Profitabilität der Shortstack-Strategy
Profitabilität der Shortstack-Strategy
Heute habe ich mich erneut dazu entschieden, für euch statt den Lehrreichsten Beispielhänden eine Kolumne zu schreiben.
Dazu habe ich mich bereits in einem meiner letzten Coachings entschieden, als zum wiederholten Male die Frage kam, ab welchem Limit man denn auf die Big Stack Strategy umstellen solle.
Daher möchte ich euch nun einmal kurz erläutern, was es mit der ShortStackStrategy denn genau auf sich hat und bis zu welchen Limits man sie spielen kann. Aber auch was denn der große Vorteil ist, warum wir diese Strategie unseren Anfängern im No-Limit Bereich ans Herz legen.
Warum SSS?
Der Grund warum wir die SSS den Anfängern ans Herz legen, ist zugleich einer der wichtigsten Vorteile der ShortStackStrategy.
Wir spielen durchgehend mit einem sehr kleinen Stack (20BB), was für uns einen sehr schweren Teil des Spiels wegfallen lässt oder zumindest immer vereinfacht: Das Postflopspiel, also das Spiel, was ab dem Flop noch geschieht.
Denn dies fällt dann komplett weg, wenn wir vor dem Flop selbst erhöhen oder einer Erhöhung gegenüberstehen. Denn in diesen Fällen können wir nach Equity (Wahrscheinlichkeit vorne zu liegen) und somit purer Mathematik spielen, was die Fehler der Spieler, vorallem Anfänger, stark einschränkt.
Wenn es zu einem Postflop-Spiel kommt, spielen wir nach den Regeln immer Schieben und Aussteigen, Einsatz und dann schieben/aussteigen oder wir gehen direkt Allin.
Man sieht, dass durch den kleinen Stack das komplizierte Spiel nach dem Flop komplett wegfällt. Somit ist die Strategie natürlich für Anfänger extrem einfach zu spielen, doch bietet sie auch für fortgeschrittene Spieler eine Herausforderung. Hierzu kommen wir später.
Was macht die SSS profitabel?
Die ShortStackStrategy wird für uns eigentlich durch reine Mathematik profitabel. Die wichtigsten Entscheidungen in der Strategie liegen meist schon Preflop, wo man sich entscheiden muss, ob man eine Hand erhöht oder gar eine Erhöhung erhöht.
Ab dem Flop wird das Spiel meist schon automatisiert und ist nicht mehr sehr anspruchsvoll.
Dadurch sind wir jedoch in der Situation, dass unsere Preflop-Entscheidungen (also unsere Entscheidungen vor dem Flop) im Vergleich zu anderen Strategien sehr stark wiegen. Dies mag sich für einen Anfänger nun vielleicht extrem abschreckend anhören, und man mag denken, dass sie dadurch ja nicht wirklich leicht ist.
Doch habt ihr einen der wichtigsten Leitfaden bereits von Pokerstrategy zur Hand bekommen: Den Starting Hands Chart.
Denn hier wird für euch genau aufgelistet, in welchen Händen ihr vor dem Flop eine Equity habt (Wahrscheinlichtkeit vorne zu liegen) und welche Hände ihr doch lieber wegschmeißen solltet.
Somit ist die Strategie eigentlich auf allen Limits profitabel, wobei sie es natürlich auf den unteren Limits durch die schwachen Gegner mehr ist als auf hohen Limits wie Nl1000 mit den Blinds 5$/10$.
Hier sinkt der Anteil der schlechten Spieler enorm.
Doch sollte man sich das ganze nicht so einfach vorstellen.
Es hat einen Grund, warum Pokerstrategy euch ein Advanced Coaching anbietet, in dem viel Wissen abseits der Standardstrategie vermittelt wird.
Was muss man tun, um auf High-Limit profitabel zu spielen?
Besonders um auf den High-Limits noch profitabel spielen zu können, oder wie Alaton auf Limit wie NL5000 aufzusteigen (Blinds 25$/50$) muss man mehr tun, als nur ein Coaching besuchen, Beispielhände zu posten und sich an die Strategie zu halten.
Die Gegner werden nun immer stärker und man hat zwar durch den mathematischen Vorteil der SSS immer noch seinen sicheren Gewinn, doch ist der mit der normalen SSS, welche doch an einigen Ecken Value (Gewinn) verschenkt, nicht gegeben. Um nun noch gewinnbringend zu spielen, muss man versuchen, den maximalen Gewinn aus jeder Hand zu holen, und jede Hand, in der man sich unsicher ist, analysieren.
Hier werden vor allem 2 Dinge wichtig:
- Stats (Statistiken über sein Spielverhalten) und Reads (Notizen aufgrund von Beobachtungen) auf die Gegner. Um auf den Highlimits richtige Entscheidungen zu treffen, vor allem in Blindstealing (Angriff auf Blinds) und Blinddefence (Verteidigung der Blinds) Situationen, braucht man genaue Reads auf die Gegner, um auszurechnen, ob man profitabel spielt. (hierzu kommen wir gleich). Ebenfalls braucht man diese Stats oder Reads um den Gegner in einer Hand, in der man sich überlegt wie man reagieren soll, auf eine Handrange zu setzen. Denn diese braucht man erneut, um ausrechnen zu können, ob eine weitere Erhöhung beispielsweise profitabel ist oder nicht.
- Das Ausrechnen in dem Punkt zuvor mag sich wahrscheinlich sehr schwer angehört haben. Doch ist es eigentlich sehr simpel. Hierzu nutzt man ein Programm namens Equilator. Nun gibt man genau ein, was man selbst für eine Hand hat und auf welche Handrange (möglichen Händen, die er halten könnte) man den Gegner setzt.
Das Programm rechnet einem nun aus, wie groß unsere Equity ist.
Dies können wir dann mit dem Pot und dem, was wir bezahlen müssen, vergleichen und können so mathematisch genau analysieren, wie profitabel unsere Entscheidungen wirklich sind.
Dies ist essentiell, wenn man auf hohen Limits mit der SSS profitabel spielen möchte.
Ihr braucht nun keine Angst zu bekommen. Auf den niedrigen Limits braucht ihr dies noch nicht, obwohl es natürlich hilfreich ist. Wenn ihr euch bei einer solchen Hand unsicher seid, wird diese in den Beispielhandforen meist auch wenn nötig, nach Equity genau analysiert!
Ein fortgeschrittener Spieler kommt jedoch nur weiter, wenn er jede dieser Situationen genau analysiert, um nach und nach sein perfektes Spiel zu finden.
Falls ihr noch eine weiteren Punkt seht, der hier genau erläutert werden sollte, schreibt dies doch bitte in diesen Thread und ich werde es für euch möglichst ausführlich erklären.