Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Poker-Grundlagen: Equity realisieren

Viele Hände haben zwar preflop häufig eine Equity von 50%, diesen Anteil am Pot zu realisieren, ist jedoch deutlich schwieriger, als es die Reinequity erahnen lässt.

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Reinequity bedeutet nicht, dass es leicht ist, mit einem kleine Paar zu gewinnen

Was Equity beim Poker bedeutet, dürfte den meisten mittlerweile klar sein. Es stellt den prozentualen Anteil am Pot dar, den man mit seiner Hand im Schnitt gegen die gegnerische Range erwartet, wenn beide Spieler zum Showdown kommen.

Wenn man preflop mit zwei Overcards 50% Equity gegen einen Gegner mit einem kleinen Pocket Pair hat, kann man im Falle eines All-ins erwarten, dass man in der Hälfte der Fälle am Ende den Pot gewinnen wird.

Zu wissen, wie viel Equity man hat, ist selbsterklärend äußerst wichtig. Manch einer überschätzt den Wert jedoch isoliert betrachtet. Aus diesem Grund überspielen einige Spieler immer wieder Hände mit hoher "Rohequity", obwohl sie eine Hand halten, mit der man die entsprechende Equity nur schwer realisieren kann.

Was genau ist Equity-Realisierung?

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Manche Hände sind postflop deutlich einfacher zu spielen

Equity-Realisierung beschreibt, wie häufig man tatsächlich an seinen prozentualen Anteil am Pot auf Basis einer Reihe von Faktoren gelangen kann. Dabei haben Stacksize, Position, Anzahl der Gegner, Skill, Playability und viele weitere Kriterien einen Einfluss auf die Equity-Realisierung.

Das simpelste Beispiel dafür sind kleine Paare. Man weiß, dass man mit Pocket Zweiern gegen viele Ax-Hände eine Equity von 50% hat, es ist jedoch schwer diese Equity zu realisieren, wenn man preflop nicht direkt All-in kommt, da die Hand postflop sehr schwierig zu spielen ist und selten den Showndown erreichen wird.

Hält man zum Beispiel 22 auf einem Board mit KQT  wird das Erreichen des Showdowns alles andere als ein Kinderspiel, insbesondere out of position. Selbst wenn man initial noch die beste Hand hält, hat der Gegner aller Voraussicht nach einen starken Draw, mit dem er bis zum River vorne liegen wird. Realistisch gesehen kann man keine einzige Bet callen, geschweige denn weitere Bets auf Turn und River. Daher funktionieren kleine Paare auch besser, wenn man mit ihnen lediglich Setmining betreibt und foldet, wenn man sein Set verpasst.

Ist man jedoch mit einer Hand wie A9 unterwegs, verfügt man hingegen über sehr gute Equity-Realisierung. Man blockt damit einige starke Hände, hat guten Showdown-Value, hält manchmal bereits die beste Hand, kann ein Monster treffen und man verfügt über jede Menge profitable Bluffs. Mit einer solchen Hand kann man sogar mehr Equity realisieren, als einem eigentlich zusteht, was bedeutet, dass man im Schnitt sogar häufiger mit einer solchen Hand gewinnen wird, als die Rohequity den Anschein erweckt.

Equity-Realisierung wird am Ende jedoch nicht nur von der Struktur der eigenen Hand bestimmt, sondern etliche Faktoren wie Stacksizes, Stack-to-Pot-Ratio, Blocker, Playability, Rangevorteil, ICM und Skill spielen dabei eine Rolle.

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