Woche 43: Playernotes
Einleitung
Auf Wunsch möchte ich mich diese Woche mit dem Thema Playernotes auseinandersetzen. Neben den PokerTracker Stats sind die Playernotes, sofern sie gespeichert werden, ein wichtiges Hilfsmittel, um Informationen über einen Gegner zu sammeln und schnell abrufen zu können.
Im Vergleich zu bloßen statistischen Zahlen haben von Hand verfasste Informationen den entscheidenden Vorteil, dass man sie so gestalten und aufbauen kann, dass man persönlich den größten Nutzen davon hat. Zudem lassen sich Sachverhalte und Informationen festhalten, die sich nicht ohne weiteres aus den Stats eines Gegners ablesen lassen. Trotz dieser Vorteile werden Playernotes von vielen Spielern vernachlässigt wodurch sie sich selber bereits gesammelter Reads berauben und sie einen Ausbau ihrer Edge verhindern.
Was sollte in Playernotes rein?
Wie man die Playernotes aufbauen sollte, darüber lassen sich keine allgemeinen Regeln formulieren, denn sie sollten dem Verfasser helfen und da wir alle unterschiedlich sind, sind auch die Notes unterschiedlich strukturiert. Kommt der eine einfach mit sehr vielen Abkürzungen zurecht, schreibt sich der andere lieber detailliert alles auf. Trotzdem sollte darauf geachtet werden, dass nicht jede Belanglosigkeit auch in die Playernotes gelangt. Schließlich ist dort nur begrenzt Platz und in der Kürze der Zeit hat man nicht immer die Möglichkeit kleine Romane zu lesen. Empfehlen kann ich Spiegelstriche mit kurzen, knappen Sätzen, die man im günstigsten Fall so formulieren sollte, dass man sie beim nächsten Mal immernoch versteht.
Zudem ist es wichtig die Informationen zu filtern. Dass ein Spieler einen Openraise vom CO aus dem BU mit einem Pocket Pair nur called anstatt zu 3-betten mag sicher eine Information sein die uns evtl. mal hilft, allerdings kann man nicht alles in die Notes schreiben da sonst die Gefahr besteht, dass die wichtigen Infos schlicht untergehen. Eine Line mit einer Strong Made Hand auf einem bestimmten Board ist mir z.B viel wichtiger als die oben angesprochene Info. Mein Tipp: Müllt eure Notes nicht unnötig zu!
Weiterhin finde ich persönlich es sehr viel nützlicher mir in Verbindung mit einem bestimmten Read auch eine kleine Hand History zu schreiben. Statt: "-blufft busted FD am river" würde ich z.B "-c/c flop, c/c turn, donk river mit busted FD" schreiben. Auch hier ist es wieder eine Frage des Spieltyps. Ich finde es vorteilhafter mir den Handverlauf zu notieren und daraus den bestimmten Read abzuleiten, als direkt den Read völlig ohne Zusammenhang aufzuschreiben. So bin ich in der Lage, meine gewonnen Reads auch auf ähnliche Hände zu erweitern. Es fällt mir leichter eine Hand im Kopf zu rekonstruieren und das Wissen auf die jetzige Hand anzuwenden, als wenn ich nur einen Satz ohne Erinnerung habe. Spielt ihr natürlich 32 Tische, ist es schwer sich jedes Mal wieder in die Notes reinzulesen und darüber nachzudenken, was man nun für eine Info daraus gewonnen hat aber für Leute die eine überschaubare Anzahl an Tischen spielen, sollte das durchaus besser liegen.
Wichtig ist außerdem noch eine formale Gleichgestaltung der Notes. Verwendet gleiche Abkürzungen und baut eure Notes analog auf. Das fördert deutlich die Übersichtlichkeit und erleichtert euch die Arbeit. Spiegelstriche zur Abtrennung unterschiedlicher Notes sind ebenfalls günstig. Satzzeichen und evtl. auch Groß-/Kleinschreibung sind ebenfalls nicht unbedingt schädlich. Probiert einfach ein bisschen rum mit was ihr am besten klarkommt.
Vergesst keine Informationen die evtl. wichtig sind! Gewinnt ihr einen Read von einem Gegner der an einem 3-handed Tisch war, solltet ihr das auch dazu schreiben, da sich die Spieldynamik natürlich deutlich ändert sobald ihr 6-handed seid. Habt ihr einen Gegner in den letzten Orbits permanent 3-bettet oder er euch? Auch das ist wichtig, da er vermutlich nicht immer mit A3s bluffpushen wird. Achtet auf History, Tableimage und andere Spieler am Tisch, kurzum auf alles was Auswirkungen auf sein Play gehabt haben könnte. Tut ihr dies nicht, leitet ihr evtl. falsche Rückschlüsse aus euren Notes und schadet euch eher, als dass ihr euch damit helft.
Fazit
Ich würde euch raten, die Funktion einfach ausgiebig zu nutzen, man hat keine Nachteile, sofern man es ordentlich betreibt und hilfreich ist es allemal!
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