Bets).

Schau dir den gezeigten Ace-high-Flop an. Du hast preflop erhöht. Neben den Blinds liegen also auch das Geld deiner Erhöhung sowie des Calls deines Gegners im Pot. Dies ist das Deadmoney.

Du hältst 55. An eine Valuebet ist nicht wirklich zu denken, an eine Bluffbet auch nicht. Theoretisch wäre jedoch beides möglich, denn dein Gegner kann eventuelle Draws weiterspielen, die schlechter sind als 55, er kann aber auch bessere Hände wie 66 oder 77 aufgeben.

Beides sind jedoch keine primären Ziele. Wenn du bettest und dein Gegner foldet, hast du den Pot und damit das Deadmoney gewonnen. Der Gegner hatte mit 76s zwar eine schlechtere Hand als du, er hatte jedoch sechs Outs. Durch deine Bet erlaubst du ihm nicht, umsonst am Turn ein Out treffen zu können. Damit zwingst du deinen Gegner, seine Outs aufzugeben.

 Beim Einsammeln von Deadmoney möchtest du den Pot gewinnen und deinen Gegner dazu bringen, Outs aufzugeben.

Die drei Betarten in der Praxis

Du hältst AK und bettest am Flop.

Du gibst deinem Gegner folgende Range:

Du valuebettest gegen AQ-AT.
Das sind 24 Kombos.
Gegen JTs-T9s valuebettest du nicht, denn diese acht Kombos folden auf eine Bet.
Du bekommst aber das Deadmoney.
 Gegen 55 und 33 kannst du ebenfalls nicht valuebetten.
Das sind sechs Kombos, die gegen dich vorne liegen.

Wie du siehst, kannst du nicht gegen jede Hand valuebetten. Da du aber 24 seiner 38 Kombos schlägst und diese auch callen werden, ist deine Bet profitabel.

Stell dir nun vor, du möchtest auf diesem Bard bluffen:

Bei gleicher Range bekommst du mit JTs-T9s nur 8 bessere Kombos zum Folden. Die restlichen 30 Kombos sind nicht nur bessere Hände als deine, sie folden auch nicht auf eine Bet. Der Bluff ist daher nicht profitabel.

Was sind keine Gründe für eine Bet?

Die genannten drei Arten sind die einzigen Gründe, um eine Bet zu platzieren. Alle anderen Arten von Bets lassen sich aus diesen drei Arten zusammensetzen. In erster Linie fallen dir da vielleicht Stichworte wie "Protection" und "Information" ein. Bei einer Protection-Bet kannst du zwei Dinge erreichen: Dein Gegner foldet Outs und du gewinnst den Pot sofort. Alternativ kann dein Gegner aber callen und bezahlt mit der zweitbesten Hand, dann war es eine Valuebet.

Zusammenfassung

Es gibt nur genau drei Gründe für eine Bet:

    • Bei einer Valuebet callt eine schlechtere Hand.
    • Bei einer Bluffbet soll eine bessere Hand folden.
    • Beim Einsammeln des Deadmoneys willst du den Pot gewinnen und erreichen, dass dein Gegner Outs foldet.

Du solltest bei jeder Bet wissen, welches dieser Ziele du damit verfolgst.